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> Beziehungsangst, Kennt das jemand?
cup of tea
Beitrag 05.Dec.2019 - 18:09
Beitrag #1


Salatfee
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Liebe Frauen,

mir liegt ein Thema auf der Seele, das mir so unangenehm ist, daß ich darüber auch nicht mit guten Freunden sprechen möchte.

Kennt jemand das Thema Beziehungsangst? Diese Momente die zwar selten, aber schrecklich sind, wenn man der geliebten Partnerin in einer gut funktionierenden Beziehung (ja klar, Stress gibts auch mal und Themen, die sich als Minenfelder entpuppen) beim Frühstück gegenüber sitzt. Und plötzlich legt sich eine Eiseskälte über das Herz und man fragt sich, was genau man mit der Person, die einem da gegenübersitzt, zu tun hat, warum man eigentlich hier ist und ob was da die Verbindung sein könnte. Außerdem ist es plötzlich völlig klar, daß die Beziehung immer schon zum Scheitern verurteilt war, weil man eh nicht zusammenpaßt und die furchtbare Angst, mich jetzt trennen zu MÜSSEN etc.
Bei mir kam noch Schwindel und Übelkeit dazu, dann die Tränen.

Meine Freundin war wie der Fels in der Brandung und hat mich gehalten und getröstet und langsam habe ich mich beruhigt. Ihre Anwesenheit, Stimme, Liebe hat mich wieder in die Realität zurück geholt und natürlich weiß ich wieder, warum wir zusammen sind und daß ich sie liebe. Jetzt noch mehr als je zu vor, so kommt es mir vor - ein Rest Angst vor dem Gefühl und die Scham bleiben aber.

Meine Frage ist: bin ich verrückt - so fühlt sich das an. Abgerückt aus der Realität. Kennt das die eine oder andere unter Euch?

Mit vielen Grüßen,
cup of tea
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kawa
Beitrag 05.Dec.2019 - 23:06
Beitrag #2


Blau, weil Ströse.
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Klingt für mich nach einer Panikattacke. Aber ich bin da nicht so firm, kenne es nur aus Berichten von anderen. Deine Beschreibung "Abgerückt aus der Realität" ruft mir noch den Begriff "Depersonalisation" ins Bewusstsein. Das habe ich tatsächlich mal erlebt. Aber auch das geht etwas mehr in eine andere Richtung.

Auf jeden Fall möchte ich dir sagen: du bist nicht verrückt! Aber es scheint da eine komplexere psychische Störung vorzuliegen, die ich mit einer ausgebildeten Fachkraft besprechen würde. Ich kann dir nur empfehlen, dich an eine Psychologin oder Psychiaterin zu wenden, vor allem, da es dir häufiger zu passieren scheint (wenn ich deinen Text richtig verstanden habe). Nur Mut! Die beißen nicht, sondern sind da, um dir zu helfen.
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Jessy2
Beitrag 06.Dec.2019 - 20:46
Beitrag #3


Geschirrspülerin
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Hallo,
das mit der Psychologin was @Kawa geschrieben hat finde ich auch sehr gut!
Ich kann dir ausserdem das Buch (Jein!) von Stefanie Stahl empfehlen.
ISBN: 3831902909
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cup of tea
Beitrag 07.Dec.2019 - 13:34
Beitrag #4


Salatfee
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Ihr Lieben,

recht herzlichen Dank für Eure Antworten! Ich bin in guten Händen therapeutischer Art und bestens Versorgt mit Wissen und Verstehen.

Mein Anliegen war es, vielleicht in einen Austausch zu kommen mit Menschen, die ähnliches kennen oder erlebt haben. Ich komme mir einfach so blöd vor. Falls es solche hier nicht gibt, ist es nicht schlimm, dann ist es mir nur fast ein wenig peinlich, daß das jetzt hier so geschrieben bleibt.

