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> Partnerin will keine Frau mehr sein, Panik vor der Transition
switch
Beitrag 05.Dec.2016 - 00:28
Beitrag #1


Filterkaffeetrinkerin
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Hallo,

ich habe lange hier nichts von mir lesen lassen. Warum auch, es war alles in bester Ordnung.

Ich bin mit meiner Partnerin viele Jahre zusammen und das sehr glücklich.
Dass sie nicht sehr feminin ist, keine Kleider oder Röcke mag, einen coolen Kurzhaarschnitt hat, sich für Technik interessiert und sehr sportlich ist, hat mir von Anfang an gefallen.
Sie hat mir ab und zu mal erzählt, dass sie als Kind lieber ein Junge gewesen wäre. Ich fand nichts dabei, wollte ich früher doch auch ein Junge sein, damit ich besser an Mädchen rankäme 😉

In unserem Bekanntenkreis haben zwei Frauen die Transition zum Mann bereits vollzogen. Das Thema ist mir also gegenwärtig und ich akzeptiere und respektiere den Wunsch nach körperlicher Geschlechtsangleichung voll und ganz.
Meine Partnerin hatte niemals mehr angedeutet dass sie ebenfalls so fühlt wie die beiden.
Wie ich heute weiß, wollte sie unsere Beziehung nicht gefährden. Außerdem sei sie glücklich gewesen und sah keine Veranlassung etwas daran zu ändern.

Bis vor wenigen Wochen!
Wir hatten einen Film gesehen, in dem es um eine transidente Person ging. Meiner Frau kamen die Tränen und ich küsste sie sanft und fragte wieso sie der Film so sehr berührte.
Sie sagte, sie wäre gerne ein Mann. Schon immer. Die ganze Zeit. Wollte es nie wirklich wahrhaben, hatte es teilweise verdrängt, teilweise hingenommen dass sie einen Frauenkörper hat, aber der Zustand wäre mittlerweile nicht mehr auszuhalten.
Ich war erstmal wie vom Donner gerührt. Habe sie getröstet und gemeint, sie müsse ihren Weg gehen, ich würde sie unterstützen.....

Trotzdem war ich tieftraurig. Es bedeutete ja, dass meine Liebesbeziehung zu meiner Frau bald Geschichte sein würde. Ob ich mit ihr als Mann klarkommen würde, weiß ich nicht.
Ich bin lesbisch und habe mir nichts sehnlicher gewünscht als mit ihr alt zu werden.

Seitdem bin ich hin- und hergerissen.
Anfangs war ich sehr traurig. Einmal wegen meiner Frau, weil sie all die Jahre " in Case" gelebt hat und andererseits wegen mir, weil ich in absehbarer Zeit mit einem Mann zusammenlebe, was ich ja nie wollte.
Ich könnte mich trennen, aber das möchte ich nicht. Warum auch? Sie wird ihren Charakter ja nicht mit dem Geschlecht wechseln und diesen Menschen liebe ich über alles.

Dennoch: ich schaue in das geliebte Gesicht meiner Frau und mir kommen die Tränen......

Ich könnte gerade ein paar aufmunternde Worte gebrauchen.

Switch






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Marsali
Beitrag 05.Dec.2016 - 08:37
Beitrag #2


Satansbraten
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Hallo liebe Switch!

Erstmal muss ich Dir sagen, dass ich es ganz toll finde, dass Du den Weg mit Deiner Partnerin gehen willst. Das wird sicher kein einfacher, aber Du siehst es wie ich - Du liebst ja den Menschen, nicht (nur) den Körper.
Wir hatten, angeregt durch die Transgender-Geschichte in der Lindenstraße, die Diskussion auch schon zu Hause, meine Freundin würde, anders als ich, den Weg nicht mitgehen. Nun stellt sich bei uns die Frage zum Glück nicht.

