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> Und jetzt?, Plötzlich bi... und verliebt in sie?
emilia98
Beitrag 01.Aug.2018 - 10:29
Beitrag #1


Geschirrspülerin
**

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Beiträge: 5
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Hallo:)
Ich bin neu hier und habe mich hauptsächlich angemeldet weil ich total verwirrt bin und hoffe, hier vielleicht einige gute Tipps und Ratschläge zu ergattern. Ich wäre euch sehr dankbar. Die Situation ist wie folgt:

Ich war mir immer zweifellos sicher hetero zu sein und stecke auch noch halbwegs in einer Beziehung mit einem Mann. Diese werde ich aber in den nächsten Tagen beenden aus verschiedenen Gründen, die hier keine Rolle spielen. Es geht nämlich eigentlich um *sie*! Ich kenne sie schon seit längerer Zeit und es wurde auch früh klar, dass sie lesbisch ist. Ich fühlte mich schon immer etwas zu ihr hingezogen, dachte allerdings, der Grund dafür sei Bewunderung für ihren Mut etc.
Jetzt habe ich sie allerdings etwas besser kennengelernt und bin mir dessen gar nicht mehr sicher!
Seit einigen Wochen kommen wir uns immer näher, reden zusammen über ALLES und haben auch schon mehrere Nächte zusammen verbracht. Allerdings ist dabei natürlich nie etwas passiert, da sie momentan auch noch eine Freundin hat. Dieser Freundin verheimlicht sie aber immer, wenn sie Zeit mit mir verbringt, da sie anscheinend sehr eifersüchtig auf mich ist. Ich werde mit meiner Kollegin auch nächstens verreisen, was dann natürlich den ultimativen streit bei den beiden auslöste, da meine Kollegin ihrer Freundin für die Ferien abgesagt hat und jetzt anstatt mit ihr, mit mir in die Ferien fährt.
Wir haben über unsere beiden Beziehungen gesprochen und haben beide einander geraten Schluss zu machen. Sie redet auch immer davon mit ihrer Freundin Schluss zu machen, würde es allerdings nicht (oder noch nicht) übers Herz bringen, da die zwei schon seit ca. 2 Jahren immer wieder mal zusammen und wieder getrennt sind. Meine Kollegin ist aber mittlerweile schon seit über einem halben Jahr am zweifeln und am überlegen mit ihr Schluss zu machen.
Wir hatten einige Momente zusammen wo es meiner Meinung nach „geknistert“ hat, allerdings bin ich mir nicht so ganz sicher, da für mich alles total neu ist und ich erst seit kurzem, und auch wegen ihr, entdecke dass die Möglichkeit besteht, ich könnte bi sein. Jetzt bin ich total ratlos. Sie weiss natürlich überhaupt nichts davon und denkt immer noch ich sei 10000000% hetero. Das soll auch erstmal so bleiben, da ich unsere Freundschaft nicht kaputtmachen will. Ich habe allerdings ab und zu etwas in die Richtung hingedeutet (nur im Spass, damit sie es nicht merkt) und dabei ist mir schon aufgefallen wie sie immer hellhörig wird. Momentan verbringt sie mehr (und so wie sie sagt auch lieber) Zeit mit mir als mit ihrer Freundin und sie schreibt auch öfters mit mir, sogar wenn sie zB bei ihrer Freundin zu Hause ist etc.. Es gab auch schon Nachrichten wie „Ich würde viel lieber die Zeit mit dir verbringen als mit ihr“
Jetzt ist es für mich extrem schwierig herauszufinden woran ich bin und was eigentlich abgeht. Wie haben eine Freundschaft aufgebaut, die ich nicht zerstören möchte und deshalb möchte ich sie momentan noch nicht darauf ansprechen. Was könnte ich aber sonst tun? Gibt es irgendwelche Zeichen worauf ich achten könnte? Oder ist es tatsächlich so hoffnungslos wie ich befürchte da sie a) eine Freundin hat und (IMG:style_emoticons/default/cool.gif) immer noch denkt ich stehe nur auf Männer?
Vielen Dank für eure Hilfe!

