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> Die feministische Partei "Die Frauen"
Patrice
Beitrag 07.Sep.2008 - 18:59
Beitrag #1


Filterkaffeetrinkerin
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Die feministische Partei “Die Frauen« hat seit einiger Zeit einen Mann in ihrer Mitte, genauer gesagt residiert er inmitten der Bundessprecherinnenrunde (ohne großes I !!!)

http://www.feministischepartei.de/organ-d.htm

Was meint ihr denn dazu?

Hier noch zwei Links:

http://de.truveo.com/DIE-FRAUEN-Partei-Z...5/id/2941114292

http://de.truveo.com/DIE-FRAUEN-Partei-A...i/id/4084541047
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rubia
Beitrag 07.Sep.2008 - 19:57
Beitrag #2


Satansbraten
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die Links funktionieren nicht bei mir.
Nur der Erste: der Knabe steht für Sachen Tierschutz und Verbraucherinnenrechte :wacko:

Dann ist das doch keine Frauenpartei, wenn dort Männer - na ja, bis jetzt ist es erst einer, doch wehret den Anfängen - mitmischen :gruebel:
Bei mir können die Mädelz keine Punkte sammeln, erst wenn der Laden *machofrei* ist -_-

rubia :morgens:

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datda
Beitrag 08.Sep.2008 - 09:12
Beitrag #3


Rollirasendes Monsterchen
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Um das Verwirrspiel zu komplettieren...
Klick ich beim ersten Link auf den Namen des Mannes, erscheint eine Mail, die an eine Frau geht...
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blue_moon
Beitrag 08.Sep.2008 - 10:36
Beitrag #4


strösen macht blau!
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gleich im paragraphen 2 der satzung verbirgt sich der hinweis: "Mitfrauen im Sinne der Satzung sind auch männliche Parteizugehörige." männer sind also mitgemeint. und, wie es scheint, waren sie das eigentlich immer.

nur weil 'feministisch' draufsteht, ist nicht automatisch 'ohne männer' drin. in allen übrigen parteien sind frauen ja auch nicht ausgeschlossen. oder? :ph34r:
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rubia
Beitrag 08.Sep.2008 - 17:32
Beitrag #5


Satansbraten
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wenn ich feministische Partei lese, nehme ich doch an, dass Männer dort nichts zu suchen haben.
Ansonsten, wenn Männer mitmischen dürfen, würde es genügen das Ganze z.B. *Die Partei für Frauen* evtl mit Zusatz - Junge - Alte - Dicke - Dünne - zu nennen.
Bei dieser Bezeichnung würde ich es als normal ansehen, dass auch Männer dort Interessen der Frauen vertreten.

@ datda
stimmt da erscheint eine Mailaddi zu einer Frau...


rubia :morgens:
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blue_moon
Beitrag 08.Sep.2008 - 19:10
Beitrag #6


strösen macht blau!
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naja, du würdest davon ausgehen. in der satzung steht aber was anderes. ich sag ja nicht, dass ich begeistert bin, aber ich hab ja möglichkeiten, damit umzugehen. ich kann mich einbringen und versuchen meine ansichten durchzusetzen oder ich lass es - und wähl die partei vermutlich auch nicht. das, was an frauenrechten erreicht worden ist, ist immer auch von männern mitgetragen worden - ob nun freiwillig, aus überzeugung oder mit kalkül. und gegen männliche wähler würde sich die partei vermutlich auch nicht zur wehr setzen. letztlich wird es ja auch etliche funktionärinnen geben, die mit männern zusammenleben.
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Patrice
Beitrag 08.Sep.2008 - 22:06
Beitrag #7


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Da es "Die Frauen" heißt, sehe ich das anders.

