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> DNA-Fingerabdruck, ja oder nein?
destinysdarling
Beitrag 20.Jan.2005 - 08:55
Beitrag #1


Satansbraten
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Die Streitfrage

Sicherlich gibt es Vor- und Nachteile..

einer der Hauptvorteile: schnelle Aufklärung
einer der Hauptnachteile: der "Datenschutz"

Artikel dazu

hier

und hier
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ine
Beitrag 20.Jan.2005 - 09:23
Beitrag #2


Filterkaffeetrinkerin
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eine schwierige frage...

persönlich bin ich der auffassung, dass die bestehenden regelungen für die entnahme von DNA-proben ausreichend sind. soweit ich weiß sind diese gebunden an bestimme deliktformen (z.b. sexualstraftaten, körperverletzung). denn bei den meisten mir im moment in den sinn kommenden ermittlungen, die durch die presse gingen, handelte es sich stets um solche straftaten.

wiefelspütz von der spd hatte in einem interview den 'klassischen' fingerabdruck mit dem 'genetischen' fingerabdruck verglichen und er vertrat die meinung, dass beide ermittlungstechniken in gleicher weise angewendet werden sollten. schließlich nehme man ja von jeder person, die tatverdächtig sei auch deren fingerabdrücke. was spricht also dagegen in gleicher weise gebrauch von DNA-proben zu machen? sind beide formen des 'fingerabdruckes' tatsächlich gleich?

natürlich bin ich der festen überzeugung, dass die techniken der DNA analyse die ermittlungsarbeit in vielen fällen entscheidend voranbringt. aber entsteht hier nicht wieder eine vorstellung der 'allmacht' von technik? verbirgt sich nicht vielleicht auch die hoffnung dahinter, man könne alle verbrechen aufklären oder vielleicht sogar die kriminalität insgesamt auf einen minimalen prozentsatz reduzieren?

viele frage aber wenn es einen volksentscheid zu diesem thema gäbe, würde ich mich wohl gegen das anlegen einer 'gendatenbank' für alle straftaten aussprechen.

lg
ine
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Diana
Beitrag 20.Jan.2005 - 11:05
Beitrag #3


Gut durch
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Ich verstehe die Aufregung um den Datenschutz nicht so ganz.

1. Beim genetischen Fingerabdruck wird ja nicht die gesamte Erbinformation gepeichert, sondern nur ein keiner Ausschnitt, der eben gerade ausreicht, um unverwechselbare Informationen zu liefern, aber keine weiteren Rückschlüsse auf den "Träger" zuläßt.

2. Ich finde es nicht besonders sinnvoll, den g.F. nur bei besonders schweren Straftaten zu erlauben, denn kein Straftäter fängt mit schweren Straftaten, die kriminelle Karriere beginnt mit "kleineren" Delikten. Das heisst, wenn man einen Mörder ermitteln will, kann man ihn (im Prinzip) bisher nur unter den Mördern suchen.
Das macht irgendwie keinen Sinn.

3. Was immer vergessen wird: nur STRAFTÄTER werden erkennungsdienstlich behandelt, nicht jeder brave Bürger auf der Straße (in gewissem Sinne sind da Kundenkarten eine größere Bedrohung für den allgemeinen Datenschutz).
Es geht also in erster Linie um Täter – gegen die man die Opfer schützen Muss. Auch das, der Schutz der Opfer, gerät m.E. etwas in den Hintergrund.

4. Ich glaube, dass der genetische Fingerabdruck dem normalen Fingerabdruck äquivalent ist und auch genauso behandelt werden sollte. Die Technik schreitet fort und alle 50 bis 100 Jahre darf man die Kriminaltechnik ruhig mal anpassen.

edit: noch'n Komma

Der Beitrag wurde von Diana bearbeitet: 20.Jan.2005 - 11:06
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Bilana
Beitrag 20.Jan.2005 - 11:22
Beitrag #4


