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> Ambivalenz - wie da raus kommen?
MsJones
Beitrag 22.Aug.2017 - 14:16
Beitrag #1


Fürstin Pückler
*********

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Hallo liebe Frauen,

nach etwas längerer Zeit, melde ich mich mit persönlichen Entwicklungen zurück, die für mich gerade sehr wichtig sind und ich das Gefühl habe, ich kann neue Schritte gehen, um mich beizeiten zu schützen. Das möchte ich festhalten bzw. mit euch teilen - vielleicht kann die eine oder andere von euch was Hilfreiches 'mitnehmen'.

Diesmal (im Vergleich zu den 'Geschichten' in meinem Mut-Thread) hat eine Frau an mir sowas wie 'Interesse' gezeigt oder besser gesagt, ist sehr überraschend auf eine private Ebene gegangen. Ich war anfangs damit fast überfordert ...

Wir 'kannten' uns als Kolleginnen bis dato kaum, bis auf gelegentliche Zusammenarbeiten, die stets professionell und super effizient abliefen. Das machte einfach Freude, diese super Kooperationen.
Mir fielen ab und zu ihre Blicke (Blickontakt, kaum entziehbar) auf, ihr Lächeln - ihre Ausstrahlung hatte 'was': so eine Aura von distanzierter Unabhängigkeit. Wie sie sich bewegte, so ästhetisch, fast tänzerisch - in weiten Leinenhosen und -gewändern. So mit Esprit versehen. Sehr schön.
Ich nahm im Kontakt mit ihr manchmal so eine komische Befangenheit wahr, konnte nicht ausmachen ob das meine oder ihre ist.
Fühlte mich oft einen Ticken unsicher, denn ich bewunderte sie - nein, ich verehrte sie fast wie eine 'Königin', irgend sowas.

Sie ist bei uns z.B. für die musikalische Begleitung von Veranstaltungen zuständig, gibt Konzerte und bildet angehende Sänger aus. Spielt mehrere Instrumente und malt auch noch.
Durch Zufall fand ich letztens in einer älteren Zeitschrift eine Zeichnung von ihr, die ich sehr schön fand. Eine zarte Bleistiftführung, so feinsinnig, so zart.
Als sie wieder mal bei mir im Büro zu tun hatte, fragte ich sie, ob sie mir das Originalblatt mal zeigen würde und machte ihr ein Komplment a la "sie haben Talent". Das wisse Sie.
Sie freue sich über mein Interesse - einen Tag später stand sie vor mir und überreichte mir das Original. Wow! Ich fühlte mich geehrt.
Ich wußte noch von einem Malkurs, den sie besucht hatte und sie meinte, dass sie da Fotos zeigen könne.
Es entstand ein etwas persönlicheres Gespräch, wo sie überraschend sagte, dass sie kaum was von mir wisse und fragte interessiert dies und das.
Das tat mir gut. Ich freute mich sehr darüber.

Als sie aus dem Urlaub zurückkam, erzählte sie mir, dieser sei nicht gut gelaufen und es ginge ihr nicht gut - mich berührte das.
Ich brachte ihr ein paar Tage später eine kleine Blume und wünschte ihr, dass es ihr bald besser ginge.
Sie freute sich, wurde rot und strich mir überraschend dankend über den Rücken - das ging mir schon nahe.

An diesem Tag sagte ich mir, dass ich hier aufpassen möchte, auf mich und mein Herz: nahm mir vor auf die professionelle Distanz zu achten.

Da bekam ich paar Tage später unerwartet eine private Mail von ihr auf meinem Dienstaccount, wo im Betreff die Betonung auf 'ganz privat' zu lesen war.
Boah. Ich fiel fast vom Stuhl und konnte das nicht glauben.
Sie schickte mir darin ein Foto eines ihrer Bilder aus dem o.g. Kurs und dass sie sich über mein Interesse daran freue und dass sie "versucht" sei mir noch mehr zu zeigen.

Ehrlich gesagt, wußte ich anfangs nicht wie ich damit umgehen sollte - fühlte mich wie gesagt fast überfordert.
Ich antwortete/dankte höflich mit einem dreizeiler und betonte, dass mir jetzt wichtig sei: die kollegiale und private Ebene sauber zu trennen bzw. das wir beide in der Lage sein werden das hinzubekommen. Ich würde ihr später noch meine Eindrücke zum Bild schreiben, wenn okay. Sie ließ das so stehen.
Eine Woche habe ich gebraucht, um erst einmal ein wenig Abstand zu bekommen und was gescheites zu schreiben.
Immer wieder die Frage, was läuft hier eigentlich? Nein, ich will mich nicht verrennen hier. Gut bei mir bleiben.

Die Mail bekam ich ganz gut hin, nicht zuviel,nicht zu wenig: sachlich-interessiert fragte ich zum Kurs und was das Malen für sie bedeute, ihr bringe.
Und das ich es verstehe, wenn ihr das Beantworten/Schreiben von privaten Mails zu zeitintensiv, Sie habe ja beruflich viel um die Ohren und möge mich das dann ruhig wissen lassen. Machte ihr den Vorschlag, dass wir gerne auch mal in Ruhe außerhalb der Arbeit/Zeitdruck einfach quatschen könnten, ganz entspannt, da sie mir ja schon einiges anvertraut hätte.

Ein paar Tage später sahen wir uns nach einer Veranstaltung wieder und sie sprach mich an. Es war so wie ich schon vermutete: keine Zeit um lange Mails zu schreiben. Ein Treffen bekomme sie auch bloß nicht hin. Sie habe so Freundinnen, die oft was mit ihr unternehmen wollen "geht meist von ihnen aus und habe oft ein schlechtes Gewissen", das sie keine Zeit oder nicht genügend zurückgeben könnte. Wo bliebe da sie. Nein-sagen-können fiele ihr schwer.
Ich hörte mir das alles in Ruhe an, drückte mein Bedauern aus "schade, wäre schön gewesen" (dachte, das ist eh eine Ausrede von ihr) und wollte schon gehen. Meine Enttäuschung verbarg ich vor ihr.
Sie wolle mir meine Fragen aus der Mail gern beantworten und ob wir in der Mittagspause reden könnten - ich sagte zu, obwohl ich da schon 'wußte', dass da auch bloß wieder Zeitdruck wäre (nur eine halbe Stunde Zeit) - möchte ich bei persönlichen Themen nicht so gerne und mir das nicht gut tun wird, weil es nicht reicht.
Plötzlich fing sie an zu weinen und äußerte ziemlich verworren: sie wisse manchmal selber nicht, wer sie eigentlich sei, fühle sich klein und schwach. Behutsam ging ich auf sie ein, tröstete sie - und, war ziemlich erschrocken. Sie könne gar nicht mehr aufhören zu weinen, hieß es.
Dann mußte sie ganz schnell gehen.
Ob ich sie mal in den Arm nehmen dürfte?
Ja, sie fiel mir in den Arm und wir hielten uns lange ... ein sehr bewegender Moment, der noch lange nachklang in mir.

Anschließend spürte ich in mir Distanzbestrebungen, auf Abstand beliben zu wollen, ein Durcheinander - das war schrecklich. Zu viel auf einmal.

Ich ging ihr auf der Arbeit aus dem Weg.
Sie bemerkte das und bat um ein Gespräch in der Pause.
Sie sei sooo dankbar für diese Begegnung mit mir, mein Verständnis habe ihr gut getan, sei alles so angenehm nah gewesen.
Schöne Worte.
Ich konnte erst einmal nichts sagen - wieder ging mir das alles viel zu nah, obwohl ich mich von ihr distanzieren wollte.
Mir fiel deutlich auf, dass sie sich viel um sich selbst dreht, mit dem was sie da sonst noch preisgab von sich.

Wenn ich von mir was erzählte ging sie darauf gar nicht ein bzw. nicht so, wie ich es mir wünchen würde in einem etwas näheren Kontakt.
Wieder mußte sie ganz schnell gehen.
Wieder gingen in mir die Szenarien los ... und ich kam nicht so recht klar mit der ganzen Situation.

Wir sahen uns zwei Tage später auf der nächsten Veranstaltung, die ich vorbereitete/begleitete - vorher hatte ich ihr eine freundliche Einladung geschickt, über die sich sehr gefreut habe wie sie mir mitteilte. Sie kam, strahlte mich sowas von an, sagte: sie habe nicht "widerstehen" können und wolle mir das "du" anbieten. Ich nahm es an, wenn auch noch sehr ungewohnt für mich ist.
Sie riß kurz ein Gespräch mit mir an, entschwand kurze Zeit danach zu jemand anders - sie ließ mich einfach stehen.
Mir gab das innen einen Stich.

