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> *Simsalasarrazin*, der Maître bittet zu Tisch, die 4,25-€-Soli-Diät
LadyGodiva
Beitrag 18.Feb.2008 - 13:05
Beitrag #1


Strøse
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"...und, was gibt's bei dir heut' Abend?"
"Nudeln und Tomatensauce."
"Kind! Soll ich dir Geld senden?"


Was für mich einst ein pubertäres Ernährungsexperiment war (wie lange schaffe ich es, mich für umgerechnet eine Mark pro Tag ausreichend zu ernähren?), scheint nun als großzügig angelegte Langzeitstudie mit Erwerbslosen attraktiv zu werden.
Das eigentlich Geschmackloseste an der Zwangsdiät ist nach meinem Dafürhalten der womöglich gut gemeinte wie großzügige Menue-Vorschlag, vorrangig gespeist aus dem Discounter-Kühlregal.

Zum Glück hat mir meine früh verwitwete Großmutter ordentlich Kochen beigebracht - saisonal orientiert, fleischarm, frisch und doch nahrhaft. Resteverwertung inklusive. Da lässt sich auch das studentischste Budget auskosten, ohne große kulinarische Abstriche machen zu müssen - und inzwischen auch ohne betreten mit großen Augen am Bio-Regal vorbeischleichen zu müssen.

Mich würde angesichts der recht absurden Diskussion über die Angemessenheit von Genuss interessieren, wie viel ihr pro Monat verbraucht - für Speis, Trank... und womöglich auch heiße partikelgeschwängerte Luft. :rolleyes:
Was für euch grundlegendes Bedürfnis, liebgewonnenes Laster oder bewusster und regelmäßiger kulinarischer Luxus ist.
Ob ihr auf den cent achten müsst, wo ihr im Bedarfsfall sparen könnt und wie leicht oder schwer euch das fällt.
Und wie euch, jenseits der lächerlichen Reglementierung, der Gedanke schmeckt, dauerhaft von knapp 4 Euro pro Tag leben zu müssen.



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Antworten (1 - 51)
Liane
Beitrag 18.Feb.2008 - 13:55
Beitrag #2


Heiligenanwärterin
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:gruebel: Soll ich mich jetzt als genusssüchtig outen, indem ich Schweizer Lebensmittelpreise angebe? Ich lasse das lieber...

Ich würde sagen, grobgeschätzt gehen 20-25% meines Einkommens für Ernährung weg - inkl. Essen unterwegs. Es wäre durchaus möglich, da noch gut 25% einzusparen - keinerlei Bioprodukte, Äpfel aus Neuseeland statt von der Landwirtschaft ein paar Dörfer weiter, mehr Fett und Zucker statt viel Gemüse. Ich habe das mehrere Jahre schon gemacht, unmöglich ist nichts.
Gutes zu essen (gute Qualität, abwechslungsreich, frische Zutaten.....) ist nicht nur für meine psychische Stabilität von Bedeutung, sondern ich habe den Eindruck gewonnen, dass es mir auch so manche Krankheit und damit Kosten (--> Behandlung, Medikamente, Arbeitsausfall) erspart.
Und ich sehe in meinem Konsumverhalten auch eine Verantwortung - für ökologisch Sinnvolles, für die Erhaltung von Arbeitsplätzen etc., die ich in dem mir möglichen Rahmen mittragen möchte.

Ist die "Langzeitstudie" in dem Zusammenhang eine fröhlich-zeitkritische Bemerkung oder irgendeine aktuelle Erfindung, von der ich wieder mal nichts mitbekommen habe bei uns in der reichen Schweiz?
:gruebel:

Der Beitrag wurde von Liane bearbeitet: 18.Feb.2008 - 13:57
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LadyGodiva
Beitrag 18.Feb.2008 - 17:08
Beitrag #3


Strøse
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...wie satt macht Hartz4 - Thilo Sarrazin kocht ein eigenes Süppchen.
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Liane
Beitrag 18.Feb.2008 - 17:26
Beitrag #4


Heiligenanwärterin
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Danke *schluck*
Aber wenigstens gibt's 2 mal pro Tag Fleisch, nichwahr.... :wacko:
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ThereSheGoes
Beitrag 18.Feb.2008 - 17:42
Beitrag #5


Naschkatze
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Von dem bisschen zum Mittag würde ich aber nicht satt werden.
Und wenn jemand davon satt wird, dann finde ich das bedenklich.
Eine Wurst?! Oh jeeee.
Frau Knake-Werners Kritik find ich übrigens berechtigt.

Ich liebe Fleisch. :roetel:
Ein ordentliches Hüft- oder Rumpsteak, medium, und ich bin glücklich.
Das kann auch schonmal ein halbes Kilo Fleisch sein.
Warum ist mir das jetzt so unangenehm? ...

Wie hoch das Etat für unsere Lebensmitteleinkäufe ist kann nicht sagen,
da ich mit 19 noch bei meiner Mutter wohne.
Wobei ich denke, dass ich vergleichsweise anspruchsvoll bin.
Ich habe südländisches Blut in mir, und das merkt man nicht nur an meinem Temperament, sondern vorallem an meinen Essgewohnheiten.
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dandelion
Beitrag 18.Feb.2008 - 17:57
Beitrag #6


don't care
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na Prost Mahlzeit :wacko:

zum Glück reden wir von einem ausgewachsenen Menschen, für Wachstum gibt dieser Plan jedenfalls eher suboptimale Rücklagen her...

okay, meiner auch :roetel: vielleicht erklärt das manches...

um allerdings diese Dinge in dieser Preisklasse einzukaufen, muß der arme Kerl die Lebensmittel in Mengen anschaffen, die ihm nicht etwa drei Tage, drei Gerichte erlauben, sondern jedes davon in Wochenportionierung. oder gemeinsames Kochen in Groß-WG verlangen.

andererseits, ich konnte ein Jahr lang billiger. :rolleyes: war nur nicht so gesund... aber machte satt :)

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shark
Beitrag 18.Feb.2008 - 17:59
Beitrag #7


Strösenschusselhai
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Ich bin entsetzt. Morgens Brötchen mit Marmelade und mittags Beutelpürree und Bratwurst... das soll gesund sein? :wacko:

Meine Kinder und ich haben eine Zeitlang von Alg2 gelebt - und sind zurechtgekommen.
Aber nur, weil wir frisches Gemüse (was halt übrig war) aus dem Restaurant der Eltern meiner Frau bekommen haben, unser Brot selbst gebacken (was wir seitdem noch immer meistens tun) und nur noch Wasser getrunken haben. Die Lebenshaltungskosten sind in unserer Kurstadt sehr hoch; da blieb für Nahrungsmittel nicht viel. Und ja: wir hätten bei den "Tafeln" einkaufen können, aber davor habe ich mich gescheut, als ich einmal die Schlange der Menschen davor gesehen habe... da ging es sicher vielen viel schlechter als uns. Ich hätte mich wie eine Schmarotzerin gefühlt - trotz meines niedrigen Einkommens (das ja zusätzliches Alg2 notwendig gemacht hatte)...

Heute sehen wir zu, dass wir Obst und Gemüse, je nach Saison, direkt vom Erzeugerhof bekommen - das geht erst, seit wir ein Auto haben. Da lässt sich einiges sparen.

Meine Frau isst in dem Restaurant, in dem sie arbeitet - die Kinder und ich abends zusammen zuhause (mittags geht wegen meiner Arbeitszeiten und der meiner Großen nicht).

Etwa 20-25% des Familieneinkommens verwenden wir auf die Ernährung, schätze ich.

Mit der "Hartz4-Küche" kann ich jedenfalls nix anfangen...

