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> Stehe ich auf Frauen?
Feder
Beitrag 05.Aug.2017 - 20:15
Beitrag #1


Geschirrspülerin
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Hallo zusammen,

Ich habe eine Frage, die sich wahrscheinlich jede hier gestellt hat: Stehe ich auf Frauen? Ich weiß, dass nur ich diese Frage beantworten kann, aber vielleicht sieht man von außen andere Dinge als ich sie sehe.

Einerseits denke ich, dass schon vieles darauf hinweist. Andererseits denke ich - so komisch es vielleicht klingt -, dass ich es mir vielleicht nur einrede, weil ich es mir irgendwie wünsche, weil ich dann anders bin & ich es mir verrückterweise bequemer vorstelle, weil ich mit Frauen besser klar komme als mit Männern. Ich glaube, ich gehe auch zu rational an dieses Thema ran.

Im Januar dachte ich das erste Mal so richtig darüber nach, dass ich auf Frauen stehen könnte. Dass es auch diese sexuelle Richtung gibt, wusste ich vorher auch, aber irgendwie hab ich das nie mit mir im Zusammenhang gesehen. Homophob bin ich nicht & fand solche Themen schon immer interessant. Aber ich bin eine große Meisterin im Ignorieren von Dingen, sodass es nicht verwunderlich ist, dass mir sowas erst später auffällt, auch wenn das nicht ganz so spät ist.

Was mich auf die Idee gebracht hat, war ein Buch bzw. mehrere Bücher, die ich recht kurz hintereinander gelesen habe. Nach dem einen Buch fiel mir dann auf, dass ich Frauen auch gerne auf den Hintern schaue. Männerhintern finde ich eigentlich total uninteressant. Eigentlich finde ich insgesamt Frauen viel interessanter anzuschauen als Männer & ich denke oft, wenn ich andere Frauen sehe, dass sie schön sind. Andererseits denke ich auch bei manchen Männern, dass die interessant aussehen.
Und naja die Brüste sind auch nicht uninteressant für mich & es gab schon Situationen, wo ich drüber nachgedacht habe eine Frau zu küssen (& das lange bevor ich auf den Gedanken kam, dass ich auf Frauen stehen könnte). Ich hab es aber unterdrückt, weil mir immer klar war, dass mein Gegenüber garantiert nichts von mir wollte & ich eigentlich auch nichts von ihr wollte & ich auf einmal nur diesen Gedanken hatte. Ich versuche solche Gedanken eher zu vermeiden, weil ich dann rot & komisch werde.

Als ich jedenfalls auf die Idee kam, hab ich mich natürlich total viel informiert & wollte es natürlich unbedingt herausfinden. Nach diesem Anfang aber hab ich schließlich das Thema beruhen lassen & es ist wieder im Hintergrund verschwunden, wobei ich ab & zu Frauen, die ich noch nicht so gut kannte, interessant genug fand, bis sie dann ihre Partner erwähnten. Irgendwie kenne ich nur Heterofrauen mit Partner, weshalb auch immer.
Zwischendurch hatte ich auch eine Art Date mit einem Mann, aber nur weil er was von mir wollte, ich noch nicht so recht wusste, was er von mir wollte & ich neugierig war, was er von mir wollte. Danach wollte ich ihn nie wiedersehen, obwohl eigentlich nichts schlimmes geschehen ist. Es hat mich nur danach irgendwie geschüttelt oder ich hab Angst bekommen & auf jeden Fall wusste ich, dass wir einfach nie im Leben zusammenpassen würden. Bei der ganzen Geschichte fand ich es sehr erstaunlich, dass ich es komplett verdrängt habe, dass ich eher auf Frauen stehen könnte. Naja, keine Ahnung, was ich davon halten soll. Entweder mag ich einfach nur Beziehungen nicht oder habe Angst davor, weil ich noch nie eine geführt habe, oder ich mochte den Gedanken nicht, weil ich nicht auf Männer stehe, oder ich mochte ihn einfach nur nicht. Ich fands auch gruselig, dass er sich anscheinend echt in mich verliebt hatte & alles für mich tun würde & er irgendwie auch anhänglich war, was ich gar nicht mochte, weil er mich nicht interessiert hat.