Später mußte sie wieder ganz schnell gehen ... und hörte mir ncht richtig zu beim Verabschieden.

Und was mache ich dumme Nuss?
Schreibe abends nach dem 3. Sekt eine Mail als PS. und bedanke mich für ihr Kommen, was ein kleines Geschenk für mich gewesen sei (weil sie meine Einladung so toll fand). Als Anrede schrieb ich nur ein "du", danke dir ...

In der Antwort steht drin, dass sie diese Anrede irritiere und das sei ihr zu nah - ein Satz wie ein Holzhammer für meine empfindsame Seele.

Ich merke, es fängt an mir weh zu tun und es tut mir nicht gut das Ganze.


Vielleicht hat jemand einen Tip, wie ich am besten aus der Nr. rauskomme, ohne allzu viel Persönliches/Emotionales von mir zu zeigen.
Derzeit habe ich paar Tage frei (- göttinseidank).
Am liebsten möchte ich da gar nix mehr dazu sagen und das geschickt auslaufen lassen, dh. keine privaten Kontakte mehr, keine Gespräche mehr in der Mittagspause - das möchte ich ab nächste Woche professionell handhaben können.



Danke euch fürs Lesen und bin wie gesagt dankbar für jeden Hinweis oder Erfahrungen mit so einer Situation.

Gruß,
MsJones

Der Beitrag wurde von MsJones bearbeitet: 22.Aug.2017 - 15:22
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anni1111
Beitrag 22.Aug.2017 - 17:19
Beitrag #2


Suppenköchin
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Hallo Mal wieder,

Du ziehst schon etwas merkwürdige Frauen an, oder?! Das ist jetzt als kleiner Witz gemeint.

Ganz ehrlich?! Ich würde mir um diese Person so gut wie gar keinen Kopf mehr machen, wie ich mich ihr gegenüber verhalte/ verhalten sollte. Sie tut Dir nicht gut, aus, Punkt. Ich würde gar nichts mehr antworten und wenn sie ankommt, einfach sagen, dass Du weiter musst oder was vor hast. Soll sie denken, was sie will. Je weniger Aufmerksamkeit solche Leute erhalten - umso besser.

Sei nicht traurig, irgendwann kommt Eine, die zu Dir passt :-)

(IMG:style_emoticons/default/flowers.gif)
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sparrow75
Beitrag 22.Aug.2017 - 18:20
Beitrag #3


Naschkatze
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Hallo Ms. Jones,

ich würde, glaube ich, auch erst mal nichts tun (wenn Ihr tatsächlich eigentlich rein beruflich doch recht wenig miteinander zu tun habt und so habe ich deinen Text verstanden). Aber ich würde ganz genau schauen, was ich will und was nicht, einfach, damit ich vorbereitet bin, falls sie zu mir kommt, um darüber zu reden. Wenn sie mich darauf persönlich ansprechen würde, würde ich ihr das dann auch sagen. Und das "Schauen" würde mir außerdem helfen, das, was passiert ist, zu entwirren und mich wieder selbstsicherer zu fühlen, nach dem Hin und Her und dem Zuviel.

Zu irgendetwas Privatem bist du ja nicht verpflichtet. Auch wenn es vielleicht erst mal nicht so leicht ist, das wieder "zurück zu drehen" auf "rein beruflich", es ist machbar, in dem man sich selbst so verhält (und ich will damit nicht sagen, dass das leicht ist, ich hab's auch schon hinter mir...).

Ich wünsch dir einen für dich guten Weg,

liebe Grüße,

sparrow



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MsJones
Beitrag 22.Aug.2017 - 20:25
Beitrag #4


Fürstin Pückler
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Ach @Anni,
danke dir und klar: der Scherz ist gar nicht so daneben in dem Punkt. Und Humor hilft mir oft in solchen Situationen.

Ja leider, ist das nicht das erste Mal, dass ich einer Frau begegne, die mit sich nicht klar ist und schwerwiegende Identitätsprobleme hat.
Vor einigen Jahren hartes Lehrgeld bezahlt mit so einer.

Und genau deshalb muß ich jetzt die Notbremse ziehen, weil mir das innen ganz große Angst gemacht hat hier - ist auch körperlich zu spüren.



Liebe sparrow,
auch dir lieben Dank und das, was du vorschlägst wäge ich derzeit für mich ab - die Entscheidung 'es' zurück-zu-schrauben aufs Berufliche steht.
Ich bin froh, dass wir nur selten miteinander zu tun haben werden, unmittelbar leider auf DBeratungen.

Derzeit ringe ich noch mit mir, ob ich ihr eine Mail schreibe und kurz und knapp mitteile, dass ... - ich will nicht, dass sie mich noch mal anspricht in der Pause.

Und am besten wäre es, auch wieder per "Sie" zu werden, wenn das nicht zu sehr nach Kränkung aussehen würde.

Es ist mir so unverständlich bis kaum nachvollziehbar, weshalb eine Anrede "Du" zu Beginn einer Mail zu nah ist, wenn frau sich vorher innig umarmte und dies noch dankbar angenommen wurde, weil so nah.

Versteht eine von euch das?

Ich nicht. (IMG:style_emoticons/default/was.gif)


Nee, traurig bin ich nicht, sondern ... *nachfühlengeht*


Lieben Gruß zurück,
Ms.

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McLeod
Beitrag 22.Aug.2017 - 21:21
Beitrag #5


mensch.
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Hach, ich versteh Dich irgendwie ziemlich gut... Ich kann nach zig Jahren des Erklärens und Bittens um Verständnis auch nur noch sagen: Kurz und schmerzlos und eben nicht bitten und erklären. Einfach machen. "Die Ambivalenten" wirst Du sonst nicht in die gewünschte Distanz bringen. Dann bleibt Ihr im Gespräch. Dann hat sie viel Fläche, an der sie sich reiben kann und ihr Gekränktsein zum Ausdruck bringen kann. Und wetten - das würde Dir ein ganz schlechtes Gewissen machen und Du würdest versuchen, es ihr nochmal so zu erklären, dass sie es besser versteht? Dass sie Dich versteht?

Dabei ist sie gerade und womöglich noch länger mit sich beschäftigt. Du beschreibst es ja: sie dreht sich um sich. Und das ist auch okay so. Das gehört zu ihr und ist wichtig in ihrem Universum und System.

Einfach machen: den Gesprächen ausweichen. Sie auf berufliches Terrain zurücklenken. Und falls(!) irgendeine Frage kommt: "Ja, so ist es. Können wir weiter am Thema bleiben?" Aber wenn Du Dir innerlich ziemlich klar bist, dass Du das willst: egal was sie denkt, Deinen Abstand beibehalten... dann spüren das ambivalente Menschen oftmals und die meisten, ncht alle, versuchen vielleicht noch ein paar unauffällige neue Wege, Dich zur gewünschten Reaktion zu bringen. Aber kaum eine/r spricht das direkt an. Ein direktes "Ich möchte es mit Abstand haben" können die meisten nicht ertragen. Sie leben vom Zwischenzeiligen, von Erwartungen und Implikationen, die unausgesprochen mitschwingen.

Achte Du gut auf Dich, sie kann das nicht und wird es nicht tun. Sie ist anderweitig beschäftigt. Nimm es ihr nicht krumm, wenn Du kannst. Es hat mit Dir nix zu tun. Du bist nur ein Katalysator, ein Auslöser, ein Schlüssel. Kein Mensch, kein Gegenüber. Das ist keine Begegnung, sondern eine Einbahnstraße der Energie. In meiner Wahrnehmung. VIelleicht, weil ich mich in so vielem wiedererkenne, was Du beschreibst. (Beide Seiten)

McVorLeod
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anni1111
Beitrag 22.Aug.2017 - 21:42
Beitrag #6


Suppenköchin
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Ich will Menschen echt nicht beurteilen, aber den Knall, den manche haben, muss man nicht erklären können. Dieser wird in Deinen Ausführungen ziemlich deutlich.
Sie kann sich ja gerne wie ein Kreisel um sich selbst drehen, ich würde wirklich Distanz schaffen und bei sich ergebender Gelegenheit das SIE bevorzugen. Das schaffst Du ganz bestimmt!

Liebe Grüße und eine gute Nacht
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sparrow75
Beitrag 23.Aug.2017 - 17:21
Beitrag #7


Naschkatze
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ZITAT(MsJones @ 22.Aug.2017 - 21:25) *
Und am besten wäre es, auch wieder per "Sie" zu werden, wenn das nicht zu sehr nach Kränkung aussehen würde.