Der Beitrag wurde von emilia98 bearbeitet: 01.Aug.2018 - 10:49
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Pirola
Beitrag 01.Aug.2018 - 10:43
Beitrag #2


Bekennende Urlesbe
************

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Userinnen-Nr.: 8.090



Hallo Emilia ,
was ich auf keinen Fall übersehen würde , ist die Tatsache, dass diese Frau eine sehr lange Beziehung zu ihrer Freundin hat .
Es hört sich so an , als seien die beiden in einer Krise, doch das heisst nicht , dass sie sich wirklich trennt . Das kann sich wieder
ändern . Und ich an Deiner Stelle würde aufpassen , dass Du nicht nur ein Auslöser für etwas bist , dass sie Dich nicht
instrumentalisiert und sozusagen als Affaire missbraucht , wenn es eigentlich um die beiden anderen geht . Eine Verliebtheit ,
ein Seitensprung kann als Puffer dienen , um die Spannungen der Hauptbeziehung auszugleichen . Wie gesagt : ich wäre vorsichtig .
Das Gleiche andersrum sieht nicht so krass aus , denn Dein Freund und Du , Ihr scheint nicht so lange zusammenzusein und
Du entdeckst gerade Deine homosexuelle Seite . Allerdings besteht auch da die Möglichkeit , die lesbische Frau Deines Interesses
für ein Ausprobieren , ein Abenteuer auszunutzen . Wenn beide sowas wollen , dass wäre es ausgeglichen , wenn eine mehr Gefühle
und ernsthafte Ambitionen hat , dann ist es verletzend für die andere . Du solltest mal offen mit ihr darüber sprechen .
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emilia98
Beitrag 01.Aug.2018 - 10:47
Beitrag #3


Geschirrspülerin
**

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Userinnen-Nr.: 9.966



Vielen Dank!



ZITAT(Pirola @ 01.Aug.2018 - 11:43) *
Hallo Emilia ,
was ich auf keinen Fall übersehen würde , ist die Tatsache, dass diese Frau eine sehr lange Beziehung zu ihrer Freundin hat .
Es hört sich so an , als seien die beiden in einer Krise, doch das heisst nicht , dass sie sich wirklich trennt . Das kann sich wieder
ändern . Und ich an Deiner Stelle würde aufpassen , dass Du nicht nur ein Auslöser für etwas bist , dass sie Dich nicht
instrumentalisiert und sozusagen als Affaire missbraucht , wenn es eigentlich um die beiden anderen geht . Eine Verliebtheit ,
ein Seitensprung kann als Puffer dienen , um die Spannungen der Hauptbeziehung auszugleichen . Wie gesagt : ich wäre vorsichtig .
Das Gleiche andersrum sieht nicht so krass aus , denn Dein Freund und Du , Ihr scheint nicht so lange zusammenzusein und
Du entdeckst gerade Deine homosexuelle Seite . Allerdings besteht auch da die Möglichkeit , die lesbische Frau Deines Interesses
für ein Ausprobieren , ein Abenteuer auszunutzen . Wenn beide sowas wollen , dass wäre es ausgeglichen , wenn eine mehr Gefühle
und ernsthafte Ambitionen hat , dann ist es verletzend für die andere . Du solltest mal offen mit ihr darüber sprechen .

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Phase2Phase
Beitrag 01.Aug.2018 - 13:55
Beitrag #4


