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> Leben ohne Plastik, Ein Gedankenanstoß
june
Beitrag 01.Sep.2014 - 12:30
Beitrag #1


Gut durch
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Liebe Damen,

bereits seit ca. einem Jahr treibt mich das Thema um, und ich habe überlegt, ob es besser zu "Wohnen" oder zu "Leib und Seele" passt, denn es gehört ja überall hin...

Ausgelöst durch den Film "Plastic Planet" des österreichischen Regisseurs Werner Bothe und ausgelöst durch ein von diesem Film inspiriertes Buch, habe ich versucht, Plastik in meinem Leben deutlich zu reduzieren. - Ich habe das meiste Küchenequipment, das aus Plastik war, verschenkt, nutze statt Duschgel einfach eine Duschseife einer Öko-Firma und versuche auch sonst, Plastik so gut es geht, nicht zu kaufen.

"Leider" gelingt es mir nicht, so radikal zu leben, wie viele Blogger, die in spannenden Selbstversuchen zeigen, dass man tatsächlich weitgehend plastikfrei leben kann - aber bspw. bei Klopapier o.ä. hört meine Kreativität auf. (Auch bei Haferflocken habe ich zunächst welche im Papierpaket gekauft, bis ich bei Stiftung Ökotest lesen musste, dass diese mit Öl (!!!) verseucht sind. Herrje...)
Dennoch stoße ich im Internet vermehrt bspw. auf plastikfreie Einkaufsmöglichkeiten, plastikfreie Verpackungen für Lebensmittel etc. ... Es scheint also ein Modethema zu sein. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

Ich möchte noch dazu sagen, dass ich ohnehin in einem Öko-Haushalt aufgewachsen bin und prinzipiell versuche, so wenig Müll wie möglich zu machen und so wenig Plastik wie möglich zu kaufen, dass ich aber überrascht war, wie verdammt viel Verbesserungsbedarf es in meinem Leben gibt... (Für meinen Berufsbedarf gibt es häufig keine Alternative, was mich echt nervt, aber nunja.)

Gibt es noch weitere Damen, die dieses Thema umtreibt?

LG in die Runde,
Ferien-June
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-Agnetha-
Beitrag 01.Sep.2014 - 23:22
Beitrag #2


ungerader Parallel-Freigeist
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Dazu fällt mir ein, dass ich letztens mal von einem Supermarkt in Planung gelesen habe, bei dem Lebensmittel möglichst ohne Plastikverpackung angeboten werden sollen. Oder überhaupt ohne Verpackung.
Es sind zB Nudeln, Reis, Süßigkeiten, usw in großen Behältern und man kann sich davon heraus lassen so viel man braucht. Dafür kann man sich von zu Hause Vorratsdosen oder ähnliches mitbringen. Die Ware wird dann gewogen.
Letztlich eben so wie früher.

Die Idee fand ich super.
Zum eine spart es Verpackungsmaterial und zum anderen hilft es auch gegen Verschwendung. Es ist ja oft auch so, dass eine Dreierpackung Paprika so viel kostet wie ein Stück Paprika oder vielleicht 10 Cent mehr.
Es kaufen also sicher viele Leute die Dreierpackung und werfen eine Paprika weg, wenn sie nur zwei brauchen.
Nicht das beste Beispiel, aber ich denke man weiß was ich meine.

Vielleicht kann man diese Supermarkt-Idee irgendwie unterstützen?
Wenn du magst, guck im Internet mal nach "original unverpackt".
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shark
Beitrag 01.Sep.2014 - 23:34
Beitrag #3


Strösenschusselhai
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Ja, mich. (IMG:style_emoticons/default/smile.gif)

Ich hab - wie Du - in meiner Küche angefangen, Plastik zu eliminieren.
Übrig geblieben sind ein paar dieser amerikanischen Plastikdosen mit luft- und wasserdichtem Deckel, die "für immer" Garantie haben. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) Die behalte ich auch und verwende sie ab und an, wenn ich Essen transportieren muss.
Ansonsten gibt es bei mir in der Küche nurmehr Steinzeug, Porzellan, Emaille, Edelstahl (Besteck), Glas und Holz.
Ich achte auch darauf, Küchenequipment nicht neu zu kaufen. Was schon unter großem Energieaufwand hergestellt worden ist und nicht umweltfreundlich entsorgt werden kann, sollte wenigstens aufgebraucht werden.
Mein Küchenkram kommt daher ausnahmslos vom Flohmarkt oder aus der Brockenstube (das gilt übrigens auch für die meisten anderen Gegenstände in meinem Haushalt).
Blöd ist, dass ich bisher noch keinen Wasserkocher gefunden hab, der nicht Plastikteile enthält. Da ein solcher Kocher aber im Vergleich zur Benutzung von Elektroherd und Kessel nur wenig Energie verbraucht, bleib ich bei meinem und verwende ihn weiterhin, auch wenn der Sockel und der Griff aus Plastik sind.
Genauso brauche ich auch mein Waffeleisen und meine Gemüsehobel noch auf und hoffe, dass ich bis zu ihrem letzten Einsatztag dann eine andere Lösung gefunden haben werde.

