lesbenforen.de

Willkommen, Gast ( Anmelden | Registrierung )

> Bitte beachten

Du kannst deinen Beitrag nach dem Posten 90 Minuten lang editieren, danach nicht mehr. Lies dir also vor dem Posten sorgfältig durch, was du geschrieben hast. Dazu kannst du die "Vorschau" nutzen.

Wenn dir nach Ablauf der Editierzeit noch gravierende inhaltliche Fehler auffallen, schreib entweder einen neuen Beitrag mit Hinweis auf den alten oder wende dich an die Strösen.


Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Webseite erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.

10 Seiten V  « < 8 9 10  
Reply to this topicStart new topic
> Welche Berufe habt Ihr?
Rafaella
Beitrag 27.Dec.2013 - 21:32
Beitrag #181


Freies Vögelchen
************

Gruppe: Members
Beiträge: 9.416
Userin seit: 24.08.2004
Userinnen-Nr.: 14



Nein, ich lese nicht vor! (IMG:style_emoticons/default/rolleyes.gif) (Das wird manchmal verwechselt, daher die (IMG:style_emoticons/default/rolleyes.gif) ) Ich erzähle frei für Jung und Alt, Kranke und Gesunde, in allen möglichen Kontexten...
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Zelandonia
Beitrag 28.Dec.2013 - 01:43
Beitrag #182


Gemüseputzi
****

Gruppe: Members
Beiträge: 34
Userin seit: 09.12.2013
Userinnen-Nr.: 8.794



ich habe nach der Schule ein Jahr pause gemacht weil es.mir Körperlich und psychisch nach der Prüfung nicht gut ging dann hab ich Fachabi im sozialen angefangen hatte aber totale Probleme unter anderem weil ich eine Rechenschwaeche habe musste das ganze also nach einem Monat abbrechen weil ich völlig überfordert war
danach habe ich ein Praktikum im Frauennotruf gemacht wo ich mich sehr wohl fühlte aber sie konnten mich nicht einstellen weil ich nicht die nötigen Qualifikationen hatte obwohl sie sagten das ich total geeignet wäre
danach wollte ich eine Ausbildung zur Psychotherapeutin nach HPG machen aber meine Familie könnte und das Arbeitsamt wollte es nicht zahlen
Sie schlugen mir vor in eine Behinderten Werkstatt zu gehen ich sah mir das an aber das waren total stupide Arbeit und die meisten dort waren geistig sehr eingeschränkt
ich meldete. mich also arbeitslos und nach ein paar Jahren wollte das Amt ein Arbeitsfähigkeit Gutachten machen lassen wonach ich jetzt arbeitsunfähig bin

2010 erfuhr ich von einer Musikschule für Blinde und Sehbehinderte in Nürnberg allerdings sagten sie dort das ich zwar musikalische Begabung hätte mir aber theoretisches Wissen in mehreren Fächern fehlt ua auch Mathe
also begann ich ein berufsvorbereitendes Bildungsjahr wo es mir auch wegen meiner Mathe Probleme und meiner Traumata schlecht ging im Juni 2011 beschlossen sie dann das ich nicht mehr tragbar sei und schmissen mich von einem Tag auf den anderen raus

seitdem bin ich wieder arbeitsunfähig bin in meiner Freizeit Künstlerin und Musikerin würde gerne auch professionell arbeiten aber ich kenne niemanden der mir hilft und hab auch nicht das Geld
Go to the top of the page
 
+Quote Post
lostkiss
Beitrag 12.Jan.2014 - 23:35
Beitrag #183


Geschirrspülerin
**

Gruppe: Members
Beiträge: 11
Userin seit: 07.01.2014
Userinnen-Nr.: 8.830



War bis vor meiner Schwangerschaft im Sicherheitsdienst!