Ich grüße Euch herzlich und nochmals Dank fürs Lesen und Schreiben.
cup of tea
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kawa
Beitrag 07.Dec.2019 - 14:23
Beitrag #5


Blau, weil Ströse.
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Userinnen-Nr.: 3.348



ZITAT(cup of tea @ 07.Dec.2019 - 13:34) *
Ich bin in guten Händen therapeutischer Art und bestens Versorgt mit Wissen und Verstehen.

Prima! Dann habe ich Eulen nach Athen getragen. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

Es muss dir nicht peinlich sein, dass das hier jetzt geschrieben steht. Schwächen eingestehen zu können, zeugt von Stärke. Außerdem kann die Userin, die das von dir Beschriebene kennt, immer noch vorbeikommen.
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june
Beitrag 07.Dec.2019 - 16:57
Beitrag #6


Gut durch
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Userinnen-Nr.: 147



Ich habe eher eine solche Partnerin, die früher so ähnlich tickte. Besser wurde es erst, als wir zusammengezogen sind und geheiratet haben, sprich: uns konsolidiert haben.
Und ich habe gelernt, Ruhe zu bewahren, wenn es bei ihr „kommt“. Sie überkommt.
Vieles sehr ich familiär begründet. Reden hilft uns immer sehr.
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cup of tea
Beitrag 09.Dec.2019 - 18:13
Beitrag #7


Salatfee
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Liebe June,

vielen Dank für Deine Antwort. Das hilft mir tatsächlich sehr. So ähnlich fühlt es sich hier auch an. Mensch ist echt ein seltsames Wesen. Und JA! Reden hilft immer sehr, das stimmt.

Liebe Kawa,

danke für Deine Worte.

Ich grüße Euch herzlich,
cup of tea
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Pirola
Beitrag 13.Dec.2019 - 19:40
Beitrag #8


Bekennende Urlesbe
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Also , ich würde mich nach dem Auslöser der Frühstückssituation fragen . Was wurde kurz vor Deiner Reaktion gerade gesprochen oder getan ?
Du warst ja getriggert , und es wäre gut , den Auslöser zu erinnern , damit es nicht wieder passiert , damit Du Dich rechtzeitig wappnen
kannst . Ich stelle mir z.B. vor , Deine Freundin hat irgendwas gesagt , was Dich an eine unangenehme Kindheitssituation erinnert hat .
Und schwupps warst Du auf dem inneren Absprung , Dir wurde übel und Dein inneres Kind war total enttäuscht . Die innere Erwachsene schaffte es nicht , sich vorzukämpfen und mit dem inneren Kind Kontakt aufzuhemen , um es zu trösten .
Kannst Du was damit anfangen ?

Der Beitrag wurde von Pirola bearbeitet: 13.Dec.2019 - 19:41
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cup of tea
Beitrag 15.Dec.2019 - 08:15
Beitrag #9


Salatfee
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Liebe Pirola,

was genau besprochen wurde, weiß ich nicht mehr. Es war nichts spektakuläres oder besonderes. Aber ich habe mittlerweile verstanden, daß das etwas mit einer Überforderung auf meiner Seite zu tun hat. Einer Überforderung durch zu viele menschliche Kontakte. In meinem beruflichen Umfeld und dann eben auch noch im privaten. Ich bin an sich sehr menschenscheu (sollte man nicht meinen bei meinem Beruf) und kann mich auch schlecht abgrenzen.

Wir wohnen an getrennten Orten und wenn wir dann das Wochenende so eng miteinander verbringen, ist mir das bei aller Liebe und Sehnsucht manchmal trotzdem zu viel. Ja blöde Situation, weil man dann nicht eben mal in sein Zimmer gehen kann und die Türe zumachen kann und in zwei Stunden wieder rauskommen kann.