Was mich halt verunsichert, ist, dass ich schon ein paar Mal in Jungen/Männer verliebt war, aber nie so richtig bewusst in eine Frau.
Das mit den Jungen/Männern war aber nur eine Schwärmerei, ohne dass da was draus geworden ist & irgendwann fand ich die auch alle doof & es hatte sich dann ausgeliebt.
In eine Frau war ich irgendwie noch nie so richtig verliebt, wobei ich in der Schule schon von ein paar Freundinnen richtig besessen war. Aber da kam mir der Gedanke Liebe nie.

Das war gerade alles, was mir dazu einfiel & vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen.
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leslie7259
Beitrag 06.Aug.2017 - 10:08
Beitrag #2


Miau
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Hallo Feder,

tja, im Prinzip beantwortest Du Dir Deine Frage ja tatsächlich gleich im ersten Satz selbst (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)
Man kann da natürlich rein kopfmäßig rangehen: Was ist hier, was ist da, warum dies, warum das?

Für mich persönlich hat sich die Frage nie gestellt - eben weil ich mich seit Teenagerzeiten immer nur in Frauen verliebt habe und Männer komplett uninteressant fand. Frage für mich also ganz schnell beantwortet (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) (Es hat dann etwas länger gedauert, zu definieren, dass ich dann wohl tatsächlich lesbisch bin - das war so Mitte der 1980er Jahre, also schon ´ne Weile her (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) - aber dass ich mit Jungs nix anfangen kann und einfach nur Frauen attraktiv finde und mich in sie verliebe, DAS war klar (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) ) (Auf den Hintern geschaut habe ich aber weder bei Männern noch bei Frauen (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) Es war einfach die Gesamtausstrahlung - sei es jetzt eine schlanke oder auch eine etwas moppeligere Frau, sei es blond oder dunkelhaarig, braun- oder blauäugig - es kam auf das "Gesamtpaket" an, und das kommt es für mich bis heute... und natürlich, vieles davon waren Schwärmereien, letztendlich kommt es natürlich auch entscheidend auf den Charakter an - aber das ist jetzt natürlich nicht geschlechterspezifisch...)

So, das hilft Dir jetzt nur peripher...

Warst Du denn schon mal in "Lesbenkreisen" unterwegs? Also entsprechende Lokale z. B.?
Ich war ja damals auch ständig unglücklich in vergebene Heten verliebt - ich bin dann in einen Lesbenchor gegangen, auch wenn ich mit Singen eigentlich nichts am Hut hatte - da hab´ ich dann meine Traumfrau zwar auch nicht getroffen, aber endlich mal "Gleichgesinnte", und es war eine total tolle Zeit, die ich nicht missen möchte.

Da gibt es außerdem noch so einen schönen Spruch: "Das hat man doch nicht in seiner Macht, in wen man sich verliebt."
Und wie die Niederrheiner so schön sagen: "Et kütt, wie et kütt" (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

In diesem Sinne viel Erfolg auf dem Weg Deiner Selbstfindung!
LG Leslie

Der Beitrag wurde von leslie7259 bearbeitet: 06.Aug.2017 - 10:09
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Feder
Beitrag 06.Aug.2017 - 16:07
Beitrag #3


Geschirrspülerin
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Hallo Leslie,

Vielen Dank für deine Antwort!

Ich glaube, ich bin viel zu rational & kopflastig in Liebesdingen. (IMG:style_emoticons/default/sad.gif)

Bei mir ist das auch eher die Gesamtausstrahlung (finde sowohl dicke als auch dünne Frauen schön). Man sieht immer wieder so Leute, die einen irgendwie faszinieren.