Die Bezahlung ist für die Menge an Stunden, Schichtdienst etc wirklich mies! Aber mein Team war einfach sooooo toll und das Arbeitsklima zwischen uns sooo spaßig, dass ich gern wieder dort anfangen würde, wenn es gehen würde!
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Tamy84
Beitrag 26.Jan.2014 - 21:32
Beitrag #184


Filterkaffeetrinkerin
***

Gruppe: Members
Beiträge: 19
Userin seit: 26.01.2014
Userinnen-Nr.: 8.847



Ich bin Krankenschwester und ich mache es meistens sehr gerne...nur wenn meine süße zuhause ist und ich arbeiten muss...dann nicht (IMG:style_emoticons/default/paar.gif)
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Alex.andra
Beitrag 13.Apr.2014 - 22:04
Beitrag #185


Geschirrspülerin
**

Gruppe: Members
Beiträge: 14
Userin seit: 11.04.2014
Userinnen-Nr.: 8.931



Hier erwähnt also jede, was sie Beruflich so macht, dann will ich das auch mal machen.

Kann sein, dass ich mit meinem Beruf, der auch mein "Traumberuf" ist/war, jetzt einige Klischees bediene. Egal!

Ich bin "Schiffseletrotechnikerin" mit Diplom, was ja bei der See(schifff)fahrt Patent heißt: "C5E". ("C" steht für technische Patente, "5" ist die Semesterzahl, "E", wie sollte es anders sein, steht für: Eletrotechnik. (Nur so nebenher: Die "A" Patente sind die nautischn Patente: "A6" bspw. ist Kapitän auf großer Fahrt))
Damit bin ich also eine zur See fahrende (Staatlich geprüfte) Elektrotechnikerin (Mechatronikerin). - Ich repariere Euch alles wo nen' Kabel dran ist.

Ich bin lange auf "Großer Fahrt" auf Bulkcariern (Seereeederei Frigga), Tankern (Amoco Companie), Containerschiffen (Seatrain Line), Schweergutschiffen (Costa Crosiere) zur See Gefahren. Am liebsten bin ich aber mit MEINEN Kühlschiffen (Reederei Maritime Fruit Carriers), mehrfach um die Welt gefahren. Und habe warscheinlich damit die Bananen, mit denen Ihr Groß und Kräftig geworden seit, von Port Limon nach Antwerpen oder Hamburg (Schuppen 42) gebracht.

PS.: Es gibt nicht besseres als auf großen Schiffen, so richtig heftig, im Orkan auf dem Nordatlantik, wenn es so richtig Kachelt, "durchgerollt" und "durchgeschüttelt" zu werden. (Ohne zu Kotzen, versteht sich).

2004 hatte ich eine Arbeitsunfall, bei dem ich 3 Meter tief gefallen bin. Bloß die Landung war nicht so die Elegandeste! Und brachte 4 Knochenbrüche, ua. Beckenbruch und L4 gebrochen. Keine Angst, ich habe das Laufen wieder lernen dürfen!!! Was mir aber trotzdem die EU-Rente brachte.

Nebenbei bin ich jetzt Zeitungs- und Postbotin in der Nachtzustellung. Weswegen ich jeden Morgen, Montag bis Samstag, von =2:30 bis Fertig (meistns gegen 06:00h) unterwegs bin. Und ob Ihrs glaubt oder nicht., es macht Spaß!!


LG

Alex.andra

Der Beitrag wurde von Alex.andra bearbeitet: 13.Apr.2014 - 22:37
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Rafaella
Beitrag 17.Apr.2014 - 21:00
Beitrag #186


Freies Vögelchen
************

Gruppe: Members
Beiträge: 9.416
Userin seit: 24.08.2004
Userinnen-Nr.: 14



Liebe Alex.andra, das finde ich ganz toll und sehr bewundernswert, dass du nicht in Verbitterung fällst, sondern dem Zeitungsaustragen Spaß abgewinnst. Hut ab! Denn die Bewertung in unserer Gesellschaft skaliert ja Berufe und Tätigkeiten sehr starkt, bewertet sie, und nach der gesellschaftlichen Skala wäre der Weg vonzwischen der Schiffselektronikerin zum Zeitungsaustragen ja bewertungsmäßig schon eine große Schere. Und ich finde es schön, wenn eine dem eigenen Tun den eigenen Wert gibt. BTW auch schön, wie du von deiner Arbeit auf den Schiffen erzählst.
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Alex.andra
Beitrag 18.Apr.2014 - 02:56
Beitrag #187


Geschirrspülerin
**

Gruppe: Members
Beiträge: 14
Userin seit: 11.04.2014
Userinnen-Nr.: 8.931



Ich kann Euch ja mal ein Paar „Geschichten“ erzählen. Aber die entsprechen alle der Wahrheit, versprochen, sind kein („Seemannsgarn“) Seefrauengarn.