Wenn du dir die Satzungen mal durchliest, ist überall von den Mitfrauen, der Bundessprecherinnenrunde, der Runde der Weisen Frauen usw. die Rede. Bedeutet für mich, dass sie es anfangs nicht vor hatten und dadurch, dass jetzt ein Mann dabei ist, sie sich sozusagen selbst ein Kuckucksei ins Nest gelegt haben. Das fällt zunächst mal nicht so ins Auge, da sie die Bezeichnungen nicht geändert haben.. aber wehe der Kuckuck schlüpft aus dem Ei und fängt an zu kukucksen... und bei jedem Nestbau bestehen Möglichkeiten für mehr Schreihälse (auf das Wort Nestbeschmutzer verzichte ich jetzt mal :-)

Für mich ist es sozusagen ein Blendtitel, den sie da noch innehaben und eine Täuschung aller wahlberechtigter Frauen obendrein. Nicht jede geht auf die HP und liest sich alles genau durch. Wenn ich lese "Bundessprecherinnenrunde", dann geh ich davon aus, dass nur Bundessprecherinnen darin sind.

Mit Sicherheit gibt es Mitfrauen, die mit Männern zusammenleben. Das impliziert aber nicht automatisch, dass Männer überall mitmischen müssen. Es gibt sehr wohl Heteras, die bei bestimmten Themen trennen können, das auch tun und darauf achten, dass für sie wichtiges nicht männerbesetzt wird.

Edit: Schreibfehler verbessert

Der Beitrag wurde von Patrice bearbeitet: 08.Sep.2008 - 22:08
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McLeod
Beitrag 08.Sep.2008 - 22:10
Beitrag #8


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Hast Du mal nachgefragt oder recherchiert, wie es dazu gekommen ist?

edit: kostet nur 5 Minuten auf deren Presse-Seiten:

QUOTE (Komplett da Pressetext = zur Veröffentlichung & Verbreitung freigegeben)
Bundesmitfrauenversammlung der Feministischen Partei DIE FRAUEN wählt neue Sprecherinnenrunde

Die Mitfrauen der Feministischen Partei DIE FRAUEN haben sich am vergangenen Wochenende in Kassel zu ihrer jährlichen Bundesmitfrauenversammlung getroffen und dabei eine neue Sprecherinnenrunde gewählt. Schatzmeisterin Elke Bleich, Schmiedshagen (Mecklenburg-Vorpommern), und die Bundessprecherinnen Monika Christann, Berlin, und Dr. Erika Riemer-Noltenius, Bremen, wurden in ihren Ämtern bestätigt. Mit Frank-Michael Malchow, Berlin, wurde zum ersten Male ein Mann in die Sprecherinnenrunde gewählt. Damit ist ein Zeichen dafür gesetzt worden, dass die Feministische Partei DIE FRAUEN offen ist für die Zusammenarbeit mit allen feministisch denkenden Personen. Frank-Michael Malchow übernahm die Bundesarbeitsgemeinschaft "Tierrechte und Verbraucherinnenschutz". Der Arbeitsschwerpunkt von Frau Dr. Riemer-Noltenius liegt auf "Feministischer Ökonomie", Frau Christann ist Expertin für Europapolitik.

Die Feministische Partei DIE FRAUEN wurde 1995 in Kassel gegründet und hat seitdem an allen Wahlen zum Europaparlament und zum Bundestag teilgenommen. So wurde auch die Teilnahme an den bevorstehenden Wahlen zum Europaparlament von der Versammlung einstimmig beschlossen. Monika Christann formulierte den Schwerpunkt feministischer Europapolitik: "Wir Feministinnen wollen ein europäisches Haus, in dem die Einwohnerinnen selbst die Hausordnung bestimmen. Sie müssen stärker und direkter in die Entscheidungen eingebunden werden, damit sie sich mit "ihrer" Europäischen Union identifizieren können. Unser Ziel ist ein Europa, in dem statt Konkurrenz und Ausbeutung auf Kooperation und gerechte Teilhabe gesetzt wird."