Filterkaffeetrinkerin
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ZITAT(Pirola @ 01.Aug.2018 - 11:43) *
Hallo Emilia ,
was ich auf keinen Fall übersehen würde , ist die Tatsache, dass diese Frau eine sehr lange Beziehung zu ihrer Freundin hat .
Es hört sich so an , als seien die beiden in einer Krise, doch das heisst nicht , dass sie sich wirklich trennt . Das kann sich wieder
ändern . Und ich an Deiner Stelle würde aufpassen , dass Du nicht nur ein Auslöser für etwas bist , dass sie Dich nicht
instrumentalisiert und sozusagen als Affaire missbraucht , wenn es eigentlich um die beiden anderen geht . Eine Verliebtheit ,
ein Seitensprung kann als Puffer dienen , um die Spannungen der Hauptbeziehung auszugleichen . Wie gesagt : ich wäre vorsichtig .
Das Gleiche andersrum sieht nicht so krass aus , denn Dein Freund und Du , Ihr scheint nicht so lange zusammenzusein und
Du entdeckst gerade Deine homosexuelle Seite . Allerdings besteht auch da die Möglichkeit , die lesbische Frau Deines Interesses
für ein Ausprobieren , ein Abenteuer auszunutzen . Wenn beide sowas wollen , dass wäre es ausgeglichen , wenn eine mehr Gefühle
und ernsthafte Ambitionen hat , dann ist es verletzend für die andere . Du solltest mal offen mit ihr darüber sprechen .


Dem ist nicht's mehr hinzuzufügen ,sehe ich auch so (IMG:style_emoticons/default/thumbsup.gif)
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emilia98
Beitrag 08.Aug.2018 - 08:36
Beitrag #5


Geschirrspülerin
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Hallo zusammen

Ich befinde mich momentan mittendrin im Prozess, mich mit meiner Sexualität auseinanderzusetzen. Jetzt stecke ich aber irgendwie fest...Bin ich denn jetzt lesbisch? Oder bisexuell? Oder nur verwirrt? Mir ist natürlich bewusst, dass ich mir die schlussendliche Antwort nur selbst geben kann, aber könntet ihr mir vielleicht einige Ratschläge oder Tipps geben?

Im Gegensatz zu vielen anderen, deren Beiträge ich hier schon gelesen habe, gab es in meiner Kindheit oder frühen Jugend überhaupt keine Anzeichen für Homosexualität. Im Gegenteil: Die Frage kam gar nie auf. Ich hatte schon früh einen Freund, und seither war ich in 4 Beziehungen, alle mit Männer. Natürlich waren die meisten dieser "Beziehungen" noch sehr kindlich und ich persönlich würde eigentlich erste die letzte als wirkliche Beziehung ansehen.
Dort habe ich dann auch gemerkt, dass irgendwas nicht passt. Ich mochte meinen Freund natürlich unglaublich gern, ansonsten wäre ich wohl nicht mit ihm zusammen gewesen. Ob es wirklich Liebe war, darüber lässt sich streiten. Allerdings war mir körperliche Nähe immer irgendwie unangenehm und auch vor sexuellen Aktivitäten habe ich mich immer lieber gedrückt.
Dazu kommt, dass ich in letzter Zeit eine gute Freundin näher kennengelernt habe. Sie ist selbst lesbisch, was bei mir zu einer Art Schlüsselerlebnis geführt hat, da ich dachte "Ah, das gibts auch bei uns". Ich wohne in einem eher kleineren Dorf und habe vorher noch von niemandem gehört, oder niemanden gekannt, der homosexuell wäre, was vielleicht auch ein Grund ist, weshalb es für mich gar nicht in Frage kam.
Auf jeden Fall gab es dann einige Anzeichen, und mittlerweile vermute ich, dass ich mich ein wenig in meine gute Freundin verliebt habe. Woher kann ich aber wissen, ob es sich dabei nur um Bewunderung handelt? Ich fühle mich sowohl körperlich als auch emotional zu ihr hingezogen und liebe es Zeit mit ihr zu verbringen.

Wenn ich über meine Zukunft nachdenke kann ich mir (mittlerweile) eine Frau an meiner Seite vorstellen. Allerdings hatte ich ja schon Beziehungen mit Männern und kann mir (wahrscheinlich auch deshalb) ebenfalls eine Beziehung mit einem Mann vorstellen. Momentan reizt mich der Gedanke an eine Frau mehr. Vielleicht ist das aber nur, weil ich noch nie eine Beziehung mit einer Frau hatte, und neugierig bin?
Oder heisst das jetzt schon , dass ich bisexuell bin?

Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass für mich auch Frauen in Frage kommen, aber wie kann ich denn jetzt herausfinden ob es sich um Bisexualität oder Homosexualität handelt? Ausserdem weiss ich gar nicht ob ich mir denn wirklich so sicher bin... Natürlich möchte ich mit niemandem darüber reden, so lange ich es selbst nicht genau weiss...

Habt ihr irgendwelche Tipps, wie ich vorgehen könnte um meine Vermutung so quasi "abzusichern"? Wie war das denn damals bei euch?
Gab es irgendeinen Schlüsselmoment wo ihr genau wusstet "jetzt bin ich mir sicher"?

Ich würde mich über so viele Antworten wie möglich freuen und danke euch schon im Voraus!
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leslie
Beitrag 08.Aug.2018 - 10:01
Beitrag #6


Miau
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Hallo emilia,
und erstmal ganz herzlich Willkommen im Forum!
Du hast schon Recht - die schlussendliche Antwort kannst nur Du Dir selbst geben.
Und dass Du derzeit recht verwirrt und unsicher bist, kann ich auch verstehen.
Aber jetzt das "Aber" (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) :
Muss es eine ganz feste Kategorie (um nicht zu sagen: Schublade) sein, in die Du Dich stecken (lassen) möchtest? Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt?
Du schreibst, Du mochtest Deinen Freund, aber irgendwas passte nicht und die körperliche Nähe war Dir irgendwie unangenehm.
Das für sich genommen ist für mich noch kein Zeichen, dass Du lesbisch sein könntest - ich war auch schon mit einer Frau zusammen, mit der mir die körperliche Nähe zwar nicht unangenehm war, ich aber... nuja... auch ganz gut darauf verzichten konnte und es irgendwie eine Art "Pflicht" war, um die ich mich immer öfter gedrückt habe... Was nicht hieß, dass ich diese Frau nicht geliebt habe, aber der Teil "passte" rückblickend eigentlich von Anfang an nicht so ganz (hört sich jetzt auch seltsam an, merke ich gerade.... )

Dein Interesse für Frauen ist geweckt, Du kannst Dir körperliche und emotionale Nähe vorstellen - so what? Auch dadurch bist Du weder automatisch bi- noch homosexuell... Dass Du Dich nun ausgerechnet in eine gute Freundin von Dir "verguckt" hast, ist möglicherweise nicht die ideale Konstellation, andererseits hast Du diese Gefühle vielleicht auch genau deshalb (zumindest unterbewusst) zugelassen, weil Du von ihr weißt, dass sie lesbisch ist? (Das ist ja auch manchmal so - weil da zumindest die theoretische Chance besteht, dass sie positiv auf Dich reagiert...)

An Deiner Stelle würde ich nicht versuchen, in diesen Kategorien zu denken. Es ist egal, ob Du hetero, homo, bi oder sonstwas bist. Du verliebst Dich in den Menschen, und wenn der sich auch in Dich verliebt, ist das doch wunderschön! Du setzt Dich mit diesen Schubladen viel zu sehr selber unter Druck...
Es gibt Menschen, die können von sich sagen: "Für mich kommt ganz klar niemals ein Mann / eine Frau in Frage, das kann ich mir absolut nicht vorstellen, allein der Gedanke ist für mich völlig undenkbar." Andere sind da eben anders gestrickt und können sich ein "sowohl - als auch" vorstellen - und beides ist gut so, wie es ist!
Es wäre natürlich schade, wenn Du jetzt eine "Beziehung" zu einer Frau eingehen würdest, nur um "es" mal auszuprobieren. Aber wenn da wirklich Gefühle (gegenseitige) im Spiel sind, lass´ es auf Dich zukommen, genieße es und schau, wie es sich entwickelt...

Fazit meines wirren Sermons: Du bist DU, Du bist gut so, wie Du bist, auch ohne eine Schublade, in die Du Dich hineinzwängen willst - Schubladen sind meist eng und dunkel, und wenn sie geschlossen sind, sieht man nicht mehr wirklich was (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)
Ich würde das Pferd also von hinten aufzäumen: Lebe Deine Gefühle und denke nicht über Definitionen nach! Und richte Deine Gefühle nicht nach irgendwelchen Definitionen!