Ich drücke Euch die Daumen, dass Ihr das gemeinsam gehen könnt und dass Du es schaffst, sie/ihn weiterhin zu lieben, auch, wenn Veränderungen wahrscheinlich sein werden. Optisch und hormonell bedingt.
Ich wünsche Euch, dass Ihr gemeinsam daran wachst und glücklich bleibt!

Alles Gute
Marsali
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McLeod
Beitrag 05.Dec.2016 - 16:18
Beitrag #3


mensch.
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Liebe Switch,

was für eine Zwickmühle... Sich selbst leben oder die Beziehung, die so richtig ist, weiterführen... Und für Dich: Wer wird der Mensch sein, den Du so gut kennst und was macht es mit Dir? Gibt es in Deiner Gegend eine gute Trans*-Beratung, die auch Erfahrung hat mit Angehörigenberatung? In Hannover macht das beispielsweise der andersraum, in Berlin erreichst Du Jonas Hamm auch telefonisch, er berät letztlich bundesweit, als einer der wenigen, wenn nicht der einzige Hauptamtliche in Vollzeit bundesweit. Du bist nicht die erste in dieser Situation und trotzdem ist es immer individuell. Einiges ist transferierbar, anderes wird Euch als Paar speziell vorbehalten sein. Was wird sich alles verändern, wie wird es sich anfühlen, wie weit oder nah wird es werden...?

Ich glaube, der Austausch mit anderen Angehörigen in Paarsituation könnte sehr, sehr hilfreich sein.

Hast Du konkrete Fragen? Kannst gerne auch die PN nutzen (Forenregeln......)

Liebe
McLeod
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switch
Beitrag 05.Dec.2016 - 20:47
Beitrag #4


Filterkaffeetrinkerin
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Liebes Forum,

nein, ich bin nicht die erste in dieser Situation. Daher weiß ich auch, dass viele Beziehungen an diesem Thema gescheitert sind.
Ich taste mich langsam an meine neue Situation heran.
Ich war mit meiner Frau in der Männerabteilung Klamotten kaufen. Die Sachen stehen ihr. Ihre Figur ist nicht besonders kurvig.
Beim Friseur war sie auch und heute haben wir für sie eine neue Brille ausgesucht.
Alles maskulin versteht sich.
Sie arbeitet an ihrem Passing und ich versuche, sie dabei so gut es geht zu beraten.
Im Januar hat sie in der Uniklinik ein Orientierungsgespräch und bereits im April einen Termin beim Endokrinologen.
Mir geht das alles natürlich zu schnell. Im Prinzip könnte sie im Frühsommer mit Testo beginnen wenn ihre Psychologin die Diagnose stellt.
Genau da liegen meine Bedenken. Inwiefern wird sie sich durch die Hormone verändern? Ich habe die Bücher von Balian Buschbaum und Niklaus Flütsch gelesen. Ihre Beziehungen gingen jeweils in die Brüche, wobei Flütsch sogar schwul geworden ist.
Also, auch wenn ich mich noch so sehr anstrenge und mir abgewöhne Frauenkörper zu begehren, könnte es sein, dass sich mein(e) Partner(in) von mir abwendet, weil sie in Aufbruchstimmung ist und sich komplett neu orientiert. Meine Frau quittiert meine Bedenken allerdings als Quatsch.
Ich stecke also in mehrfacher Hinsicht in einem Dilemma.
Ich hatte heute einen Termin bei meinem Psychiater wegen einer anderen Sache. Ich habe immer wieder mit depressiven Episoden zu tun und bin regelmäßig bei ihm in Behandlung. Natürlich kam das TransThema auch zur Sprache. Mein Arzt ist schon älteren Semesters und steht der Sache skeptisch, wenn nicht ablehnend gegenüber. "Man solle der Natur nicht in's Handwerk pfuschen, also nicht wenn man sich stattdessen umbringen würde". Betroffene sollten lange in Therapie gehen und sich überlegen, ob sie eine Geschlechtsangleichung wirklich glücklicher machen würde, oder ob dadurch nicht andere Probleme auftauchten die schwerwiegender sind.
Das hat mich wieder runtergezogen.