Der Beitrag wurde von shark bearbeitet: 18.Feb.2008 - 17:59
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LadyGodiva
Beitrag 18.Feb.2008 - 18:03
Beitrag #8


Strøse
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Ich konnte in der Tat über längere Zeit noch viel preiswerter - vorrangig hülsenfruchtgestützt.
(allerdings fühlte ich mich je länger, desto mehr an Woyzeck erinnert... :rolleyes: )
Und ich lebe in etwa von drei Euro pro Tag - wobei mir der Anstieg des Milchpreises erheblich zugesetzt hat.

Aber all das wäre niemals eine Option für immer, sondern nur ein Überbrücken. Etwas, das nicht nur physisch extrem belastet - und wenn ich mir überlege, wie viel Kraft Erwerbslose für den Marathon benötigen, der vor ihnen liegt. Man kann doch nicht einfach den Tag über mental wenigstens permanent mit Nahrungsbeschaffung beschäftigt werden - mangels Alternativen?

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mek63
Beitrag 18.Feb.2008 - 18:09
Beitrag #9


Moornixes Schwester
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pardon, aber diese selbstgrechten politiker ko**** mich an.
auf der einen seite reichen 128 € im monat für die ernährung, auf der anderen startet die gesundheitsministerin eine kampangne zur bewußteren und gesunderen ernährung, besonders für kinder und jugendliche. und wie soll das mit hartz-4 gehen?
ich benötige für meine frau und mich ca. 100 € die woche, wobei ich eben auf ausgewogene und gesunde ernährung achte.
das 2- klassensystem hat uns bereits voll im griff, habe ich wenig geld, muß ich auf gesunde ernährung verzichten.
wohin das führt?
wir werden die ergebnisse in ein paar jahren sehen, und dann für dieses mißverhältnis kräftig zahlen dürfen, denn die gesundheitlichen folgen für eine mangel- bzw. fehlernährung sind heute noch gar nicht abzusehen.
:angry: :mecker:
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shark
Beitrag 19.Feb.2008 - 11:46
Beitrag #10


Strösenschusselhai
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QUOTE (LadyGodiva @ 18.Feb.2008 - 18:03)
Etwas, das nicht nur physisch extrem belastet - und wenn ich mir überlege, wie viel Kraft Erwerbslose für den Marathon benötigen, der vor ihnen liegt. Man kann doch nicht einfach den Tag über mental wenigstens permanent mit Nahrungsbeschaffung beschäftigt werden - mangels Alternativen?

Da hast Du sowas von Recht, LG! :zustimm:

Ich erinnere mich gut, dass ich wenig Energie für alles das hatte, was über die Finanzierung des Lebensunterhaltes hinausging... wehe, es ging zusätzlich irgendwas kaputt oder ich musste in einem Monat mehrere Bewerbungsmappen mit Foto erstellen, zu den Vorstellungsterminen fahren oder für die Schulen der Kinder war was anzuschaffen. Eigentlich kreiste all meine Konzentration darum, einigermaßen durch den Monat zu kommen. Alles Weitere war extrem belastend. Besonders der Druck, möglichst schnell an mehr Arbeitsstunden zu kommen und die ewigen Rechtfertigungen vor den Ämtern. Spätestens alle halbe Jahre musste ich wieder - etwas plakativ ausgedrückt - meine Schlüpper durchzählen und die Ergebnisse dem Amt bekannt machen...

Unterstützt wurde ich aber kaum. Nicht ein einziges Mal wurde mir ein Vorstellungstermin vermittelt und die Weiterbildungen, die für mich sinnvoll gewesen wären, waren natürlich genau die, die nicht finanziert werden konnten. :wacko:

Der Beitrag wurde von shark bearbeitet: 19.Feb.2008 - 11:49
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Liane
Beitrag 19.Feb.2008 - 11:54
Beitrag #11


Heiligenanwärterin
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QUOTE (shark @ 19.Feb.2008 - 11:46)
und die ewigen Rechtfertigungen vor den Ämtern. Spätestens alle halbe Jahre musste ich wieder - etwas plakativ ausgedrückt - meine Schlüpper durchzählen und die Ergebnisse dem Amt bekannt machen...

Genau diese Rechtfertigungen finde ich extrem kraftraubend...

[Sarkasmus an] Vielleicht hast Du recht, Lady (falls ich Dich ausnahmsweise richtig verstehe ;) ) - bei den Tafeln anstehen kostet locker 3 Stunden (nach Schweizer System zumindest) - das bringt auch Struktur in den Tag und ist - da man Lebensmittel durch die Tätigkeit des Wartens erwirbt - eine Erwerbstätigkeit. [Sarkasmus aus]
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LadyGodiva
Beitrag 19.Feb.2008 - 13:08
Beitrag #12


Strøse
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Als meine damalige Frau erwerbslos trotz Beschäftigung war (Arbeitsamt-Praktikum im Lebensmitteleinzelhandel, haha :D), ist mir am Beispiel der Käsepreise so manches Licht aufgegangen. Während wir froh und glücklich waren, als sich zu den 10-kg-Bulgur-Säcken, dosenweise Tomatenmark und Bohnen jeglicher Couleur der Naturalientausch Nachhilfe gegen Sachspende unserer vietnamesischen Gemüsehändlerin gesellte, war es für andere offenbar kein Problem, das, wovon wir über eine Woche zu leben hatten, für einen einzigen Abend allein an Käse auszugeben. :eek: Eine recht heilsame Erfahrung, die ich grundsätzlich jedem zugestehe.
Allerdings nur, wenn ein Ende abzusehen ist.
Für 30 €uro zwei Personen eine Woche lang voll(wertig) zu verköstigen, ist eine subtile Form von Stress - die unterschwellig sich in jeden zweiten Gedanken schleicht, vor allem dann, wenn das Bäckerbrötchen en passant unerschwinglich scheint, aber der Magen ein wenig koddert. Supermarktregale erhalten eine ganz andere Form von Masse... man wird gewahr, wovon man nicht kosten kann, weil's zu viel kosten würde.


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Gänseblümchen
Beitrag 19.Feb.2008 - 13:46
Beitrag #13


zur Blume mutierend
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Ok, eben mal ausgerechnet... mein Tagesdurchschnitt 2007: 2,21 am Tag.

Allerdings spare ich auch dadurch, dass ich ab und zu Obst und Gemüse aus dem Garten meiner Eltern mitnehme. An sich habe ich nämlich nicht den Eindruck, dass ich mich soo ungesund oder billig ernähre. Supermarktware eben, weitgehend fleischlos, Eier kaufe ich immer Bio, den Rest nur bedingt (das finde ich schade, aber da ist mir dann doch anderes wichtiger mit dem bisschen Geld, das ich habe).
Ich kaufe kaum Fertiggerichte oder dieses fix-sonstnochwas-Zeugs (fällt mir gerade ein, weil neulich eine HartzIV-Familie im Fernsehen kam, die erst interviewt wurden und erzählten, wie sehr sie rechnen müssen usw., aber nachher im Supermarkt wurden mindestens 10 dieser besagten Tütchen eingepackt...).