(Zu Deiner abschließenden Frage noch kurz: Für mich war seit Kindergartenzeiten klar, dass Männer für mich nicht in Frage kommen... und das ist bis heute so geblieben. Ich habe aber auch schon mehrere Frauen kennen gelernt, die haben einen Mann geheiratet, Kinder bekommen - und dann plötzlich gemerkt, da ist noch was anderes - und mehrere davon sind jetzt glücklich mit einer Frau zusammen... einige sind zwischendurch dann doch wieder zu Männern zurückgekehrt - und dann doch wieder mit ´ner Frau zusammen... so what...
Ein schlauer Mensch hat mal gesagt: "Das hat man doch nicht in seiner Macht, in wen man sich verliebt.")
In diesem Sinne: Mach die Schubladen zu und geh´ nach Deinem Gefühl!

Alles Gute Dir!
Leslie
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emilia98
Beitrag 08.Aug.2018 - 10:14
Beitrag #7


Geschirrspülerin
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Userinnen-Nr.: 9.966



Liebe Leslie

Vielen Dank! Ob du es glaubst oder nicht; beim Lesen deiner Nachricht ist mir gerade eine riesige Last von den Schultern gefallen. Du hast Recht!
Das Problem bei mir ist nur, dass ich vom Umfeld also sowohl Freunden als auch Verwandten in letzter Zeit öfter die Frage gestellt bekommen habe ob ich denn jetzt homosexuell sei oder nicht.
Das setzt einen natürlich unter Druck, vor allem, wenn man es selbst gar nicht so richtig weiss und deshalb weder bewusst die Wahrheit sagen kann, noch bewusst lügen kann...
Danke dir und einen schönen Tag!






ZITAT(leslie @ 08.Aug.2018 - 11:01) *
Hallo emilia,
und erstmal ganz herzlich Willkommen im Forum!
Du hast schon Recht - die schlussendliche Antwort kannst nur Du Dir selbst geben.
Und dass Du derzeit recht verwirrt und unsicher bist, kann ich auch verstehen.
Aber jetzt das "Aber" (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) :
Muss es eine ganz feste Kategorie (um nicht zu sagen: Schublade) sein, in die Du Dich stecken (lassen) möchtest? Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt?
Du schreibst, Du mochtest Deinen Freund, aber irgendwas passte nicht und die körperliche Nähe war Dir irgendwie unangenehm.
Das für sich genommen ist für mich noch kein Zeichen, dass Du lesbisch sein könntest - ich war auch schon mit einer Frau zusammen, mit der mir die körperliche Nähe zwar nicht unangenehm war, ich aber... nuja... auch ganz gut darauf verzichten konnte und es irgendwie eine Art "Pflicht" war, um die ich mich immer öfter gedrückt habe... Was nicht hieß, dass ich diese Frau nicht geliebt habe, aber der Teil "passte" rückblickend eigentlich von Anfang an nicht so ganz (hört sich jetzt auch seltsam an, merke ich gerade.... )

Dein Interesse für Frauen ist geweckt, Du kannst Dir körperliche und emotionale Nähe vorstellen - so what? Auch dadurch bist Du weder automatisch bi- noch homosexuell... Dass Du Dich nun ausgerechnet in eine gute Freundin von Dir "verguckt" hast, ist möglicherweise nicht die ideale Konstellation, andererseits hast Du diese Gefühle vielleicht auch genau deshalb (zumindest unterbewusst) zugelassen, weil Du von ihr weißt, dass sie lesbisch ist? (Das ist ja auch manchmal so - weil da zumindest die theoretische Chance besteht, dass sie positiv auf Dich reagiert...)