Um eine Gruppe mit betroffenen Angehörigen habe ich mich noch nicht gekümmert. Das wäre eventuell was für mich.

Danke für den Tipp McLeod!

Ach wieso muss mal wieder alles so kompliziert sein?

Liebe Grüße
Switch
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McLeod
Beitrag 05.Dec.2016 - 21:07
Beitrag #5


mensch.
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Hallo Switch,

ja, klar, es scheitern Beziehungen daran oder sie bleiben. Es geht nicht darum, dass Du Dir etwas abgewöhnst, finde ich. Zu schauen, was es mit Dir macht, wenn Stimmbruch, Haarwuchs, Veränderungen im emotionalen Spektrum kommen, wenn die Entfaltung in der eigenen Identität blüht und sprießt... wie wird sich das Vertrauen zwischen Euch verändern, wie ist das mit dem Tempo... Es ist schön, dass Ihr beide professionellen Support habt - okay, Dein Psychiater ist ganz offenbar ideologisch nicht kompetent als Ansprechpartner. Eine gemeinsame Beratung oder Paartherapie ist ohnehin total hilfreich und wichtig, schon wenn eine Partnerin beispielsweise eine klassische Therapie macht. Der therapeutische Einsatz bei Transition ist ja eine sonderbare Mischung aus Zwang, Begutachtung und hilfreicher Begleitung. Vielleicht kannst Du auch den einen oder anderen gemeinsamen Termin mit der Therapeutin Deines Freundes ausmachen und in Anspruch nehmen... Oder Ihr schaut, was in einem queeren Beratungszentrum in einer größeren Stadt machbar ist. auch bei einer Lesbenberatung oder Frauenberatung würde ich einfach mal nachfrage, für gemeinsame Termine.

Ich hoffe, das Verhältnis zu Deinem Psychiater bleibt nützlich und vertrauensvoll. Für mich persönlich wäre das ja ein Grund, mir neue Fachkräfte zu suchen. Queere Realität sollte schon kompetent angenommen und frei von eigener Meinung begleitet werden können. Nur meine persönliche Meinung und mein Anspruch. Dass das nicht jede/r kann, ist ja auch okay, aber dann eben "Bitte empfehlen Sie mir jemanden, der sich nicht so massiv von der eigenen Meinung treiben lässt und sich auskennt und mein Thema auch weiterhin gut betreuen kann." Eigentlich ein Fall für die Psychotherpeutenkammer, der Mann braucht ne Fortbildung! Ich schweife ab...

McLeod

Der Beitrag wurde von McLeod bearbeitet: 05.Dec.2016 - 21:08
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pfefferkorn
Beitrag 06.Dec.2016 - 11:39
Beitrag #6


Gut durch
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ich verstehe deine trauer ... denn es ist auch ein abschied vom Frausein... ich habe auch schon den abschied von freundinnen beheult und als solchen empfunden -
und ich finde es wichtig, das auch auszudrücken - denn trans ist eben nicht lesbisch und auch die Sexualität wird sich verändern...
und ich denke, es ist nicht absehbar, wie der weg sein wird - deiner und ihrer/ seiner -
wichtig, dass jede Person bei sich bleiben kann und ehrlich sein kann -
toll, etwas neues zu begrüßen und sicher auch wichtig, die Neuigkeiten :-) zu feiern :-)



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switch
Beitrag 06.Dec.2016 - 14:03
Beitrag #7


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Ich trauere in mehrfacher Weise......

zum Einen habe ich Bedenken wie sich ihre Attidüde verändern wird. Zur Zeit ist sie sehr emphatisch und einfühlsam.
Ich habe gelesen, dass durch das Testo manche garnicht mehr weinen können, weil Sie emotional abgeflacht sind.