Dagegen, dass mein Kühlschrank, mein Herd, die Steckdosen und diverse andere Teile der Kücheninfrastruktur aus Plastik sind, kann ich wohl nichts unternehmen....
Es wird wohl noch dauern, bis tatsächlich aus nachwachsenden Rohstoffen ausreichend Materialen hergestellt werden, die wie Plastik funktionieren. es gibt sie schon, aber sie werden noch nicht flächendeckend und wirklich ersatzweise verwendet.

Ich verspreche mir in Bezug auf Verbrauchsartikel wie etwa Lebens- und Putzmittel viel von einem Modell, das gerade in den Kinderschuhen steckt, dem verpackungsfreien Supermarkt.
Den haben sich zwei junge Frauen ausgedacht und per Crowd-Funding zu finanzieren versucht.
Wenn ich es noch richtig auf dem Schirm hab, dann eröffnen Sarah und Milena dieser Tage in Kreuzberg ihren ersten Laden. (IMG:style_emoticons/default/smile.gif)
Original Unverpackt nennen sie dieses Konzept.

Ich vermeide Plastik, wo ich kann, aber ich kann es leider noch weniger oft als ich es gerne würde.
Richtig "hausieren" geh ich mit der Idee, Dinge nicht wegzuwerfen, nur weil es modernere, schönere, neuere gibt.
Außer in bestimmten Fällen von energiefressenden Maschinen (Eisschränke, Waschmaschinen usw) ergibt das ökologisch einfach keinen Sinn.
Deshalb tausche und schenke, erbitte und leihe ode kaufe ich gebraucht, was ich brauche, ohne, dass für meinen Bedarf extra etwas produziert werden muss.
Und ich lasse ggf. reparieren anstatt neu zu kaufen.
Das kurbelt nicht grade die Wirtschaft an, aber ich steh dahinter und find es richtig.

Interessantes Thema also, das mich immerzu beschäftigt.

Gruß

shark

Der Beitrag wurde von shark bearbeitet: 01.Sep.2014 - 23:37
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Hortensie
Beitrag 02.Sep.2014 - 09:17
Beitrag #4


"Jeck op Sticker"
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Ich weiss nicht, ob ich jetzt in meiner Küche oder im Lebensmittelbereich so große Probleme habe, relativ Plastikfrei zu leben.

Im Bekleidungsbereich hätte ich da größere Probleme mit. Ich bin tatsächlich eingroßer Fan von z.B. Softchelljacken oder Fleecewesten, oder von meinen Walkingschuhen.
Hinzu kommt, dass ich eine Gehbehinderung habe und ohne meine orthopädischen Hilfsmittel (ausnahmslos aus Kunstoffen gefertigt) im Alltag ziemlich aufgeschmissen wäre.
Durch diese Hilfsmittel würde es mit Lederschuhen auch schwierig. Ich habe festgestellt, dass die meisten Lederschuhen den Hilfsmitteln nicht genügend Halt geben und damit für mich ein erhöhtes Unfallrisiko darstellen oder ich die Hilfsmitteln z.B. bei ökologisch verarbeiteten Schuhen garnicht in den Schuh integrieren kann.
Somit bleiben nur die Walkingschuhe übrig, die mit ziemlich viel Kunststoffen angefrtigt werden und deren Fertigung sicherlich eine Umweltbelastung darstellen.
Von daher denke ich mir, es wie (fast) in allen Bereichen des täglichen Seins: Die Dosis macht das Gift.

Wir leben "autofrei" und statt mit dem Flugzeug fahren wir meistens mit dem Zug in den Urlaub. Geflogen bin ich im April 2006 das letzte Mal.

Der Beitrag wurde von Hortensie bearbeitet: 02.Sep.2014 - 09:22
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june
Beitrag 02.Sep.2014 - 10:08
Beitrag #5


Gut durch
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Hey Agnetha, shark und Hortensie,

von diesem Supermarkt habe ich auch gehört und mitgezittert, ob genug Geld beim Sammeln rumkommt. (IMG:style_emoticons/default/smile.gif)
Hoffentlich kommt das Konzept bald nach Ffm.

Shark, danke für das schöne neue Wort (Brockenstube), das kannte ich noch gar nicht.

Mein Vater wurde auf einem Bauernhof groß und sie hatten damals noch keine Mülltonne - weil keine nötig war. Er hat gesagt, die Tube Senf sei damals der einzige Müll gewesen, den sie produziert hätten, und der durfte wohl auf einem Dorf-Mülleimer, den alle nutzen konnten, entsorgt werden...
Faszinierend (und traurig), wie sich das geändert hat dieser Tage, in der (fast) alles, alles, alles in Plastik verpackt ist...

Mir geht es genauso wie shark - Klamotten kaufe ich immer schon 2nd Hand (außer Schuhe und Wäsche), so kenne ich es einfach seit ich lebe, oder bekomme sie geschenkt oder getauscht.
Viele Möbel habe ich vom Sperrmüll oder schon seit Jahren; ich achte darauf, Dinge aus Holz zu kaufen, sehr gern antiquarisch.
Und ich sehe es auch wie du, shark, dass es prinzipiell darum gehen sollte, Rohstoffe zu sparen bzw. verantwortungsbewusst damit umzugehen - Konsumkritik eben.