Dennoch finde auch ich den HartzIV-Plan haarsträubend. Mit Familie würde ich nicht so sparsam leben wollen, wie ich es tue, und gesund ist der Vorschlag ja mal überhaupt nicht... -_-
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pandora
Beitrag 19.Feb.2008 - 14:32
Beitrag #14


auf dem Hochseil des Lebens balancierende Wölfin
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durch meine 10 monatige krankschreibung und dem damit verbundenen finanziellen einbruch, kann auch ich mittlerweile gut mit 2,50€ am tag für lebensmittel auskommen und mich dennoch bewusst und gesund ernähren.
jedoch bin ich bei 2,50€ nur sehr sehr bedingt in der lage, bioprodukte oder fleisch zu kaufen.
bei L**l ... 6 bioeier 1,49€, 500g biovollkornnudeln, 0,79€, 500g bionaturreis 0,89€, 2kilo breaburnäpfel 1,99€, 5 kilo kartoffeln 0,79€ ect...
ich versuche also in größeren mengen zu kaufen, koche für einige tage vor, friere ein, esse kaum fleisch, dafür aber jeden tag obst und gemüse.
wichtig ist, denke ich, keine fastfood/halbfertig/fertig und tütenprodukte zu kaufen.
die sind zum einen extrem teuer und wenig nährstoffreich.
ich verzichte weitestgehnst auf teure markenprodukte.

diese art einzukaufen ist teilweise recht zeitintensiv und anstrengend, weil zu angebotszeiten die läden voll und kunden als auch verkaufspersonal recht gestresst.

wenn ich aber ehrlich bin, fällt mir oft auf, dass gerade leute die viel zeit haben diese schnell-schnellprodukte und fastfood kaufen...
wenn ich mal die zeit habe zu bummeln, dann fällt mir auf, das gerade solche lokalitäten wie mc-doof aus allen nähten platzen und diese von bestimmter klientel frequentiert werden.
fehlt die motivation, das interesse oder wo liegt der knackpunkt?




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LadyGodiva
Beitrag 19.Feb.2008 - 14:54
Beitrag #15


Strøse
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Wie gesagt, ich kann ganz solide kochen - auch handwerklich betrachtet. Das ist eine Tugend, die wohl immer mehr an Wert gewinnen wird, vor allem dann, wenn es darum geht, die teuer bezahlte Bequemlichkeit aus der Nahrungszubereitung zu nehmen.
Allerdings muss ich mich vorrangig proteinreich und grün ernähren, um nicht ständig zuzulegen. In den Bulgur-Bohnen-Zeiten habe ich mir wohl so viel an Gewicht angefuttert wie noch nie zuvor im Leben.
Aber sparsame "vollwertige" Küche ist nun einmal vorrangig kohlenhydratorientiert, selbst, wenn man sich kreativ einigermaßen zu helfen weiß - ich wage mir gerade nicht vorzustellen, was in die Töpfe kommt, wenn sich Personen nicht diese Mühe machen (können?).
Oder man greift aus Mangel an Eingebungen auf Billigfett aus dem Naturdarm zurück. Tag für Tag. So, wie es der Menueplan vorsieht. Grauenhaft.


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pfefferkorn
Beitrag 19.Feb.2008 - 16:47
Beitrag #16


Gut durch
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ich habe zu studentischen zeiten sehr sparsam gelebt.... und kann mich an abende mit gerösteten zwiebeln zu nudeln erinnern, aber da war immer klar, dass licht am horizont ist .... sich ein job findet, der geld bringt (damals war das noch so) ... und ich war auch während meines studiums immer mal in der kneipe...

heute weiß ich gar nicht genau, wieviel ich brauche, weil ich manchmal in der kantine esse, am wochenende unterwegs bin.... und meine versuche, das rauszukriegen, immer wieder scheitern -


nicht nur kochen, auch haushalten - im sinne von planen, einfrieren, bevorraten - ist eine kulturtechnik, die menschen erlernen ...

blöderweise gibt es statistisch einen zusammenhang zwischen bildung und geld auch dabei - heißt: leute, die wenig geld haben, haben oft auch keine erfahrung mit geplanten einkäufen, kochen etc.

viele leute haben in ihren wohnungen gar keinen herd mehr, sondern leben mit einer mikrowelle -

ich weiß von leuten, die nicht wissen, wie kartoffeln gekocht werden... und auch kaum gewürze zu hause haben -

lady godivas hülsenfrüchte beispielsweise... können viele leute gar nicht mehr zubereiten, weil sie nicht wissen, wie das eigentlich geht....

deshalb wäre es ja mal wünschenswert auch bei uns wieder kochen als unterrichtsfach zu haben - die briten machen das jetzt, weil sie wissen, dass das eine wurzel des ernährungsproblems ist.... die deutschen wissen es auch, aber wir haben ja die segensreiche kultuskonferenz.... die helden der ganztagsschule und der schulverpflegung kriegendas soooo schnell natürlich nicht umgesetzt....








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Grübler
Beitrag 19.Feb.2008 - 20:33
Beitrag #17


blau ist gesund
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Hey,

haushalten und kochen muß eine Jede von uns und manche hatten Glück es von ihrer Mutter zu lernen. Ich kann einigermaßen kochen und friere gerne ein. Mittlerweile friere ich auch die Grundzutaten für Suppengrün einzeln ein.. bin halt ein Suppenkaspar ;)

Im Moment koche ich relativ wenig. Morgens gibt es Müsli, Mittags ab in die Kantine (inkl. Extraportion Gemüse) und abends ne Stulle oder nen Salat. In der Zeit wo ich relativ viel gekocht habe und gerne mal was Neues ausprobiert habe, waren meine Kosten absolut im Rahmen (leicht 3-stelliger Betrag).


Grüße
Grübler
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Bilana
Beitrag 20.Feb.2008 - 10:27
Beitrag #18


Capparis spinosa
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Ja es ist eine Belastung so sehr sparen zu müssen. Ich kenne das auch noch aus Zeiten, in denen ich wirklich den ganzen Tag damit beschäftigt war mein Essen zu planen. Da ich satt werden wollte, auch lecker essen wollte und das Budget arg beschränkt war.
Und ich sehe es an meinem Vater, der schon seit ich kenne, von einer Maßnahme zur nächsten hangelte, nur um jetzt, aus Altersgründen endgültig auf die Liste der Leute gesetzt wurde, die sich nicht mehr bei der Agentur melden müssen und auch kein Jobangebot mehr bekommen.
Aber NIE habe ich es erlebt, das man in seiner Familie nicht satt wurde oder so etwas schrecklich ungesundes, unleckeres essen musste wie Herr S. aus B. vorschlägt.
Aber dafür verbringt er auch einen erheblichen Teil seiner Zeit damit kurz vor Schluss auf Märkte zu gehen und nimmt lange Wege in Kauf um Sonderangebote an Fleisch und Gemüse zu erstehen.

Natürlich ist es erleichternder, wenn man total geschafft Abens nach Hause kommt und sich auch mal ein paar Wurstbrote oder einen Döner genehmigen kann ohne Angst haben zu müssen, die Wochenkasse zu sprengen. Aber wenn es nunmal nicht geht?

Eine Erleichterung, psychisch, wie gesundheitlich wären wirklich fundierte Kenntnisse im Haushalten und Kochen.
Denn die 1 kg Fleischwurst im Ring ist mitnichten das Schnäppchen, nachdem es aussieht. Weder finanziell noch gesundheitlich.

Hülsenfrüchte, Reis, couscous, das sind gute Stichworte für eine preiswerte, aber gesunde und leckere Kost. Was von Marrakesh bis Calcutta mit Appetit gegessen wird, kann nicht schlecht sein.



