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Vollansicht: Die Freundin meiner Mutter
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Schräubchen
Gestern lief in der ARD der Film "Die Freundin meiner Mutter". Laut Beschreibung eine Komödie in der die lesbische Mutter den Sohn um eine Samenspende für ihre Freundin bittet. Ich habe mir den Film angesehen, weil mich die Tatsache, dass soetwas in der ARD läuft ein bisschen neugierig gemacht hat.

Themen wie Homosexualität oder Samenspende sind meiner Meinung nach viel zu wenig im öffentlich rechtlichen vertreten. Daher hätte hier die Möglichkeit bestanden, einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz und Normalität dieser Themen zu leisten. Meiner Ansicht nach ist das völlig misslungen.

Ja, die Mutter geht mit ihrer Sexualität offen um. Doch leider macht die Figur auf mich einen ziemlich oberflächlichen Eindruck. Da hilft es auch nicht, dass sie immer wieder feministische Reden schwingt.
Die Tatsache, dass dann ausgerechnet der Sohn Samenspender werden soll, wird zwar erklärt, hinterlässt bei mir aber einen faden Beigeschmack. Ein so wichtiges Thema wurde da ad absurdum geführt. Dazu kommen dann noch unzählige Klischees über lesbische Frauen und von einigen Darsteller*innen unglaubwürdiges Spiel.

Aus dem Film, der Thematik hätte man eine Menge machen können. Ein Drama, eine Lovestory und auch eine Komödie, die es ja sein soll. Ich habe nicht ein einziges Mal gelacht. Vielleicht sind drei Drehbuchautoren einfach zwei zu viel.

Wenn ihr den Film nicht gesehen habt, belasst es dabei.
Lucia Brown
Was will frau denn noch von einem Sender wie ARD erwarten, der die Lindenstraße absetzt. Dort wurden immer Themen angesprochen, an die sich kaum wer anders heran wagte. Oft war die Lindenstraße am Nabel der Zeit.

Das mal vorweg.

Was erwarte ich von einer Komödie? Spaß und Unterhaltung ohne große Ansprüche.

Zunächst wollte ich den Film mir nicht ansehen, dann bin ich doch hängen geblieben. Fand ihn unterhaltsam.

june
Ich habe den Film gerade in der Mediathek angesehen und teile Schräubchens Ansicht.
Mir stößt vor allem sauer auf, dass dieser emotionale Missbrauch der Mutter an ihrem Sohn, diese ethische Zwickmühle, als Stoff für eine Komödie dient.
Oder heißt das, dass lesbische Mutterschaft in der Mitte der Gesellschaft angekommen sein soll?
Eine Komödie wie „The Kids are alright“ halte ich für viel gelungener!
Einen guten ernsten Film sah ich vor ca einem Jahr in der ARD!(oder zdf?): zwei Frauen bekommen gemeinsam ein Kind, als die biologische Mutter stirbt... Der Film hat toll die realen Probleme aufgezeigt!
pfefferkorn
ZITAT(Lucia Brown @ 14.Mar.2019 - 21:59) *
Was will frau denn noch von einem Sender wie ARD erwarten, der die Lindenstraße absetzt. Dort wurden immer Themen angesprochen, an die sich kaum wer anders heran wagte. Oft war die Lindenstraße am Nabel der Zeit.


ich erwarte von der ARD einiges - und manchmal bekomme ich das auch geliefert - die in der Lindenstrasse angesprochenen kritischen Themen - das war auch nicht immer nur gelungen ... und:
die wirklich kritischen Themen - habe ich bei panorama - monitor - weltspiegel - ich habe maren kroymann als lesbische comedienne -
das alles könnte besser sein - klar! wobei immer die Frage ist, was "Besser" denn bedeutet - das ist ja auch ein Massenprogramm im Ersten

und: wir haben mit dem Öffentlich-Rechtlichen nach wie vor ein qualitätiv hochwertiges Angebot - auf manchen Kanälen -

mag einer diese Komödie nicht gelungen vorkommen - hat sie doch zur Hauptsendezeit ein lesbisches Paar mit Kinderwunsch zum Thema .... als leichtes Thema! keine Infragestellen, ob das geht - "nur" das Problem, wie mache ichs - das ist doch schonmal in sich ein Ding-
"the Kids are allright" - kam auch nicht aus ohne erotische Anziehung zum "Vater" - war extrem Mittelschicht und wurde damals auch heftig kritisiert - meint: ist auch nicht leicht, alles "richtig" zu machen


wer es expliziter mag

schaut bei funk die Comedy "straight Family" oder https://presse.funk.net/format/maedelsabende/

https://www.youtube.com/channel/UC8G2VVdv4UDAb_pKKLHp_rQ

auch das ist öffentlich-rechtlich - und funk hat eine jüngere Zielgruppe - da wird auch anders gesprochen

soweit mein kleines Plädoyer für den Öffentlich-Rechtlichen - für dessen Erhalt ich auch auf die Strasse gehen würde - denn: ein Blick
in die Medienlandschaft Italiens - Ungarns - Frankreichs .... Polens - ist für mich ein Hinweis, dass besser im Moment nicht geht
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