Irgendwie traue ich mich nicht in Lesbenkreisen mich zu bewegen, weil es ja wirklich doof wäre, wenn sich rausstellen würde, dass ich doch nicht dazugehören würde.
Es gibt Angebote in meiner Stadt.

Die Sprüche stimmen ja beide, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich mir alles kaputtdenke & das auch nicht abstellen kann.
Ich hab aber noch nie eine Person getroffen, wo es wirklich gefunkt hat, aber vielleicht habe ich das auch noch nie bemerkt.

Und ja, du hast Recht, die einzige Person, die die Frage beantworten kann, bin noch immer ich.

Viele Grüße
Feder
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McLeod
Beitrag 06.Aug.2017 - 17:07
Beitrag #4


mensch.
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Ganz trocken gesagt: Es gibt lesbische Frauen, die sich in lesbischer Subkultur nicht "zu Hause" fühlen und Frauen, die im Stadium "questioning" kommen, für sich Klarheit "oh, ähm, hetero..." finden und ihre Freundschaften und Besuche beibehalten. Lesbische Kreise sind ja keine Fanclubs von Schalke und Du stellst plötzlich fest: BVB ist DEIN Verein.

Komm doch einfach mal vorbei, statt Dir den Kopf zu zerbrechen. Das Leben lässt sich nicht in der Theorie (er)leben... 3€ ins Phrasenschwein von mir dafür 😉

Manchmal hilft eine Art kleines Buddy-Programm, ein erster persönlicher Kontakt zu einer Frau vor Ort, die Dich dann mitnimmt, so dass Du nicht allein hin musst...
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Feder
Beitrag 06.Aug.2017 - 20:49
Beitrag #5


Geschirrspülerin
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ZITAT(McLeod @ 06.Aug.2017 - 18:07) *
Komm doch einfach mal vorbei, statt Dir den Kopf zu zerbrechen. Das Leben lässt sich nicht in der Theorie (er)leben...


Das ist echt ein genialer Gedanke! Manchmal hat man echt ein Brett vor dem Kopf. Und das ist ein Argument, womit ich mich selbst schachmatt setzen kann.
Ich bin ein furchtbar passiver Mensch, der aus Angst viele Dinge nicht tut.

Ich werde mal zu einem Lesbenabend gehen, am besten nächste Woche, bevor ich einen Rückzieher machen kann.
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plop
Beitrag 07.Aug.2017 - 01:23
Beitrag #6


feministische winterfeste klimperlesbe
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du müsstest uns ja dannbitte zumindest hier erzählen ob du es geschafft hast,hinzugehen (IMG:style_emoticons/default/rolleyes.gif)
vielleicht erhöht das ein bisschen deine aktionsentschlossenheit.
und falls du es nicht schaffst-aufgeschoben ist nicht aufgehoben!
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Feder
Beitrag 07.Aug.2017 - 06:10
Beitrag #7


Geschirrspülerin
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Das hatte ich vor. (IMG:style_emoticons/default/smile.gif)
Ich hab es mir jetzt fest vorgenommen & werde es auch tun.
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leslie7259
Beitrag 07.Aug.2017 - 10:42
Beitrag #8


Miau
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Das finde ich toll!
Einfach mal locker-unverbindlich vorbeischauen - was soll da schon passieren? Zu verlieren hast Du nichts, gewinnen kannst Du an Erfahrung (so, ich werfe dann gleich mal 3 Euro hinterher in McLeods Phrasenschwein (IMG:style_emoticons/default/biggrin.gif) )
(Ja, das sage ich so leicht, es hat mich einiges an Überwindung gekostet, damals zum Lesbenchor aufzubrechen - aber im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich es tatsächlich gewagt habe; wie gesagt, es war eine tolle Zeit und ich wäre wahrscheinlich bis heute dort, wenn ich dann nicht nach ungefähr zwei Jahren (oder waren es drei?) zu weit weggezogen wäre - fast ein Jahr bin ich dann noch jede Woche gependelt, aber das war mir dann auf Dauer einfach zu anstrengend...)

