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> Irren ist menschlich vs. Menschlich ist irre, Eltern/Kind-Komplex - Kann TRIGGERN!
Fledi
Beitrag 03.Sep.2005 - 19:31
Beitrag #1


...
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Guten Abend,

auf ungewohntem Gebiet bewege ich mich, da ich nun einen Beitrag in dieses Unterforum schreibe.

Die letzten Wochen, angereichert mit Gedanken, Wut, Traurigkeit und anderen Empfindungen bezüglich der immerwährenden Eltern/Kind-Problematik. Umzugehen weiß man selten, mit denen, die sich so oft Eltern nannten, wenn die Erinnerungen Oberhand gewinnen, man sich in jender Tyrannei wiederfindet, die einen in jugendlichen Tagen begleiteten.

Ich wünsche mir von diesem Thread eigentlich Erfahrungen und Berichte, wie Ihr - als erwachsene Frauen - nach wie vor Kinder Eurer Eltern seid. Wie und ob Ihr dieses Kindsein genießen könnt, möglicherweise welche Erinnerungen Euch hierbei begleiten, Familienfeste wie auch Zusammentreffen und deren Problematiken bzw Freuden.

Ausgelöst wird dieser Beitrag durch immerwährende Fragen an mich selbst, die ich so nicht meinen Eltern stellen kann, ohne mir deren Zorn bis ins Unermäßliche zuzuziehen. Gestern Abend bei einem Gespräch wurde mir wieder bewusst, wie sehr mich diese Erinnerungen und Erfahrungen belasten, wie tief die Liebe und auch der Hass sitzt.

Mein Vater ein Mensch, den ich in Kindertagen nicht oft sah, im jugendlichen Alter aber durchaus sehr häufig in seinen Ausbrüchen und seiner Tyrannei zu spüren bekam. Die gravierendsten Beispiele hierfür reichen bis heute. Das mehrfache Aussperren im Winter über Nacht, das bewusste Herausgeben des Autos, dessen Bremsen nicht mal annähernd ihrem Hintergrund entsprachen, die geladene Waffe, die bewusst auf dem Rücksitz lag, als das Kind mit dem Auto und Freunden in die Disco fuhr und jene - gefunden durch neugierige Freunde auf der Rückbank - aus Coolness und Neugier der Betrunkenen irgendwann schockiert an ihrem Kopf spürte, der Schlafentzug,verursacht durch den kompletten Hausmüll im Bett und jede Menge anderer Dinge reichten aus um dieses Bild zu zerstören.

Meine Mutter, eine Geschäftsfrau mit der Gleichgültigkeit und Ruhe eines alten Baumes, die weder reagierte, noch da sein konnte, die ihrem Kind am letzten Weihnachtsfest zwischen Tür und Angel den letzen entscheidenden unterschwelligen Kommentar präsentiert, dass Vater zwar Vater heißt, es aber nicht ist. So gewinnt der erste Wutausbruch des so genannten an ungeheurer Bedeutung, dass man ihn des Krankenhauses verweisen musste, als er das Baby erblickte, welches nicht sein eigenes war.

Mein persönliches Familienbild - es existiert praktisch nicht. Dennoch, meine Mutter wird von mir nie als solche betitelt. Immer bleibt sie meine Mama. Versucht der Mensch dadurch, sich die Kindlichkeit zu bewahren? Die Unbefangenheit einer unverständlichen Kindheit zu gewinnen? Irrt das Kind? Handelt es einfach menschlich oder aber zerstört es sich selbst systematisch immer weiter?

Familientreffen, nach denen das Kind bis heute eine bis zwei Wochen braucht, um überhaupt wieder ansprechbar zu werden, scheitern kläglich. Jedoch immer erst danach und niemals währenddessen.

Eltern sind heilig, sie dürfen niemals angegriffen werden, sie haben Recht in ihrem Tun und man selbst trägt die Schuld an den zuteil gewordenen Bestrafungen.

Irren ist menschlich.... oder diese Art von Menschsein ist eben irre.

Liebe Grüße
Lilith
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Grübler
Beitrag 03.Sep.2005 - 19:38
Beitrag #2


blau ist gesund
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QUOTE
Eltern sind heilig, sie dürfen niemals angegriffen werden, sie haben Recht in ihrem Tun und man selbst trägt die Schuld an den zuteil gewordenen Bestrafungen.