McLeod

Der Beitrag wurde von McLeod bearbeitet: 08.Sep.2008 - 22:16
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Patrice
Beitrag 08.Sep.2008 - 22:18
Beitrag #9


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Kann nur folgendes dazu sagen:

In einem Mitfrauenrundbrief heißt es u.a.:

Die Mitfrauen der Feministischen Partei DIE FRAUEN haben sich am vergangenen Wochenende in Kassel zu ihrer jährlichen Bundesmitfrauenversammlung getroffen und dabei eine neue Sprecherinnenrunde gewählt. Schatzmeisterin Elke Bleich, Schmiedshagen (Mecklenburg-Vorpommern), und die Bundessprecherinnen Monika Christann, Berlin, und Dr. Erika Riemer-Noltenius, Bremen, wurden in ihren Ämtern bestätigt. Mit Frank-Michael Malchow, Berlin, wurde zum ersten Male ein Mann in die Sprecherinnenrunde gewählt. Damit ist ein Zeichen dafür gesetzt worden, dass die Feministische Partei DIE FRAUEN offen ist für die Zusammenarbeit mit allen feministisch denkenden Personen. Frank-Michael Malchow übernahm die Bundesarbeitsgemeinschaft "Tierrechte und Verbraucherinnenschutz". Der Arbeitsschwerpunkt von Frau Dr. Riemer-Noltenius liegt auf "Feministischer Ökonomie", Frau Christann ist Expertin für Europapolitik.

Eine Mail von mir blieb unbeantwortet.

Der Beitrag wurde von Patrice bearbeitet: 08.Sep.2008 - 22:18
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Patrice
Beitrag 08.Sep.2008 - 22:19
Beitrag #10


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Ok, ich gebs zu: Du warst schneller ... :)
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blue_moon
Beitrag 09.Sep.2008 - 12:00
Beitrag #11


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wäre nicht die aufstellung einer liste, die sich nur an frauen wendet und von frauen getragen wird ein anachronismus in einem wahlsystem, das sich in allererster linie männer ausgedacht haben? schon in der satzung der "frauen" wird das thema 'minderheitenmeinung' offenbar. in der vergangenheit gab es in vergleichbaren institutionen entscheidungen, die einstimmig gefällt werden mussten. basisdemokratische strukturen sind auch von 'moderneren' parteien wie den grünen - die starken wert auf die politische beteiligung und verantwortung von frauen legen - bekannt. ganz offensichltich ist die parlamentarische demokratie deutscher ausprägung in einer frauenpartei nicht ohne widersprüche/bauchschmerzen umzusetzen. andererseits sind kompromisse in aller politik an der tagesordnung - wenn man was erreichen will. wer kann schon wo ideale ohne abstriche durchsetzen?
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McLeod
Beitrag 09.Sep.2008 - 12:08
Beitrag #12


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QUOTE (blue_moon @ 09.Sep.2008 - 13:00)
basisdemokratische strukturen sind auch von 'moderneren' parteien wie den grünen - die starken wert auf die politische beteiligung und verantwortung von frauen legen - bekannt.

Hm, meine Wahrnehmung ist, dass sich auch bei den Grünen weniger Frauen politisch engagieren. Kommunal haben sie hier jedenfalls Probleme, die Listen 50/50 vollzukriegen.

Ich hab auch nicht das Gefühl, dass sich das politische System seit Rita Süßmuth, Alice Schwarzer oder nun Angela Merkel verändert. Es sind Strukturen und Kommunikationen, die Männern entgegen kommen, Strategien und wechselnde Koalitionen in (für mich) manchmal unverständlicher Kompromiss-Bereitschaft über Schmerzgrenzen, die ich eigentlich hätte, hinaus. Macht konzentriert sich auf wenige (Männer), basisdemokratische Überraschungen mag es mal für Schal-strickende Studierende in den Bundesvorstand geben, aber nicht mehr in für Gesamtdeutschland relevanten politischen Entscheidungen.

Meiner Wahrnehmung nach.

Derzeit läuft oder startet eine Kampagne "Frauen in die Kommunalpolitik". Ich sehe wenig Anreiz, sich in das bestehende und eher noch zum Schlechten verändernde System einzusteigen.

Meiner persönlichen Meinung nach.