Ich wünsche Dir jedenfalls viel Glück und würde mich auch freuen, wenn Du dann berichtest, wie es so war (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

LG Leslie
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Maata
Beitrag 06.Sep.2017 - 21:10
Beitrag #9


Filterkaffeetrinkerin
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Hallo Feder,

ja, berichte mal, wie Deine ersten Versuche gelaufen sind :-)


Ich habe mich vor 3 Wochen raus gewagt. Ich hab mich vor 2 Jahren restlos in eine Frau verliebt, wusste aber auch nicht - bin ich nun lesbisch oder ist es einfach DIE Frau, die mich so umhaut? Auch wenn wir eine kurze Zeit den schönsten Himmel auf Erden erlebt haben, ist eine Beziehung mit ihr nicht möglich und sie lässt das Thema "Frauen" auch gar nicht richtig zu bei sich - sie ist mit einem Mann seit ewigen Jahrzehnten verheiratet . Da ich sie nun mal liebe und weiter mit ihr zu tun habe, sie aber loslassen muss, habe ich mich entschlossen, mal in die Frauenszene zu "schnuppern", um Stärkung in diesem Thema zu erfahren. Und dann habe ich eine Coming Out Gruppe gefunden, wo ich andere Frauen traf, denen dies auch erst seit kurzem bewusst ist oder sie es ausleben oder öffentlich machen. War echt nett und nun habe ich auch Möglichkeiten, mal auszugehen in die Richtung oder Tipps zu kriegen.

Leider hab ich kaum Zeit wegen Job und Kindern, aber ich hab mir vorgenommen, wenn Zeit ist, dann gehe ich weiter in die Richtung.

Ich bin sicher, wenn Du das Thema schon so einige Zeit im Kopf mit Dir trägst, wandert es bestimmt irgendwann ins Herz und Du triffst Jemanden, wo Dein Herz hüpft :-) Dann weisst Du es.

Alles Gute Dir !








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Feder
Beitrag 13.Sep.2017 - 20:28
Beitrag #10


Geschirrspülerin
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Es kam zuerst keine Antwort auf meine Mail. Dann wurde die auch ständig an wen anders weitergeleitet, der mir gesagt hat, dass ich an die Mail schreiben soll, wo ich hingeschrieben habe, bis wir dann rausgefunden haben, dass irgendwie alles an ihn weitergeleitet wird.
Dann hatte ich keine Zeit hinzugehen und dann habe ich es vergessen.
Momentan tendiere ich eher zum Gegenteil. Das ist irgendwie ein Auf und Ab mit mir. Weil ich aber auch andere Dinge im Kopf habe, denke ich momentan nicht so viel darüber nach.
Was ich aber rausgefunden habe, ist, dass ich doch ein wenig Angst vor Männern habe (die Jungs waren in der Schule entweder nicht nett oder haben mich ignoriert). Da kommt mir jetzt der Gedanke, dass ich vielleicht nur denke, dass ich auf Frauen stehe, weil ich mich bei Männern immer ein wenig unwohl fühle & vielleicht nur wegen der Angst mir keine Beziehung zu einem Mann vorstellen kann.
Aber eine Frau, in die ich mich verliebt habe, hab ich noch immer nicht getroffen. Das wäre wenigstens etwas eindeutiger.
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plop
Beitrag 14.Sep.2017 - 08:00
Beitrag #11


feministische winterfeste klimperlesbe
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jemanden zu treffen und es macht peng und frau ist knalle verliebt passiert eher selten-und wenn jemand dringend und intensiv aus der suche ist auch eher weniger schnell-meiner meinung nach-
es kann durchaus passieren ,dass frau es erstmal-und vielleicht ziemlich lange- gar nicht wahrnimmt als das was es ist:liebe-meiner erfahrung nach!
was spricht dagegen offenes auges und offenes herzens abzuwarten,was für ein mensch deine wege kreuzt und herz und sinne berührt -egal ob mann oder frau und dann abzuzwarten,was passiert und was das mit dir macht?

