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Beitrag
#1
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ungerader Parallel-Freigeist ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Gruppe: Members Beiträge: 10.888 Userin seit: 25.08.2004 Userinnen-Nr.: 83 ![]() |
Hattet ihr schon mal so eine Situation und wie seid ihr damit umgegangen?
Ich muss ein wenig ausholen. Meine Frau und ich leben in einer Fernbeziehung. Kennengelernt haben wir uns vor 18 Jahren, übrigens hier. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) Seit 2018 sind wir verheiratet, wohnen aber nicht zusammen. Wir fanden dennoch trotz Fernbeziehung die Heirat als Zeichen der Zusammengehörigkeit schön. Da wir nicht zusammen wohnen und keine Kinder haben, halten wir eigentlich unsere Finanzen getrennt. Ohne einen gemeinsamen Haushalt gibt es keinen Grund für ein gemeinsames Konto. Seit einigen Jahren gibt es aber ein Ungleichgewicht. Meine Frau hat ein stabiles Einkommen, während ich selbstständig bin und es verschieden ist, wie es läuft. Vor der Pandemie hatte ich das Gefühl ganz gut über die Runden zu kommen. Wenn meine Frau und ich Urlaube machten, war es kein Problem für mich meinen Teil zu bezahlen. Da ich in der Coronazeit als Fotografin aber eine Weile gar keine Einnahmen hatte, hat das meine Ersparnisse aufgebraucht. Seitdem ist es finanziell bei mir oft knapp. Auch weil vieles (Lebensmittel,..) teurer wird. Da ich mir manche Reise nicht hätte leisten können, hat mich meine Frau dazu eingeladen. Immer wieder hat sie mir auch Geld geliehen, wenn es zu eng wurde. Anfangs haben wir da wohl beide kein großes Problem gesehen. Aber auf die Dauer... Es ist für uns beide blöd. Für meine Frau ist es sicherlich ganz schwierig, wenn sie entweder auf Urlaube, teurerer Unternehmungen (wie zB ein Tag in der Therme) oder Konzertbesuche verzichten muss oder für mich mit zahlen muss. Ich merke aber auch, dass ich mich durch diese Situation nicht mehr so ganz gleichwertig fühle. Wenn sie für mich bestimmte Dinge (wie zB eben eine Reise) bezahlt, dann habe ich das Gefühl sie vorher fragen zu müssen, wenn ich größere finanzielle Entscheidungen für mich treffe. Aktuell möchte ich mir zum Beispiel ein neues Smartphone kaufen, da mein altes mehrere kleinere Defekte hat. Natürlich möchte ich nicht, dass sie das Gefühl bekommt, sie hilft mir Geld zu sparen und ich gebe es an anderer Stelle unnötig aus. Was aber nötig oder unnötig ist, ist oft ja sehr subjektiv. Das Gefühl mit ihr besprechen zu müssen wie viel Geld ich für ein neues Handy ausgeben "darf", ist unschön. Damit es nicht missverständlich rüber kommt: Ich möchte von ihr kein Geld für mein Handy. Aber sie könnte sich denken: Warum kauft sie nicht ein billigeres Handy und spart dafür Geld für gemeinsame Unternehmungen? Ich fühle mich durch die Sitaution irgendwie "kleiner". Dieses Ungleichgewicht ist für uns beide ungut. Daher dachte ich, ich frage mal hier, ob ihr sowas schon mal erlebt hat und wie ihr damit umgegangen seid. |
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Beitrag
#2
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mensch. ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Gruppe: Members Beiträge: 6.514 Userin seit: 29.03.2006 Userinnen-Nr.: 2.777 ![]() |
Ach herrlich... So ein wichtiges Thema. Also... Kenn ich. In unterschiedlichen Konstellationen, inklusive Verheiratet(gewesen)sein oder Fernbeziehung oder hier die Person mit mehr Finanzkraft und dort die mit weniger zu sein.