Es gibt immer mehr Produkte, die zumindest teilweise aus nachwachsenden Materialien sind - eine Bambustastatur oder -maus z.B., wobei natürlich Technik darunter liegt. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)
Wenn mein altes Klapphandy die Grätsche macht, überlege ich, mir kein neues zu kaufen. (Oder doch dieses Fairtrade-Smartphone? *räusper*)

Dass medizinische Hilfsmittel eben manchmal aus Plastik sind, ist eben einfach so, denke ich.
Und bei Schuhen bspw. bin ich oft im Dilemma: Ziehe ich jetzt totes Tier an (Stichwort: Versuchen, so wenig tierische Produkte wie möglich zu verwenden) oder Plastik?!
(Immerhin halten meine Schuhe seeehr lange...)

Oft finde ich mich nicht radikal genug; nicht minimalistisch genug... Seufz.

Ich lasse diesen Beitrag mal so offen enden, weil in meinem Gehirn alles noch so offen ist.


Edit: Auf Hortensie noch fix geantwortet, deren Beitrag sich zwischenzeitlich dazwischengeschummelt hat. (IMG:style_emoticons/default/smile.gif)


Der Beitrag wurde von june bearbeitet: 02.Sep.2014 - 10:12
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Schräubchen
Beitrag 02.Sep.2014 - 12:47
Beitrag #6


Dreht manchmal durch...
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Auch ich versuche so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Allerdings findet sich in meiner Küche z.Z. noch relativ viel aus Plastik, weil ich das meiste geschenkt bekommen habe und einfach nicht das Geld für "neues" da ist. Außerdem ist der nächste Second-Hand Laden mindestens 20 Kilometer entfernt und liegt nicht im Einzugsgebiet des hiesigen "Massentransports" (mangels Masse). Trotzdem bewahre ich mein Müsli, das Mehl oder auch die Nudeln in Einmachgläsern auf. Denn die gibt es oft günstig auf Trödelmärkten (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)
Allerdings sind meine Möbel alle aus Holz, was anderes käme gar nicht in Frage, zumal mein Vater Schreiner ist. Außerdem gibt es da tolle Läden (z.B. in Hagen der Werkhof), in denen alte Möbel von Langzeitarbeitslosen aufgearbeitet und modernisiert werden. Da sind oft richtig tolle Sachen bei.
Meine Unterlagen für die Uni habe ich in der Regel in diesen Kartonschnellheftern. Aber sobald es ans Schreiben geht, wird es schwierig, da heutzutage fast alle Stifte, Kugelschreiber, Füller, etc. aus Plastik sind.
Unsere Supermärkte finden es im übrigen gar nicht lustig, wenn man mit eigenen Verpackungen fürs Obst und Gemüse ankommt. Am meisten ärgern mich dann aber so Sachen wie die Plastikfolie um Salatgurken oder um Salat- oder Kohlköpfe. Ernsthaft: Was soll das??? Da lob ich mir den kleinen "Tante Emma" Laden im Ort, in dem man zwar nicht ganz so hübsch anzusehende Frischeprodukte kaufen kann, diese aber nicht alle einzeln verpackt sind.

Ein wichtiges Thema. Danke für den Anstoß des drüber Nachdenkens.
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Lucia Brown
Beitrag 02.Sep.2014 - 13:49
Beitrag #7


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ZITAT(Hortensie @ 02.Sep.2014 - 09:17) *
Hinzu kommt, dass ich eine Gehbehinderung habe und ohne meine orthopädischen Hilfsmittel (ausnahmslos aus Kunstoffen gefertigt) im Alltag ziemlich aufgeschmissen wäre.
Durch diese Hilfsmittel würde es mit Lederschuhen auch schwierig. Ich habe festgestellt, dass die meisten Lederschuhen den Hilfsmitteln nicht genügend Halt geben und damit für mich ein erhöhtes Unfallrisiko darstellen oder ich die Hilfsmitteln z.B. bei ökologisch verarbeiteten Schuhen garnicht in den Schuh integrieren kann.
Somit bleiben nur die Walkingschuhe übrig, die mit ziemlich viel Kunststoffen angefrtigt werden und deren Fertigung sicherlich eine Umweltbelastung darstellen.


Das ist eine finanzielle Frage, denn es gibt orthopädische Spezialschuhe aus Leder. Brauchst du Einlagen? Auch die gibt es aus Leder.

Wobei einige Freundinnen von mir, die vegan leben, keine Bekleidungsstücke aus Leder tragen und oft zu Kunststoffprodukten greifen. Da beißt sich was, finde ich.

Nun gut. ich sitze ihr gerade vor dem Monitor und blicke mich nach Plastik um und hier ist einiges zu finden. Allein der ganz Bürobedarf und ich habe so viele Ordner und auch viele Zettel in Prospekthülle aufbewahrt.

In der Küche habe ich sehr wenig aus Plastik. Ich kaufe beim Bauern, auf den Markt und im Bioladen. Letzterer ist ja inzwischen auch zur Kette geworden und Obst und Gemüse werden vom Plastik und dem Verbraucher so vorgelegt, als seien sie frisch vom Felde. Das war bei den Bioläden der ersten Stunde nicht der Fall.

Gitarrensaiten waren früher einzeln in Plastik verpackt. Inzwischen wurde dies umgestellt und es gibt schon auf Firmen, die zwei Sätze in einer Packung anbieten.

Gar nicht leicht, Plastik einzusparen.