Nein, Eltern sind Menschen. Sie dürfen auch zurechtgewiesen werden. Die Abnabelung sollte vollzogen werden. Eltern sollten Ihren Kindern zu hören und nicht aggressiv auf "Anmerkungen oder Beschwerden" reagieren. Nur der Respekt zwischen Kindern und Eltern, der sollte immer gewahrt bleiben.
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Sägefisch
Beitrag 03.Sep.2005 - 19:44
Beitrag #3


Schlaudegen.
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Ja, und wenn dieser Respekt durch die Eltern verletzt und verweigert wird, dann stehen die Kinder da und haben den Salat.
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pandora
Beitrag 03.Sep.2005 - 19:48
Beitrag #4


auf dem Hochseil des Lebens balancierende Wölfin
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QUOTE (Grübler @ 03.Sep.2005 - 20:38)
Eltern sollten Ihren Kindern zu hören und nicht aggressiv auf "Anmerkungen oder Beschwerden" reagieren. Nur der Respekt zwischen Kindern und Eltern, der sollte immer gewahrt bleiben.

Was aber, wenn man niemals geredet hat???
Wenn man niemals gelernt hat zu reden, weil immer gebrüllt wurde???
Und was, wenn den Kindern niemals soetwas wie Respekt von Elterns Seiten entgegengebracht wurde???

Wie soll man als Erwachsen sich gegen Menschen wehren, die einem als Kind das wichtigste verwehrt haben???
Nämlich Respekt, Aufmerksamkeit und Liebe...

Edit...Satz hinzugefügt

Der Beitrag wurde von pandora bearbeitet: 03.Sep.2005 - 19:52
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Fledi
Beitrag 03.Sep.2005 - 19:53
Beitrag #5


...
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Pandora, danke, darauf wollte ich ungefähr hinaus.

Ich wurde selten angebrüllt. Ich wurde niemals durch die Hand meines Vaters gestraft aber ich muss gestehen, es wäre mir lieber gewesen. Lieber als das.

Ich in meiner inzwischen fast 27jährigen Persönlichkeit bin so labil, was Vertrauen, was das Wohlwollen anderer Personen einem selbst gegenüber angeht, dass ich nicht weiß, wann ich das ablegen kann, wann ich für mich eine "normale" zwischenmenschliche Beziehung führen kann, ohne dass hin und wieder der Gedanke auftaucht, führt jene zum vorzeitigen Ableben, weil niedere Beweggründe das Gegenüber so manipuliert haben.

Kinder werden bisweilen zu Exremen herangezogen, ohne dass jemals körperliche Gewalt durch die Eltern persönlich im Spiel war.
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marietta
Beitrag 03.Sep.2005 - 19:54
Beitrag #6


Gut durch
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QUOTE (Grübler @ 03.Sep.2005 - 20:38)
QUOTE
Eltern sind heilig, sie dürfen niemals angegriffen werden, sie haben Recht in ihrem Tun und man selbst trägt die Schuld an den zuteil gewordenen Bestrafungen.


Nein, Eltern sind Menschen. Sie dürfen auch zurechtgewiesen werden. Die Abnabelung sollte vollzogen werden. Eltern sollten Ihren Kindern zu hören und nicht aggressiv auf "Anmerkungen oder Beschwerden" reagieren. Nur der Respekt zwischen Kindern und Eltern, der sollte immer gewahrt bleiben.

@Lilith: Eltern, die ihren Kindern schaden, haben nicht recht und jedes Recht auf Respekt verwirkt.

@Grübler: Eltern, die ihren Kindern schaden, haben nicht recht und jedes Recht auf Respekt verwirkt.

Marietta
...die immer noch gegen das Schuldgefühl-Introjekt kämpft, welches ihr die Täter ihrer Kindheit eingepflanzt haben....
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Grübler
Beitrag 03.Sep.2005 - 19:59
Beitrag #7


blau ist gesund
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@ Marietta

sorry, wenn ich mich falsch ausgedrückt habe.
Meines Erachtens haben keine Eltern das Recht so etwas zu tun.
Aber ich weiß, dass viele Eltern vieles tun, was ich noch nicht mal ahne....
Worauf ich hinaus wollte war, dass Kinder mit ihren Ellis reden sollten,
darauf ansprechen... Auch wenn ich weiß, dass in manchen Fällen
eher die Hölle zu frieren wird -_-

@all
Würde es helfen die Ellis zu meiden?
kenne mich in diesem Gebiet nicht aus
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marietta
Beitrag 03.Sep.2005 - 20:00
Beitrag #8


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QUOTE (LilithBerlin @ 03.Sep.2005 - 20:53)
Kinder werden bisweilen zu Exremen herangezogen, ohne dass jemals körperliche Gewalt durch die Eltern persönlich im Spiel war.

