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> Ist das bei jeden Jobcenter so als "Kunde" adressiert?, welche stört sich hier noch am generischen Maskulinum...
Caro Polizeee
Beitrag 03.Jul.2021 - 11:16
Beitrag #1


Filterkaffeetrinkerin
***

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Hallo.

Also ich bin leider in Hartz drinnen und jede die das hat weiß sicher, es ist nichts was wir uns ausgesucht haben.
Nix freiwilliges.

Meine Sachbearbeiterin adressierte mich und die anderen um die sie sich "kümmert" als
"Kunde" "Kunden".

Ich finde das ziemlich dreist. Mich stört, dass die nicht wenigstens die weibliche Form nutzt.
Und sonst denke ich, ist es total verkehrt von Kundschaft anzufangen, wo es um Leistungsberechtigte geht.
Von daher sehe ich mich auch nicht als Kundin, sondern als Leistungsberechtigte. Hätte ich einen Penis, wäre ich LeistungsberechtigteR.

Gesagt werden kann auch: Arbeitslosengeld 2 Leistungsberechtigte oder Hartz4 Leistungsberechtigte, aber nicht Kundin und schon gar nicht Kunde.

Nun zur Frage oben... machen das alle beim Jobcenter so falsch, dass die von Kunde reden?
Oder ist das bloß die, die es nicht kappieren will.
Mich stört das sehr, dass die Tatsachen verschleiert, nämlich durch Kunde, klingt es so als sei eine freiwillig dort.


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Hortensie
Beitrag 03.Jul.2021 - 11:50
Beitrag #2


"Jeck op Sticker"
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Die Sachbearbeiterin im Jobcenter erbringt eine Dienstleistung, in dem sie die Beratung und das Ausfüllen der Formulare für die Kunden*Kundinnen tätigt.

Leistungsberechtigt vielmehr Antragsberechtigt ist Mensch gegenüber dem Sozialstaat und nicht der Sachbearbeiterin im Jobcenter. Leider verwechseln das viele,so dass die Beschäftigten im Jobcenter bei offener Tür, mit dem Notfallschalter und Sicherheitspersonal vor ihren Kunden*Kundinnen geschützt werden müssen.

Vielleicht sollten sie als beratende Boten gesehen werden?

Veränderungen können dem System nicht dem Boten vorgeschlagen werden...fast jedes Jobcenter hat eine Gleichstellungsbeauftragte....dort können Verbesserungsvorschläge eingebracht werden.
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kawa
Beitrag 03.Jul.2021 - 13:18
Beitrag #3


Blau, weil Ströse.
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ZITAT(Caro Polizeee @ 03.Jul.2021 - 12:16) *
Mich stört das sehr, dass die Tatsachen verschleiert, nämlich durch Kunde, klingt es so als sei eine freiwillig dort.

Das klingt in der Tat verwirrend, um nicht zu sagen falsch, aber Hortensie hat ja gut erklärt, wie es zu dieser Bezeichnung kommt und woher offenbar das Missverständnis rührt.

Und was die männliche Form anbetrifft: frag sie doch höflich, ob es möglich wäre, die weibliche Form zu benutzen. Vielleicht ist es ihr selbst nie aufgefallen und niemand hat sie darauf aufmerksam gemacht, was sie da macht und dass es als verletzend empfunden werden kann. Auch wenn in letzter Zeit viel von gendergerechter Sprache die Rede ist, hat noch nicht jede/r ein Bewusstsein dafür entwickelt.
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McLeod
Beitrag 06.Jul.2021 - 22:17
Beitrag #4


mensch.
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Ich streiche fröhlich in Formularen alles Mögliche durch und gebe ungefragt genderoffene Formulierungen als Notiz dann zurück. In der Bankenbranche überrascht das ja nun ncht, die haben sie ja allein aus Prinzip vor 2-3 Jahren bis vors höchste Gericht ziehen lassen, nur um nichts an den Formularen ändern zu müssen. War glaube ich eine Sparkasse. Und der Öffentliche Dienst ist ja quasi artverwandt ;-)

Thema ist ja endlich im Mainstream angekommen, wo es sich seit 2-3 Jahren im Kreis dreht und verflacht.