Mit 18, lernte ich einen Seefunker kennen. Das Bild was ich durch seine Erzählungen von der Seeschifffahrt gewann, beeindruckte mich so sehr, dass ich, da hin wollte!

Als ich anfing, war ich nur unter Männern. Am Anfang wurde mir immer ein erstauntes, fragendes, hämisches Misstrauen entgegengebracht. Wurde unter Anderen gefragt: „Wieso gerade ich auf die Idee gekommen sei, zur See zu fahren?“ Erschrocken schwieg ich peinliche, knallrote, zwanzig Sekunden, bis mir die Gegenfrage einfiel: „Warum er denn zu See fahre?“ Die kurze und knappe Antwortet war: „Ich habe ja schon auf den U-Booten der Bundesmarine gedient!“ Nun durfte ich süffisant J Lächelnd den bissigen Kommentar abgeben: „Ah... ha, ein Boomer an der Oberfläche.“

In Wirklichkeit aber, glaube ich heute, wollte ich als ich „zur See ging“, versuchen das bisher erlebte zu vergessen. Weg, ganz weit weg von dem Ort und meiner Familie.

22 ½ jährig begann ich bei der „Seereederei Frigga AG“ als Elektrikerassistentin. Die „Frigga“ war spezialisiert für den Erztransport und gehörte zu je einem drittel der: Mannesmann-Rheinstahl-Gruppe, August-Thyssenhütten und Krupp-Hoesch AG. „Frigga“ betrieb 7 Bulkcarrier, von denen 3: MS Widar, Thor und Hermod, in den 1980.zigern, mit je 146.370 Ladetonen, die größten Trockenfrachtschiffe Europas waren.

Die erste Reise als Elektrikerassistentin, auf MS Brage 82.350.tdw. führte mich ums Nordkap und Nordmeer ins eiskalte Kirkenes. Es war ein Filmteam von WDR Köln an Bord, sie drehten, für die Doku-Serie: „WDR-Landesspiegel“ des WDR 3 Fernsehen, den 50.min. Film „Kurs Süd-Süd-West: Nordisches Erz für deutsche Hochöfen“.

Ich glaubte, mit Fachkompetenz und Einsatzwillen bewiesen zu müssen, dass ich das sein kann, was als männlich bezeichnet wird: Kompetent, Stark, Autoritär. Ich stand unter immensen Druck, beweisen zu müssen, dass ich besser sein kann wie jeder Mann. Weil ich nicht die gleiche physische Kraft mitbrachte, ich meine Schwäche verbergen musste, führte dies zu Verbissenheit und Verhärtung. – Es kam natürlich auch zu Zusammenbrüche. – Inzwischen weis ich, dass ich nicht immer die bessere, klügere, schnellere, intelligentere sein muss. Ich kann und sagen auch: „Es reicht vorerst. Ich möchte es in meinem Tempo, in meiner gewohnten Gründlichkeit machen.“

Ich war superstolz, als ich nach nur fier Monate, erst 23jährig, als Alleinelektrikerin auf MS Hermod, dem Neubau, dem „Flaggschiff“ der Frigga, eingesetzt wurde.

Angetrieben wurden diese Schiffe durch einen 128.ton., ca. 157.000.ltr. Schweröl am Tag (ver)brauchenden MAN Motor, der bei 108 Umdr./Min. 32.000 PSe auf den Propeller wuchtete. Diese beeindruckenden, wohnblockgroßen Motoren waren 1978 die größten Dieselmotoren der Welt. Mit denen MAN an technische Grenzen stieß. Einer der 8 Kolben maß den Durchmesser von 105 cm und legten bei seinem Arbeitstakt den Weg von 180 cm. zurück. – Was ein Gesamthubraum von 12.470 Liter ergibt.