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neelia
Beitrag 20.Feb.2008 - 13:54
Beitrag #19


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Ich persönlich denke, dass es ausreicht von 3€ am Tag zu leben. Noch dazu behaupte ich, dass dieser Betrag sogar für eine gesunde Ernährung reicht!
Das wären also maximal 95€ pro Monat für eine Person.
Davon sollte/muss jeder leben können...
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Yula
Beitrag 20.Feb.2008 - 14:04
Beitrag #20


Naschkatze
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Irgendwie schäme ich mich jetzt, nachdem ich diesen Thread durchgelesen habe.
Ich lebe ja noch von mum und dad, als Taschengeldbezieherin. Wie es sein mag sich von gaaanz wenig Geld zu ernähren, da habe ich mir noch nie Gedanken drum gemacht.
Ich brauche ja schon das doppelte des hier angeführten Tagessatzes nur für Zigaretten :roetel:
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neelia
Beitrag 20.Feb.2008 - 14:15
Beitrag #21


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QUOTE (Yula @ 20.Feb.2008 - 14:04)

Ich brauche ja schon das doppelte des hier angeführten Tagessatzes nur für Zigaretten :roetel:

:o
Das ist heftig. Weißt du wieviel du sparen könntest, wenn du das Rauchen aufgeben würdest???
Also, wenn du pro Tag 6€ für Zigaretten ausgibst, könntest du im Monat ca. 180€ sparen. Das wären im Jahr 2150€!
Ich nehme an du rauchst schon so um die 3 Jahre. Dann hättest du jetzt 6480€, wenn du vor drei Jahren angefangen hättest jeden Tag 6€ zu sparen!
Überleg mal, was du dir davon jetzt kaufen könntest...

Aber es ist ja noch nicht zu spät. Wenn du jetzt aufhörst zu rauchen und die 6€ auf dein Konto einzahlst, dann hast du in 10 Jahren 21 600€!!! Dafür kannst du dir eine kleine Eigentumswohnung kaufen oder ein neues Auto oder eine schöne lange Reise :wub:

Also wenn das mal kein Grund für dich ist mit dem Rauchen aufzuhören... -_-
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Liane
Beitrag 20.Feb.2008 - 15:53
Beitrag #22


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QUOTE (neelia @ 20.Feb.2008 - 13:54)
Ich persönlich denke, dass es ausreicht von 3€ am Tag zu leben. Noch dazu behaupte ich, dass dieser Betrag sogar für eine gesunde Ernährung reicht!
Das wären also maximal 95€ pro Monat für eine Person.
Davon sollte/muss jeder leben können...

Kannst Du konkret Rezepte für 1 Woche angeben, die einen 75 kg schweren/leichten Menschen mit täglicher körperlicher Ertüchtigung (merke: wer sparen muss, geht zu Fuß, anstatt sich eine Busfahrkarte zu leisten) langfristig gesund ernähren?

edit: Deine Schlussfolgerung mit dem Rauchen finde ich aber klasse :zustimm:

Der Beitrag wurde von Liane bearbeitet: 20.Feb.2008 - 15:54
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Yula
Beitrag 20.Feb.2008 - 16:00
Beitrag #23


Naschkatze
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Ja ja, JA!
Ich weiß ja, aber so richtig vorstellen kann ich mir nicht mit dem Rauchen aufzuhören.
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pfefferkorn
Beitrag 20.Feb.2008 - 16:07
Beitrag #24


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@yula

niemand hat hier gesagt, dass es toll ist und erstrebenswert von 3 euro am tag leben zu müssen -

und: du mußt dich nicht schämen...
rauchen allerdings ... gefährdet die gesundheit :-)

ich gebe gerne zu , dass ich es für mich beruhigend finde zu wissen, dass ich schon mit viel weniger geld ausgekommen bin als heute und nicht unglücklich damit war -

wir alle verbrauchen bis zum ende unseres lebens viel - sparen ist ja nicht der sinn des lebens - manchmal aber leider nötig









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neelia
Beitrag 20.Feb.2008 - 16:52
Beitrag #25


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QUOTE (Liane @ 20.Feb.2008 - 15:53)
Kannst Du konkret Rezepte für 1 Woche angeben, die einen 75 kg schweren/leichten Menschen mit täglicher körperlicher Ertüchtigung (merke: wer sparen muss, geht zu Fuß, anstatt sich eine Busfahrkarte zu leisten) langfristig gesund ernähren?


Ja, kann ich. Ich stelle ja nicht einfach Behauptungen auf, die nicht stimmen ;)

Also:
Zum Leben brauchst du auf jeden Fall Milchprodukte (Milch oder Quark reichen, es muss kein teurer Markenjoghurt sein!) Dies gibt es günstig zu erwerben. Ein Liter Milch kostet ca. 70 Cent und reicht für 5 Tage, wenn du dir ein Glas (0,2 l) am Tag genehmigst.
Außerdem brauchst du Obst. Auch dies ist bei gut bedachtem Einkauf günstig zu bekommen. Äpfel sind z. B. immer günstig. Eine große Tüte (von ALDI) reicht pro Person mindestens für 2 Wochen und du kannst jeden Tag einen Apfel essen. Natürlich solltest du bei Erdbeeren im Winter (außersaisonal!) verzichten, weil: teuer und qualitativ nicht hochwertig! Zu beachten ist also der Kauf von saisonalem Obst und Gemüse.
Da wären wir auch schon beim nächsten. Gemüse ist bei einer gesunden Ernährung nicht wegzudenken. Aber auch hier kann man Geld einsparen. Gurken, Möhren, Tomaten und Eisbergsalat sind immer relativ günstig. Paprika dagegen eher teuer und sowieso ungesund, weil sie sehr gespritzt ist und man dies auch durch Abwaschen nicht beseitigen kann, weil das die Oberfläche der Paprika nicht so gut zulässt. Aber das auch nur nebenbei -_-

Weiter im Beweis meiner "Behauptung".
Was du außerdem brauchst sind Kohlenhydrate. Da fallen mir spontan Reis, Kartoffeln und Vollkornbrot ein.
Du kommst pro Tag mit 100g Reis und 2 Scheiben Brot aus. Oder auch mit 2 Kartoffeln und 2 Scheiben Brot. Du kannst da variieren. Ein Kilo Reis kostet ca. 1,50€ und reicht für 10 Mahlzeiten.
Das letzte auf unserer Liste ist Fleisch und/oder Fisch. Dazu eigenen sich am besten Putenfleisch oder Hähnchenfleisch. Das würde ich jedoch nur 1-2 mal pro Woche essen, weil es teuer ist und Fleisch ja angeblich nur in Maßen gesund ist. Ein Beutel Fisch kostet um die 2€ und reicht auch für ca. 10 Tage (und das bei täglichem Verzehr!!!).
All das, was dein Körper braucht ist somit abgedeckt und das was ich gerade aufgezählt habe bekommst du für 3€ am Tag!

Ach ja, Trinken kostet übrigens nichts, weil das Leitungswasser in Deutschland gut ist und mehr brauchst du nicht!

Ich weiß, dass mein Beweis nicht konkret war, weil ich keine genauen Beträge genannt habe. Also werde ich eine Woche lang alles aufschreiben (mit Preis) was ich einkaufe und esse. Und ich wette mit dir, dass ich pro Woche weniger als 21€ für meine Nahrungsmittel bezahle.
Ich gehe morgen einkaufen und schreibe dir genau, was ich gegessen habe, wieviel, ob ich satt bin und genug Energie habe und wie teuer alles war.

edit: +s

Der Beitrag wurde von neelia bearbeitet: 20.Feb.2008 - 16:55
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Liane
Beitrag 20.Feb.2008 - 17:06
Beitrag #26


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QUOTE (neelia @ 20.Feb.2008 - 16:52)

Was du außerdem brauchst sind Kohlenhydrate. Da fallen mir spontan Reis, Kartoffeln und Vollkornbrot ein.
Du kommst pro Tag mit 100g Reis und 2 Scheiben Brot aus. Oder auch mit 2 Kartoffeln und 2 Scheiben Brot.