Dann natürlich die körperlichen Veränderungen. Ein Aufbau kommt für sie (und erstrecht für mich) nicht in Frage.
Eine Amputation (alleine das Wort!) der Brüste steht im Raum.

Ich bin mir so furchtbar unsicher, ob mir Haare im Gesicht und am Körper gefallen werden. 😞

Gerade das weiche, zarte und unbehaarte gefällt mir ja bei Frauen. Wenn ich daran denke, dass irgendwann eine mehr oder minder große Narbe ihren Brustkorb "zieren" wird, kann ich mich nicht wirklich damit anfreunden.

Es gibt auch Trans-Menschen, die verzichten bewusst auf die Hormonersatztherapie und auf jegliche Operationen.
DAS wäre mir am liebsten wenn meine Frau diese Maßnahmen nicht für Ihr Glücklichsein brauchte.

Ich überlege, sie darauf anzusprechen, ob ich zu diesem ersten Gespräch in der Uniklinik mitkommen kann, oder ob es besser wäre, dass sie dorthin alleine geht?

Viele ungeklärte Fragen...... 🙁

Danke Euch für's Dabeisein

Switch
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McLeod
Beitrag 07.Dec.2016 - 08:31
Beitrag #8


mensch.
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Heyho...

Es klingt für mich, als würdet Ihr parallel auf die Suche nach Infos gehen. Wenn Du von Deinen Wünschen an den Umfang oder die Richtung der Transition Deines Freunds (hm, Du schreibst weiter von "ihr", nicht "ihm") schreibst, ist das allein aus Deiner Perspektive und aufgrund Deiner Bedürfnisse. Tauscht Ihr Euch aus, kennst Du seine/ihre Bedürfnisse und Überlegungen - und Ängste? Weiß Dein Gegenüber von Deiner Gedanken- und Gefühlswelt?

Frag ich mal so, weil ich der Meinung bin, dass sich eine Beziehung in Transitionszeiten vor allem an der Vertrautheit und dem Austausch und dem miteinandergehen entscheidet. Und nicht am Haarwuchs, Narben und Hormonen.

Liebe Grüße
McLeod
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Herzfilz
Beitrag 07.Dec.2016 - 18:02
Beitrag #9


Naschkatze
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Hm. Einerseits glaube ich ja, dass man körperliche Dinge - wie Haarwuchs- nicht überschätzen sollte (und dass sie in unserer Gesellschaft sowieso zum Teil völlig unzutreffend gegendert sind.)

Andererseits ist es eine Erfahrung von mir, dass ich physisch männliche Menschen zwar, und das hat in dem Fall auch mit dem Haarwuchs auf ihrem Gesicht und an anderen Körperstellen zu tun, sehr aufregend finden kann, aber mich halt nicht in sie verliebe, dass ich emotional unberührt bleibe, wenn ich mich auf körperliche Nähe mit ihnen einlasse. Der weiche Flaum im Gesicht einer Frau löst dagegen bei mir ein Entzücken aus, das ich mit Worten kaum beschreiben kann, und mit dem das Kratzen einer stachligen Männerbacke einfach nicht konkurrieren kann, also, für mich. Auch wenn ich das in Einzelfällen aufregend finden kann und es mir Lust auf mehr macht, für den Moment. Aber für den Moment, das ist halt der Punkt. Ich bin dann die Frau, die mit Männern vielleicht nach Hause geht (in deren Zuhause, denn ich will nicht, dass die wissen, wo ich wohne) und ihren Spaß hat und vor dem Frühstück still und heimlich und so spurlos wie möglich wieder verschwindet. Und die ihre Beziehungen mit Frauen führt, weil das einfach tiefer, emotional näher, liebe- und verständnisvoller ist - ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll. Und vielleicht auch, weil ich mit einer Frau der statistischen Wahrscheinlichkeit nach mehr gemeinsame Themen habe, über die wir sprechen können. Viele Männer steigen einfach aus, wenn ich von den Dingen zu reden anfange, die mir wichtig sind, weil sie in ihrer Lebensrealität nicht vorkommen und für sie nicht wichtig und oft nicht einmal Teil der von ihnen wahrgenommenen Realität sind. Nachvollziehbarerweise, denn meiner Meinung nach ist die Welt, in der wir leben, nach wie vor sehr verschieden je nachdem, welchem Geschlecht wir darin zugeordnet werden.