Ich habe mal gelesen, dass in Deutschland und nach Angaben des Umweltbundesamtes werden bereits 99 Prozent der Kunststoffabfälle recycelt. Das ist in anderen europäischen Ländern nicht der Fall. Gerade war ich mal wieder in Italien und da ist es selbstverständlich, dass alles in Plastik eingepackt wird. Recycling oder Vermeidung ist dort noch etwas unbekannt.

Heißt aber nicht, dass ich darauf schau, möglichst wenig Plastik einzukaufen. Ich versuche es.

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june
Beitrag 02.Sep.2014 - 14:11
Beitrag #8


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Ach wie fein, jetzt haben wir schon Küche, Kleidung, Büro und sogar Musikinstrumente (Danke, Lucia! (IMG:style_emoticons/default/smile.gif) ) besprochen...

Was mein Hauptproblem ist: Das Bad! Statt Duschlotion hab ich eine Duschseife, aber ich hab ziemlich komplizierte Haare bzw. Kopfhaut und brauche ein spezielles Shampoo, das es nur in Plastik gibt. (Obwohl es auch Haarwaschseifen gibt.) - Bodylotion kenne ich nur eine einzige, die im Glas angeboten wird; momentan weiche ich auf ein Öl aus, das ich nur abends auftragen kann, weil die Jeans sonst gelb werden. Statt Haarspülung nehme ich abends Olivenöl, das funzt auch. (Hab seit Neuestem lange Haare... (IMG:style_emoticons/default/smile.gif) )
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Hortensie
Beitrag 02.Sep.2014 - 16:41
Beitrag #9


"Jeck op Sticker"
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ZITAT(Lucia Brown @ 02.Sep.2014 - 13:49) *
ZITAT(Hortensie @ 02.Sep.2014 - 09:17) *
Hinzu kommt, dass ich eine Gehbehinderung habe und ohne meine orthopädischen Hilfsmittel (ausnahmslos aus Kunstoffen gefertigt) im Alltag ziemlich aufgeschmissen wäre.
Durch diese Hilfsmittel würde es mit Lederschuhen auch schwierig. Ich habe festgestellt, dass die meisten Lederschuhen den Hilfsmitteln nicht genügend Halt geben und damit für mich ein erhöhtes Unfallrisiko darstellen oder ich die Hilfsmitteln z.B. bei ökologisch verarbeiteten Schuhen garnicht in den Schuh integrieren kann.
Somit bleiben nur die Walkingschuhe übrig, die mit ziemlich viel Kunststoffen angefrtigt werden und deren Fertigung sicherlich eine Umweltbelastung darstellen.


Das ist eine finanzielle Frage, denn es gibt orthopädische Spezialschuhe aus Leder. Brauchst du Einlagen? Auch die gibt es aus Leder.



Die Produkte aus Leder haben den Nachteil, dass sie eine sehr kurze Haltbarkeit haben und gegenüber den Produkten aus Kunststoff oftmals nicht eine ausreichende Steifigkeit oder Starre mitbringen, um die gute Unterstützung zu gewährleisten.

Es ist manchmal ein Balanceakt zwischen Bedürfnissen, Möglichkeiten und eigenen Ansprüchen.

Im Grunde finde ich aber, so lange die Bereitschaft zur Reflektion vorhanden ist, ist alles gut.

Btw. fällt mir gerade ein, dass Küchemaschinen im Anschaffungspreis mit zunhemenden Metallanteil steiegen. Eine ganz bekannte Küchemaschine ist zum Beispiel um fast 1/3 teurer als andere, weil die Rührschüssel aus Metall und nicht aus Plastik ist.

Das wirkt sich auf die Kaufentscheidung sicherlich auch aus, könnte ich mir denken.
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pfefferkorn
Beitrag 03.Sep.2014 - 09:36
Beitrag #10


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ich versuche möglichst nachhaltig einzukaufen - heißt flohmarkt und viel so weitergeben, dass es noch eine nutzen kann - was zu sammelstellen im haushalt führt:-)

und zu bedenken ist einfach, dass edelstahl mittlerweile ein billigprodukt geworden ist , dass aus zweifelhafter fertigung kommen kann... denn verhüttung von metallen ist weder umwelt- noch menschenfreundlich,

plastic planet ist ein beeindruckener film und mirkoplastik wird mittlerweile auch in muscheln gefuden... überall auf der welt...trotzdem finde ich, der weg ist der , des guten nutzens und des recyclings von kunststoff ... es gibt genug folien, aus nachwachsenden rohstoffen...

wobei ich mich echt frage, wenn ich käse etc. "offen" kaufe, ob ich da "spare"? an müll? bis da mein stück eingepackt ist - finde ich manchmal verpackungsfolie fast besser...z.B. beim Gorgonzola -
hat da jemand eine idee? wies "wirklich" ist oder ob ich mir das einbilde?

was @shark - ist eine Brockenstube ??

das interessiert mich sehr!
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shark
Beitrag 03.Sep.2014 - 11:05
Beitrag #11


Strösenschusselhai
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ZITAT(june @ 02.Sep.2014 - 15:11) *
Ach wie fein, jetzt haben wir schon Küche, Kleidung, Büro und sogar Musikinstrumente (Danke, Lucia! (IMG:style_emoticons/default/smile.gif) ) besprochen...