Nein. Sorry, ich bin sehr schlank, aber 2 Kartoffeln und 2 Scheiben Brot reichen mir nicht für 5 Mahlzeiten. Für 1 Hauptmahlzeit ja, wenn ich noch Gemüse und Eiweiß dazu esse.

QUOTE

Ach ja, Trinken kostet übrigens nichts, weil das Leitungswasser in Deutschland gut ist und mehr brauchst du nicht!

Leitungswasser ist zwar nicht teuer, aber auch nicht gratis. Und Du trinkst tatsächlich auch morgens nur Wasser? Niemals Tee? Kaffee? Nichts anderes als Wasser?

QUOTE

Ich weiß, dass mein Beweis nicht konkret war, weil ich keine genauen Beträge genannt habe. Also werde ich eine Woche lang alles aufschreiben (mit Preis) was ich einkaufe und esse. Und ich wette mit dir, dass ich pro Woche weniger als 21€ für meine Nahrungsmittel bezahle.
Ich gehe morgen einkaufen und schreibe dir genau, was ich gegessen habe, wieviel, ob ich satt bin und genug Energie habe und wie teuer alles war.


Darauf bin ich gespannt :)
Schreibst Du auch noch, wie groß Du bist, wieviel Stunde pro Woche Du körperlich aktiv bist, und ob Du noch im Wachstum bist oder Stress ausgesetzt?
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Yula
Beitrag 20.Feb.2008 - 17:07
Beitrag #27


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@ neelia

Ich hoffe das das lediglich ein Selbstversuch ist. Ansonsten bin ich mit dem posting überfordert. Auch auf die Gefahr hin als blöde Ignorantin rüberzukommen, aber es muß doch niemand wirklich über den Zeitraum x mit so wenig Geld auskommen?
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Liane
Beitrag 20.Feb.2008 - 17:09
Beitrag #28


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QUOTE (Yula @ 20.Feb.2008 - 17:07)
Auch auf die Gefahr hin als blöde Ignorantin rüberzukommen, aber es muß doch niemand wirklich über den Zeitraum x mit so wenig Geld auskommen?

Ich fürchte, dass es tatsächlich auch in unserer Wohlstandskultur mehr Menschen davon gibt, als wir uns alle eingestehen wollen. :(

Ich dachte, Neelia geht noch zur Schule und lebt bei ihren Eltern. Daher ist es vermutlich wirklich nur ein Selbstversuch.
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neelia
Beitrag 20.Feb.2008 - 17:21
Beitrag #29


Gut durch
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Ja, ich wohne noch zu Hause. Ich mache Leistungssport, bin 1,77 m groß.
Ja, es ist ein Selbstversuch aber ich werde so auch leben, wenn ich allein wohne, weil ich gar nicht einsehe mein Geld für Essen auszugeben.
Ich würde es auch hier zu Hause machen aber ich werde gezwungen das zu essen was es hier gibt -_-
Meine Mutter und meine Schwester ernähren sich nicht gesund und gekocht wird hier auch nicht (wenn überhaupt, dann selten). Ich koche dafür gern und relativ oft.

Für euch werde ich also mein Taschengeld opfern und eine Woche lang einkaufen, was ich essen will und nicht das, was meine Mum und meine Schwester essen wollen :D
Und nur nochmal zum mitschreiben: ich weiß, dass ich mit weniger als 21€ im Monat auskomme :P
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Liane
Beitrag 20.Feb.2008 - 17:26
Beitrag #30


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QUOTE (neelia @ 20.Feb.2008 - 17:21)
Und nur nochmal zum mitschreiben: ich weiß, dass ich mit weniger als 21€ im Monat auskomme :P

In der Woche, oder? :rolleyes:
Nicht vergessen: Gewürze, Öl, Essig, Senf,..... (das vergisst man leicht, weil es sowieso im Schrank steht)
Bin gespannt. :)
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blue_moon
Beitrag 20.Feb.2008 - 17:26
Beitrag #31


strösen macht blau!
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irgendwie klingt das wie ne mutprobe (oder was ganz anderes)... :gruebel: - ich glaube kaum, dass ein ernährungsexperte eine leistungssportlerin mit 2 kartoffeln und 2 scheiben brot über den tag kommen liesse. - gut, dass du noch bei deinen eltern wohnst...
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Yula
Beitrag 20.Feb.2008 - 17:29
Beitrag #32


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Danke neelia, das hat mir den Tag gerettet :)
Mir war schon richtig schlecht bei dem Gedanken das du da gezwungenermaßen bei Wasser und Brot sitzt.

Aber wegen dem nicht einsehen für Essen Geld auszugeben. Ist das denn nicht auch ein Stück Lebensqualität was du dadurch abgibst?
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dandelion
Beitrag 20.Feb.2008 - 17:33
Beitrag #33


don't care
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QUOTE (Liane @ 20.Feb.2008 - 17:06)
Du trinkst tatsächlich auch morgens nur Wasser? Niemals Tee? Kaffee? Nichts anderes als Wasser?

Tee ist für 2 Cent die Tasse zu haben - es muß ja nicht gleich Yogitee Schlagmichtot Chakrablüte sein ;)
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Liane
Beitrag 20.Feb.2008 - 17:34
Beitrag #34


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Eine interessante Frage.
Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel darüber gelesen, wie sich der Wert von Nahmrung verändert hat.
Ursprünglich hat der Mensch gearbeitet, um ausreichend zu essen zu haben. Für viel mehr hat es nicht gereicht (und oft nicht mal dafür...). Auch in vielen anderen Teilen der Welt wird das, was man hat, für Essen ausgegeben. Nahrung hat dadurch großen Wert.
Bei uns ist aber Nahrung vielmehr eine Notwendigkeit, deren Wert hinter Konsumgütern zurücksteht.
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Liane
Beitrag 20.Feb.2008 - 17:36
Beitrag #35


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QUOTE (dandelion @ 20.Feb.2008 - 17:33)
QUOTE (Liane @ 20.Feb.2008 - 17:06)
Du trinkst tatsächlich auch morgens nur Wasser? Niemals Tee? Kaffee? Nichts anderes als Wasser?

Tee ist für 2 Cent die Tasse zu haben - es muß ja nicht gleich Yogitee Schlagmichtot Chakrablüte sein ;)

Auch Kleinvieh macht Mist...
3 Tassen am Tag sind bereits 1095 im Jahr, das macht 2190 cent oder 21€90 (falls ich mich nicht verrechnet habe). Klingt wenig - aber wer wirklich sparen muss, darf solche "Kleinposten" nicht vergessen.
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Yula
Beitrag 20.Feb.2008 - 17:41
Beitrag #36


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QUOTE (Liane @ 20.Feb.2008 - 17:36)
Auch Kleinvieh macht Mist...
3 Tassen am Tag sind bereits 1095 im Jahr, das macht 2190 cent oder 21€90 (falls ich mich nicht verrechnet habe). Klingt wenig - aber wer wirklich sparen muss, darf solche "Kleinposten" nicht vergessen.

Wenn schon denn schon...
Das Teewasser muß auch erhitzt werden, und wieder sind pro Jahr ein paar Euro Strom oder Gas fällig.
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LadyGodiva
Beitrag 20.Feb.2008 - 18:00
Beitrag #37


Strøse
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Die Diskussion entwickelt sich doch in Richtung Weinbeerenverstoffwechslung mit Tendenz zur D20 Potenz...

Wie schon mehrfach fest gestellt, ist es möglich, sich von 3 Euro am Tag mit einem gewissen Arbeitsaufwand (auch mental) einigermaßen abwechslungsreich und vollwertig zu ernähren. Wenn man kochen kann und so gar kein Fleischzahn ist. Das stellt ja auch niemand wirklich in Abrede.