McLeod
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blaustrumpf
Beitrag 09.Sep.2008 - 12:37
Beitrag #13


Ich will Durchblick! Darum ist meine Brille von MrsM!
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Ich glaube, unsere Gesellschaft kann sich nicht grundlegend dadurch ändern, dass Parallelgesellschaften sich aus ihr verabschieden und/oder eben ihr "eigenes Ding" durchziehen.

Eine feministische Partei ausschließlich von, mit und für Frauen - vielleicht sogar nur Frauen, die von Frauen geboren wurden? - stellte für mich keine demokratische und wählbare Partei dar. In meinen Augen wäre sie vielleicht prima für intensive Lobbyarbeit, aber nicht für einen gesellschaftlichen Wandel, der dem Geist des Grundgesetzes entspräche. Sie festigte meiner Meinung nach allenfalls vorhandene Strukturen, weil sie die fixen Geschlechter-Rollen festschreibt, anstatt sie durch neue Konzepte aufzubrechen.

Ich finde das sehr gut, dass "Die Frauen" auch Feministen in ihren Reihen haben. Dass sie auf das "Binnen-I" verzichten und Männer eben schlicht "mitmeinen", daran könnten sie meiner Meinung nach durchaus arbeiten.

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blue_moon
Beitrag 10.Sep.2008 - 07:51
Beitrag #14


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meine kritik an den feministinnen finge an anderen stellen an. beim ersten blick auf die seite erschlagen mich formalistische aspekte. politische themen rangieren irgendwo, die muss ich suchen. hab ich sie gefunden, klingt vieles vertraut, weil schon seit jahren oder jahrzehnten auf der tagesordnung, aber auch abgehoben und spröde. und zumindest geht es mir so, dass ich eine partei, die ihre tagespolitischen forderungen mit utopischen zielen spickt (z.b. generelles verbot des besitzes und der herstellung von waffen), nicht wirklich als eine alternative empfinde.

dabei hätte ich ganz gern eine realistische und wählbare alternative. ich denk, ich bin nicht die einzige, die aktueller politik und aktuellen politikern in den meisten fällen nicht allzuviel abgewinnen können. da gewinnt heute schon ein relativer macho wie müntefering an achtung, weil er offen zu seiner lesbischen tochter steht und die chuzpe aufbringt, sich aus der politik zurückzuziehen und sich die letzten monate seiner sterbenden frau zu widmen.

dieser ganze zirkus aalglatter und standardisierter berufspolitiker gehört aufgemischt. zum teil schaffen das im moment die linken, allerdings auch in einer art pauschalisierender stammtischmanier, bei der sich mir meine innereien drehen. und allmählich wünsch ich mir auch, dass die hessen sich zu neuwahlen durchringen. und das, obwohl dann zu befürchten stünde, dass roland koch das ganze doch wieder als sieger übersteht. aber dieses theater um die duldung einer rot-grünen regierung durch die links-partei nervt, und zwar gehörig.

so, das ist wohl eher ein frust-beitrag geworden. :roetel: - ich würde wirklich gern 'die frauen' wählen, aber in der derzeitigen programmatik finde ich mich so gar nicht wieder. und das liegt nicht daran, dass es da einen mann in der sprecherinnenrunde gibt.

Der Beitrag wurde von blue_moon bearbeitet: 10.Sep.2008 - 12:08
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DerTagAmMeer
Beitrag 10.Sep.2008 - 08:47
Beitrag #15


Adiaphora
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QUOTE (blaustrumpf @ 09.Sep.2008 - 13:37)
Ich glaube, unsere Gesellschaft kann sich nicht grundlegend dadurch ändern, dass Parallelgesellschaften sich aus ihr verabschieden und/oder eben ihr "eigenes Ding" durchziehen.

Einerseits stimme ich Dir zu - andererseits teile ich Bluis Frust was das inhaltsleere Intrigegenspiel der Bundespolitik betrifft.

Und auf Kommunalebene (wo sich ja nun Möglichkeiten zur persönlichen Teilhabe böten) finde ich mich thematisch einfach nicht wieder.