Übrigens: Die Nautiker behaupten immer, auf der Brücke sei das Gehirn des Schiffes zu finden - aber das ist eine Lüge! Das Gehirn befindet sich eindeutig im Maschinenkontrollraum. – Im Kontrollraum, mit Großrechnertechnik gestützter Datenverarbeitung, automatischer Dokumentation über Drucker und Bildschirmvisualisierung der Hunderten: Temperaturen, Drücken und der anderen physikalisch-technischen Parametern. Diese Technik zu beherrschen, ist dass Lieblingsspielzeug der Elektrotechnikerinnen.

Bei meiner Elektrotechnik, habe ich (wie auch), nicht alles gewusst, was ich technisch so vorfand. Ich musste (sehr) viel dazulernen. - Dafür bin ich im übrigen, unglaublich dankbar. Nirgends anders, als auf meinen Schiffen, hätte ich so radikal und sicher zur Autodidaktin werden können. Es kam schon vor, dass ich dachte... wenn ich auf ein neues Schiff, diese Schiffe, die mit innovativer, vollautomatischer Technik nur so vollgestopft... gekommen war: „Menno... was haben die denn hier alles verbaut... so etwas habe ich ja noch nie gesehen... hoffentlich geht hier nie etwas kaputt!“

Klar, irgendwann kam es aber unweigerlich zu Störungen. Spätestens dann war ich, ob ich es wollte oder nicht, verdonnert: Allein dazulernen zu müssen. Werkskundendienst- oder Unterstützung – auch mit Seefunkberatung, war, wie sich jede® denken kann, auf den Meeren nicht immer einfach, oder bspw. wie in South Georgia, Antarktisnah, auch überhaupt nicht möglich. – Aber: „Ich wollte ja sowieso immer zeigen, dass ich das ‚spielend’ schaffen kann!“

Von Holland zum Canadischen St Lorenz Golf, wird meist der kurz Weg, auf dem „Großkreises“ gefahren: Von Rotterdam nordwärts aus der Nordsee, zwischen Nordschottland und den Orkney Inseln, durch den Pentland Firth in den offenen Atlantik. Am kanadischen Kontinent wird zwischen Neufundland und dem Festland, die Belle Isle Straße befahren. Auf dem Nordatlantik, ist außer zwischen den Inseln, nirgends Küste in Sicht, hier wo Landmarken fehlen, wird auf dem sogenannten „Sheat“ gefahren, eine blanko Seekarte mit ungekennzeichneten Längen- und Breitenlinien die, die Nautiker mit Bleistift bezeichnen. Hier begegnete uns tagelang kein anderes Schiff. Bei guter Sicht konnte ich den Düsenfliegern beim Großkreisfliegen zusehen. Im Herbst saß ich stundenlang, vom Nordlicht fasziniert, im warmen Parka, auf der Rettungswestenkiste: Grünes Licht baut sich auf, wird immer größer, immer höher, geht in gelbrot über, wird ganz hell und bricht plötzlich in sich zusammen... um sich wieder neu aufzubauen. In Mittsommernächten bei Nordkappassage, konnte ich träumend die Nacht durchsitzen: Die glutrote Sonne kurz über den Bergen, in den Gletschern spiegelnd beobachten... dann konnte ich garnicht schlafen. Vor Neufundland sah ich Eisberge aus nächster Nähe: Dort ragen sie bis zu 200 m aus dem Wasser. Die Großen kann man mit Radar gut orteten, täglich werden zusätzlich, durch Erkundungsflüge und Satellitenüberwachung von der „International Ice Patrol“ Eiskarten erstellt und per Fax übertragen. - Die Bruchstücke sind aber das Problem. Deswegen mussten die Maschinenassistenten, besonders bei schlechter Sicht und Nachts, die Seekühlwassertemperatur beobachten, die im Eisfeld schnell sinkt: Dann mussten sie sofort die Brücke benachrichtigen! Im kanadischen Winter – der Rekord lag hier bei minus 42°C, schaffte es die Klimaanlage nicht die Kammern „richtig“ zu wärmen, dann musste ich die Dampfheizung durch einschalteten, der elektrischen – eigentlich Notheizung – unterstützen.