Hallo erstmal. Klar ist ein Austausch über die Befürchtungen/Fantasien übereinander enorm wichtig. Für eine stabile, sichere Beziehung. Reassurement. Auch ein bisschen heilsam, denn diese Sorgen haben wohl meistens ältere Wurzeln, als die Beziehung selbst. Wohltuend, dass Vertrauen ineinanderbund miteinander zu stärken. So oft es immer wieder nötig ist. Bestenfalls auch möglich ist. Geld und die schöne Zugewinngemeinschaft bei gleichzeitiger individueller Autonomie. Es gibt ganz verschiedene Modelle, das zu handhaben. Sich wirklich, auch beim Verwalten des Geldes, aufeinander einzulassen, fand (und finde ich) schwierig. Es ist ja auch mein emanzipatorischer Anspruch, eigenverantwortlich zu agieren. Und einander Autonomie zu lassen, ist mir auch ein wichtiger Wert. Die heteronormativen Varianten, die meine Eltern in ihren Ehen (jeweils 2) vorgelebt haben, fand ich schräg. Zu symbiotisch/vermengt. Diesdas. Wurzeln eben. Gründe, es so gehandhabt zu haben bisher und verschiedene Wege ausprobiert zu haben. Die verbindlichste Variante in meinem Leben war bisher ein zusätzliches gemeinsames Konto für die gemeinsamen Unternehmungen/Ausgaben. Und wie da eingezahlt wird, konnte sich in Lauf der Zeit ändern. Oder ich erinnere die Ergebnisfindung in der Kennenlernphase für eine gemeinsame Reise. Ich hatte ordentlich viel Geld verdient, mein Gegenüber hatte bewusst einen lohnarbeits-unabhängigen Lebensstil mit kargen Einkünften und schlicht wenig Ausgaben im Alltag, aber im Gegensatz zu mir zB geerbtes Geld auf dem Sparbuch. Sie sagte "ich hab mich ja bewusst für eine Arbeit mit wenig Einkünften entschieden" - worauf ich entgegnete "und ich für den Job mit viel Verantwortung und Gehalt" (IMG:style_emoticons/default/rolleyes.gif) 50/50 hätte ich nicht haben wollen, 100/0 sie nicht. Sie hat für sich entscheiden und wenn es sich für mich nach zu viel angefühlt hätte, hätte ich intervenieren können/dürfen. Dann hätten wir geschaut. Entweder anders aufteilen oder vielleicht auch nochmal neu planen und anders miteinander Reisen. Was vielleicht auch geht, je nach Konstellation, ist eine Spardose, in die unangesprochen und ungezählt reingeworfen wird, was übrig ist für Unternehmungen/Reisen. In einer Fernbeziehung entfällt die Variante mit "wer kurzfristige Ausgaben stemmen muss, nimmt sich, was gebraucht wird", was so eine Solikasse beim queeren Kneipenabend manchmal leistet und in WGs mit utopischen Ideen auch manchmal denkbar ist. All das (und noch viele weitere praktische Umgangsweisen) ersetzt nicht die Care-Arbeit miteinander. Den Mut, sich zu öffnen mit den unguten Gefühlen, die da vor sich hinschwelen. Und auch ein mutiges Antworten "ja, manchmal fühlt es sich komisch an, wenn Du Sein neues Handy zeigst" - kann eine Antwort sein. Ich hatte ein Elternteil, das immer mit Unterhalt hinterherhing und viel jammerte, dass der Unterhalt (während des Studiums) ja schon arg belastend sei. Und dann bei jedem Weihnachtsbesuch vorführte: Unser neuer Fernseher... ("Ach, der alte ist hinüber?" "Nee, der steht jetzt oben im Schlafzimmer.") Unser neues Laminat. Unsere altersgerechte Badewanne... Ich wäre gern in der Lage gewesen, das irgendwie anzusprechen. Wurzeln, Altlasten, Muster, Beziehungsarbeit... Wünsche Dir und Euch Wege zum Vertrauen und Lösen des Knotens in Deinem Bauch. Oder ist es eher ein Stein? Ein Gewusel? Herzlich... McLeod Der Beitrag wurde von McLeod bearbeitet: 29.Mar.2025 - 17:46 |
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Vereinfachte Darstellung | Aktuelles Datum: 01.05.2025 - 11:56 |