Darum halte ich unabhängige (!) Interessenvertretungen, themenorientierte Presse- und Lobbyarbeit für eine gute Alternative sich an der öffentlichen Meinungsbildung zu beteiligen.

Darum unterstütze ich lieber Terre des femmes als "Die Frauen" und lieber Attac als "Die Linken" und lieber BUND oder Greenpeace als die Tierschutzpartei, der dieser Frank-Michael Malchow wohl entsprungen ist.

Denn solange dort der Dialog mit den etablierten Entscheidungsgremien gesucht und aktive Aufklärungsarbeit gemacht wird, habe ich nichts gegen "Parallelgesellschaften" - im Gegenteil.
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McLeod
Beitrag 10.Sep.2008 - 12:03
Beitrag #16


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QUOTE (blaustrumpf @ 09.Sep.2008 - 13:37)
Ich glaube, unsere Gesellschaft kann sich nicht grundlegend dadurch ändern, dass Parallelgesellschaften sich aus ihr verabschieden und/oder eben ihr "eigenes Ding" durchziehen.

Ich hab drüber nachgedacht, inwiefern (zum Beispiel) "wir Lesben" eine Parallelgesellschaft sind oder ob sich Frauen aus der Gesamtgesellschaft verabschieden können, bei einem Anteil von >50%.

Ich glaube ich hab Dich nicht verstanden. Was meinst Du mit Deiner Aussage?

Unabhängig davon glaube ich auch nicht (mehr) daran, dass "die Gesellschaft" grundlegend änderbar ist durch Politik. Marketing- und Medieneinflüsse sind es nach meiner Wahrnehmung, die "die Gesellschaft" lenken oder auch ablenken von "der Wirtschaft" und ihren Interessen, die sich selten um "die Gesellschaft" scheren, sondern eher um "die Gesellschafter". Ich empfinde Gesellschaft, wenn sie als eine große Ganzheit gemeint ist, als etwas, das passiert und kaum noch aus sich selbst heraus veränderbar. Und wenn damit einfach nur meine Umgebung, meine Mitmenschen in der Wohn-/Heimatstadt gemeint ist, dann empfinde ich meine Mitgestaltungskraft als unpolitisch, sondern hauptsächlich im 1:1 ausübbar. (Das Private ist politisch? War das mal damit gemeint?)

Hartz IV zum Beispiel hätte sich ganz anders auswirken können, als es das derzeit tut. 1-Euro-Jobs könnten Respekt und Dank auslösen, statt Verachtung für den, der ihn tut oder Wut auf die, die sie schufen. In den USA, die beileibe nicht meine beliebteste Kultur lebt, denken die Leute, wenn sie einen Arbeitslosen sehen, der die Rathaustreppen fegt oder Müll im Park einsammelt: "Hey, der tut was. Der tut was für uns." und dann gehen manche an dem Mann vorbei und sagen dabei "Danke."

Wer könnte so eine andere Einstellung hier initiieren? Die Politik - egal auf welcher Ebene? Für mich eine rethorische Frage. Nein. "Gesellschaft" wird nicht behandelt, wie Markenware, niemand kümmert sich um das Image und seine Kommunikation, jede/r mit eigenen Interessen darf mitmischen und je nach Einschaltquote verhalten sich Heranwachsende in ein paar Jahren, wie bei GZSZ oder in einem Manga.

Ich schweife ab und beende drum erstmal das Posting.

McLeod
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Patrice
Beitrag 10.Sep.2008 - 13:23
Beitrag #17