Es ist mir so unverständlich bis kaum nachvollziehbar, weshalb eine Anrede "Du" zu Beginn einer Mail zu nah ist, wenn frau sich vorher innig umarmte und dies noch dankbar angenommen wurde, weil so nah.



Hallo Ms. Jones,

ich finde, das Wichtige ist, es zu akzeptieren - die Realität, dass es so ist, wie es ist, und das nicht abzulehnen. Nachvollziehen oder verstehen können muss man es gar nicht.

Und egal, warum ihr deine Formulierung zu nah war, sie hat es geschafft, das zu merken, auf sich zu hören und dir das rückzumelden. Und genau, wie sie da auf sich hört, würde ich dir wünschen, auf dich zu hören.

Liebe Grüße,

sparrow

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MsJones
Beitrag 23.Aug.2017 - 20:50
Beitrag #8


Fürstin Pückler
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N' abend,

zunächst paar Gedanken, die ich notieren möchte.

So langsam läßt der Schock nach, den dieser Satz aus ihrer Mail bei mir ausgelöst hat.
Dazu sei noch zu erwähnen, dass darin nicht nur dieser Hammer stand,
sondern noch was zu ihren Eindrücken von der Veranstaltung. Das meiste vom Programm sei an ihr vorbeigerauscht. Sie wäre ohne meine humorvolle Einladung gar nicht erst gekommen. Am Ende wünscht sie mir schöne freie Tage und grüßt lieb.

Mir fällt es verdammt schwer ihr nicht zu antworten und zu fragen wieso weshab warum denn "zu nah"(?) oder klar die Ansage zu machen, dass ich keine privaten Gespräche mehr will. Ich habe mir das 'einfacher' vorgestellt, das innerlich "umzusetzen - fühlt sich für den Moment so an.

Ich gehe da mit dir konform @sparrow: sicher werde ich das akzeptieren, keine Frage. Und ja, sie hat es geschafft ... mag sein, dass das ein mutiger neuer Schritt für sie war, nach all dem was mir von sich und ihren Problemen im Zwischenmenschlochen anvertraut hat. Das macht es mir gerade so schwer, ihr quasi 'den Rücken zu kehren'.

Ja, ich höre in mich rein ...

Ich habe Amgst davor, dass unser bis dato sehr gutes kollegiales Verhältnis drunter leiden könnte.
Ich habe Angst davor, ihr zu begegnen und mich von ihrem Lächeln 'weich kochen' zu lassen
Ich habe Angst davor, dass sie sauer auf mich sein könnte, wenn ich ...

Ich betrauere die Entzauberung dieser Frau, die ich verehrt und bewundert habe.
Diese schöne Anbahnung, die ich erlebte ...

Nein, liebe McLeod,

ich will ihr nichts erklären, sondern (wenn dann) soll SIE das bitte "sofort" tun - mal ganz ironisch gesagt (IMG:style_emoticons/default/a5.gif)

Sag, verrätst du mir mal:

ZITAT("Mc Leod")
Du bist nur ein Katalysator, ein Auslöser, ein Schlüssel. Kein Mensch, kein Gegenüber.
Das ist keine Begegnung, sondern eine Einbahnstraße der Energie.


Was meinst hier mit zB. Katalysator usw.? Wofür ein Auslöser?

Das sich das erste Mal zu einer Frau hingezogen fühlt?

Ich hatte den Eindruck: ihr ist das (noch) nicht bewußt.

Meine Wahrnehmung war übrigens ähnlich. Sie meint mich nicht als Mensch bzw. hat kein echtes Interesse an mir (obwohl es erst so aussah).
Sie sagte in dem Tränen-Gespräch den Satz, der mir schon zu denken gab, wenn ich nicht schon halb-verguckt gewesen wäre:
sie wolle mich nicht als Therapeutin mißbrauchen (sie weinte da schon vor mir).

Ich grenzte mich ab und sagte, dass ich erwachsen sei und gut daruf achten werde, gar nicht erst in diese Rolle zu rutschen bzw. ihr ehrlich sagen werde, wenn ich mich benutzt fühlen sollte.

Doch wer - wie sie - solche Angst vor echter menschlicher Nähe hat, mit "ist mir zu nah"- Rückmeldung, hat aus meiner Sicht und Erfahrung ein dickes Problem mit sich und das macht mir Angst vor weiteren Verletzungen - von Anbahnung/Beziehung gar nicht erst zu reden.

Shit, eine bittere Erfahrung und ja: Hoffnungen zu beerdigen ist traurig (IMG:style_emoticons/default/mellow.gif)

Es grüßt,
Ms.

Der Beitrag wurde von MsJones bearbeitet: 23.Aug.2017 - 21:10
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ICSSWITBY
Beitrag 24.Aug.2017 - 01:33
Beitrag #9


Geschirrspülerin
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ZITAT(MsJones @ 23.Aug.2017 - 21:50) *
N' abend,

zunächst paar Gedanken, die ich notieren möchte.

So langsam läßt der Schock nach, den dieser Satz aus ihrer Mail bei mir ausgelöst hat.
Dazu sei noch zu erwähnen, dass darin nicht nur dieser Hammer stand,
sondern noch was zu ihren Eindrücken von der Veranstaltung. Das meiste vom Programm sei an ihr vorbeigerauscht. Sie wäre ohne meine humorvolle Einladung gar nicht erst gekommen. Am Ende wünscht sie mir schöne freie Tage und grüßt lieb.

Mir fällt es verdammt schwer ihr nicht zu antworten und zu fragen wieso weshab warum denn "zu nah"(?) oder klar die Ansage zu machen, dass ich keine privaten Gespräche mehr will. Ich habe mir das 'einfacher' vorgestellt, das innerlich "umzusetzen - fühlt sich für den Moment so an.

Ich gehe da mit dir konform @sparrow: sicher werde ich das akzeptieren, keine Frage. Und ja, sie hat es geschafft ... mag sein, dass das ein mutiger neuer Schritt für sie war, nach all dem was mir von sich und ihren Problemen im Zwischenmenschlochen anvertraut hat. Das macht es mir gerade so schwer, ihr quasi 'den Rücken zu kehren'.

Ja, ich höre in mich rein ...

Ich habe Amgst davor, dass unser bis dato sehr gutes kollegiales Verhältnis drunter leiden könnte.
Ich habe Angst davor, ihr zu begegnen und mich von ihrem Lächeln 'weich kochen' zu lassen
Ich habe Angst davor, dass sie sauer auf mich sein könnte, wenn ich ...

Ich betrauere die Entzauberung dieser Frau, die ich verehrt und bewundert habe.
Diese schöne Anbahnung, die ich erlebte ...

Nein, liebe McLeod,

ich will ihr nichts erklären, sondern (wenn dann) soll SIE das bitte "sofort" tun - mal ganz ironisch gesagt :teeth:

Sag, verrätst du mir mal:

ZITAT("Mc Leod")
Du bist nur ein Katalysator, ein Auslöser, ein Schlüssel. Kein Mensch, kein Gegenüber.
Das ist keine Begegnung, sondern eine Einbahnstraße der Energie.


Was meinst hier mit zB. Katalysator usw.? Wofür ein Auslöser?

Das sich das erste Mal zu einer Frau hingezogen fühlt?

Ich hatte den Eindruck: ihr ist das (noch) nicht bewußt.

Meine Wahrnehmung war übrigens ähnlich. Sie meint mich nicht als Mensch bzw. hat kein echtes Interesse an mir (obwohl es erst so aussah).
Sie sagte in dem Tränen-Gespräch den Satz, der mir schon zu denken gab, wenn ich nicht schon halb-verguckt gewesen wäre:
sie wolle mich nicht als Therapeutin mißbrauchen (sie weinte da schon vor mir).

Ich grenzte mich ab und sagte, dass ich erwachsen sei und gut daruf achten werde, gar nicht erst in diese Rolle zu rutschen bzw. ihr ehrlich sagen werde, wenn ich mich benutzt fühlen sollte.

Doch wer - wie sie - solche Angst vor echter menschlicher Nähe hat, mit "ist mir zu nah"- Rückmeldung, hat aus meiner Sicht und Erfahrung ein dickes Problem mit sich und das macht mir Angst vor weiteren Verletzungen - von Anbahnung/Beziehung gar nicht erst zu reden.

Shit, eine bittere Erfahrung und ja: Hoffnungen zu beerdigen ist traurig :mellow:

Es grüßt,
Ms.