An Deiner Stelle würde ich nicht versuchen, in diesen Kategorien zu denken. Es ist egal, ob Du hetero, homo, bi oder sonstwas bist. Du verliebst Dich in den Menschen, und wenn der sich auch in Dich verliebt, ist das doch wunderschön! Du setzt Dich mit diesen Schubladen viel zu sehr selber unter Druck...
Es gibt Menschen, die können von sich sagen: "Für mich kommt ganz klar niemals ein Mann / eine Frau in Frage, das kann ich mir absolut nicht vorstellen, allein der Gedanke ist für mich völlig undenkbar." Andere sind da eben anders gestrickt und können sich ein "sowohl - als auch" vorstellen - und beides ist gut so, wie es ist!
Es wäre natürlich schade, wenn Du jetzt eine "Beziehung" zu einer Frau eingehen würdest, nur um "es" mal auszuprobieren. Aber wenn da wirklich Gefühle (gegenseitige) im Spiel sind, lass´ es auf Dich zukommen, genieße es und schau, wie es sich entwickelt...

Fazit meines wirren Sermons: Du bist DU, Du bist gut so, wie Du bist, auch ohne eine Schublade, in die Du Dich hineinzwängen willst - Schubladen sind meist eng und dunkel, und wenn sie geschlossen sind, sieht man nicht mehr wirklich was (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)
Ich würde das Pferd also von hinten aufzäumen: Lebe Deine Gefühle und denke nicht über Definitionen nach! Und richte Deine Gefühle nicht nach irgendwelchen Definitionen!

(Zu Deiner abschließenden Frage noch kurz: Für mich war seit Kindergartenzeiten klar, dass Männer für mich nicht in Frage kommen... und das ist bis heute so geblieben. Ich habe aber auch schon mehrere Frauen kennen gelernt, die haben einen Mann geheiratet, Kinder bekommen - und dann plötzlich gemerkt, da ist noch was anderes - und mehrere davon sind jetzt glücklich mit einer Frau zusammen... einige sind zwischendurch dann doch wieder zu Männern zurückgekehrt - und dann doch wieder mit ´ner Frau zusammen... so what...
Ein schlauer Mensch hat mal gesagt: "Das hat man doch nicht in seiner Macht, in wen man sich verliebt.")
In diesem Sinne: Mach die Schubladen zu und geh´ nach Deinem Gefühl!

Alles Gute Dir!
Leslie

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kawa
Beitrag 08.Aug.2018 - 10:18
Beitrag #8


Blau, weil Ströse.
************

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Beiträge: 19.852
Userin seit: 06.08.2006
Userinnen-Nr.: 3.348



Kurzer Strösenkommentar: @emilia, da deine beiden Threads inhaltlich zusammengehören, habe ich sie miteinander verbunden.
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McLeod
Beitrag 08.Aug.2018 - 11:48
Beitrag #9


mensch.
************

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Userin seit: 29.03.2006
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wie krass aufgeladen die worte doch sind, die eigentlich nur etwas sebstverständliches beschreiben sollen: zuneigung, partner*innenschaft, aber wohl auch in der konsequenz eine soziale position in der gesellschaft. und dass die nicht unbedingt supidupi "klingt", angesichts der vielen stereotype, vorurteile und hier und da handfesten ausgrenzungen, ist schon schlimm genug.

hier "funkt" das alles aber auch irgendwie in eine freundschaft, vertrautheit und nähe hinein. problematisiert. macht konsequenzen so scheinbar grooooß.

schade eigentlich, dass du nicht einfach gucken kannst: was verbindet euch, wie gestaltet ihr eure beziehung (und jedes miteinander ist eine, nicht nur die mit sexualität und am ende gar monogamie und so), was verändert sich an aurer lebenssituation dadurch?

einfach: schade...

mcleod
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pfefferkorn
Beitrag 09.Aug.2018 - 09:04
Beitrag #10


Gut durch
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vielleicht ein kleiner Tipp: wenn du gefragt wirst ... (finde ich auch schon sehr "mutig" zu fragen , wem steht das eigentlich zu?)
darfst du auch gerne rückfragen.... ob die anderen so sicher wissen, dass sie hetero sind? für immer und ewig ?
oder sagen, dass es sein könnte... oder sagen, dass du dich so nicht definieren magst
oder sagen: im Moment siehts so aus

meint: du bist keine antwort "schuldig", die du nicht geben kannst/ magst / möchtest

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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 24.10.2018 - 06:04