Dass es in unseren vermeintlich modernen Zeiten keine wirkliche Rolle mehr zu spielen scheine, welchem Geschlecht eine_r zugeordnet wird, scheint mir, unter anderem, auch auf diesem Hintergrund eine Illusion zu sein.

Vielleicht kann ich es aus dieser Wahrnehmung von geschlechtsbezogener Verschiedenheit heraus so gut und mühelos verstehen, wenn ein Mensch zu mir sagt, dass er mit der geschlechtlichen Einordnung, die von klein auf nicht wirklich seine war, nicht klarkoimmt und die andere will. Oder, wie im Fall von transsexuellen Menschen, die andere überlebenswichtigerweise braucht.

Die transsexuellen Männer, die ich in der Lesbenszene als lesbische Frauen kennengelernt habe und die sich dann, sagen wir, weiterentwickelt haben, sind eigentlich alle ganz patente Kerle, meiner Wahrnehmung nach. Keiner von ihnen hat seine Fähigkeit zur Empathie eingebüßt, und keiner von ihnen hat seinen feministischen Hintergrund hinter sich gelassen. Wir haben immer noch die gleichen Themen, über die wir sprechen können, und ich habe diese Jungs echt gern und schätze sie genauso wie vor ihrer Transition, und ich kann mit ihnen über meine "Frauenthemen" sprechen, ohne dass die ihnen fremd oder peinlich sind. Sie sind vielleicht ein bisschen entspannter und offener als vorher. Alllerdings beschleicht mich manchmal der Verdacht, dass sie still und heimlich unter der Ablehnung leiden, die ihnen aus Teilen der Lesben- und Frauenszene entgegenschlägt, und dass sie in dieser Hinsicht so etwas wie eine Heimat verloren haben. Wie bitter das für sie gewesen oder aktuell sein muss, kann ich mir wahrscheinlich nur in Ansätzen vorstellen.

Aber dieses letzte ist nur eine Vermutung von mir.

Insofern würde ich aber zumindest die Befürchtung, dass eine Hormon-Ersatz-Therapie zu krassen psychischen Persönllichkeits-Veränderungen führen müsse, gerne ein bisschen zerstreuen. Persönlichkeiten können sich unter Hormoneinfluss ändern, das ist gar keine Frage, Aber sie müssen anscheinend nicht,

Ich denke, switch, du wirst die Dinge auf zukommen lassen müssen, und gegebenfalls vor der großen Aufgabe stehen, eine Grenze zu ziehen, wenn es für dich in eine bestimmte Richtung nicht mehr weitergehen können sollte. Sei das, dass du deinen Freund unter Testo-Einfluss aufhörst, körperlich anziehend zu finden, oder sei es, dass du sein Männergehabe nicht mehr mittragbar findest.

Das sind aber alles Dinge, die -und das ist vielleicht die gute Nachricht dabei- nicht heute oder morgen geschehen werden. Auch wenn dir verständlicherweise alles gerade viel zu schnelll geht, wirst du am Ende wahrscheinlich Zeit haben, in die Situation hineinzuwachsen, oder aus ihr herauszuwachsen, wenn sie sich als für dich untragbar erweist.


Denn nichts von alledem, worüber du dir jetzt Gedanken machst, muss wirklich heute oder morgen entschieden werden. Und wenn du über kurz oder lang zu dem Entschluss gelangen solltest, dass du diesen Weg als Partnerin nicht mitgehen kannst, sodern allenfalls als Freundin od erVerbündete, wird das zwar schmerzlich, aber im Endeffekt für dich wahrscheinlich auch stimmig und ok sein.