Hallo Ms. Jones,

zunächst einmal: Danke, dass du deine Gefühle und Erfahrungen mit uns geteilt hast! Ich finde, als User gibt es immer Kraft Geschichten von anderen zu lesen. Ich bin meistens nur als stiller Mitleser hier unterwegs, aber nachdem ich deinen Beitrag gelesen habe, hatte ich doch das enorme Bedürfnis etwas dazu zu sagen, wenn ich darf. Ich bin nämlich anderer Meinung als andere, die auf deinen Beitrag geantwortet haben.

Was ich mich während des Lesens deines Original-Beitrags die ganze Zeit gefragt habe: Welche Gefühle genau hegst du denn für diese Frau? Von Bewunderung abgesehen... sind diese tief-freundschaftlicher, erotischer, oder verliebter Natur? Hast du bzw. konntest du das für dich schon definieren? Ich konnte das nicht so ganz heraus lesen, aber ich kann für mich sagen, dass mir die grobe Einordnung meines Gefühls meistens bei meinem weiteren Vorgehen hilft.

Aufgrund meines Eindrucks, dass du das für dich selbst noch nicht so ganz einordnen kannst und auch oft im Text von emotionaler Überforderung gesprochen hast, die du selbst bei Nähe zu ihr empfunden hast, wundere ich mich doch sehr über die verurteilenden Kommentare (deinerseits und anderer User) über die Dame, die offensichtlich ähnlich überfordert im Kontakt mit dir ist. Korrigiere mich gerne, wenn ich falsch liege. Aber das ist für mich ein wenig doppelmoralisch. Wie kann ich von jemand anderem klares Verhalten erwarten, wenn ich dieses selbst nicht an den Tag lege? Nur so ein Gedanke... aber Beziehungen (in welcher Form auch immer) beruhen immer auf der Interaktion zwischen zwei Menschen: Aktion und Reaktion. Und ich habe ehrlich gesagt den Eindruck, dass ihr euch gegenseitig einfach wahnsinnig verunsichert mit eurem kleinen Tänzchen (Schritt vor, Schritt zurück) und jeder vom anderen erwartet, dass er sich vermeintlich "richtig" verhält, es aber selbst nicht tut.

Außerdem ist nicht jeder Mensch gleich. Nicht jeder Mensch hat das gleiche Bedürfnis nach verbaler Kommunikation oder nach Nachfrage. Ich für meinen Teil habe zum Beispiel ein sehr, sehr schlechtes Gedächtnis und bin dadurch und auch durch eine Aufmerksamkeits-Störung (das viel zitierte ADS) oft ein eher schlechter Zuhörer, während ich selbst häufig sehr viel spreche und von mir erzähle. Gleichzeitig kenne ich meine Freunde und Partner aber in und auswendig, weil ich sie auf anderer non-verbaler Ebene (Mimik, Gestik, Reaktionen) viel stärker wahrnehme. Vieles muss nicht gesagt werden, ich spüre einfach, ob etwas in Ordnung ist oder nicht und was gerade Phase ist. Auch ich entschuldige mich oft dafür, dass ich so viel rede, einfach weil ich selbst das Ungleichgewicht in der Kommunikation bemerke, dennoch hat sich noch keiner meiner Lieben beschwert, "ich zeige ihnen auch so wie wichtig sie mir seien, eben auf meine Art" ist der grobe Konsens.

Du hast gesagt, du hast Angst von ihr ausgenutzt zu werden, sie selbst hat das ja impliziert, vermutlich aus schlechtem Gewissen heraus. Aber hast du vielleicht schon daran gedacht, dass sie eventuell einfach etwas in dir wieder erkennt, du ihr das Gefühl gibst, dass sie sich fallen lassen und über Dinge sprechen kann, über die sie sonst nicht spricht? Für die ihr vielleicht sonst der Mut fehlt? Wieso muss man diese Frau deswegen gleich als "so eine" abstempeln, ohne die Hintergründe überhaupt hinterfragt zu haben (Zitat aus einem deiner Kommentare)? Muss das sein? Das klingt für mich nach hektischem "auf-sich-selbst-aufpassen", aber bist du schon mal auf die Idee gekommen, dass sie vielleicht das Gleiche tut? Auf sich aufpassen, weil sie die Situation überfordert? Entweder weil ihr die Arbeits-Freundschafts-Situation unangenehm ist, sie wenige so enge Freundschaften aufgebaut hat und diese emotionale Nähe nicht kennt oder weil sie eventuell doch andere Gefühle für dich hegt?

Ich finde, nur weil jemand in einer Phase seines Lebens sehr mit sich selbst beschäftigt ist und vielleicht eine schwere Zeit durchmacht, bedeutet das nicht, dass dieser Mensch nicht lernfähig ist und aus Prinzip schlecht und egoistisch. Jeder von uns macht so eine Phase durch und in Zeiten einer schlechten Phase war ich persönlich immer dankbar für Menschen, die den Mut hatten nachzufragen, statt direkt und ohne Begründung Abstand zu nehmen. Jetzt ohne ein klärendes Gespräch wieder zum "Sie" zu wechseln und so zu tun als wäre alles, was vorher war, nie gewesen, empfände ich für meinen Teil als sehr kindisch. Aber jedem das Seine.

Wo ich meinen Vor-Schreibern allerdings Recht gebe, ist der auf-dich-aufpassen-Teil: Wenn du dir mehr Kommunikation wünschst als sie dir gibt, ist das nicht gut. Wenn es dir bei ihr an Klarheit fehlt, die du dir bei ihr wünschst, dann ist das keine Grundlage. Wenn zwei Menschen nicht auf gleicher Augenhöhe sind, ist Abstand nehmen auf Dauer eine logische Konsequenz. Wenn du weißt, was du möchtest, und sie dir das nicht geben kann, dann soll es eben nicht sein. Ich möchte dir auch nicht davon abraten auf dich aufzupassen. Ich sage auch nicht, dass du alles mitmachen sollst, was sie sagt oder tut. Ich sage nur, dass ich die Art die Situation zu beurteilen weder von dir, noch von meinen Vor-Rednern ausreichend reflektiert fand. Da hat wie ich finde viel Vor-Erfahrung (und wohl viel schlechte Erfahrung) aus jedem gesprochen. Du bist zwar sehr gut darin deine Gefühle für dich zu erkennen, aber meinem Empfinden nach (absolut nicht böse gemeint, nur mein Eindruck) nicht darin zu erkennen, woher diese rühren oder sie gegenüber den Personen zu äußern, bei denen es relevant wäre. Ich habe nicht das Gefühl, dass du genau weißt, was du möchtest oder was genau du von ihr möchtest bzw. erwartest. Ich spüre viel Unsicherheit. Da frage ich mich doch: Wie soll sie dir etwas geben, wovon du nicht einmal genau weißt, was es ist?

Ich möchte nicht kritisieren, ich möchte nur einen Denkanstoß liefern. Vielleicht ist mir das ja gelungen! :) Alles Gute dir!
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McLeod
Beitrag 24.Aug.2017 - 06:37
Beitrag #10


mensch.
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ZITAT(MsJones @ 23.Aug.2017 - 21:50) *
Sag, verrätst du mir mal:

ZITAT("Mc Leod")
Du bist nur ein Katalysator, ein Auslöser, ein Schlüssel. Kein Mensch, kein Gegenüber.
Das ist keine Begegnung, sondern eine Einbahnstraße der Energie.


Was meinst hier mit zB. Katalysator usw.? Wofür ein Auslöser?

Das sich das erste Mal zu einer Frau hingezogen fühlt?

Ich hatte den Eindruck: ihr ist das (noch) nicht bewußt.

Meine Wahrnehmung war übrigens ähnlich. Sie meint mich nicht als Mensch bzw. hat kein echtes Interesse an mir (obwohl es erst so aussah).
Sie sagte in dem Tränen-Gespräch den Satz, der mir schon zu denken gab, wenn ich nicht schon halb-verguckt gewesen wäre:
sie wolle mich nicht als Therapeutin mißbrauchen (sie weinte da schon vor mir).

Ich grenzte mich ab und sagte, dass ich erwachsen sei und gut daruf achten werde, gar nicht erst in diese Rolle zu rutschen bzw. ihr ehrlich sagen werde, wenn ich mich benutzt fühlen sollte.

Doch wer - wie sie - solche Angst vor echter menschlicher Nähe hat, mit "ist mir zu nah"- Rückmeldung, hat aus meiner Sicht und Erfahrung ein dickes Problem mit sich und das macht mir Angst vor weiteren Verletzungen - von Anbahnung/Beziehung gar nicht erst zu reden.