Was mein Hauptproblem ist: Das Bad! Statt Duschlotion hab ich eine Duschseife, aber ich hab ziemlich komplizierte Haare bzw. Kopfhaut und brauche ein spezielles Shampoo, das es nur in Plastik gibt. (Obwohl es auch Haarwaschseifen gibt.) - Bodylotion kenne ich nur eine einzige, die im Glas angeboten wird; momentan weiche ich auf ein Öl aus, das ich nur abends auftragen kann, weil die Jeans sonst gelb werden. Statt Haarspülung nehme ich abends Olivenöl, das funzt auch. (Hab seit Neuestem lange Haare... (IMG:style_emoticons/default/smile.gif) )


So ähnlich mach ich das auch. Allerdings benutze ich für Haar und Haut Arganöl.
Das kauf ich fairtrade im Laden nebenan und es ist fabelhaft. Hatte nie zartere Haut und seidigere Haare (hab ja auch langes Haar, da braucht es diese Pflege einfach).
Zum Peelen mach ich mir aus Zucker und Olivenöl ne Paste, ein bisschen Zitronenöl rein und es duftet auch noch toll.
Ich brauche teilweise aber medinizische Salben - und die gibt es leider nur maximal verpackt.
Da helf ich mir damit, die leeren Dosen einfach weiter zu verwenden. Als olle "Basteltante" hab ich da auch genug Verwendungsmöglichkeiten. Knöpfe, Perlen, Nadeln, Steinchen usw. passen da prima rein und sind dann gut aufgeräumt.
Überhaupt taugt Verpackungsmaterial, das sich gar nicht vemeiden lässt, nicht selten ganz gut zur Weiterverwendung. Schachteln, Obstkisten, Seidenpapier, Flaschen, Fässchen und Blechkanister werden in meinem Haus immer aufgehoben und auch gebraucht.

Zum Wischen verwende ich zwar nach wie vor ein Mittel, das im Plastikcontainer verkauft wird, aber auch aus dem (oder zumindest aus der unteren Hälfte) wird noch was gemacht: Ein Freund benutzt die zum Anziehen seiner Pflanzen.
Scheuerpulver mach ich mir aus Salz und Zitrone selber und bewahr es in einem Schraubglas auf und meine Möbelpflege kommt bio und in wiederauffüllbaren Dosen ins Haus - dank eines anderen Freundes, der Schreinermeister ist.
Fenster werden mit Essigwasser geputzt. Überhaupt ist Essig ein Superputzmittel. Essig, Soda und Zitrone - damit bekommt man fast alles sauber.

Grundsätzlich, ich schrieb es ja schon, wird bei uns so wenig wie möglich neu gekauft. Und auch von dem, was aus Brockenstube (so heißen in der Schweiz Gebrauchtwarenhäuser, pfefferkorn) und Trödelmarkt kommt, ist so selten wie nur möglich was aus Plastik.
Allerdings halte ich es für wichtig, das Plastik, das schon zu Produkten geworden ist, so lange zu verwenden wie nur möglich. Es einfach (noch funktionsfähig) wegzuwerfen, löst das Problem ja nicht. Deshalb eben benutze ich auch meine Tu**er-Schüsseln weiter. Die gehen ja sozusagen nie kaputt; die kann ich noch vererben.

Da ich sowieso einen Hang zu alten Sachen hab, macht es mir gar nichts aus, Gebrauchtes zu verwenden. Ich spare eine Menge, verlängere die Lebenszyklen der Gegenstände und ganz viele werd ich nie hergeben, weil ich sie einfach wunderbar finde.
Zum Beispiel meine antiken Dosen... 100 Jahre alte Kaffeebüchsen, Tee- und Ovodosen aus den 40-ern, uralte Har*bo- und Lebkuchendosen - die sind wunderschön, erfüllen ihren Zweck des trockenen und dunklen Aufbewahrens immer noch und ich wüsste nicht, weshalb ich sie je wegwerfen sollte.

In einem Glascontainer auf dem Recyclinghof hab ich vor Jahren mal einen Haufen Weck-Gläser samt Deckeln entdeckt. Ich habe den Betreiber des Wertstoffhofes darum gebeten, sie mitnehmen zu dürfen und er erlaubte es. Seither sind da meine Nudeln, der Reis, Zucker, Nussmehl, Kakao usw drin.
Und auch ohne Gummi und damit luftdichten Verschluss: Ich hatte da drin noch nie eine Motte. Das kann ich von meiner früheren Aufbewahrungsweise in angeblich hermetisch verschlossenen Plastikbehältern nicht sagen.
Und schön aussehen tun sie überdies, die alten Gläser.
An nem anderen Tag hab ich dort eine prima gusseiserne Pfanne gefunden und eine große emaillierte Auflaufform.
Eh unglaublich, wenn man schaut, was die Leute alles so wegwerfen... da steh ich oft fassungslos davor....

Putzeimer und Kehrblech sind aus Emaille und sicher auch schon 80 Jahre alt, der Besen zum Blech ist neu - ein Besenbinder aus einem nahegelegenen Dorf hat ihn gemacht. Aus Holz und Rosshaar.