@Lilith :troest:

Ich gluabe, das was Du da weiter oben beschreibst, ist ebenfalls Gewalt. Gewalt ist nicht nur Prügeln. Jemanden im Winter aussperren oder mit Müll im Bett schlafen schicken ist gewalttätig.

Und es gibt auch psychische Gewalt....
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pandora
Beitrag 03.Sep.2005 - 20:02
Beitrag #9


auf dem Hochseil des Lebens balancierende Wölfin
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QUOTE (LilithBerlin @ 03.Sep.2005 - 20:53)


Kinder werden bisweilen zu Exremen herangezogen, ohne dass jemals körperliche Gewalt durch die Eltern persönlich im Spiel war.

Glaube mir Lilith...ich weiss genau was du meinst...
Tja und leider ist es so, das Narben die körperlicher Natur sind, irgendwann verheilen...
aber Narben, die seelische und verbale Gewalt gemacht haben, bleiben ein Leben lang...
immer wieder sind sie zu spüren, sie überfallen dich dann, wenn du am wenigsten damit rechnest...
sie machen Muster, für die du ein Leben lang brauchst um sie abzulegen und immer wieder wird es ein verzweifelt anstrengender Kampf bleiben, um gegen die Schäden die diese Menschen in unserer frühesten Kindheit bei uns angerichtet haben
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marietta
Beitrag 03.Sep.2005 - 20:02
Beitrag #10


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QUOTE (Grübler @ 03.Sep.2005 - 20:59)
@all
Würde es helfen die Ellis zu meiden?
kenne mich in diesem Gebiet nicht aus

Hey, iss ok! :) Ich bin nicht sauer auf Dich, nur auf meine Eltern... :(

Und zu Deiner Frage: der erste Schritt, um genesen zu können, ist vollständige Kontaktsperre zu Tätern. Wirklich vollständig.

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regenbogen
Beitrag 03.Sep.2005 - 20:03
Beitrag #11


a.D.
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@Lilith... :o ... danke, dass du uns deine Geschichte zu-traust ...

Ich wollte gerade unter "Ich habe mich gefreut" posten: "... über ein Telefongespräch mit der besten Mutter der Welt". Weil meine mittlerweile 80-jährige Mutter es mal wieder geschafft hat, Begeisterung für meine verrückten Pläne aufzubringen, obwohl sie ihrem Erfahrungs- und Lebensbild und ihren Erwartungen an mich erst mal einen Schock versetzt haben.

Das ist erstens nicht selbstverständlich, und zweitens erlaubt es mir, doch immer mal wieder die Kind-Rolle zu erleben/geniessen und weder rebellieren noch vernünftig sein zu müssen. Ich geniesse diesen Ausgleich zu dem, was sonst auch bei uns gilt: Dass sich das Rollen-Verhältnis zwischen Eltern und Kind umgekehrt hat.

Als erwachsene Kinder müssen wir unseren Eltern nicht mehr "gehorchen", wir müssen auch nicht mehr gut finden, was sie tun. Wenn unser Verhältnis so ist, dass wir etwas für sie tun, dann ist das schön... wenn das aber nicht geht, dann können wir auch Distanz wahren. Dann kann "Respekt" einfach "Distanz" heissen (müssen, in unserem eigenen Interesse). Was mit Sicherheit nicht leicht zu erreichen ist... weil man doch ein Kind in sich behält, das sich die "Mama" wünscht. Aber eben nicht immer. Wir sind auch die erwachsene Frau, die vernünftiger sein kann als ihre Eltern.