Guten Morgen, MsJones...

ich versuch es zu beschreiben... Deine Wahrnehmung und Worte beschreiben einen ambivalenten Menschen und die meisten von uns sind das an verschiedenen Stellen und in unterschiedlicher Form des Ausdrucks, jedenfalls wenn in uns etwas "Unausgearbeitetes", "Verborgenes" gärt... Verborgen kann auch sein: Vor uns selbst.

Und dieser Gärprozess schiebt sich ins Blickfeld, wo er kann. Weil auch das uns Menschen innewohnt: Wir wollen innerlich heilen. Und die verborgenen und ungelebten Gefühle suchen sich andere Wege und Ausdrucksformen. Irgendwann nehmen wir es vielleicht wahr oder fragen andere um Rat und Hilfe "was ist das nur mit mir, dass ich mich manchmal selbst nicht verstehe in meinem Tun". Für mich hab ich nach einer Tropfsteinhöhlentour mal das Bild gefunden: Da kommt Wasser aus einem Schlitz in der Wand und ich kann versuchen, daran herumzudichten und es verschließen zu wollen - ich musste erst durch enge Spalten und dunkle Gänge weiterforschen, bis ich in eine ander Höhle kam mit viel Wasser (und einer schönen Stalagtitendecke...) Das Wasser war nur der Indikator und Du darfst das zumindest für mich auch mit Tränen gleichsetzen, deren Grund nicht so sehr die aktuelle Situation war - denn dafür war es irgendwie "too much", als erwachsene Frau zu weinen - sondern die von der Situation nur ausgelöst wurden und aus dem anderen "Raum" in mir gespeist wurden. Die Situation war - in meinen Worten und auf ganz bildhafter Ebene - ein Katalysator. Also eine Zutat zu einem Gemisch, das eine chemische Reaktion auslöst, in der dann oft viel Energie entwickelt wird. Wenn ich den Unterricht richtig erinnere, in Chemie war ich keine Leuchte (IMG:style_emoticons/default/engel.gif)

Und Situationen können auch Menschen sein. Unbewusst nehmen wir viel mehr wahr, als wir glauben und denken. Ich kann an ein paar meiner emotionalen Reaktionen inzwischen quasi "ablesen", dass mein Gegenüber und ich eine ähnliche Höhle im Verborgenen haben. Ich habe mich lange gefragt, nachdem es mir irgendwann auffiel, warum Menschen mich sehr berühren die so unterschiedlich sind, die aber eine gewisse Gemeinsamkeit haben. Und meine Erklärung hierfür ist, dass es dieses "Gemeinsamkeit" ist. Und ich hab diese Höhle lange nicht erforscht, gesehen und in mein Höhlensystem integriert. Da hatte ich Ambivalenzen de Luxe... (IMG:style_emoticons/default/smile.gif) in bestimmten Situationen. Weil mein Gegenüber etwas "mitbrachte", was meine Innerlichkeit berührte. Aber weil ich die Höhle nicht kannte und nicht begehen konnte, konnte ich nicht damit umgehen. Es hat mich überfordert und manchmal konnte mein Gegenüber helfen, war vielleicht gerade "der richtige Mensch", um die Situation zu überstehen oder zu beruhigen. Das waren schöne Begegnungen, bei allem Sonderbaren, das mir oder uns unerklärlich war. Vielleicht waren sie alle auch nötig, um irgendwann zur Höhlenforscherin in mir selbst zu werden. Ja... Wenn ich drüber nachdenke, habe ich den Punkt irgendwann erreicht, an dem ich sagte: "dieses Unerklärliche wiederholt sich (und dadurch nehme ich es vielleicht sogar erst wahr), was steckt dahinter, ich mag das so nicht mehr erleben"... Ich erlebe den Wasserausbruch natürlich immer noch, der für die Anderen unsichtbare See ist noch da und er gehört zu mir, aber ich bade nicht mehr mit anderen Frauen unter diesem Wasserfall. Ich kann da jetzt erstmal anders damit umgehen. (Ich lerne übrigens noch, aber tun wir Menschen das auch nicht immer weiter?)

Was nun, wenn ich mein Bild auf Deine Situation übertrage, die unerforschte, quasi verursachende Höhle Deiner Begegnung ausmacht, was "die Gründe" sind, über die Du nachdenkst... Da kann ich in keinster Weise weiterhelfen. Ich lese wenn ich Deine letzten Beiträge lese selbst eine Ambivalenz: "Sie ist mir wichtig, ich mache mir Gedanken um sie (und dieses "uns", das im Raum schwebt) - gleichzeitig mache ich mir auch Sorgen um mich, denn es geht mir nicht gut, so wie es sich entwickelt hat und mit dem, was ich nicht verstehe..." Darum auch die Suche nach einem Verstehen, die Frage nach einem "erklär mir doch jemand, was da los ist mit ihr... Am besten sie selbst tut es." Und es klingt nicht so, als habe sie für sich schon entdeckt, woher ihr Wasser kommt und wie sie damit anders umgeht, als zur Zeit, wo sie sich selbst auch nicht so recht versteht... Und wenn ich Dir rate, den Abstand erstmal wieder so zu wählen, dass dieser Teil der Waage "wie geht es mir damit?" wieder mit etwas Zeit auf "okay" geht, dann weil es der Teil der Waage ist, in den Du selbst wirklich einzahlen kannst und der in Deinen Händen liegt. Der Teil "was ist mit ihr da eigentlich los?" ist es nicht. Und was sie selbst ausdrücken kann (wie Du es jedenfalls beschreibst und wiedergibst), auch nicht in ihren. Umso wichtiger, dass Du Dich da gut um Deine Waagschale kümmerst, weil es eben nicht ein "uns" gibt in einem achtsamen Austausch, "wenn ich was reinlege, kannst Du unser System in Ausgleich bringen, wenn Dir was schwer wird, kann ich es gerade gut tragen". Die Waage des "uns" kann auch schief hängen für eine Weile oder abrupt umschlagen (zB weil ein Notfall eingetreten ist). Ich für meinen Teil achte drauf, das Bewegung drin bleibt, über die ganze Zeit gesehen. Ich war lange der schwere Stein auf der einen Seite. Oder auch die ständig Ausgleichende, egal was es mich kostet. Ich mag meinen Lernfortschritt für mein Leben. Darum ist es kein Wunder, dass ich Dir dasselbe wünsche (und allen anderen auch, auch der Frau, die Du beschreibst und die ich noch weniger "kenne", als Dich)

So. Ich hab es versucht. Vielleicht passt es ja für Dich und macht meine Denkwelt hinter dem ersten kleinen Bild verständlicher...

McLeod
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MsJones
Beitrag 24.Aug.2017 - 16:52
Beitrag #11


Fürstin Pückler
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Liebe ICSSWITBY,

zunächst mal vielen Dank für deine ehrlichen und klaren Worte hier - ein Beitrag, der mich sehr wohl zum Nachdenken anregt und selbst das Kritische auf das du hinweist. Kann ich mit umgehen, weil 'es' nicht verletzend bei mir ankommt.

Ich möchte dir gern auf deine Fragen antworten und habe deshalb paar Zitate von dir rausgezogen, auf die ich folgend eingehe:

ZITAT( "ICSSWITBY")
Welche Gefühle genau hegst du denn für diese Frau? Von Bewunderung abgesehen... sind diese tief-freundschaftlicher, erotischer, oder verliebter Natur? Hast du bzw. konntest du das für dich schon definieren?


Klar habe ich inziwschen, dass ich mich zu dieser Frau hingezogen fühl(t)e und auf dem besten Weg war, mich in sie zu verlieben inkl. begehrenswertem Kopfkino (wenn du schon so direkt fragst).
Und ganz wichtig!
Ich habe Angst vor ihr bekommen - habe diese, seit der "ist mir zu nah"-Ansage vor ein paar Tagen. Nennen wir es: die Härte ihrer Worte.


ZITAT
... wundere ich mich doch sehr über die verurteilenden Kommentare (deinerseits und anderer User) über die Dame, die offensichtlich ähnlich überfordert im Kontakt mit dir ist. Korrigiere mich gerne, wenn ich falsch liege. Aber das ist für mich ein wenig doppelmoralisch. Wie kann ich von jemand anderem klares Verhalten erwarten, wenn ich dieses selbst nicht an den Tag lege?


Nun, daß das auf dich "verurteilend" wirkt, kann ich nachvollziehen. Als ich ich meine Zeilen dazu nochmal nachgelesen habe, fiel mir auch das "so eine" auf.
Mir ist da im Tippfluss wohl ein Wort verloren gegangen. Setze: so eine Frau.