Capparis spinosa
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Ich sehe auch kein Datenschutzdilemma.
Zumal Statistiken zeigen, das Morden und Sexualstraftaten oft erfasste und verurteilte Diebstähle, Brüche und Raube vorangegangen sind. Bei solchen Taten sollte man die DNA schon aufzeichnen, um im Ernstfall so viel wie möglich potentielle Täter in der Datenbank zu haben und noch schlimmeres verhindern kann. Der Fall der missbrauchten und ermordeten Kinder in Niedersachsen zeigt, wohin es führen kann, wenn derartige Informationen fehlen.
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blue_moon
Beitrag 20.Jan.2005 - 11:29
Beitrag #5


strösen macht blau!
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QUOTE (Diana @ 20.Jan.2005 - 11:05)
1. Beim genetischen Fingerabdruck wird ja nicht die gesamte Erbinformation gepeichert, sondern nur ein keiner Ausschnitt, der eben gerade ausreicht, um unverwechselbare Informationen zu liefern, aber keine weiteren Rückschlüsse auf den "Träger" zuläßt.

wer überprüft das? und wie wird derjenige kontrolliert? mit dem zauberwort 'terrorbekämpfung' sind auch in anderen demokratischen staaten schon datenschutzrechte ausgehebelt worden. :unsure:

QUOTE
3. Was immer vergessen wird: nur STRAFTÄTER werden erkennungsdienstlich behandelt, nicht jeder brave Bürger auf der Straße (in gewissem Sinne sind da Kundenkarten eine größere Bedrohung für den allgemeinen Datenschutz).
Es geht also in erster Linie um Täter – gegen die man die Opfer schützen Muss. Auch das, der Schutz der Opfer, gerät m.E. etwas in den Hintergrund.

ich zitiere mal aus dem rp-artikel: "Der CSU-Generalsekretär verlangte, dass jeder, gegen den ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, künftig eine Speichelprobe abgeben müsse." - spätestens da kann man nicht mehr von rechtsstaatlichkeit sprechen.
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destinysdarling
Beitrag 20.Jan.2005 - 16:58
Beitrag #6


Satansbraten
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ich sehe ein gewisse problematik in der privatsphäre der bürger...zum 01.05 dieses jahres (wenn ich mich nicht irre) gibt es kein bankgeheimnis mehr...dann kommt die dna probe...

die frage ist..eröffnet sich der staat mit dieser forderung (bei straftätern proben zu nehmen - was ich für sinnvoll halte -) nicht die möglichkeit, es früher oder später grundsätzlich zu tun?

wenn die türen einmal geöffnet sind, fällt das eintreten nicht schwer...

würde es tatsächlich bei dieser sache bleiben..unter genannten voraussetzungen...d.h. es wird nichts weitergehend geprüft -seien es krankheiten oder was auch immer - ist es sicherlich sinnvoll...

doch wer gibt mir brief und siegel darauf, dass es auch so ist...

destiny

ps: das bankgeheimnis ist eigentlich auch ein thema wert
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Bilana
Beitrag 20.Jan.2005 - 17:19
Beitrag #7


Capparis spinosa
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Natürlich gitb es noch ein Bankgeheimnis. Es wurde gelockert und auch wenn ich sonst neue Datenschutzbestimmungen skeptisch sehe, so war das ein wichtiger Schritt, der auch kaum etwas mit gewöhnlichen Bürgern zu tun hat, sondern mit organisiertem Verbrechen.
Schätzungen zu folge werden in Deutschland Geldbeträge "gewaschen", die 5-15 Prozent des Bruttosozialproduktes entsprächen. Deutschland liegt damit weltweit noch im unteren Bereich, trotzdem.
Dieser Themenkonmplex wurde viel zu lange ignoriert.
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destinysdarling
Beitrag 20.Jan.2005 - 18:34
Beitrag #8


Satansbraten
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siehe hier
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blue_moon
Beitrag 25.Jan.2005 - 10:31
Beitrag #9


strösen macht blau!
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mag ja sein, dass all die aufweichungen des datenschutzes (bankgeheimnis, dna, demnächst eine ausführliche datenerfassung von den mautbrücken aus...) eine wirklich gute begründung haben. in der summe entsteht jedoch eine fülle von daten, die äusserst schwer zu schützen ist. und ich rede gar nicht mal nur vom missbrauch derjenigen, die die daten erheben. wie fragil und schutzlos internationale netzwerke sein können, zeigt uns doch regelmässig der neueste virus. also, bauchschmerzen hab ich bei der ganzen geschichte schon... :unsure:
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