Meine eigenen Erfahrungen waren nicht so extrem wie deine, @Lilith. Trotzdem weiss ich auch Situationen, in denen ich (mir und meinen Eltern) sagen musste: Ich bin jetzt die "Erwachsenere" von uns. Das bringt Verpflichtungen mit sich. Aber auch eine gewisse Freiheit.
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pandora
Beitrag 03.Sep.2005 - 20:09
Beitrag #12


auf dem Hochseil des Lebens balancierende Wölfin
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QUOTE (Grübler @ 03.Sep.2005 - 20:59)

Worauf ich hinaus wollte war, dass Kinder mit ihren Ellis reden sollten,
darauf ansprechen... Auch wenn ich weiß, dass in manchen Fällen
eher die Hölle zu frieren wird -_-

@grübler

weisst du, das schlimmste daran ist, das die eltern meistens nicht einmal mitbekommen...sprich garnicht verstehen, was sie bei ihren kindern angerichtet haben...
wenn ich da an meine kind/vergangenheit denke sofern ich mich erinnern kann, mehr als 10 jahre sind einfach futsch...unauffindbar und an die zeit wo ich drüber reden wollte...es war ein fiasko...ich wurde beschimpft, des hauses verwiesen und noch mehr... man unterstellte mir ich lüge, erfinde alles, weil ich geltungsdrang hätte
ausserdem wollen eltern nicht gerne auf die vergehen ihrer vergangenheit hingewiesen werden...
die antwort ist immer die selbe..
aus dir ist doch was geworden, also können wir so viel nicht verkehrt gemacht haben :(
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Grübler
Beitrag 03.Sep.2005 - 20:12
Beitrag #13


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@ Pandora
:(
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marietta
Beitrag 03.Sep.2005 - 20:13
Beitrag #14


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QUOTE (pandora @ 03.Sep.2005 - 21:09)
ausserdem wollen eltern nicht gerne auf die vergehen ihrer vergangenheit hingewiesen werden...
die antwort ist immer die selbe..
aus dir ist doch was geworden, also können wir so viel nicht verkehrt gemacht haben  :(

Ja, Verdrängung und Leugnung statt Hinsehen. Genau so war es bei mir auch. Meine Mutter ist beispielsweise der Meinung, sie habe mich niemals geschlagen. Dass sie auf mir (als 8- oder 9-jährigem Kind) mal einen Schirm kaputt geschlagen hat, wollte sie nicht hören. Sie hat mich damals, als ich sie drauf ansprach, sogar ausgelacht.

Was mein Vater meinen würde, konnte ich mir nicht mehr anhören. Ich weiss nicht, ob ich das bedauern soll...

Dass etwas aus uns geworden ist, liegt daran, dass wir die Hölle unserer Kindheit überlebt haben - und damit vielleicht mehr Stärke als andere gewonnen haben.

Aber um welchen Preis....

Der Beitrag wurde von marietta bearbeitet: 03.Sep.2005 - 20:16
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Fledi
Beitrag 03.Sep.2005 - 20:16
Beitrag #15


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QUOTE (marietta @ 03.Sep.2005 - 21:13)
Dass etwas aus uns geworden ist, liegt daran, dass wir die Hölle unserer Kindheit überlebt haben - und damit vielleicht mehr Stärke als andere gewonnen haben.

Aber um welchen Preis....

Weise Worte, Marietta. Ich kann mich ebenso erinnern, dass ich von meiner Ma hin und wieder eins hinter die Löffel bekam, aber das hält man für normal, wenn man drinsteckt.

Ich kann mich erinnern, dass ich als Kind und auch im jugendlichen Alter immer wieder versuchte, meine Ma davon in Kenntnis zu setzen...

und wie sagte Sägefisch weiter oben? Dann hat man den Salat. Sie schmissen mich raus. Herzlichen Dank auch!
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pandora
Beitrag 03.Sep.2005 - 20:20
Beitrag #16


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QUOTE (marietta @ 03.Sep.2005 - 21:13)
und damit vielleicht mehr Stärke als andere gewonnen haben.

Aber um welchen Preis....