Ganz wertfrei auf einer beschreibenden (rein deskriptiven) Ebene, bitte ich das zu verstehen.

Ich meine das nicht abwertend oder gar verurteilend, sondern aus mir spricht ganz klar eine sog. "schlechte Erfahrung". Liegt schon länger zurück wie ich schrieb. Und da ich habe mich emotional mißbrauchen lassen und nicht gut auf mich geachtet. Bin da 'gebranntes Kind' und werde hellhörig, wenn eine Identitätsschwankungen äußert, egal ob sexuell oder persönlichkeitstechnisch (zB. Stimmungsschwankungen) oder besser noch: blinken in mir rote Warnlampen. Nach der Erfahrung in dieser on/off-Beziehung damals habe ich mir geschworen, mein Warnsystem nicht mehr zu übergehen vor lauter rosa-roter-Brillen-Verzerrung.


ZITAT
Aber hast du vielleicht schon daran gedacht, dass sie eventuell einfach etwas in dir wieder erkennt, du ihr das Gefühl gibst, dass sie sich fallen lassen und über Dinge sprechen kann, über die sie sonst nicht spricht? Für die ihr vielleicht sonst der Mut fehlt? Wieso muss man diese Frau deswegen gleich als "so eine" abstempeln, ohne die Hintergründe überhaupt hinterfragt zu haben? ... Muss das sein? Das klingt für mich nach hektischem "auf-sich-selbst-aufpassen", aber bist du schon mal auf die Idee gekommen, dass sie vielleicht das Gleiche tut?


Okay, touche' liebe ICSSWITBY!
Das hat sie mir ja auch gezeigt: ihren Mut sich zu öffnen, ehrlich zu sein und sogar zu sagen/das Gespräch zu suchen, dass es sie verunsichere, als ich mich letztens etwas distanzierte auf Arbeit. Ich habe ihr das wertschätzend gesagt, daß ich sie mutig fand.

Wie sollte ich bisher etwas hinterfragen, wenn sie nie Zeit hat oder sich diese nicht nimmt? - immer nur zwischen "Tür und Angel", so geklaute Zeit.

Kann sein, dass sie ebenso auf-sich-selbst-aufpasst - ich weiß nur einen Satz "das ist mir zu nah".

Was würdest du nun tun? Dich entschuldigen dafür??


ZITAT
... dass dieser Mensch nicht lernfähig ist und aus Prinzip schlecht und egoistisch. Jeder von uns macht so eine Phase durch und in Zeiten einer schlechten Phase war ich persönlich immer dankbar für Menschen, die den Mut hatten nachzufragen, statt direkt und ohne Begründung Abstand zu nehmen. Jetzt ohne ein klärendes Gespräch wieder zum "Sie" zu wechseln und so zu tun als wäre alles, was vorher war, nie gewesen, empfände ich für meinen Teil als sehr kindisch.


Nochmal, ich stemple die Frau nicht ab und finde sie weder "egoistisch" oder gar "schlecht".

Momentan sehe ich mich außerstande bei ihr was nachzufragen oä., eben weil ich ihr zu nahe getreten bin - fühlt sich gerade an wie ein klassisches Patt oder dickes Dilemma. Hier spüre ich eine innerliche "Sperre", noch mehr von mir zeigen zu wollen, weil sie mich verletzten KANN, wie ich nun weiß.
Nein, so "kindisch" soll das nicht sein oder werden, mit dem wieder SIEzen. Verstehe es bitte als akutes Gekränktsein von mir.
Noch habe ich gar keinen Plan, was oder wie ich das mache, ab nächste Woche.


ZITAT
Wo ich meinen Vor-Schreibern allerdings Recht gebe, ist der auf-dich-aufpassen-Teil: Wenn du dir mehr Kommunikation wünschst als sie dir gibt, ist das nicht gut. Wenn es dir bei ihr an Klarheit fehlt, die du dir bei ihr wünschst, dann ist das keine Grundlage. Wenn zwei Menschen nicht auf gleicher Augenhöhe sind, ist Abstand nehmen auf Dauer eine logische Konsequenz. Wenn du weißt, was du möchtest, und sie dir das nicht geben kann, dann soll es eben nicht sein. Ich möchte dir auch nicht davon abraten auf dich aufzupassen. Ich sage auch nicht, dass du alles mitmachen sollst, was sie sagt oder tut.

.... Ich habe nicht das Gefühl, dass du genau weißt, was du möchtest oder was genau du von ihr möchtest bzw. erwartest. Ich spüre viel Unsicherheit. Da frage ich mich doch: Wie soll sie dir etwas geben, wovon du nicht einmal genau weißt, was es ist?


Weißt du, ich habe doch schon angefangen, mich selber zu beschei** en: ich habe klar geäußert, dass ich mehr Zeit mit ihr verbringen möchte bzw. sie um ein Treffen eingeladen. Sie bot mir nur die Mittagspause (!) dafür an. Anstatt da klar "nein" zu sagen, nahm ich dieses "ist-besser-als-gar-nichts", in der Hoffnung auf 'irgendwas' an - das war mein 1. "Fehler" hier.

Besser kann ich es gerade nicht beschreiben.
Hinzu kam, dass sie mir da bei ihrem Pausenangebot ungefragt so viel Persönliches von sich erzählt und viel geweint hat - ich habe mich da so sogartig reingezogen gefühlt ...

Ich bin nicht nur unsicher, sondern habe richtig Angst.

Was soll ich nur tun? Wie ihr begegnen?




Liebe McLeod,
dir antworte ich später - herzlichen Dank für deine Höhlenbeschreibung (IMG:style_emoticons/default/flowers.gif)



seid lieb gegrüßt,
Ms.
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pfefferkorn
Beitrag 25.Aug.2017 - 10:34
Beitrag #12


Gut durch
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... ich hab den eindruck, wenn du einfach auf Distanz gehst... dann sucht sie sich wen anders... das kann auch ganz einfach sein! ... ich würde gar nichts erklären - einfach freundlich distanziert, nicht nachfragen - dann wird sich das auch wieder glattzziehen.... das verknitterte Verhältnis und du wirst wahrscheinlich in zwei Wochen schon sicherer sein -
sich einfach rar machen -

und: die eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und ... einfach auch mal woanders vielleicht gucken :-) ... meint: den Focus verschieben - damit sie nicht im Mittelpunkt steht, sondern dein Bedürnis , bzw auch dein Wunsch nach Begegnung -
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MsJones
Beitrag 28.Aug.2017 - 23:08
Beitrag #13


Fürstin Pückler
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Guten Abend, liebe Frauen


nun habe ich das ängstlich Befürchtete für diesen Arbeitstag ganz gut überstanden und erstaunt festgestellt, dass ich innerlich schon einigermaßen abständig drauf bin.

Die letzten Tage, seit meinen Post vom Donnerstag, habe ich es mir gut gehen - war weggefahren - und in schöner Landschaft die berühmte 'Seele baumeln' und genießen lassen. Von Tag zu Tag wurde es in mir ruhiger, gelassener. War gut müde. Habe manches einfach weggeschlafen.
Und, gut bei mir gehorcht und geguckt. Die Ängste legten sich.

Ich bin stolz auf mich, dass ich konsequent geblieben bin und ihr nicht geschrieben habe, um mich für mein zu-nahe-treten zu entschuldigen/zu erklären. Selbst meine Ankündigung ihr Fotos vom Urlaubsort zu mailen habe ich nicht mehr umgesetzt.
Frau könnte sagen: es war mir vergangen.


Liebe McLeod,
deine Höhlenforschungs-Erkenntnisse und Gedanken sind für mich das beste Beispiel eines Weges der Selbstreflektion, der meinem sehr ähnlich scheint. Ich bin dir sehr dankbar, dass du mich daran teihaben lässt. Das sind für mich auch tiefenpsychologische Betrachtungen, die ich so wertvoll finde und gut verstehen kann.
Ich will da eben nicht mit Worten reingrätschen, sondern es so stehen lassen - und immer noch nachwirken, nachlesen. (IMG:style_emoticons/default/bluemele.gif)

Und ja, es war mein Wunsch/Bedürfniss wieder in den Abstand zu kommen. Auf die Waage zu achten ...

Und es ist okay, dass du mir mit Erklärungen "nicht weiter helfen" konntst ;-) - das hat sich wieder gelöst und ist momentan nicht mehr relevant für mich.


So habe ich angefangen, gut auf meine Waagschale zu achten und was soll ich sagen: heute passierte Überraschendes.
Sie kam zu mir ins Büro, begrüßte mich zurück und brachte mir die Vase zurück, die ich ihr letztens mit einer Bessergeh-Blume nach ihrem Durch-den-Wind-sein vom vermasselten Urlaub hingetellt hatte. Was sah ich?