da ist jetzt "einfach" geduld gefragt-
aber das ist leider überhaupt nicht einfach wenn es so ein grosser wunsch ist,sich bald -möglichst gestern-zu verlieben.

beim neugierigen umschauen wünsch ich dir viele nette und interessante menschen,die in irgendeiner weise deinen lebensweg kreuzen.
und nicht vergessen auch bei dem einen oder der anderen erstmal sperrig erscheinenden person mehrmals hin zu schauen.
vielleicht ganz oft,bis du endlich merkst dass da was sein könnte.

ich denke du brauchst gar keine definition.

es kann aber auch ganz anders sein:
das forsche in der realität draufzugehen aufs lesbisch sein gestaltet sich auch bei dir etwas holpriger als du angenommen hast-und nicht nur wegen der anderen,weil da organisatorisch was nicht klappt-sondern weil das dir unbewusst entgegen kommt,diesen schritt jetzt nicht zu machen.
das wäre auch ok-alles kommt zu seiner zeit.
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McLeod
Beitrag 14.Sep.2017 - 08:16
Beitrag #12


mensch.
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Eine gute Freundin hat mich 7 Jahre lang gefragt, ob sie lesbisch sei. In ihren Augen war ich Expertin für diese Frage. Mit Männern war es nicht so dolle, sagte sie. Das sei doch ein Zeichen. Aber dann wiederum verliebe sie sich einfach auch gar nicht. Woran das läge. Es hat sie sehr beschäftigt. Und ich hätte ihr gern geholfen. Sehr gern. Nicht bei der Frage, sondern ich hab ihr gewünscht, glücklicher und zufriedener zu sein und wenn es für sie dazu einer Verliebung bedurft hat, dann sollte sie doch gefälligst einen Menschen kennenlernen und bei beiden sollte es zoom machen. Dass ich von einem umreißbaren Zeitrahmen spreche legt nahe, dass es für sie dann so gekommen ist (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) was statistisch dann schon echt ein Glücksfall war, weil sie ein Mensch ist, der sehr aktiv ist, den Freundeskreis pflegt, reist und eigentlich keine Zeiträume und Wege hat, um neue Menschen kennenzulernen. Die Woche ist immer schon ausgebucht (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

Was mir in letzter Zeit auffällt ist, wie viel Wert Menschen um mich herum darauf legen, dass Verliebung und Beziehung "selbstverständlich" zu einem "glücklichen Leben" dazugehören. Es steckt in guten Wünschen und Sätzen wie: "Gib die Hoffnung nicht auf". Faszinierend, ganz im Sinne von Spock, dass ich mehr und mehr Menschen kennenlerne, die das anders leben und erleben. Die sich selbst genug sind auf gelassene, souveräne und autonome Art. Keine gewählten Zölibatsmodelle, sondern eine gelassene Art durch die Woche zu gehen und Menschen kennenzulernen ohne die Frage "könntest Du der nächste Mensch in meinem Leben sein - oder der Mensch meines Lebens?" Vielleicht fallen mir wegen dieser Menschen die anderen mehr auf... Die mit "man ist doch nur richtig glücklich und richtig, wenn man einen Beziehungsmenschen hat, das ist das Wichtigste im Leben"... (ich überspitze die sehr subtilen Botschaften)

Die Freundin quält sich zur Zeit wieder mit der Frage, was mit ihr nicht stimmt... Warum sie keinen Menschen trifft oder neulich erstmals selbst kein Interesse an "mehr" hatte, obwohl das Gegenüber doch gern gewollt hätte... Und ich sitze wieder am Telefon und fühle mit ihr diese Einsamkeit mitten im Kreis der gut gepflegten Freundschaften und in einem vollen, aber irgendwie nicht erfüllten Leben. Und kann ihr nicht helfen.