Für mich ist Sprache ein Beifang und erledigt sich durch entsprechende Praxis, die sich ja zunehmend ausbreitet. Politisch will ich Selbstbestimmung über mein Leben und Körper, die krasse Ausbeuung und Umverteilung nach oben beendet sehen und Maßnahmen gegen die Gewalt und den inzwischen eingetretenen Rechtsruck. Also in diesem Jahr die Union aus der Bundesregierung wählen unter anderem.

Den queerpolitischen Kleinkram könnten sie dann ja mal zügig erledigen, nach den Jahrzehnten des unionsgeführten Ausbremsens. Aber das sind eher juristische Fingerübungen im Vergleich zu den nötigen Systemwechseln, bei denen Klimaschutz dann quasi die unausweichliche Nebenwirkung ist, wenn Natu rund Mensch nicht mehr derart ausgebeutet werden wie derzeit. Auch ein besserer Sozialstaat bzw. ein solidarisches Gesundheitssystem ohne Care-Krise wären da mit drin.

Aber ich schweife ab...
McLeod

Der Beitrag wurde von McLeod bearbeitet: 06.Jul.2021 - 22:26
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Caro Polizeee
Beitrag 08.Jul.2021 - 14:25
Beitrag #5


Filterkaffeetrinkerin
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Userin seit: 03.07.2021
Userinnen-Nr.: 10.233



Das mit der Gleichstellungsbeauftragten ist eine neue Info. Meinst du wirklich jedes Jobcenter hat das?
Ich bin irgendwie sehr skeptisch, wenn ich so meine Erfahrungen in meinem lokalen Jobcenter überdenke...
ist ja nicht nur, dass dort gerne alles vermännlicht wird wie mit dem Kunde.
Die ziehen schlimn über Hartz4-Bezieherinnen her. Hatte mal ein Gespräch mitanhören können.

Hartz4 hat sich keine Frau freiwillig ausgesucht, sondern wurde dort reingedrängt und wenn es das nicht geben würde, dann wäre sie vermutlich obdachlos. Das mal berücksichtigt, wird sie dann noch von diesen Quackshalbern wie Schmutz behandelt.
Das ist wirklich schlimm.
Ich wette über mich "Faule" und "Geisteskranke" zerbeißen die sich auch das Maul. Hoffentlich richtig, kann ich nur schreiben, dafür dass auch die Frauen in der Armut halten.


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switch
Beitrag 17.Aug.2021 - 21:05
Beitrag #6


Gemüseputzi
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Beiträge: 36
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Userinnen-Nr.: 7.427



Ich finde es allerdings auch merkwürdig, wenn das Jobcenter von Kunden oder Kundinnen spricht.

Schließlich erbringt es Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung, die jeder Arbeitnehmer durch seine Sozialabgaben vom Gehalt abgezogen bekommt. Man ist demnach nicht Kunde, sondern Versicherter. Meine Meinung. Bei der Rentenversicherung z.B. hat man eine Versicherten Nr. Ebenso bei der Krankenversicherung. Warum nicht bei der Arbeitslosenversicherung?
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sja
Beitrag 18.Aug.2021 - 19:17
Beitrag #7


Gut durch
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Beiträge: 907
Userin seit: 24.08.2004
Userinnen-Nr.: 42



Soviel ich weiß ist die Bezeichnung als Kundin bzw. Kunde in den Jobcentern offiziell vorgegeben.
Was die Versicherung angeht muss man trennen zwischen dem sogenannten Arbeitslosengeld 1, das über die Arbeitslosenversicherung finanziert wird und dementsprechend eine Versicherungsleistung ist, die auch nur für einen beschränkte Dauer und unter der Voraussetzung von vorher geleisteten Beiträgen ausgezahlt wird,; und dem Arbeitslosengeld 2 bzw.Hartz 4 trennen.,Bei dien letzten handelt es sich um eine Soziale Staatliche Leistungen die aus Steuergeldern finanziert werden, die der Sicherung des Lebensunterhalts dient und keine Versicherungsleistung ist. Früher waren für die Auszahlung und Bearbeitung auch getrennte Stellen zuständig, einmal die Arbeitslosenämter wie das früher noch hieße und einmal die Sozialämter der Städte und Gemeinden. Das ist halt dann u.a. im Rahmen der Hertz-Reform neustrukturiert worden.

Der Beitrag wurde von sja bearbeitet: 18.Aug.2021 - 19:19
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