Der Wind kachelt ordentlich, der Himmel ist dunkel, die Wellen hoch, sehr hoch, sehr bedrohlich. Von Sturm sprechen wir aber erst ab Windstärke 9. Auf dem Nordatlantik lebt man oft wie auf einer schiefen Ebene, die noch dazu im Rhythmus der See Rollt und Stampft. Der Himmel ist fast immer schwer verhangen, Nieselregen und Nebel verschlechtern die Sicht. Die Windstärken sind dafür um so stärker, harte, hohe Wellen die Regel. Kommt die See von vorn, knallt der Steven wie eine Bratpfanne in die Welle und wird aufgestoppt. Wasser überspült Back und Vorschiff. Der Rumpf biegt sich im durchlaufenden Wellental. Kavitation lässt den Propeller beben. Kommt die See seitlich, rollt das Schiff unentwegt. Immer wieder rauschen Brecher übers Hauptdeck und krachen vor die Aufbauten. Die Schiffsbewegungen werden extrem, die Schaukelei fürchterlich. Die Stimmung an Bord dafür um so disziplinierter. Alle Stahltüren werden mit 6 Vorreibern verrammelt. Die Panzerglas bewährten Fenster der Aufbauten werden zusätzlich mit gusseisernen Klappen geschützt. Alles an Bord, was nicht „niet und nagelfest“ ist, muss, bevor es in Bewegung geraten kann, gezurrt, gestempelt, mit Kettenzügen verspannt, oder Anderweitig gesichert sein. Schotttüren und Außenbordsverschlüsse werden lieber noch einmal gründlich kontrolliert. Kraftstoff- und Schmierstoffvorräte, Tagestanks ergänzt, Kontrollinstrumente genauer als sowieso üblich „beachtet“. – Kein Aggregat darf jetzt wegen Lappalien aussteigen. – Das währe womöglich der Letzte Black Out.

Bei Rollen und Stampfen aas ich meinen Essen sogar ohne mich zu bekleckern. In der Koje bewarte mich eine Steckbrett an der offenen Seite vor dem heraus Wurf. Zusätzlich stopfte ich die Keilkissen vom Schlafsofa unter die Matratze, um in der so gebauten Mulde, eingekeilt, so etwas wie eine stabile Embryohaltung hinzukriegen – doch Schlafen war schwierig, mein Gehirn spulte wiedereinmal diesen Film aus dem Unterbewusstsein ab: „Dass Schiff rollte, wie mit einer Eskimorolle auf Kieloben!“ Ich schreckte Schweißnass mit Schwindelgefühlen auf... mein Körper schien neben mir zu stehen... und fragte mich: „Hej Alex... noch alles Normal ?“ – Jetzt konnte ich einschlafen.

Am nächsten Morgen war der Himmel immer noch düster verhangen, der Sturm riss Gicht mit: „Dass Wasser fing an zu fliegen“. Meine Motorik hatte sich längst dem auf und ab, dem hin und her, angepasst. Ich ging auf das Bootsdeck und betrachtete die Wellen. Dabei war es ungemütlich kalt. Obwohl die See grüngraudüster war, ich fror, konnte ich mich nicht sattsehen an der See: Jede Welle hat eine andere Form, was am Meer monoton erscheint, ewig wiederkehrend ist, versetzt/e mich in meditative Hochstimmung. Die Gedanken rauschen durch meinen Kopf, alles Entspannt sich, alle Verspannungen, alle Verkrampfungen werden weggeblasen. – Die Schiffe waren immer meine sichere Trutzburg!