McLeod
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Feder
Beitrag 14.Sep.2017 - 18:49
Beitrag #13


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Ok, dann heißt es einfach abwarten & am besten gar nicht danach Ausschau halten.
Die meiste Zeit tue ich das auch & bin damit eigentlich auch nicht unzufrieden. Aber manchmal habe ich dann so Phasen, wo ich was ungeduldig bin.
Aber im Prinzip bringt es bei mir auch nicht so, aktiv woanders in Partnerbösen oder so zu suchen (jedenfalls denke ich das): Wer nämlich nicht so wie ich tickt (in Bezug auf Tierhaltung), könnte einige Sachen, die einen Teil von mir ausmachen, beim Zusammenleben extrem stören, weil z.B. meine Tiere teilweise sehr laut sind & auch anders stören können.

Naja, jetzt werde ich die nächsten Monate sowieso gut auf Trab gehalten.

ZITAT
das forsche in der realität draufzugehen aufs lesbisch sein gestaltet sich auch bei dir etwas holpriger als du angenommen hast-und nicht nur wegen der anderen,weil da organisatorisch was nicht klappt-sondern weil das dir unbewusst entgegen kommt,diesen schritt jetzt nicht zu machen.
das wäre auch ok-alles kommt zu seiner zeit.


Das ist ein interessanter Gedanke. Das kann echt gut sein.

ZITAT
Keine gewählten Zölibatsmodelle, sondern eine gelassene Art durch die Woche zu gehen und Menschen kennenzulernen ohne die Frage "könntest Du der nächste Mensch in meinem Leben sein - oder der Mensch meines Lebens?"


Das würde ich auch gerne. Diese Frage stelle ich mir schon teilweise. Wobei ich auch Phasen habe, wo ich gar nicht an so was denke bzw. viele Menschen, die ich kenne haben eine_n Partner_in & da stellt sich diese Frage gar nicht erst. Aber trotzdem ist sie irgendwie in meinem Unterbewusstsein verankert.
Ich denke aber auch, dass man nicht unglücklich sein sollte, nur weil man keine_n Partner_in hat, & dass man einfach leben sollte, ohne in einer Warteposition zu bleiben.

Ich denke, dass man irgendwie darauf konditioniert wird, dass man unbedingt eine_n Partner_in haben muss, um glücklich zu sein durch die Medien, sodass das im Unterbewusstsein fest verankert ist.
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McLeod
Beitrag 14.Sep.2017 - 20:03
Beitrag #14


mensch.
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Was sie in den Medien verschweigen... Aber ich darf es weitersagen: "Fest verankert auf Zeit"... Sowas ist beweglich mit Geduld und Spucke. Reflektion und Abschied von Glaubenssätzen. Am besten anfangen mit "Gesellschaftliche Strömungen und Erwartungen sind nicht so fest verankert, wie wir oft denken..."

McZwinker (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)
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Pirola
Beitrag 15.Sep.2017 - 10:37
Beitrag #15


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In Deinem Anfangstext erwähnst Du , dass Du früher regelrecht besessen warst von einigen anderen Mädchen .
Jede Verliebtheit fühlt sich anders an . Vielleicht warst Du ja in diese Mädchen verliebt ? Vielleicht verliebst Du
Dich in Männer anders ? Auf mich wirken Deine Schilderungen eher so , als seiest Du auch an Frauen interessiert ,
als habest Du auch vor der Begegnung mit Frauen etwas Angst , also nicht nur vor Nähe mit Männern .
Vielleicht lohnt es sich , da mehr hinzusehen : was kannst Du tun , um diese Angst vor Kontakten abzubauen ?
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Feder
Beitrag 15.Sep.2017 - 18:47
Beitrag #16


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Da hast du Recht, McLeod. Oder mit dem Satz: Man muss sich nicht in einem Pärchen befinden, um glücklich zu sein.
Im Prinzip weiß ich das alles ja, aber ich bin auch gut im Sachen verdrängen & mein Unterbewusstsein denkt sowieso, was es will. Und ich hab erst vor kurzem angefangen, über all diese Dinge nachzudenken.