...taj, das grausame daran ist...dass diese mechanismen die wir damals zum überleben entwickelt haben.... uns heute das leben teilweise unbarmherzig schwer machen...

wie oft stehe ich mir heute mit meinen verqueren mustern im weg...
wie oft steht mir mein misstrauen, meine angst, die sich meistens in aggressivität äussert im weg

ich kämpfe und kämpfe weil ich einmal unbeschwert leben will...und immer wieder wird mir schmerzlich bewusst, das ein vollkommen unbeschwertes leben nicht mehr möglich ist, weil die erinnerung zu stark ist...

darum bleibt einzig, daran zu arbeiten und dafür zu sorgen, dass dieser kindheitskrampf nicht auch noch unser erwachsenleben vergiftet -_-

edit...hier und da ein buchstabe

Der Beitrag wurde von pandora bearbeitet: 03.Sep.2005 - 20:32
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marietta
Beitrag 03.Sep.2005 - 20:26
Beitrag #17


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QUOTE (pandora @ 03.Sep.2005 - 21:20)
ich kämpfe und kämpfe weil ich einmal unbeschwert leben will...und immer wieder wird mir schmerzlich bewusst, das ein vollkommen unbeschwertes leben nicht mehr möglich ist, weil die erinnerung zu stark ist...

Ja, das stimmt. Die Erinnerungen sind da, sie gehen nicht mehr. Manchmal gibt es Phasen, da vermehren sie sich sogar :wacko:

Ich habe aber die Hoffnung, dass ein unbeschwertes Leben doch möglich sein kann, irgendwann wenn ich die traumatischen Erlebnisse verarbeitet und integriert habe, meine Selbst-Bewusstheit gestärkt habe und gelernt habe, mich am Leben zu freuen :)

@Pandora: :troest:
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Fledi
Beitrag 03.Sep.2005 - 20:33
Beitrag #18


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Paradoxerweise muss ich ja auch noch gestehen, dass ich ein "Papakind" war/bin. Möglicherweise liegt jenes darin begründet, dass das Kind seit es denken kann unter massivstem Druck eine Art von Reaktion gezeigt bekam, eine Eigenschaft, welche die Mutter nie besaß.

Möglicherweise lag es auch daran, dass ich als Kind von ihm meinen ersten Traktor bekam. Mit Motor.... was hab ich dieses Ding geliebt. Bis er den Motor ausbaute -_-

Erstaunlich ist, das Verhalten meiner Mutter in den letzten Jahren. Von der Ignoranz über zugezogenen Hass, der sich darin äusserte, dass sie mich wegen einer Banalität verklagen wollte, kauft sie sich nun systematisch meine Gunst.... das letzte Mal vor ca eineinhalb Monaten mit einer netten Überweisung.

Was ein weiteres Problem für mich darstellt - welches wieder dieses irre Menschsein spiegelt -

Mein Pa wird beizeiten sterben. Dann fühle ich mich verloren. Aus vielen Gründen.
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marietta
Beitrag 03.Sep.2005 - 20:36
Beitrag #19


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QUOTE (LilithBerlin @ 03.Sep.2005 - 21:33)
kauft sie sich nun systematisch meine Gunst.... das letzte Mal vor ca eineinhalb Monaten mit einer netten Überweisung.

Was ein weiteres Problem für mich darstellt - welches wieder dieses irre Menschsein spiegelt -

Willkommen im Club....Ich seh das so: kein Grund, die Kohle abzulehnen, kein Grund ein schlechtes Gewissen zu haben. Sieh es als kleine Wieder Gutmachung. Aber lass Dich nicht kaufen und mach klar, dass Du Dich nicht kaufen läßt.
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edelbratschi
Beitrag 03.Sep.2005 - 20:42
Beitrag #20


~ Fischkopp ~
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QUOTE (LilithBerlin @ 03.Sep.2005 - 21:33)
Paradoxerweise muss ich ja auch noch gestehen, dass ich ein "Papakind" war/bin. Möglicherweise liegt jenes darin begründet, dass das Kind seit es denken kann unter massivstem Druck eine Art von Reaktion gezeigt bekam, eine Eigenschaft, welche die Mutter nie besaß.

Genau diesen Teil kann ich sooo gut verstehen! Die Hintergründe zu meinen paradoxen Gefühlen sind bereits an anderer Stelle für alle zu lesen aufgeschrieben.

Warum liebe ich als Kind meinen Vater, der mir schon so viel angetan hat, dennoch (zumindest in einem gewissen Maße)? Und warum tun die Eltern, die ihre Kinder doch eigentlich lieben sollten, solche Dinge an?

Tut mir leid, dass ich zu differenzierteren Aussagen grad nicht in der Lage bin...

LG,
bratschi
:unsure:
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