Was mich - orientierend am Threadtitel - so frappiert hat, ist die schulterzuckende Selbstverständlichkeit, mit der ein sozialdemokratischer(?) Politiker vom Sozialstaat abhängigen Personen auf den Teller sieht. Was ist der nächste Schritt? Eine Einschränkung der Wohnortwahl oder der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen?
Ich sehe darin eine fatale Fehldeutung von "Staatsbürger".
Ist unser Sozialstaat inzwischen tatsächlich schon auf dieser peinlichen Stufe der Verwaltung des Elends angekommen?
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Bilana
Beitrag 20.Feb.2008 - 18:35
Beitrag #38


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QUOTE
Ich weiß, dass mein Beweis nicht konkret war, weil ich keine genauen Beträge genannt habe. Also werde ich eine Woche lang alles aufschreiben (mit Preis) was ich einkaufe und esse. Und ich wette mit dir, dass ich pro Woche weniger als 21€ für meine Nahrungsmittel bezahle.

Und bitte sag uns, was du bei den geplanten Mengen abgenommen hast. :rolleyes:
Das was du schreibst esse ich zu einer Mahlzeit, also ca. das 3fache am Tag. Und nein ich bin nicht übergewichtig und nein ich arbeite nicht auf dem Bau.
Ich ich wüsste auch gerne wie dir der Reis und das Brot pur schmeckt.. nach einer Woche... nach 1 Monat.



QUOTE
Was mich - orientierend am Threadtitel - so frappiert hat, ist die schulterzuckende Selbstverständlichkeit, mit der ein sozialdemokratischer(?) Politiker vom Sozialstaat abhängigen Personen auf den Teller sieht. Was ist der nächste Schritt? Eine Einschränkung der Wohnortwahl oder der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen?

Das ist doch faktisch schon da. Zumindest was den Wohnort und Wohnbedingungen für alg II Empfänger angeht. Und die medizinische Versorgung, nun ja.
Die Frage ist.. wie soll es anders gehen? Wo soll das Geld herkommen? Mein Volkswirtschaftliches Halbwissen sagt mir, das ist schon ne Menge was man in unserem Staat bekommt, in anbetracht der Möglichkeiten.
Was mich eher stutzig gemacht hat, war die tatsache, dasd die meisten ALG II Empfänger wohl doch klüger, gesünder planen und Essen als Sarrazin es vorschlägt. Er hat damit nur gezeigt, das er keine Ahung von den Menschen hat, von denen er spricht, das er alles andere als volksnah und kompetent ist, Politiker einer Stadt zu sein, die lautn seines Chefs, arm, aber sexy ist. (Bleibt aber arm, trotz sexy.)
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Sägefisch
Beitrag 20.Feb.2008 - 18:38
Beitrag #39


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Die Nachkriegsrepublik hat in der Breite einen bestimmten, stolzen Kleinbürgertypus hervorgebracht, der sich seit jeher als Maß der Dinge begreift und das Scheitern als individuelle Fehlleistung anderer (zu dumm, zu faul, zu verkommen) jenseits des eigenen Lebensraumes verbannt, denn Vati hat ja immer alles brav richtig gemacht.

Je näher die Ohnmacht an diese Schicht heranrückt, desto wilder muß man treten um den Plebs ja auf Abstand zu halten.

Darum liest man dann auch lieber, daß der Kerl es ja auch besser anstellen könnte (siehe Speiseplan), statt sich die soziale Frage einzugestehen. Warum sollten Politiker von diesem Denken frei sein? Wer sich in Brüssel 120€ Fressgeld am Tag draufschlagen läßt (ja, richtig gelesen) MUSS die Menschen ja in unterschiedlich zu wertende Klassen aufteilen damit ihm nicht der Kopf platzt.



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Sägefisch
Beitrag 20.Feb.2008 - 18:49
Beitrag #40


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QUOTE (Bilana @ 20.Feb.2008 - 18:35)
Die Frage ist.. wie soll es anders gehen? Wo soll das Geld herkommen?

Die Frage ist richtig, allerdings wird sie für meinen Geschmack viel zu oft dann gestellt, wenn die Bürger vergleichsweise geringe Summen bekommen sollen, um tägliche Bedürfnisse zu decken (was im übrigen reine Binnennachfrage bedeutet).

Sie taucht kaum auf, wenn die deutsche Kriegsflotte jahrelang fern der Heimat operiert, wenn Steuergeld qua Bankenbeteiligung verbrannt wird, wenn eine überdimensionierte politische Kaste bis runter zum Ministerialrat für ein paar Jahre Dienst üppigst dauerversorgt wird, wenn Kohl mal eben 5 Mia. in den 2. Golfkrieg steckt (woher auch immer die eigentlich kamen), wenn Volksvermögen gegen Schmiergeld verramscht wird, Konkurrenzbetriebe im östlichen Ausland rundgefüttert werden, ich könnte eine Stunde so weitertippen.

Kurz: können wir uns eine selbstbefruchtende Entscheidungsträgerelite leisten, die nichts zu Problemlösung für die Bevölkerung beiträgt, für die sie arbeitet?

Herr Sarrazin ist technisch gesehen Diener des Bürgers, auch des mittellosen, herrscht diesen aber an.

Ich lebe in einem Land in dem es eben doch geht, erwerbslosen Menschen einen gewissen Lebensstandard zu erhalten, nicht nur was alltägliche Alimentierung angeht, sondern gerade auch die Bereitschaft, bis weit über die 50 hinaus Ausbildungen und Umschulungen zu ermöglichen. Hier geht es. Weil es gewollt ist.
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snouka
Beitrag 20.Feb.2008 - 19:04
Beitrag #41


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also auf die gefahr jetzt einen auf den deckel zu bekommen.

ich persönlich finde den selbstversuch mehr als pervers, um nicht zu sagen als einen schlag ins gesicht von alg II empfängern.

neelia ich möchte dich nicht persönlich angreifen aber meiner meinung nach ist diese aussage auch bezogen auf die monatlichen ausgaben in höhe von 90 euro ziemlich zynisch den betroffenen gegenüber.

klar kann man mit dem geld auskommen, aber es wird umso schwerer wenn man dies auch wirklich muss, und nicht wie du, es als selbstversuch für eine gewisse zeit macht.


ich vermute, dass du dies so bestimmt nicht gemeint hast aber vielleicht solltest du dir dein statement trotz allem nochmals durch den kopf gehen lassen.

meiner bescheidenen meinung nach schlägst du damit nämlich in die selbe kerbe wie unser "geschätzter" politiker.

sorry für die offenen worte

edit noch hinzufüge

überlege mal selbst wie es ist im monat mit knapp 680 euro insgesamt auskommen zu müssen.
wenn man dann miete und strom / ev. telefon / und ein paar notwendige versicherungen mal abzieht bleibt den meisten tatsächlich nicht mehr als 100 euro im monat für lebensmittel.
und wie schon gesagt wurde darunter zählen ja auch getränke / gewürze und mehr.