Adventliche Grüße,
Cup of Tea
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Pirola
Beitrag 16.Dec.2019 - 15:11
Beitrag #10


Bekennende Urlesbe
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Liebe cup of tea ,
ich kenne das auch sehr gut , mich schlecht abgrenzen zu können .
Obwohl ich seit sehr langer Zeit mit meiner Freundin zusammen wohne ,
müssen wir immer wieder in uns hineinspüren , ob wir überhaupt gerade zusammen sein können
oder uns nicht voneinander zurückziehen müssten .
Gerade , wenn Du beruflich mit Menschen zu tun hast , brauchst Du zuhause mehr Ruhe und Pause davon .
So jedenfalls erklärt mir das meine Partnerin , die nicht wie ich so viel Zeit für sich im eigenen Atelier hat.
Ich glaube , wenn Du so richtig dazu stehst , nur dann findest Du konsequente Lösungen . In Eurem Fall
könnte das so aussehen , dass Du diesen Druck von Dir nimmst , jede Minute mit Deiner Freundin verbringen
zu müssen , auch wenn Ihr Euch nur am Wochenende bei Dir seht . Denn Ihr könnt nur hinzugewinnen
an Qualität der Begegnung , wenn Ihr aufhört , die Quantität der Zeit zu messen . Du solltest Dich einfach trotzdem
in Dein Zimmer zurückziehen . Es geht schliesslich um Dein Wohlbefinden , und davon ist Deine Freundin genauso
betroffen . Was hat sie davon , wenn Du leidest ?
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cup of tea
Beitrag 17.Dec.2019 - 21:03
Beitrag #11


Salatfee
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Liebe Pirola,

danke für Deine Worte. Du hast natürlich Recht mit dem was Du sagst. Das ist mir und uns auch klar, daß es nur so gehen kann. Wir arbeiten beide in Berufen mit Menschen. Man muß dann eben konsequent sein - was in einer 1 Zimmerwohnung nicht immer ganz einfach ist. Und sie ist ein ganzes Stück jünger und merkt zwar auch, daß sie mal Ruhe gebrauchen könnte, es geht aber auch so, also sie steckt es leichter weg.

Kennst Du Dich denn mit dem inneren Kind aus? Ich vermute mal, daß sehr viel daher kommt. Andererseits merke ich auch, daß ich an manchen Stellen vielleicht mal weniger reflektieren und grübeln sollte und vielleicht einfach mal Dinge annehmen und so stehen lassen. Man kann es auch übertreiben und dann ist es auch nicht gesund.

Oh das Leben ist nicht immer einfach. Also meistens nicht.

Ich grüße herzlich und müde,
cup of tea
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Pirola
Beitrag 18.Dec.2019 - 20:22
Beitrag #12


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Ich kann das innere Kind nicht immer erkennen . Soviel ich weiss , besteht es total aus Gefühlen ,
die die innere Erwachsene dann zu regulieren weiss . Letztere ist wohl dazu da, Lösungen zu finden ,
damit das Kind zurecht kommt in einer Welt , in der es immer Kompromisse zu machen hat .
Ja , finde ich auch : das Leben kann schwer sein .
Mir würde es oft sehr helfen , wenn ich im realen Leben von anderen Lesben erfahren könnte , dass
sie ähnliche Probleme haben wie meine Freundin und ich . Doch sie sprechen nicht drüber - die meisten
jedenfalls nicht , oder sie sind eh Singles . So hat frau das Gefühl , nicht gut zu funktionieren , und ich
kenne das auch , wonach Du diesen thread betitelt hast : dass ich meine Beziehungs- und Liebesfähigkeit
anzweifele . Dabei sind Nähe-Distanz-Ungleichgewichte sicher in jeder Beziehung vorhanden etc. ...
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cup of tea
Beitrag 19.Dec.2019 - 21:03
Beitrag #13


Salatfee
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Oh ja, das wäre echt schön, im wahren Leben andere zu kennen, denen es ähnlich geht.

Ich vermute ja, daß nicht jede/r das so stark wahrnimmt oder darüber nachdenkt, obwohl es sicherlich nichts unnormales ist. Aber vielleicht sind nicht viele Menschen so sensibel an der Stelle....? Oder weniger Einzelgänger?

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