lesbenforen.de

Willkommen, Gast ( Anmelden | Registrierung )

> Bitte beachten

Denk bitte daran, dass unser Forum öffentlich einsehbar ist. Das bedeutet: wenn du hier dein Herz ausschüttest, kann das von allen gelesen werden, die zufällig unser Forum anklicken. Überleg also genau, was du preisgibst und wie erkennbar du dich hier machst. Wir löschen keine Threads und keine Beiträge, und wir verschieben auch nichts in unsichtbare Bereiche.

Du kannst deinen Beitrag nach dem Posten 90 Minuten lang editieren, danach nicht mehr. Lies dir also vor dem Posten sorgfältig durch, was du geschrieben hast. Dazu kannst du die "Vorschau" nutzen.


Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Webseite erklärst du dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.

 
Reply to this topicStart new topic
> Ab wann ist eine Beziehung nicht mehr gesund, und wieviel Vertrauen braucht eine Beziehung?
Dontknow
Beitrag 18.Jul.2020 - 11:36
Beitrag #1


Vorkosterin
*

Gruppe: Members
Beiträge: 2
Userin seit: 14.07.2020
Userinnen-Nr.: 10.157



Hallo liebe Community,

ich bin schon lange eine heimliche Mitleserin und finde dieses Forum toll. Nun habe ich mich selber registriert, weil ich mich momentan in einem meines Erachtens Dilemma befinde.

Ich möchte mich zu Beginn kurz vorstellen. Ich bin Mitte 30, weiß schon lange, dass ich lesbisch bin, habe studiert und bin im Gesundheitswesen tätig.

"Witzigerweise" befinde ich mich in einer ähnlichen Situation wie rhythm. Ich fasse es kurz zusammen:
War bis März in einer Beziehung, die bis dahin 2,5 Jahren gehalten hat. Habe dann bei der Arbeit eine Frau kennengelernt, die ind er gleichen Abteilung gearbeitet hat wie ich und schlussendlich habe ich mich in sie verliebt. Habe versucht diese Gefühle zu unterdrücken etc. aber es ging nicht. Sie wr ebenfalls in einer (Fern-)beziehung, welche eigentlich schon mehr kaputt als intakt war. Meine damalige Freundin hat rausgefunden, dass der Kontakt immer intensiver wurde und mich stark abgekürzt) rausgeschmissen. Es war ein langes hin und her, auf und ab, bis die Arbeitskollegin und ich ein Paar wurden. Seit Juni bin ich nicht mehr in dieser Abteilung was von Anfang an so geplant war. Somit sehen wir uns nicht mehr regelmässig, sondern lediglich privat.

Es war von Anfang an schwierig, weil sie Beziehungen von früher noch nicht verarbeitet hat und die, die eben zeitgleich mit meiner in die Brüche ging, ebenfalls nicht. Aktuell befinden wir uns in einer ähnlichen Situation mit wenig Zeit füreinander usw. Das ist auch der Knackpunkt an der Sache, wie ich denke.
Sie sagte, sie merke selber, dass vieles nicht so ist wie es sen sollte. Sie ist selber so stark verunsichert mit dem was die lezten Jahren beziehungstechnisch passiert ist usw. und findet einfach keinen klaren Weg was dies betrifft. Sie wohnt 700km weit weg von zu Hause und es gibt wohl auch Probleme mit ihrer Familie.
So, nun komm ich zum Punkt: Sie sagt sie hat im Moment keine Kapazität für das "wir" bzw. sich mit den Dingen, die mich und sie ebschäftigen auseinanderzusetzen. Sie kann und will sich keine Gedanken darüber machen. Für sie gibt es nur die Familie und diese Prüfung, die in 4 Monaten ansteht. Alles andere (also auch uns) blendet sie aus. Ich habe ihr gesagt, dass ich damit nicht leben kann.Dass ich mich sowohl was Familie btrifft als auch die Prüfung in einer ähnlichen Situation befinde und sie mich aber so stark beschäftigt, dass ich es nicht ausblenden kann. Ich sagte ihr ebenfalls, dass es mir so wie es ist nicht gut geht und die Beziehung mir nicht gut tut.