Einige versuchten ihr Mobbing- Spiel, Frauen bringen ja angeblich Unglück auf Schiffen: Dass dachte wohl auch Kapitän G., sein Name war Programm, er hat es fertiggebracht mit mir 5 Monate, nicht ein einziges Wort zu sprechen. Oder auch der Leit. Ing. C., der Holocaust Leugner, ihn muss ich, von allen, als schlimmsten Mobber nennen, weshalb mich der Reedereikontor später nicht mehr mit ihm zusammen einsetzte. Aber auch, der eine oder andere, Ingenieurs Assistent, die zumeist Facharbeiter waren, und meinten Wunder was sie können, aber dann doch all zu oft, zu blöd zum weiterkommen waren. Mit ihnen gab es oft „Reibereien“. Einige Dienstränge unter mir, lies ich sie, meist (immer), kalt auflaufen. Vieles wurde aber im Vorfeld und in steter Regelmäßigkeit, durch die Schiffsleitung, aber auch oft, sehr ruppig, und das war Gut so, vom Bootsmann „abgeblockt“: Die „größten“ Macho- Bootsmänner standen komischerweise immer vor mir?!

Da gab es diesen „coolen“ Macho- Bootsmann, der immer zum Landgang, seinen damals „supercoolen“ schneeweißen Jeansanzug anzog, der, der in Hamburg auf St. Pauli aufgewachsen war, und deshalb alle „Tricks“ und „Schweinereien“ kannte. Wenn er mit mir „an Land ging“ laberten die anderen immer... ...

Oder dieser Deckschlosser, den sie „K.“ nannten. „K.“ und „meinen“ Bootsmann musste ich einmal, nachdem sie, mal eben so, bei einem Poockerspiel mit dem Deckschlosser des Schwesterschiffes, 3000 (damals noch) DM verspielt hatten, und nach dem darauf folgenden, unweigerlichen, Besäufnisses, nach Hause (an Bord) bugsieren. Da hatten die anderen, mal wieder, Ordentlich was zum labern... ... angeblich bringen Frauen auf Schiffen ja Unglück... ...

Aber Funker H. hatte es geschafft den Vogel abzuschießen: Im beisein aller Besatzungsmitglieder, auf einer Sylvesterfeier, hatte er angetrunken, mich nicht nur am Busen und ****** begrabscht. Da hatte er schnell die Maschinistencrew gegen sich: „Blödes S****** spinnst du Funker, lass unsere Elektrikerin in ruhe“ schimpften sie alle durcheinander. Der Kapitän kündigte aufgebracht an: „Eine ‚Abmahnung’ ins Schiffstagebuch schreiben zu wollen!“ Zu dieser „Abmahnung“ kam es aber nicht, denn H. hatte nicht mit meinem „großen Bruder“: „Chief“ („Leitender Ing.“ oder auch „L.I.“ genannt) T. gerechnet. Der H. mit einem einzigen Schlag, wütend „auf die Bretter schickte“. H. blutete nachher. T. erklärte dazu: „Damit ist das vorläufig erledigt. – So muss wenigstens keine Eintragung ins ‚Tagebuch’ geschrieben werden. Und – wenn, noch was vorkommt, gibt’s gleich ne’ Kündigung!“ Einen Kopf größer, als alle anderen, sprach der „Ostfriesische Riese“ voller Wut: „Ist das klar Funker? – Lass meine Lieblingselektrikerin in ruhe!“ Fiele grinsten. H. seinerseits verschwand schnell. – Einige äußerten: „Endlich hat der Funker mal was auf die F***** bekommen! - Das war ja mal Langsam an der Zeit!“ Seinen schlechten Ruf hatte er sich im übrigen redlich erarbeitet. - Ich zitterte, leise Tränen sickerten. Aber trotzdem tat es richtig gut, diese Jungs hinter mir zu wissen.


Im März 1980 war ich als Elektrikerin mit MS Brage nach Monrovia unterwegs. Kurz vor Monrovia hieß es: „Wegen Putsch sollen wir auf Außenreede warten.“ Nach einer Woche konnten wir Einlaufen, um in 10 Tagen 82.350 ton. Eisenerz-Pellets zu Laden. Es dauerte sonst nicht so lange, aber wegen der Revolution und den Bürgerkriegswirren kam es immer wider zu Verzögerung. Irgendwann meinte der Funker: „Er habe Meldungen; Die Regierung ist gestürzt. Es sei zu öffentlichen Hinrichtungen gekommen“. Der Kapitän entschied in Absprache mit dem deutschen Konsul: „Landgang soll nur in Gruppen und bei Tageslicht stattfinden! - Man solle extrem vorsichtig sein. “ Nachts wahr von der Tolbert-Regierung ohnehin eine Ausgangssperre ausgerufen worden. - Einige Tage später meinte der Funker: „Mit Fernglas wäre doch der Hügel mit dem Hotel obendrauf zu sehen. – Kollegen hätten per Tastfunk berichtet: ‚Dort oben sei an einem langen Galgen die Regierung aufgehängt worden’. – Wir sollten doch mal... ...“. - Mit nervösen Herzbubbern, versuchten wir irgendwas zu sehen!?