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@McLeod

Die gesellschaftliche Trennung in öffentliche und private Bereiche wird nicht akzeptiert. Mit dem Prinzip 'das Private ist politisch' decken die Frauen Herrschaftsstrukturen in der Gesellschaft auf - in der Familie, der Sexualität, den Rollenzuschreibungen von Mann und Frau. Ausgehend von der persönlichen Erfahrung wird die Frauenunterdrückung analysiert und als ein wesentlicher Punkt der Zugriff auf den weiblichen Körper aufgezeigt: Gewalt gegen Frauen, Kontrolle über ihre Gebärfähigkeit, Vermarktung des weiblichen Körpers in der Werbung, Pornografie und neuerdings Gen- und Reproduktionstechnologien. Einen weiteren Faktor der Frauenunterdrückung stellt die Ausbeutung ihrer Arbeitskraft dar - in Form von gesellschaftlich notwendig unbezahlter Hausarbeit und niedriger Entlohnung ihrer Erwerbsarbeit. Die Politik der Autonomen Frauenbewegung richtet sich gegen diese Strukturen, wobei unterschiedliche Konzepte der Veränderung entwickelt werden - von radikalen Strategien und dem Aufbau einer weiblichen Gegenkultur bis zu Reformen innerhalb des bestehenden Systems.

http://www.renner-institut.at/frauenakadem...me/autonome.htm

Deshalb finde ich es auch wichtig, männerunabhängig unsere Ziele zu verfolgen. Sobald Männer bei Frauenorientiertem mitarbeiten, spalten sich sofort die Lager. Zu viele Kompromisse, Entschuldigungen für Männerverhalten und -ansichten, zu viel Annäherung an Männerpolitik, die nicht unsere ist.
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DerTagAmMeer
Beitrag 10.Sep.2008 - 13:52
Beitrag #18


Adiaphora
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QUOTE (Patrice @ 10.Sep.2008 - 14:23)
Sobald Männer bei Frauenorientiertem mitarbeiten, spalten sich sofort die Lager.

... oder fallen Scheuklappen, klären sich Missverständnisse, entsteht Empathie und Solidarität. Nicht immer - aber manchmal eben doch.
Ich kann nicht nachvollziehen, was an dem Gespräch miteinander und dem Verfolgen gemeinsamer Ziele per se schlecht sein soll.
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Lucia Brown
Beitrag 10.Sep.2008 - 14:15
Beitrag #19


- keep it up you go girl -
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Vor ungefähr zwanzig Jahren war ich auch so engagiert wie du. Wir hatten hier eine autonome Frauentheoriegruppe und einige entdeckten ihr lesbisch Sein, unter anderem auch als Ausdruck einer politischen Gegenbewegung.

Wenn ich mir nun heute all diese Frauen anschaue, dann wohnen sie nun mit Mann, Kinder und Tieren im eigenen Haus und sie wählen die Grünen oder sind bei den Grünen engagiert. Geblieben ist noch ein ökologisches Umweltbewusstsein und friedvolles Zusammenleben. Doch die feministischen Ideale der 80er sind völlig auf der Strecke geblieben.

Für mich ist es doch spannend mitzuverfolgen, dass sich Ereignisse wiederholen. Doch möchte ich heute bezweifeln, dass pures lesbisches Leben noch so eine politische Kraft hat, wie eben damals. Das war es ja wirklich noch etwas Besonderes.

Auch ich selber habe an mir beobachtet, dass ich kein Interesse mehr habe an Aktionen und auf die Strasse gehen oder gar immerzu feministisch zu denken. Warum sich gerade dieses verändert hat, wäre sicherlich interessant zu durchleuchten. Von Zeit zu Zeit gibt es wohl mal Treffen der „alten Damen“. Doch nun haben wir, wenn wir uns seit langen dann endlich mal wieder sehen können, einfach nur Spaß miteinander.

Tja… und vielleicht schaffen die jungen wilden Frauen einen Umbruch.
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Patrice
Beitrag 10.Sep.2008 - 14:20
Beitrag #20


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QUOTE
... oder fallen Scheuklappen, klären sich Missverständnisse, entsteht Empathie und Solidarität. Nicht immer - aber manchmal eben doch.
Ich kann nicht nachvollziehen, was an dem Gespräch miteinander und dem Verfolgen gemeinsamer Ziele per se schlecht sein soll.


Geb ich dir recht. Aber eben nur bei gemeinsamen Zielen. Wäre bei Lesben/Schwulen prinzipiell das gleiche für mich. Eigene lesbische Inhalte männerunabhängig angehen und übergeordnet dann zusammen mit allen die Themen, die uns alle angehen.
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