Der Beitrag wurde von snouka bearbeitet: 20.Feb.2008 - 19:08
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shark
Beitrag 20.Feb.2008 - 19:32
Beitrag #42


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QUOTE (neelia @ 20.Feb.2008 - 16:52)


Also:
Zum Leben brauchst du auf jeden Fall Milchprodukte (Milch oder Quark reichen, es muss kein teurer Markenjoghurt sein!) Dies gibt es günstig zu erwerben. Ein Liter Milch kostet ca. 70 Cent und reicht für 5 Tage, wenn du dir ein Glas (0,2 l) am Tag genehmigst.
Außerdem brauchst du Obst. Auch dies ist bei gut bedachtem Einkauf günstig zu bekommen. Äpfel sind z. B. immer günstig. Eine große Tüte (von ALDI) reicht pro  Person mindestens für 2 Wochen und du kannst jeden Tag einen Apfel essen. Natürlich solltest du bei Erdbeeren im Winter (außersaisonal!) verzichten, weil: teuer und qualitativ nicht hochwertig! Zu beachten ist also der Kauf von saisonalem Obst und Gemüse.
Da wären wir auch schon beim nächsten. Gemüse ist bei einer gesunden Ernährung nicht wegzudenken. Aber auch hier kann man Geld einsparen. Gurken, Möhren, Tomaten und Eisbergsalat sind immer relativ günstig. Paprika dagegen eher teuer und sowieso ungesund, weil sie sehr gespritzt ist und man dies auch durch Abwaschen nicht beseitigen kann, weil das die Oberfläche der Paprika nicht so gut zulässt. Aber das auch nur nebenbei  -_-

Weiter im Beweis meiner "Behauptung".
Was du außerdem brauchst sind Kohlenhydrate. Da fallen mir spontan Reis, Kartoffeln und Vollkornbrot ein.
Du kommst pro Tag mit 100g Reis und 2 Scheiben Brot aus. Oder auch mit 2 Kartoffeln und 2 Scheiben Brot. Du kannst da variieren. Ein Kilo Reis kostet ca. 1,50€ und reicht für 10 Mahlzeiten.
Das letzte auf unserer Liste ist Fleisch und/oder Fisch. Dazu eigenen sich am besten Putenfleisch oder Hähnchenfleisch. Das würde ich jedoch nur 1-2 mal pro Woche essen, weil es teuer ist und Fleisch ja angeblich nur in Maßen gesund ist. Ein Beutel Fisch kostet um die 2€ und reicht auch für ca. 10 Tage (und das bei täglichem Verzehr!!!).
All das, was dein Körper braucht ist somit abgedeckt und das was ich gerade aufgezählt habe bekommst du für 3€ am Tag!

Ach ja, Trinken kostet übrigens nichts, weil das Leitungswasser in Deutschland gut ist und mehr brauchst du nicht!

Ich weiß, dass mein Beweis nicht konkret war, weil ich keine genauen Beträge genannt habe. Also werde ich eine Woche lang alles aufschreiben (mit Preis) was ich einkaufe und esse. Und ich wette mit dir, dass ich pro Woche weniger als 21€ für meine Nahrungsmittel bezahle.
Ich gehe morgen einkaufen und schreibe dir genau, was ich gegessen habe, wieviel, ob ich satt bin und genug Energie habe und wie teuer alles war.

edit: +s

Selten zitiere ich einen gesamten beitrag, aber hier will ich es doch einmal tun.

Neelia, ich habe zwei Töchter zu versorgen.
Und ja: auch bei uns gibt es oft Reis - weil wir ihn mögen; Und auch Möhren und Äpfel, die günstig zu bekommen sind (was für Tomaten übrigens nicht zutrifft - nicht mal für die, deren Ernährungswert gegen Null geht, weil sie völlig unreif angeboten werden.)

Und Du hast Recht: es gibt Billigfisch aus der Alditruhe; der ist aber kein Fisch im eigentlichen Sinne, sondern aus Fischresten zusammengesetzt und unter Anderem auch genau deshalb oft paniert, damit man das nicht sieht.

Deine Idee wäre für uns (abgesehen davon, dass uns der Geschmack und die Qualität unserer Nahrung eben auch wichtig ist) auch sonst nicht praktikabel. Wir haben nämlich keine Gefriertruhe und müssen geöffnete Packungen aus der Truhe bei Aldi sofort leeressen, damit die Reste nicht verderben. Das würde für uns (und noch mehr für jene Menschen, die wirklich nur für sich allein einkaufen) bedeuten, dass wir Tage hintereinander dieselben Dinge essen müssten... und drei Tage hintereinander (wobei der Fisch spätestens am dritten Tag vermutlich eh nicht mehr zu genießen, sondern der Verzehr eher schon gesundheitsgefährdend wäre) "Formfisch"... nein, Danke. Das ist das Gegenteil von "abwechslungsreich".
Wir müssen deshalb kleinere und damit teurere Gebinde kaufen.

Dein 70CentLiterMilch ist völlig wertlos, da homogenisiert und fast frei von Vitaminen.
Wertvolle Vollmilch ist deutlich teurer.

Und zwei Kartoffeln pro Person langen hinten und vorn nicht für eine Mahlzeit; vor allem, wenn diese aus Geldmangel eher Hauptspeise als Beilage sein müssen.

Und zwei Scheiben Brot pro Person und Tag?
Zum Früstück verzehren meine Kinder schon je zwei Scheiben; dazu kommen die Pausenbrote und das Abendbrot (bei uns eher als Mittagessen, weil wir berufs- und schulbedingt mittags nicht zusammen essen können und daher abends kochen). Mindestens 8 Scheiben also täglich allein für die Zwei. Oder 6 und ein vernünftiges Müesli, das auch nicht gratis ist (+ zusätzliche Milch/bzw. Sojamilch für die Kinder, die nämlich keine Kuhmilch vertragen).

Gutes Truten-/Hähnchenfleisch ist nicht wirklich billig - und ich kaufe in aller Regel beim Metzger ein, weil ich da weiß, dass die Tiere wenigstens nicht ihr kurzes Leben in einem winzigen Käfig fristen mussten, sondern auf dem Hof herumgackern konnten.

Ich nutze Angebote, gehe öfter einkaufen, um diese auch zu "erwischen", mache dafür auch weitere Wege.
Aber ich will meine Kinder auch nicht nur satt bekommen - es soll ihnen schmecken, das Essen soll abwechslungsreich sein und es muss auch mal für einen selbstgebackenen Pflaumenkuchen reichen oder Muffins, ein paar Orangen, mal eine Tafel Schokolade, ein Früstücksei am Sonntag, das nicht aus der Legebatterie stammt oderoderoder.
Und wenn mal eine Freundin mitkommt zum Essen oder bei uns übernachtet und wir sonntags zusammen ausgiebiger frühstücken wollen, soll das auch kein Problem sein.


Auch nicht für "Arme", die sich ja ohnehin schon viel versagen müssen.
Und auch unter diesen gibt es Manschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten und/oder Allergien, die das Leben (und das weiß ich durch meine Kinder) erheblich verteuern können.

Und auch wir, die wir viel Leitungswasser trinken, mögen mal einen Saft oder sogar mal eine Limonade.