Als ich vor ca. einer Woche mal bei ihr übernachtet habe, habe ich durch Zufall eine Nachricht von ihr gelesen, die sie einer Freundin geschickt hat und dann prompt die Antwort kam, als ich das Handy in der Hand hatte, weil ich was nachgeschaut habe. Sie schrieb, dass alles den Bach hinab geht, seit Schluss mit der einen Beziehung vor ca. drei Jahren war. Leider hat mir dies keine Ruhe gelassen und so habe ich nachts weitere Nachrichten auf ihrem Handy gelesen, die allesamt nicht schön waren. Es war aktuell nichts schönes oder nettes dabeiw as ich gelesen habe. Stattessen Nachrichten eben an diese Frau von damals, wie schön das Wiedersehen vor einigen Wochen war und wie ihr das Lächeln etc. fehlt. Dann habe ich noch weitere Nachrichten in einem anderen Chat (mit ihrer besten Freundin) gelesen, die tlw. schon alt waren (zu der Zeit als wir uns kennengelernt haben und es eben noch viel hin und her gab wegen den bestehenden Beziehungen) aber in denen sie sich klar über mich lustig gemacht hat. Hat mich als voluminös bezeichnet...als Freundin mit den größten Brüsten, die sie jemals hatte. Hat sich über Charaktereigenschaftten von mir lustig gemacht; über meine damalige Freundin etc.
Dabei muss ich zu meiner Verteiedung sagen, dass ich weder dick bin noch große Brüste habe. Sorry das passt hier nicht her aber es stört mich sowas zu lesen.

Nun, das was ich in dieser Nacht gelesen habe, sitzt tief in mir drinnen. Wir haben uns seither zwei Mal gesehen ein Mal davon habe ich bei ihr übernachtet.
Ich kann nicht vergessen was ich gelesen habe aber andersherum ist die Zeit mir ihr schön und ich amg sie wirklich sehr gerne und genieße die zeit mit ihr. Allerdings merke ich, dass mir die ganez Situation mehr Kummer als Freude bereitet. Es tut weh und es fühlt sich an, als ob es mich kaputt macht, ganz schleichend.
Sie selber verdrängt es...wie kann sie nur die Augen vo dem allem verschließen.

Würdet ihr so eine Beziehung weiter führen und auf bessere Zeiten hoffen in ein paar Monaten? Eine Beziehung, wo ihr euch eher als Zeitvertreib, als als Freundin fühlt? Eine Beziehung,in der so wie es für mich scheint wenig Rücksicht ihrerseits genommen wird?

Ich bin dabei ihr einen Brief zu schreiben und den Kontakt erstmal abbreche. Das schlimmste ist, dass wir schonmal darüber gesprochen habe und von ihr, wie aus der Pistole geschossen kam, dass wir vielelicht eine Pause einlegen sollten... Später hat sie diesen Vorschlag wieder zurückgenommen. Aber dennoch die Schnelligkeit wie dieser Vorschlag kam, hat mich sehr überrascht. Einerseits sagt sie, dass sie mich braucht, dass ich ihr Anker wäre und andererseits sagte sie in dem Zusammenhang auch ganz klar, dass sie alles was mit uns zu tun hat - auch ein Kontaktabbruch - aktiv ausblenden würde. Somit wäre ich wohl die, die stärker darunter leiden würde. Schon komisch oder?
Was soll man für Erwartungen an eine Beziehung mit einer Frau haben, die selber von sich aus sagt, dass das scheinbar Unerreichbare so reizt und wenn sie es dann mal hat, bald uninteressant wird. Das spiegelt sich leider auch in der Art der Beziehungsführung der letzten Jahre bei ihr wieder.

Zu allem negativem was ich jetzt geschrieben habe, gibt es eben diese wunderschönen Momente und Tage, die wir ganz am Anfang hatten...die in unserer Erinnerung sind. Aber es sind eben nur Erinnerungen. Davon ist in der Gegenwart nichts zu spüren.

Was würdet ihr an meiner Stelle machen?
Brief schreiben - ja oder nein, sprich Kontakt abbrechen und schauen was passiert?
Wenn ja, würdet ihr die Fakten, die ich am Handy gelesen habe, ansprechen? Ich hab das meiste nicht auf fairem Wege erfahren, das muss man schon dazu sagen.

Bin gerade selber etwas verloren.
Danke für die Aufmerksamkeit.
Go to the top of the page
 
+Quote Post
McLeod
Beitrag 18.Jul.2020 - 12:47
Beitrag #2


mensch.
************

Gruppe: Members
Beiträge: 6.383
Userin seit: 29.03.2006
Userinnen-Nr.: 2.777



Hello...

Tricky Sache. Sie sehr klar, was sie kann und was nicht (Ressourcen sind aktuell ausgeschöpft) - Du findest das nicht akzeptabel? Du schaust Dir ihre früheren Gedanken an, indem Du in ihren persönlichen Bereich eindringst - und Deine Frage ist vor allem, ob Du das Gefundene thematisierst oder gehen solltest.