Das Luxushotel: „Ducor-Hotel“ auf dem Ducor Hill, gehörte 1980 zur Intercontinental-Hotelgruppe, es war Austragungsort internationaler Konferenzen und galt als das vornehmste Hotel Westafrikas. Während des Putsches, hielten sich große Teile der Regierung im Hotel auf, weshalb der Gebäudekomplex überfallen, geplündert und teilweise in Brand gesteckt wurde. – Heute ist das Haus eine Ruine.

Der Galgen war, trotz unserer guten Ferngläser nur, wage erkennbar. Später erhärtete sich: Wilde Horden, hatten das Hotel gestürmt, Präsident Tolbert und seiner Regierung, darunter Generalstaatsanwalt J.A.A Pierre, standrechtlich Verurteilt und sofort aufgehängt. Für die Öffentlichkeit zur Schau gestellt, und vermutlich zu Abschreckung: Hingen sieben lange Tage, zwölf Leichen in der Tropensonne. - Für Weiße und die Weltpresse, war es nicht ratsam in die Nähe des Hügels zu kommen, denn die in Monrovia marodierenden Rebellen, waren jetzt „Regierungstruppen“, und sie erklären ihren Hass auf alles, zu „Recht“. - Es kam zu zahlreiche Morden an den ehemals herrschenden Ameriko-Liberianern.

Die USA erkannten zunächst die Doe Regierung nicht an. Aber die zynische Realpolitik der USA, wollte 2_Jahre später, die Weltöffentlichkeit nicht sehen: Als der Massenmörder Doe 1982 US Verteidigungsminister Caspar Willard Weinsberger einen offiziellen Staatsbesuch abstattete (und ein Paar neue Waffen Orderte). - Machtpolitik der USA, die letztlich zum Genozid in Liberia führte! Und keiner wills’ gesehen haben!!

Die USA nutz(t)en Liberia als Basis: Hier befand/befindet sich, nicht nur in den 1980zigern, die leistungsstärkste Sendestation für den Propagandasender: „Voice of America“ in Afrika. Navigationseinrichtungen kontrollierten/kontrollieren Flugzeuge und Schiffe im Atlantischen Ozean. Und die Geheimdienste NSA und CIA betrieben/betreiben hier den größten „Lauschposten“ des ECHOLON-Systems auf Afrikas Boden.

Übrigens: Präsident Doe wurde später, seinerseits, (vielleicht als ausgleichende Gerechtigkeit) von „Wilden Horden“ gefangen und ermordet!


edit kawa: Realnamen der Privatpersonen entfernt

Der Beitrag wurde von kawa bearbeitet: 18.Apr.2014 - 08:27
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Rafaella
Beitrag 18.Apr.2014 - 18:43
Beitrag #188


Freies Vögelchen
************

Gruppe: Members
Beiträge: 9.416
Userin seit: 24.08.2004
Userinnen-Nr.: 14



Beeindruckend - wenn du noch ein bisschen Längen rausnimmst und ein bisschen Spannung reinbringst, ist es noch interessanter. Aber wir sind ja hier nicht in der Schreibwerkstatt, sondern im Berufs-Ufo, oh-ha! Danke fürs Teilen.
Go to the top of the page
 
+Quote Post
LilliBird
Beitrag 04.Jun.2015 - 19:31
Beitrag #189


Geschirrspülerin
**

Gruppe: Members
Beiträge: 11
Userin seit: 27.05.2015
Userinnen-Nr.: 9.290



Ich bin gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte und zufrieden mit meiner Wahl. Erst recht jetzt wo ich eine neue Stelle angetreten habe und dort wirklich nette Kollegen habe (IMG:style_emoticons/default/smile.gif)
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Blumenmanu
Beitrag 25.Jul.2015 - 22:02
Beitrag #190