Darin stand eine wunderschöne Blume. Für mich.

Ich war baff. Konnte nichts sagen, außer verlegen "danke". Ins Gesicht sehen konnte ich ihr auch nicht. Ich lächelte milde vor mich hin (spürte ihren Blick der darauf zu achten schien).
Gleichzeitig registrierte ich, dass sie mich nicht fragte, wie denn mein Kurzurluab gewesen war (nach ihrem hatte ich letztens interessiert gefragt) und das mir gewünscht hätte (obwohl ich weiß, um diese Einbahnstraße hier).

Doch in mir blieb alles seltsam ruhig. Kein Herzrasen mehr. Kein Schmerz. Wie tot.

Auch später als ich mit ihr kurz zu tun hatte, war es in mir anders als sonst. Alles ganz ruhig.
Auf ihr Lächeln konnte ich nicht mehr so antworten wie sonst. Blieb jedoch im kollegialen freundlich. Das ging (ich war auch sehr müde heute).
Ich bin beim "du" geblieben.

Später als ich nach Hause fuhr, hatte ich merkwürdigerweise den Impuls ihr doch ein paar Zeilen zu schreiben (für die Blume danken usw.) oder sie zu fragen, ob sie morgen vor meiner abendlichen Marathonsitzung etwas Zeit zum Reden hat, wenn sie mit ihren Proben fertig. (Hä, ist das jetzt ein Rückfall, fragte ich mich vor den Kopf klatschend?)
Doch ich habe das schnell wieder verworfen, als ich beim Entwurf der Mail merkte: es geht nicht mehr! Es ist vermutlich etwas kaputt (oder betäubt) bzw. etwas hält mich davon ab, mich ihr aktiv zuzuwenden. Und ja, da ist auch Kümmerniss darüber und Bedauern zu spüren.



Liebe pfefferkorn,
da komme ich gleich zu deinen Zeilen, die mich darin bestärkten diesen Weg jetzt gehen zu wollen - das 1. Mal in bewußter Manier auf Distanz - so schwer es auch fällt. Siehe "Impuls" oben ...

Und ich mag deine Formulierung "verknittertes Verhältnis" und "glattziehen". Klasse! (IMG:style_emoticons/default/bluemele.gif)
Ja, den Fokus weglenken: ist eine gute Möglichkeit für mich. Ich übe gerade tapfer.

Wie du siehst, ist dat momentan gar nicht so einfach, wenn die Dame mit Blume dasteht. (Ohweh, nicht das sie jetzt gekränkt ist)

Ich nehme mir den nächsten 'kleinen' Schritt vor: auch morgen konsequent zu bleiben und nicht auf sie zuzugehen.



herzliche Abendgrüße euch Lesenden,
Ms.

Der Beitrag wurde von MsJones bearbeitet: 28.Aug.2017 - 23:13
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pfefferkorn
Beitrag 29.Aug.2017 - 08:51
Beitrag #14


Gut durch
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klingt super!

ich freu mich mal wieder darüber, dass so ein Forum so ein guter platz für ein bisschen Support sein kann und Anregungen... frohen tag!
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Pirola
Beitrag 01.Sep.2017 - 18:50
Beitrag #15


Bekennende Urlesbe
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Ich finde diese Entwicklung stark und gesund : wenn sich jemand nie nach mir erkundigt , dann schwindet auch deren Attraktion für mich . Denn sie sieht mich nicht , sie meint nicht wirklich mich und sie tritt nicht in Beziehung .
Leider kam mir vieles aus Deinen Berichten sehr bekannt vor , leider , weil es mir auch immer wieder so geht : ich treffe auf lauter Egomaninnen , denen ich anfangs viel zu viel Bedeutung beimesse , denen ich zuhöre und anderlei Aufmerksamkeit zukommen lasse, bis ich dann merke : wo bleibe ich ? Und dann ziehe ich mich zurück . Vielleicht ist das auch typisch für die Kunst/Musikszene ?
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MsJones
Beitrag 02.Sep.2017 - 10:27
Beitrag #16


Fürstin Pückler
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Guten Morgen liebe Frauen,

nach einer Arbeitswoche, die es in sich hatte vom Pensum her, möchte ich hier meinen weiteren Umgang mit der Situation beschreiben - vor allem mir vor Augen halten, wo ich noch anfällig bin. Tendenziell bin ich sowas wie "rückfällig" geworden, wenn ich der aufkommenden Traurigkeit in mir nachspüre.

Es war allerdings nicht leicht zu händeln, denn ich hatte nicht mehr auf dem Schirm, dass die Dame unter der Woche auch noch Geburtstag hatte, wie mir meine Team-Kolleginnen andauernd mitteilten. Sowas wie Gruppendruck zum Gratulieren entstand. Mäh, das war ungünstig.
Und mir kam es zunächst sehr gelegen als ich erfuhr, SIE sei gar nicht im Haus am dem Tag.
Ich entschied mich dafür, ihr per Mail zu gratulieren - auch (m)eine Form von freundlich-kollegialem Distanziertsein, dachte ich zu dem Zeitpunkt.
Beim Schreiben blieb ich kurz und bezog mich mit einem schön-passenden Zitat auf einem Foto auf das, was sie mir von ihren Problemen mit sich selbst (siehe weiter oben) 'ich weiß nicht wer ich eigentlich bin') erzählt hatte.

Dann nahm ich mir fest vor, gar keine Erwartungen an sie und ihre Reaktion aufkommen lassen zu wollen - mein Verstand weiß ganz 'genau' ...
Dann fiel mir ein, dass ich ihre Zeichnung als Leihgabe noch hatte und kam auf die Idee - für die offizielle Gratulationskur im Kollegenkreis (jeder schenkt was, war der "Auftrag" im Team - oh nee, dachte ich ) - ihr diese mit Passpartout eingerahmt zu überreichen, mit den Worten: sie möge ihr Talent nutzen ...
Nicht, dass ich mir damit Mühe gegeben habe beim Zuschneiden des Passpartouts usw.. Ja, ich wollte ihr echt eine Freude machen, merkte ich im Lauf der Vorbereitungen. "Vorsicht", sagte ich mir wieder ... "besser nichts erwarten".

Dennoch tut es mir jetzt weh. Ich habe erleben müssen, dass sie sich eben nicht gefreut hat oder es in der Situation nicht zeigen konnte (was auch immer da mit ihr los war) - wohlgemerkt in einem Moment, wo sie nicht zig Geschenke auspacken mußte oder zig Kollegen um sie rumstanden. Wir waren quasi 'unter vier Augen' und es war noch genügend Zeit für paar Worte. Sie schaute sich den Rahmen kurz an, tat leicht überrascht und packte - ohne ein Wort - das Teil wieder ein, inkl. Schleife drumrum. Ich sagte noch meine kurze Rede von wegen Talent und so. Sie antwortete irgendwas mit ... dann entschwand sie ernst dreinblickend.

Später hatten wir noch Termine für Aufträge abzusprechen. Sie kam dazu in mein Büro. Ich bekam noch ein floskelhaft wirkendes "danke-für-die-geburtstagsmail" gesagt. Kühl und hart wirkend, ohne Bezug zum Foto mit Inhalt. (ich dachte "dein danke kannste dir sparen - es wirkt nicht authentisch oder echt"). Zu meinem Geschenk kein einziges Wort mehr. (IMG:style_emoticons/default/sad.gif)

Als ich an dem Tag später nach Hause fuhr spürte ich: 'was' das mit mir macht. Nicht gesehen zu werden mit der Aufmerksamkeit und Mühe, die frau sich gibt, schmerzt schon. Gleichzeitig ist es so heilsam - so brachial ent-täuschend wie es derezit auch anmutet - denn es läßt mich näher bei mir sein,
tiefer nachzuspüren, diesen 'alten' Schmerz.



Liebe Pirola,
lieben Dank (IMG:style_emoticons/default/bluemele.gif) für deine Worte zu meiner "Entwicklung" - es tut mir so leid, dass auch du solche Erfahrungen gemacht hast.
Momentan denke ich darüber nach, dass 'diese' Frauen uns etwas Wichtiges über uns selbst spiegeln ... mal sehen, ob es ich es später besser ausdrücken kann.

Ja, ich denke manchmal auch, das sei typisch für die Kunst- und Musikszene, so faszinierend "das alles" auch sein mag - hier ist eben Vorsicht geboten, um nicht in toxische Geschichten rein zu geraten. Das ist gar nicht so leicht, wie du heute hier lesen kannst.