Für Dich führt Vertrauen wenn ich Dich richtig verstehe über die Auseinandersetzung zu den Problemen. Ein Alltagsleben ohne das scheint Dir nicht möglich, richtig? (Ich mag nur abchecken, ob ich Dich richtig verstanden habe.) Gleichzeitig produzierst Du auch Sachen, die dringend besprochen werden müssten, zum Beispiel der Zugriff auf Gespräche mit Dritten, die zum Teil zurückliegen.Also Vertrauensverstöße. Nun ist aber sonwie es aussieht, erst in 4 Monaten beu Euch beiden nach den Prüfungen etwas mehr Zeit und Raum. Die Prüfungen sind vermutlich wichtig. Es gibt Leben jenseits der Beziehung. Trotzdem hast Du mit dem Lesen der Chats Handlungsbedarf erzeugt und forciert. Übrigens unabhängig davon, was Du dort gefunden hast. Dein Tun ist achon etwas, das Gesprächsbedarf in sich trägt.

Ich hab ehrlich keine Ahnung, was ich da als Lösungsansatz anskizzieren könnte. Sie hat ihre Möglichkeiten erläutert,Du traust der Begründung nicht, abwarten ist für Sich keine Option, der Berg des zu Besprechenden wird dadurch größer, die Zeitpriorität und Energiepriorität hat sich nicht verändert dadurch.

Sich nicht weiter in dieser Situation so zu verhalten und Abstand zu nehnen, könnte klug sein, um in den nächsten 4 Monaten nicht noch mehr auf den Berg zu packen. Es scheint aber,dass Du Dir vom Abstand lediglich ein schnelleres Erreichen Deines Ziels (Klärunfazeitpunkt nach Deinen Bedürfnisse. Und Prioritäten) erhoffst? Ist eune Frage, keine Tatsache.

Ich versuche, die Fäden zu eentwirren und Deine Ziele und Wünsche hinter Deinem Tun kennenzulernen.

Herzlich
McLeod
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Mondstern
Beitrag 21.Jul.2020 - 09:17
Beitrag #3


Großer Hund
************

Gruppe: Members
Beiträge: 2.694
Userin seit: 04.11.2005
Userinnen-Nr.: 2.269



Hallo Dontknow.

Eine schwierige Situation, in der Du da bist, und in der Du, für meine Augen, zwei Themen hast: zum Einen das Thema "Keine Zeit für einander", zum Anderen das Thema "Nachrichten". Für eine Außenstehende ist es schwierig, Dir zu raten, aber ich würde Dir gern zu beiden Themen etwas zum Nachdenken mitgeben.

Deine Freundin hat Dir klar gesagt, sie habe gerade keine Ressourcen für eure Gemeinsamkeit und die damit verbundenen Themen. Das ist eine klare Aussage, die Du, so wie sie ist, stehenlassen musst. Es ist nicht schön, das ist ganz klar. Aber auf ein "Ich kann nicht" zu erwidern "Ich will aber" hilft niemandem, Dir am allerwenigsten. Was Du also tun kannst, ist in Dich spüren: kannst Du damit leben? Wirklich? Was wäre die Alternative? Hältst Du diesen Zustand aus, oder ist es für Dich so unerträglich, dass Du gehen musst? Dann tu das. Es gibt immer einen Weg, der schmerzhafter ist. Nur Du allein kannst herausfinden, welcher Weg das ist: gehen oder bleiben. Die Parameter stehen fest.

Zu all dem kommt aber noch erschwerend hinzu, dass Du in ihren Nachrichten Dinge gelesen hast, die Dir zusetzen. Ich habe beim Lesen Deines Beitrags den Eindruck, dass der Inhalt der Nachrichten sich auch auf das ausgewirkt hat wie Du eure Beziehung gerade siehst und wie es Dir damit geht, unter Umständen sogar noch mehr als das erste Thema. Es scheint ein verbreitetes Phänomen zu sein, die Nachrichten der anderen zu lesen. So wie es aussieht, machen die Menschen das gern in Situationen großer Unsicherheit - zu Beginn einer Beziehung, oder wenn die Beziehung auf der Kippe steht. Du kannst jetzt natürlich ansprechen, was Du dort gelesen hast, um Deine Verletzung zu thematisieren - allerdings sagst Du damit auch, schau her, ich habe Dein Vertrauen gebrochen. Ich bin in einen Bereich vorgedrungen, in dem ich nichts zu suchen habe. In der aktuellen Situation, mit dem Wort "Pause" im Raum, ist es wahrscheinlicher, dass sie sich als Reaktion auf Deine Handlung bezieht, nicht auf ihre eigene, sprich, sie klagt Dich an, anstatt zu sagen, ja, das habe ich geschrieben, und es tut mir Leid. Und Letzteres wäre es ja, was Du Dir wünschen würdest, nicht wahr? Oder Du sagst nichts und bleibst bei Dir mit der Verletzung, wirst alleine damit fertig, auf die eine oder andere Weise und mit dem einen oder anderen Ergebnis. Es kann natürlich sein, dass Dich das Gelesene so belastet, dass Du das Schöne in der Beziehung nicht mehr sehen kannst - und dann einen Weg finden musst. Was ist besser? Das kannst Du Dir nur selbst beantworten.