Am Ende, nicht jetzt. Jetzt bricht gerade zu viel über dich herein, als dass, fürchte ich, irgendwas in irgendeiner Weise ok sein könnte. Wahrscheinlich wirst du den Wogen einfach (ja, ich weiß., das sagt sich ich so viel leichter als es wirklich ist), also, "einfach" Zeit lassen müssen, sich zu glätten, und dann weitersehen.




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switch
Beitrag 07.Dec.2016 - 22:58
Beitrag #10


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ZITAT(McLeod @ 05.Dec.2016 - 22:07) *
Hallo Switch,

Ich hoffe, das Verhältnis zu Deinem Psychiater bleibt nützlich und vertrauensvoll. Für mich persönlich wäre das ja ein Grund, mir neue Fachkräfte zu suchen. Queere Realität sollte schon kompetent angenommen und frei von eigener Meinung begleitet werden können. Nur meine persönliche Meinung und mein Anspruch. Dass das nicht jede/r kann, ist ja auch okay, aber dann eben "Bitte empfehlen Sie mir jemanden, der sich nicht so massiv von der eigenen Meinung treiben lässt und sich auskennt und mein Thema auch weiterhin gut betreuen kann." Eigentlich ein Fall für die Psychotherpeutenkammer, der Mann braucht ne Fortbildung! Ich schweife ab...

McLeod


Hallo McLeod

Der Psychiater ist schon über dem Rentenalter. Seine Praxis ist nur noch vormittags geöffnet und das wohl auch nur noch knapp zwei Jahre, wie ich hörte. Da muss ich mir zwangsläufig einen neuen Arzt suchen. Aber finde mal einen "guten"!

😨
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switch
Beitrag 07.Dec.2016 - 23:22
Beitrag #11


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ZITAT(McLeod @ 07.Dec.2016 - 09:31) *
Heyho...

Es klingt für mich, als würdet Ihr parallel auf die Suche nach Infos gehen. Wenn Du von Deinen Wünschen an den Umfang oder die Richtung der Transition Deines Freunds (hm, Du schreibst weiter von "ihr", nicht "ihm") schreibst, ist das allein aus Deiner Perspektive und aufgrund Deiner Bedürfnisse. Tauscht Ihr Euch aus, kennst Du seine/ihre Bedürfnisse und Überlegungen - und Ängste? Weiß Dein Gegenüber von Deiner Gedanken- und Gefühlswelt?

Frag ich mal so, weil ich der Meinung bin, dass sich eine Beziehung in Transitionszeiten vor allem an der Vertrautheit und dem Austausch und dem miteinandergehen entscheidet. Und nicht am Haarwuchs, Narben und Hormonen.

Liebe Grüße
McLeod



Du hast Recht,

meine und seine
(ich kann auch das männliche Pronomen benutzen, finde es selbst aber umständlich, weil ich noch nicht überall und bei jedem von "ihm" sprechen kann, weil er nicht gänzlich geoutet ist aus praktischen Gründen)
Wünsche und Vorstellungen decken sich nicht gänzlich was den Umfang der Transition betrifft.
Darüber reden wir und ich gebe zu, dass ich da etwas manipulativ handele.
Ich suche im ftm-Forum förmlich nach gescheiterten "Verwandlungen" und Aussagen von Betroffenen, die (in ihrer Situation), gegen Testo u/o Operationen sprechen.
Ich schaue mir, in meinen Augen, mißglückte Mastektomie Ergebnisse an, kopiere das und schicke es meinem Freund.
Ich denke, ich provoziere, damit er sich auch alles genau überlegt, weil ein zürück gibt es ja nicht mehr.