Einen schönen Tag euch
und
herzliche Grüße,

Ms.

Der Beitrag wurde von MsJones bearbeitet: 02.Sep.2017 - 10:51
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Françoise
Beitrag 02.Sep.2017 - 10:32
Beitrag #17


Satansbraten
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Liebe MsJones,

Deine Beschreibungen klingen ein wenig so, als seien da zwei ambivalente Damen aufeinandergetroffen (IMG:style_emoticons/default/happy.gif)

Als ich den Titel des Fadens sah, war mein erster Gedanke "warum raus kommen"?
Ambivalenz gehört, wenn ich ehrlich und fein wahrnehme, zum Leben -zu meinem zumindest- und ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass es eher darum geht, die Unsicherheit und Spannung, die Ambivalenz ja oft erzeugt, auszuhalten und da sein zu lassen.

ZITAT(MsJones @ 29.Aug.2017 - 00:08) *
Doch in mir blieb alles seltsam ruhig. Kein Herzrasen mehr. Kein Schmerz. Wie tot.

Auch später als ich mit ihr kurz zu tun hatte, war es in mir anders als sonst. Alles ganz ruhig.
Auf ihr Lächeln konnte ich nicht mehr so antworten wie sonst. Blieb jedoch im kollegialen freundlich. Das ging (ich war auch sehr müde heute).


Es scheint, dass, wenn Du mehr bei Dir bist, etwas Ruhe einkehren kann (IMG:style_emoticons/default/smile.gif) das ist doch eine schöne Entwicklung... (((allerdings finde ich das "wie tot" in dem Zusammenhang etwas verwirrend)))

Herzlich

P.S.

Deine Höhlenmetapher ist ganz wunderbar, liebe McPlaton (IMG:style_emoticons/default/smile.gif)
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MsJones
Beitrag 02.Sep.2017 - 11:06
Beitrag #18


Fürstin Pückler
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Liebe Francoise,

jaja ich gebe zu, dass ich da Ambivalenzen 'gefahren' bin - habe mich bemüht diese Auszuhalten oder Da-Sein zu lassen im Rahmen meiner dezeitigen Möglichkeiten. Doch als ich diese Angst vor ihr spürte, suchte ich einen Notausgang. Deswegen der Titel hier.
Für mich und mein Seelenheil ist das ganz wichtig.

Okay, das mit dem "tot" war ungeschickt ausgedrückt - ist ja manchmal auch bloß nicht einfach, so Gefühlsdingens differenziert in Worte zu packen.

Insgesamt bin ich ganz stolz auf mich - obwohl aktuell gerade traurig - so eine Entwicklung hinzubekommen, auch wenn es noch wackelig ist, siehe die Sache mit dem Geburtstagsgeschenk.

Jedoch ganz klar lehrreich.


Schön, dich wieder mal hier zu lesen
und
herzlich,

Ms.

Der Beitrag wurde von MsJones bearbeitet: 02.Sep.2017 - 11:07
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MsJones
Beitrag 03.Sep.2017 - 12:29
Beitrag #19


Fürstin Pückler
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Guten Tag Ihr Lieben,


heute ist es wieder besonders schwer, nicht in alte Motten-Kisten-Muster zu fallen bzw. zu viel Entgegenkommendes in die Waagschale zu tun.

Außerdem möchte ich einen Aspekt, von dem ich gestern schrieb, etwas abmildern - denn, ich will ihr nicht unrecht tun - was ich jedoch aus Enttäuschung über das Ausbleiben von Freude übers Geschenk getan habe. So nach dem Motto 'danke-kannste-dir-sparen'.

Auweia, da haben wohl doch meine Erwartungen mehr durchgeschlagen als mir lieb ist - trotz meines Vorhabens diese nicht aufkommen zu lassen.

Gut, dass ich noch den Mut fand ihr mein Empfinden dazu ehrlich mittzuteilen und, dass ich sah, wie ihr vermutlich 'wirklich' zumute war an dem Tag.
Und siehe da: sie ließ mich mit ein paar Zeilen wissen, weshalb sie sich kaum freuen konnte. Wie ausgepowert sie sich fühle und mal ein Wegsein-Von-Allem brauche, was sie bald umsetzen werde und alleine verreist. Ich war/bin wieder innerlich berührt. Auch davon, dass sie mein Geschenk bei sich an die Wand hängen wird. Das freut mich.

Ja, ich mache mir nun wieder Sorgen um sie und würde ihr gerne "helfen" oder für sie da sein, wenn sie ... und dann denke ich an die Worte von McLeod (weiter oben), an die Waagschale und an's sog. Helfersyndrom und den Benefit, den frau daraus ziehen kann - so dieses "ich-werde-gebraucht".

Doch, das will ich so nicht mehr! - sagt mein Verstand:

Ich brauche auch mal Aufmerksamkeit und das Interesse an mir als Mensch - vor allem, es wert zu sein, dass eine sich Zeit für mich nimmt.
(das sage ich mir tapfer wieder und wieder)

Jetzt spüre ich wieder das Dilemma in mir, hin und her und nicht zu wissen, was ich jetzt tun soll - denn, mir liegt etwas an dieser Frau, sie ist mir nicht egal.
Gleichzeitig fühlt es sich so 'gefährlich' an, da weiter auf sie einzugehen ...
Ich weiß, dass sie zig Leute um sich rum hat, die ihr "helfen" mit ihrer Arbeit usw. (sagte sie mir selbst so). Sie hat Freundinnen und vor allem: ihren LebensPartner.

Was bin ich da jetzt?
Ein weiterer Orbiter, der sich um sie dreht? (nein, ich nehme ihr nicht übel, dass sie sehr mit sich selbst beschäftigt, zur Zeit).

Hat eine von euch eine Idee? - ich überlege, ob ich ihr paar empathische Zeilen schreibe oder meine Vorhaben weiter umsetze, lieber auf Abstand zu bleiben.



nachdenklich Sonntagsgrüße,
Ms.





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McLeod
Beitrag 03.Sep.2017 - 12:56
Beitrag #20


mensch.
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Hey MsJones...

ich finde, Du beschreibst etwa Wichtiges. Bei mir hat es jedenfalls ein paar Saiten zum Klingen gebracht. Manchmal hab ich auch solche "kannste Dir sparen"-Wut im Bauch. Also... bei mir ist das zumindest ein recht wütendes und griffiges Gefühl. Und es ist dann bei mir so reduziert in der Wahrnehmung: "Du willst Dich nicht mit mir einlassen, Du bist nicht wirklich da, Du kannst mir gestohlen bleiben!"

Und dann kommt, wie Du es beschreibst, auf eine wut-reduzierte Offenheit auch eine Offenheit zurück. Und siehe da: es hat ja nichts mit diesem "uns" und mir zu tun, sondern da ist viel los auf der anderen Seite.

Ich verstehe gut, dass Dich das berührt und schon wieder ein wenig in den Bann zu ziehen scheint. Da muss doch jemand mal diese Frau in den Arm nehmen und ihr zeigen, was für eine wundervolle Frau sie ist... oder so. (IMG:style_emoticons/default/biggrin.gif)

Wenn Du mich nach meinem ehrlichen Rat fragst und ich neige ja eigentlich dazu, alles schön zurückzuspiegeln, weil ich nicht die Rolle der Mitentscheiderin im Leben fremder Frauen haben will, trotzdem: ich würde es sehr sparsam dosieren und die Freude über die vertrauensvolle Offenheit genießen, ohne in Aktionismus zu verfallen. OFfenbar findest Du ja weiterhin die Körner für Deine eigene Waagschale nicht in Eurem Miteinander. Die Idee "wenn ich für Dich da bin, wirst auch Du für mich da sein" ist ein unausgesprochener Vertrag, der selten aufgeht und die Realitäten sind doch ganz gut abgeklopft. Es ist aktuell so. Du kannst die Tür auflassen und sie kann reinschneien. Aber rausgehen und ihr hinterher... also ich mache gerade sehr gute Erfahrungen damit, solche Impulse austrudeln zu lassen und einfach 3 Tage oder ne Woche später in mich hineinzuhorchen: "Hat das jetzt gefehlt? Hätte ich lieber mehr mit ihr zu tun gehabt?" Und sie hat nie gefehlt und es war immer schön, diesen sporadischen Kontakt zu erleben und mich dann wieder in die Autonomie zurückzuziehen... Auch wenn natürlich keine Situation 1:1 vergleichbar ist. Darum: entscheide weise, welche Rolle mein Rat für Deine Entscheidung spielen soll.

Herzliche Grüße
McLeod
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