Den Verdacht habe ich auch, Pirola. Wo du das nochmal erwähnst, fällt mir auf, dass ich eigentlich seit dem Kindergarten immer irgendein Mädchen im Sinn hatte, mit dem ich unbedingt eng befreundet sein wollte, das aber in der Regel eher kein Interesse an mir hatte bzw. nur aus Mitleid oder so nett zu mir war (ich war nicht sehr beliebt).

Das mit der Angst vor Nähe ist richtig. Für mich ist schon eine einfache Freundschaft was kompliziert. Ich hab was länger gebraucht als andere Kinder, um solche Sachen zu durchschauen & dadurch stieß ich dann teilweise - für mich aus heiterem Himmel - auf Ablehnung bzw. mir hat eine "beste Freundin" einmal ins Gesicht gesagt, dass sie mich nicht mehr mag & ich nerven würde. War zwar abzusehen, wenn ich jetzt darüber nachdenke. Aber sie war im Prinzip die einzige Person in der Klasse, die ich hatte, & damals war ich noch nicht so gut im Begreifen von solchen Dingen, sodass das für mich sehr plötzlich kam.

Diese Frage sollte & will ich mir tatsächlich zu Herzen nehmen. Aber im Prinzip läuft es ja darauf hinaus, dass ich einfach meine Angst überwinden muss & Leute einfach an mich ranlassen muss. Und ich lernen muss enge Freundschaften aufzubauen. Meine größte Angst ist einfach Ablehnung & das umfasst eigentlich ziemlich viele Punkte, z.B. auch einfach irgendeine Person, die ich mag, fragen, ob wir uns treffen, wobei das nur bei manchen Leuten ein Problem ist. Bei anderen, die mir deutlich signalisieren, dass sie mich mögen, ist das kein Problem. Das gleiche ist mit einfach so jemanden anrufen, um einfach zu quatschen.
Wenn ich denn mal an den Punkt komme, wo ich mal daran denke, so was zu tun, dann fallen mir oft tausend Gründe ein, warum die Person das als lästig & störend empfinden könnte.

Irgendwie stoßt ihr mich nochmal mit der Nase auf diese Sachen & habe gerade auch noch ein paar neue Facetten davon gefunden.
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Pirola
Beitrag 16.Sep.2017 - 11:49
Beitrag #17


Bekennende Urlesbe
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Hallo Feder ,
so offen , wie darüber schreibst , tun das wenige . Doch ich gehe davon aus , dass die meisten Menschen
heutzutage Probleme mit Nähe haben . Alleine , weil sie immer mehr nur noch
digital kommunizieren , weil dadurch auch viel Zeit verloren geht , in der frau sich real treffen könnte . Ich erlebe
in meinem Umfeld auch eine zunehmende Tendenz , nur noch um sich selbst zu kreisen und nicht wirklich
an einem Austausch interessiert zu sein , in dem auch der/dem anderen einmal zugehört wird .
All das hat noch gar nichts mit Se* und Verlieben zu tun .
Du stehst also absolut nicht alleine da und hast bereits den ersten Schritt getan : Du gestehst Dir Deine
Ängste ein .
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Feder
Beitrag 17.Sep.2017 - 19:05
Beitrag #18


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So offen sein geht bei mir nur im Schreiben & es geht, weil ich komplett anonym bin & eigentlich so gut wie alles, was auf mich hinweisen könnte, komplett ausgeklammert habe. Da das alles hier keiner über mich weiß, kann man über den Text schonmal nicht herausfinden, wer ich bin.
Wenn ich all das irgendwem persönlich erzählen würde, würden mir die Worte alle im Hals stecken bleiben.

Das kann sehr gut sein. Ich kenne auch einen Haufen Leute, bei denen schon was sein muss, damit sie persönliches erzählen. Fängt schon damit an, dass sie sich getrennt haben oder andere Dinge.
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Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 11.12.2017 - 08:31