Meine Möbel sind alle alt. Entweder richtig antik oder aber von mir (oder den anderen Menschen, die sie vorher besaßen) schon sehr lange in Gebrauch.
Tischwäsche, Deko, Geschirr und Besteck, Bettwäsche, Körbe, Blumentöpfe, Lampen usw. - alles nicht neu gekauft und nix aus Plastik.

Natürlich besitze ich einen Staubsauger (mit dem ich mir, nur nebenbei, heute versehentlich mein Gesicht eingesaugt hab.. also eigentlich nur die rechte Wange, aber es hat sich angefühlt, als könne ich gleich das Rohr von innen sehen und nun hab ich einen ulkigen kreisrunden, roten Fleck im Gesicht samt lustiger Schwellung (IMG:style_emoticons/default/biggrin.gif) ), ich hab auch einen Wäschetrockner hier, mein Laptop ist fast nur aus Plastik und auch TV-Gerät und Kassettenrekorder sind natürlich nicht aus Holz und unsere Katzentoiletten sind Plastikwannen - ganz kann ich Plastik nicht aus meinem Leben verbannen und damit kann ich dann auch leben.
Und manchmal bin ich über Plastik auch richtig froh. Ich möchte meinen Lieben nicht zumuten, mich in einem Holzrolli durch die Gegend zu schieben... und ich stell mir das für mich auch nicht so toll vor.
Dafür besitze ich inzwischen einen hölzernen Gehstock - auch aus der Brockenstube.

Ich spare irrsinnig durch diese Lebensweise - und bin umgeben von wunderschönen Dingen.


Über kurz oder lang müssen die Rezepturen für erdölfreie Materialien mit den Eigenschaften von Plastik aus den Schubladen geholt und auch wirklich im großen Stil produziert werden.

Würden alle so wenig Plastik verbrauchen wie wird hier, dann wär das ökologische Problem schon mal viel, viel kleiner.
Deshalb bin ich diesbezüglich ein bisschen "missionarisch". (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

Ich muss bei dem Thema übrigens immer an Jan Delays "Plastik" (ist auf der Mercedes Dance-Scheibe drauf) denken:

"Denn Menschen ohne Seele kaufen Dinge ohne Seele, kaufen Plastik!" und "Ich bin kein Freund von Polyester, denn das ist vom Dixi-Klo die Schwester" (IMG:style_emoticons/default/biggrin.gif)

Liebe Grüße

shark

Der Beitrag wurde von shark bearbeitet: 03.Sep.2014 - 11:21
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Lucia Brown
Beitrag 04.Sep.2014 - 10:25
Beitrag #12


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Da fallen mir gerade die unumgänglichen Plastikkärtchen (für Bank oder Gesundheitskasse usw.) in unsere aller Gelbbörsen ein. Neulich habe ich da etwas sehr lustiges entdeckt, dieses Material doch kreativ zu verwerden und zwar mit einem Pickmaker. Guckst du hier. Pickmaker
Und du brauchst nie mehr Plekturms zum Gitarre spielen kaufen.

Liebe Grüße

Lucia B.
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pfefferkorn
Beitrag 04.Sep.2014 - 13:38
Beitrag #13


Gut durch
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ich denke, es ist bei alledem ganz wichtig darüber nachzudenken, dass nachhaltigkeit eine politische aufgabe sein kann - und nicht ins private abwandert -
die denke, es gäbe wirklcih eine konsumentinnenmacht ist zwar schön und gibt mir das gefühl was bewirken zu können, aber letztlich ist das auch augenwischerei

https://www.freitag.de/autoren/schlachtreif...kung-fair-trade

den artikel finde ich dazu ganz bedenkenswert
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june
Beitrag 04.Sep.2014 - 21:06
Beitrag #14


Gut durch
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Oh wie schön, so ein lebendiger Thread! Das mit den Plektrums ist klasse, sowas sollte ich meiner Freundin schenken! (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

Pfefferkorn, ich gebe dir recht. Im Grunde genommen ist es eine politische Entscheidung und ich habe die Hoffnung, dass ein Umdenken der Politik stattfindet.

Ich glaube auch, dass es für Privatkonsument*innen immer nur möglich ist, das kleinstmögliche Übel zu wählen - beim Einkauf und in der Politik. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

"Leider" (?) tauge ich nichts zur Revolutionärin, aber ich arbeite als Ethiklehrerin und als solche versuche ich, meine SChüler*innen zum kritisch/selbst denken anzuregen - natürlich kann ich nicht beeinflussen, in welche Richtung sie denken, aber ich habe die Hoffnung, dass diese Kids die Welt ein Stückchen besser machen können, wenn sie von mir umfassend informiert werden.

Ähnliche Themen wie
- Leben (weitgehend) ohne tierische Produkte
- Leben (weitgehend) ohne Plastik
- Umgehen der großen Konsumketten
- Konsumkritik
- Minimalismus
- Unterstützung von lokalen/fair gehandelten Produkten...

sind für mich immer interessant, aber auch immer ein Abwägen.

Vor ein paar Jahren habe ich mal von einer neuen (Mode)Krankheit gehört, die vorwiegend junge Frauen, die im Biomarkt einkaufen, überfallen hat, und die vor lauter Überinformiertheit nichts mehr einkaufen konnten und infolgedessen eine Essstörung entwickelt haben. Kein Scherz! - So krass ist es bei mir nicht, aber ich denke eben momentan häufig über diese Themen nach.