Vorspeisenexpertin
*****

Gruppe: Members
Beiträge: 70
Userin seit: 06.07.2015
Userinnen-Nr.: 9.321



Also, ich bin gelernte Gärtnerin. Das war wirklich mein Traumberuf, allerdings wurde ich nach meiner Ausbildung nicht übernommen. Habe es dann in anderen Gärtnereien versucht, was aber nichts mehr damit zutun hatte was ich vorher tat, also habe ich meinen Traumjob erstmal an den Nagel gehangen. Ich dachte mir das ich vorübergehend erst mal etwas anderes machen sollte bis ich eine Gärtnerei gefunden habe die genau das macht was ich an meinem Beruf so sehr geliebt habe.
Also stieg ich in das Glückspiel ein. Ich hatte zuvor noch nie etwas davon gehört, aber ich brauchte nunmal einen Job. Also begann ich meinen neuen Job in einem Wettbüro bei den Sportwetten.
Dort bin ich nun seit 12 Jahren und habe mich zur Filialleitung "hochgearbeitet". Er wird gut bezahlt und es macht meistens auch echt Spaß, denn man lernt viele verschiedene und interessante Menschen kennen. (IMG:style_emoticons/default/cheerlead.gif)
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Nachthimmel
Beitrag 03.Sep.2015 - 22:50
Beitrag #191


Gemüseputzi
****

Gruppe: Members
Beiträge: 30
Userin seit: 01.09.2015
Userinnen-Nr.: 9.383



Noch Studentin (IMG:style_emoticons/default/a5.gif)
Go to the top of the page
 
+Quote Post
so far away
Beitrag 04.Sep.2015 - 06:55
Beitrag #192


Salatfee
********

Gruppe: Members
Beiträge: 171
Userin seit: 21.08.2015
Userinnen-Nr.: 9.367



Seit Anfang September FSJlerin (IMG:style_emoticons/default/smile.gif) und danach (ist jedenfalls der Plan) studieren
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Dulce
Beitrag 30.Oct.2015 - 08:57
Beitrag #193


Filterkaffeetrinkerin
***

Gruppe: Members
Beiträge: 23
Userin seit: 06.11.2013
Userinnen-Nr.: 8.751



Hallo

12 Jahre Soldatin / Feldjäger Diensthundeführerin
Und nun ein Ausstieg. Ich machte meinen Bachelor während dessen und fange an Montag im Bereich Fitness an

LG Dulce


ZITAT(sahi @ 08.Jan.2008 - 19:52) *
Mich würde interessieren, welche Berufe Ihr habt, ob Ihr die im Moment auch ausübt und ob Ihr zufrieden (oder sogar glücklich?) mit Eurer Berufswahl seid?

Go to the top of the page
 
+Quote Post
Rotes_Schaf
Beitrag 02.Jan.2017 - 21:00
Beitrag #194


Geschirrspülerin
**

Gruppe: Members
Beiträge: 8
Userin seit: 02.01.2017
Userinnen-Nr.: 9.722



Noch bin ich in der Ausbildung zur Erzieherin, aber ab August fange ich dann richtig an zu arbeiten. Ich freue mich schon richtig. (IMG:style_emoticons/default/smile.gif)
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Annie
Beitrag 17.Apr.2017 - 06:42
Beitrag #195


Vorkosterin
*

Gruppe: Members
Beiträge: 3
Userin seit: 16.04.2017
Userinnen-Nr.: 9.774



Ich bin Technikerin und arbeite in einem Krankenhaus. Hab zuerst Abi und dann Diplom gemacht. Die Arbeit passt gut und ist auch in der heutigen Zeit noch sicher.

LG Anja
Go to the top of the page
 
+Quote Post

10 Seiten V  « < 8 9 10
Reply to this topicStart new topic
3 Besucherinnen lesen dieses Thema (Gäste: 3 | Anonyme Userinnen: 0)
0 Userinnen:

 



Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 06.04.2020 - 12:34