Als letzten Gedanken möchte ich noch auf etwas eingehen, was Du ganz zum Schluss schreibst: dass ihr am Anfang so viele schöne Momente hattet. Ich frage mich, wo die schönen Momente jetzt sind. Gibt es sie noch? Wenn nicht - glaubst Du, sie kommen wieder? Und wenn nicht, bist Du glücklich mit dieser Beziehung?

Mehr fragend als antwortend, fürchte ich.
Mondstern
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Dontknow
Beitrag 08.Aug.2020 - 17:30
Beitrag #4


Vorkosterin
*

Gruppe: Members
Beiträge: 2
Userin seit: 14.07.2020
Userinnen-Nr.: 10.157



Ich hab mich nun ziemlich lange nicht gemeldet, weil eifnach extrem viel bei der Arbeit los war, prüfung und zudem eben auch deswegen weswegen ich den Beitrag hier angefangen habe.

Herzlichen Dank McLeod und Mondstern für eure Worte, eure Gedanken und eure Einschätzung.
Es hat sich an der Situation einiges verändert seither. Ich habe ihr vor 2.5 Wochen (oder war es schon länger her?) einen sehr langen Brief geschrieben. Es war nicht der erste...sie hat ihn erst über eine Woche nicht gelesen. Sie hatte schon geahnt was drinnen steht und hatte Angst davor. Im Grunde genommen stand nur drinnen wie ich mcih fühle und wie ich die Situation empfinde. Nun, schlussendlich hat dieser für viel Diskussionen gesorgt, geändert hat sich aber nichts - und das liegt bestimmt nicht in der Kürze der Zeit.
Dann habe ich ihr vorgestern Abend noch eine Mail geschrieben mit thematisch ähnlichem Inhalt wie in dem Brief. Darauf war ihre Antwort, dass für sie die Beziehung so wie sie ist ok zu sein scheint. Für mich allerdings nichts und das habe ich ihr unmisverständlich in dem Brief klar gemacht.
Ihre Antwort war, dass sie mit meinem Verhalten nicht umgehen kann. Sie hat unsere Beziehung beendet und mich nicht mehr als ihre Freundin bezeichnet.
Sie hat diese Woche Urlaub...wir haben uns das letzte Mal am Montag gesehen. Seither nur telefoniert und geschrieben. Gestern haben wir uns gar nicht gehört. Die Mail hat sie vorgestern Abend geschrieben, sodass ich sie am Freitag Morgen gelesen habe. Gestern nicht telefoniert und heute tut sie so, als wäre alles normal. Alles so wie immer. Sie klingt ganz normal, weder traurig noch sonst was. ich hingegen bin am Boden zerstört, hab den ganzen Tag Tränen in den Augen, die ich nicht zurückhalten kann.

Ist das normal? Ich weiß gar nicht mehr wo ich dran bin, was wir sind, sofern es noch ein wir gibt.

Der Beitrag hier ist wohl Geschichte. Zu Ende bevor es überhaupt angefangen hat.
Das Sprichwort stimmt: "Wenn du stark sein willst, musst du lernen alleine zu kämpfen."
Go to the top of the page
 
+Quote Post
Sommer2018
Beitrag 08.Aug.2020 - 18:10
Beitrag #5


Geschirrspülerin
**

Gruppe: Members
Beiträge: 9
Userin seit: 02.09.2018
Userinnen-Nr.: 9.977



Oh je :-(
Tut mir sehr leid das zu lesen. Klingt sehr anstrengend und traurig und ehrlich gesagt auch ohne Zukunft. :-(
Go to the top of the page
 
+Quote Post

Reply to this topicStart new topic
1 Besucherinnen lesen dieses Thema (Gäste: 1 | Anonyme Userinnen: 0)
0 Userinnen:

 



Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 24.09.2020 - 21:35