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Lucia Brown
Beitrag 04.Sep.2014 - 21:40
Beitrag #15


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ZITAT(june @ 04.Sep.2014 - 21:06) *
Oh wie schön, so ein lebendiger Thread! Das mit den Plektrums ist klasse, sowas sollte ich meiner Freundin schenken! (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

Ja, kommt bestimmt gut an. Aber bitte nur abgelaufene Kärtchen verwenden. (IMG:style_emoticons/default/rolleyes.gif)

ZITAT(june @ 04.Sep.2014 - 21:06) *
Vor ein paar Jahren habe ich mal von einer neuen (Mode)Krankheit gehört, die vorwiegend junge Frauen, die im Biomarkt einkaufen, überfallen hat, und die vor lauter Überinformiertheit nichts mehr einkaufen konnten und infolgedessen eine Essstörung entwickelt haben. Kein Scherz! - So krass ist es bei mir nicht, aber ich denke eben momentan häufig über diese Themen nach.

Ja, so eine Art Jojoeffekt kann passieren. Eine gesunde Mischung ist möglich. Ich glaub daran, dass du das auch kannst!
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dandelion
Beitrag 04.Sep.2014 - 22:23
Beitrag #16


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Immer wieder schön, wie viele gemeinsam anpacken. (IMG:style_emoticons/default/smile.gif)

quote name='pfefferkorn' date='04.Sep.2014 - 14:38' post='1095058688']
ich denke, es ist bei alledem ganz wichtig darüber nachzudenken, dass nachhaltigkeit eine politische aufgabe sein kann - und nicht ins private abwandert
[/quote]
wie zum Beispiel auch im Bereich sozialer Fürsorge - was sich die zuständigen Ministerien nur allzu gern einsparen, weil private Vereine einspringen, geht auf keine Kuhhaut.

In Sachen Sparen von Verpackungsmüll bin ich nicht gerade ein Held. Das bringt ein gewisses Nomadendasein mit sich, in dem häufig nicht morgens abgeschätzt werden kann, was über den Tag gebraucht wird. Trotzdem nimmt der Plastikdöschenmüll in den letzten Wochen ab - portionsweise abgepacktes Convenience Food (bis hin zu Fruchtjoghurts) esse ich nur noch selten, weil ich mich nicht betrügen lassen will. Das Ganze wurde davon ausgelöst, dass ich vor ein paar Monaten die Zutatenliste einer Dose Kräuterfrischkäse durchgelesen habe und feststellen musste, dass er für vegetarische Ernährung nicht geeignet war. (IMG:style_emoticons/default/was.gif) Nicht, dass ich das vorhatte, aber es hätte für meine Begriffe möglich sein müssen.

Wo ich schon deutlich mehr drauf schaue ist bei Kleidung. Die wird tatsächlich getragen und notfalls geflickt, bis sie wirklich ernsthafte Löcher hat oder nicht mehr passt. In letzterem Fall landen sie in einem Altkleidercontainer oder bei einer Kleiderbörse. Dabei achte ich darauf, dass die Kleidung dort weitergereicht und nicht als Rohstoff recycelt wird. Zerschlissene Kleidung wird meist filetiert und als Flicken-, Lappen- und Basteleispender gebraucht. Und dann wird, nach Kräften fair, nachgekauft; der einzige Second Hand Shop in der Nähe, der Erwachsenenkleidung anbietet, fährt einen mir völlig fremden Stil und fällt flach. Wobei auch das schwer einzuschätzen ist. Oftmals ist beispielsweise schon die Einhaltung von Mindestlöhnen ein ausreichendes Kriterium für faire Produktion, obwohl die Mindestlöhne in den betreffenden Ländern nicht existenzsichernd sind.

Selber machen wäre toll, aber ich habe erst seit etwa neun Wochen wieder genug Zeit, um überhaupt von einem Privatleben sprechen zu können... Das wird noch dauern.
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regenbogen
Beitrag 04.Sep.2014 - 23:02
Beitrag #17


a.D.
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ZITAT(dandelion @ 04.Sep.2014 - 23:23) *
Das Ganze wurde davon ausgelöst, dass ich vor ein paar Monaten die Zutatenliste einer Dose Kräuterfrischkäse durchgelesen habe und feststellen musste, dass er für vegetarische Ernährung nicht geeignet war. (IMG:style_emoticons/default/was.gif) Nicht, dass ich das vorhatte, aber es hätte für meine Begriffe möglich sein müssen.

Ebenfalls OT, aber ähnliches Ärgernis: Ich wollte vor ein paar Wochen Pralinen für meine Nachbarn kaufen, und ich weiß, dass der Mann trockener Alkoholiker ist. Daher fragte ich im Laden, ob ich davon ausgehen könne, dass Pralinen, bei denen Alkohol nicht in der Zutatenliste steht, auch ohne Alkohol sind. Nein, hieß es, aber es gebe Pralinen, bei denen explizit "Ohne Alkohol" auf der Schachtel stehe, da sei kein Alkohol drin. Weit gefehlt: Auf der Packung stand ein großes Label "Ohne Alkohol", in der Zutatenliste stand: "Alkohol". (IMG:style_emoticons/default/ohmy.gif) Ich habe dann statt Pralinen lieber eine Blume gekauft. (IMG:style_emoticons/default/rolleyes.gif)