Gutes und ausreichendes, abwechslungsreiches und gesundes Essen ist Lebensqualität und die sehe ich beim besten Willen gerade dort nicht, wo jemand 10 Tage in Folge billigen Formfisch mit blankem Reis verzehren soll.
Oder eben fette Bratwurst und Tütenpürree.


shark

Der Beitrag wurde von shark bearbeitet: 20.Feb.2008 - 19:46
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Oldie
Beitrag 20.Feb.2008 - 20:09
Beitrag #43


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Ich habe vor Jahren, noch zur D-Mark-Zeit, ein bestimmtes Budget für eine Jugendfreizeit bekommen. Das waren pro "Kind" (14-16-Jährige) und Tag 3.-DM.
Da ich bei aller Rechnerei keinen Plan hatte, wie ich das schaffen soll, habe ich die Chefköchin eines Krankenhauses um Rat gefragt.
Sie meinte damals: Bei Jugendlichen unmöglich! Sie hat 3.- DM zur Verfügung, aber die Kranken essen ca. 1/3 weniger als gesunde Menschen. Von Bio-Ernährung konnten wir beide nur träumen!
Ich konnte dann das Budget auf 4,70 DM erhöhen und dadurch war alle 5 Tage für 20 Jugendliche 1 Glas Nutella drin (bitte beachten: "damals gab es nur das kleine Glas ;) )

Mittlerweile zahle ich für einen sehr gemischten Wocheneinkauf (Frisches für 3 Tage) ca. 35 €, aber außer Obst und Gemüse ist da nichts Hochwertiges dabei. :(
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neelia
Beitrag 20.Feb.2008 - 20:26
Beitrag #44


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Ok, ich sehe ein, dass ich Mist geschrieben habe. Ich muss lernen erst nachzudenken und dann zu schreiben oder zu sprechen.
An Gewürze und Co habe ich gar nicht gedacht. Das war dumm :(

Außerdem habt ihr Recht, dass es in der heutigen Zeit unter dem Lebensstandard des Mensche liegt.
Ich wollte damit auch keinen verletzten. Ich war nur wieder zu ehrgeizig und wollte unbedingt beweisen, dass man so leben kann.

Ich muss noch viel lernen und danke euch für die ehrlichen Meinungen (damit hilft man einem Menschen mehr, als würde man hinter dem Rücken mit anderen darüber reden und dafür danke ich euch).

Das ist mir gerade alles mega peinlich wenn eine von euch ein Loch im Garten hat, würde ich gern reinspringen :roetel:

Tut mir leid, für alle die mich falsch verstanden haben...
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snouka
Beitrag 20.Feb.2008 - 20:33
Beitrag #45


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QUOTE

Außerdem habt ihr Recht, dass es in der heutigen Zeit unter dem Lebensstandard des Mensche liegt.
Ich wollte damit auch keinen verletzten. Ich war nur wieder zu ehrgeizig und wollte unbedingt beweisen, dass man so leben kann.


hey lass den kopf nicht hängen, hatte mir fast schon gedacht, dass du die worte nicht so gemeint hattest.

:rolleyes:

mach ruhig deinen selbstversuch, du wirst feststellen, dass du es schaffen wirst - allerdings wirst du nach ende der zeit durchaus froh sein, wieder an den heimischen tisch überwechseln zu dürfen `*fg*

und was das loch im garten angeht.. bei 1,77m muss das aber ziemlich tief sein, glaub nicht das du sowas findest ;-)
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Oldie
Beitrag 20.Feb.2008 - 20:37
Beitrag #46


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Bleib' bei Deinem Sport! Iss' und trink', was Du brauchst. So wie Du es schaffst einen Triathlon zu meistern, würdest Du auch diesen Selbstversuch meistern. Ich bin aber ganz froh, dass Du einsiehst, dass es nicht so leicht ist. Ich hätte Angst, das Klappern Deiner Knochen bis hierher zu hören B)
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-Agnetha-
Beitrag 20.Feb.2008 - 22:48
Beitrag #47


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Puh, leeren Reis zum Mittagessen fände ich nicht so befriedigend. Auch keine leeren Brote.
-_-
Ich habe das Gefühl relativ viel für Lebensmittel auszugeben. Einiges davon müsste aber nicht sein. Zum Beispiel kaufe ich hin und wieder Donuts im Supermarkt oder selten sogar essfertiges (geschnittenes) Obst.
Dafür esse ich aber wenig Fleisch und rauche nicht. Ich koche sehr oft "nur" Nudeln mit Tomatensauce, was ich auch sehr lecker finde. Trotzdem habe ich immer das Gefühl, wir kaufen viel. Viel, woran man gar nicht unbedingt denkt. Joghurts, Schokodesserts, Smoothies, auch mal Süßigkeiten, Tee, Kaffee, manchmal Fertigsuppen, Ketchup, Senf, Gewürze, Olivenöl, manchmal Crutons für den Salat, usw.
Dazu kommt noch Katzenfutter und Heu für das Kaninchen.


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pfefferkorn
Beitrag 21.Feb.2008 - 13:48
Beitrag #48


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im grund ist es doch wieder bei der diskussion "auskommen" versus "genießen" gelandet

klar kommen menschen mit wenig aus -
nur kann das ja nicht der sinn sein...

und: ich finanziere irgendwie lieber die demetergärtnerin und die edekaverkäuferin mit, als die lidlverkäuferin, die mit ihrem einkommen garantiert keine familie ernähren kann..

und letztlich auch bei hartz IV landet und tolle ernährungstipps kriegt

Der Beitrag wurde von pfefferkorn bearbeitet: 21.Feb.2008 - 13:49
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Yula
Beitrag 21.Feb.2008 - 17:17
Beitrag #49


Naschkatze
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QUOTE (pfefferkorn @ 21.Feb.2008 - 13:48)
und: ich finanziere irgendwie lieber die demetergärtnerin und die edekaverkäuferin mit,  als die lidlverkäuferin, die mit ihrem einkommen garantiert keine familie ernähren kann..

und letztlich auch bei hartz IV landet und tolle ernährungstipps kriegt

Ich verstehe nicht ganz die Logik dieses Satzes.
Mal ganz davon abgesehen das die im Einkommen sicherlich kaum auseinander liegen.
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robin
Beitrag 09.Oct.2008 - 09:45
Beitrag #50


I lof tarof!
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Schöner thread, den ich übersehen habe (IMG:style_emoticons/default/sleep.gif)

Seit jahren nehme ich mir vor, meine monatlichen ausgaben zu vermerken. In einem kleinem heft, jeden tag, ganz regelmäßig. Genau wie mein vater es getan hat, als ich kind war.
Bis jetzt habe ich es kein einziges mal gemacht, irgendwie scheine ich das richtige ausgabengespür zu besitzen, bin ich nie in den roten zahlen, obwohl mein gehalt definitiv in die sparte kleinstverdienerin gehört (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

Trotzdem achte ich sehr auf die lebensmittelpreise! Es gibt zb. geschäfte, ganz in meiner nähe, in denen ich nie einkaufe, weil ich weiß, dass dort alles etwas teurer ist. Es ist mir in dem fall egal, ob sie praktisch erreichbar liegen, ich laufe lieber ein stück weiter und habe dabei ein besseres gefühl! (IMG:style_emoticons/default/smile.gif)
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Moni-86
Beitrag 21.Oct.2008 - 16:41
Beitrag #51


Filterkaffeetrinkerin
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Ich bin Stdentin und gebe geschätzt 4,50€ am Tag für Essen aus. Das geht nur weil ich in der Mensa ausgiebig Mittag esse (ist gesponsert, eine Mahlzeit mit Beilagen und Gemüse kostet höchstens 2,60€), und der Rest geht für Frühstück, Getränke etc. drauf. (Abendessen esse ich nicht, mochte ich noch nie, dafür aber z.B. nen Joghurt am Nachmittag)
Allle geringverdiener und HartzIV Empfänger bewundere ich. Denn ich weiss, dass mein Budget nach meinem Abschluss sprunghaft ansteigt (bin in nem Bereich wo ich ziemlich sicher nen guten Job kriege), Welcher HatzIV Empfänger hat denn heute noch diese Hoffnung?
Wie gesagt hätte ich kein gesponsertes Mittagessen, käm ich mit 4,50€ auch nicht aus... und ich kann kochen (ohne Maggi beutel und co.)
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Hortensie
Beitrag 25.Dec.2008 - 17:11
Beitrag #52


"Jeck op Sticker"
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klar könnten wir uns billiger ernähren, als wir es tun, aber in welcher qualität?
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