Zum Thema: Ich muss gestehen, dass ich Plastik im Haushalt bisher nicht auf dem Radar hatte (mal davon abgesehen, dass ich Plastiktüten beim Einkaufen zu vermeiden versuche, aber auch das nicht militant). Stirnrunzeln verursacht mir aber das Dilemma "keine Lederschuhe, weil ich der Tiere wegen vegetarisch/vegan leben möchte" einerseits und "keine Kunststoffe, weil ich Erdöl sparen möchte" andererseits. Müsste ich mich da schlicht entscheiden, welches Anliegen mir persönlich wichtiger ist? (IMG:style_emoticons/default/gruebel.gif)
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kenning
Beitrag 05.Sep.2014 - 01:25
Beitrag #18


Naschkatze
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Ich finde es sehr gut, daß dieses Thema hier eröffnet wurde, da es mir ebenfalls ein wichtiges Anliegen ist.

bzgl Plastik im Haushalt, denke ich wie einige andere auch, daß man die Dinge die man bereits hat am besten so lange wie möglich benutzen sollte. Es ist ja nicht das Verwenden von Plastik ein Problem, sondern das Herstellen bzw das Wegwerfen durch das das Plastik in die Umwelt kommt. Wenn man neue Dinge anschafft, kann man immer noch darauf achten, daß möglichst wenig Plastik dabei ist. Wenn Plastik unvermeidbar ist, plädiere ich auf Wiederverwertung. Aus Johgurtbechern, Plastikflaschen und alten Plastiksäcken können durch recycling ja wieder neue Gegenstände hergestellt werden, die man dann auch nutzen kann ... und ganz ohne bestehende Recourcen anzugreifen. Wenn man darauf achtet, kann jeder einzelne ganz schön viel dazu tun, daß Plastikmüll in der Umwelt vermieden wird.

Doch im Grunde ist es ein Thema, welches eigentlich inzwischen die ganze Welt betrifft. Überall wird Plastik hergestellt und benutzt und natürlich auch wieder weggeschmissen. Damit einher geht auch folgendes Problem:
QUOTE(pfefferkorn @ 03.Sep.2014 - 10:36) *
... und mikroplastik wird mittlerweile auch in muscheln gefunden... überall auf der welt...

Aber nicht nur in Muscheln, sondern auch in allen anderen Meerestieren (Fische, Vögel, Meeresschildkröten usw) wird Plastik gefunden. Alles Plastik, das ins Meer gelangt, wird durch Strömungen vertrieben und ein großer Teil sammelt sich in sogenannten Müllstrudeln, die man sogar vom Weltall aus sehen kann.

Bisher hat niemand eine Lösung gefunden wie man das Plastik da wieder rausbekommen soll bzw da sich diese Strudel in internationalen Gewässern befinden, interessiert es auch keinen. Jetzt gibt es aber ein tolles Projekt, welches auch eine gute Chance auf Erfolg hat und dieses wollte ich Euch nicht vorenthalten. Vielleicht interessiert es ja die eine oder andere von Euch.

Ausgedacht hat sie sich die Sache ein 19jähriger Niederländer. Er ist mit 17 Jahren im Urlaub tauchen gegangen und hat dabei mehr Plastik als Fische gesehen. Daher hat er angefangen sich zu überlegen, was man dagegen tun könnte. Die bisherigen Ideen zb mit einem Boot hinzufahren und das Plastik mit einem Netz herauszufischen haben den Nachteil, daß sie sehr teuer sind und außerdem auch sehr ineffektiv. Abgesehen davon fängt man mit den Netzen eben nicht nur Plastik, sondern auch Meerestiere usw. Seine Idee war nun eine schwimmende Barriere quer zur Strömung in den Müllstrudeln aufzubauen. So bringt die Strömung das Plastik, welches leichter als Wasser ist, zur Barriere und dort kann es einfach eingesammelt und zb auch wiederverwertet werden. Meerestiere können ungehindert unter der Barriere durchschwimmen. Inzwischen hat er bereits über 100 Wissenschaftler und Techniker überzeugt, die mit ihm an dem Projekt arbeiten. Es wurde eine Studie gemacht, die besagt, daß das Projekt gute Chancen auf Erfolg hat. Derzeit wird mittels Crowdfunding versucht einen ersten Pilot in voller Größe auf die Beine zu stellen. Dieses läuft noch 8 Tage.

Hier der Link, wo alles genau erklärt wird und wo man theoretisch auch spenden kann.

Ich habe schon gespendet, denn ich denke, auch wenn sich das ganze in internationalen Gewässern und damit weit weg von daheim abspielt, geht es doch uns alle etwas an. Also schaut es Euch mal an, vielleicht spricht es Euch ja auch an.

lg

kenning
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Leila
Beitrag 05.Sep.2014 - 08:22
Beitrag #19


Fürstin Pückler
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Im Bekanntenkreis wurde im Frühjahr der Verein 'Küste gegen Plastik' gegründet.
Hier wird u.a. eine Wiki-Seite aufgebaut, die Möglichkeiten zur Plastik-Vermeidung zusammenstellt, vielleicht ja von Interesse.

Grüsse in die Runde
Leila
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pfefferkorn
Beitrag 05.Sep.2014 - 09:03
Beitrag #20


Gut durch
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toll! danke!

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