Mein Freund hat dann auch etwas den Fuß vom Gas genommen, ist aber in seiner Haltung ganz klar und formuliert die nächsten Schritte die er gehen will. Damit kann ich auch besser zurecht kommen. Zu dem Gespräch in die Uniklinik Mitte Januar kann ich mitkommen.

LG
Switch
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Herzfilz
Beitrag 08.Dec.2016 - 01:21
Beitrag #12


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ZITAT(switch @ 08.Dec.2016 - 00:22) *
Wünsche und Vorstellungen decken sich nicht gänzlich was den Umfang der Transition betrifft.
Darüber reden wir und ich gebe zu, dass ich da etwas manipulativ handele.
Ich suche im ftm-Forum förmlich nach gescheiterten "Verwandlungen" und Aussagen von Betroffenen, die (in ihrer Situation), gegen Testo u/o Operationen sprechen.
Ich schaue mir, in meinen Augen, mißglückte Mastektomie Ergebnisse an, kopiere das und schicke es meinem Freund.
Ich denke, ich provoziere, damit er sich auch alles genau überlegt, weil ein zürück gibt es ja nicht mehr.


Ich finde das ehrlich gesagt etwas heikel, wenn du so mit Foreneinträgen umgehst, die ich an sich sehr richtig und wichtig finde, die aber in vielen Fällen wahrscheinlich nicht veröffentlicht wurden, um Zwecken zu dienen wie denen, für die du sie (unterstelle ich dreist) zu instrumentalisieren scheinst.

Ich glaube, dass du ein paar sehr grundlegende DInge verwechselst, wenn du glaubst, die Wünsche und Vorstellungen deines Partners hinsichtlich seiner Transition und deine Wünsche und Vorstellungen hinsichtlich eurer Partnerschaft und deren Zukunft hätten sich zu decken, oder wären auch nur woanders als in der fiktiven besten aller Welten in Einklang zu bringen.

Ob es ein "zurück" gibt oder nicht, ist außerdem eine Frage, deren Beantwortung unter anderem davon abhängt, wo das "vorne" verortet wird.

Versteh mich bitte nicht falsch, ich bin die letzte, die sagen würde, es sei nicht wichtig, sich bei und vor einem solchen gewaltigen Schritt wie einer Transition -physisch oder "nur" gesellschaftlich - darüber im Klaren zu sein, was man dabei fast zwangsläufig verliert und hinter sich lässt, und welche Verluste darüber hinaus drohen können - die können physisch wie sozial riesig und manchmal fast nicht ausgleichbar sein. .

Ich fürchte dennoch, vor dir liegt die Entscheidung, ob du die begleitende Partnerin sein willst (mit dem Risiko, deinen Freund letztlich zu verlieren oder in sein neues Leben als Mann, außerhalb der Frauenszene, ziehen lassen zu müssen, ohne ihn aufhalten und ohne mitgehen zu können) oder die widerstrebende Partnerin sein willst, die deinen Freund auf seinem Weg zu seiner neuen Identität zu bremsen versucht, wo sie kann, und ihn wahrscheinlich deshalb erst recht als Partner verlieren wird.

Wie du es schilderst, scheinst du mir im Moment eher die zweite Rolle einzunehnem, was auch ok ist, wenn du das ehrlich willst. Im Interesse deiner inneren Klarheit musst du wohl den Weg gehen, den sie dir vorschreibt.

Wenn ich an seiner, also an der Stelle deines Partners wäre, würde ich dich aber ziemlich sicher verlassen, wenn du mir so kämst, wie du das schilderst, und ich würde mich von dir wahrscheinlich bitter verraten fühlen, wenn ich hier mal vorsichtig sozusagen "herumunken" darf.

Ich schreibe das nicht, weil ich nicht verstehen könnte oder wollte, warum du so handelst, wie du es tust. Im Gegenteil, ich kann das, glaube ich, sehr gut verstehen, und finde es sehr menschlich und wenn es das ist, was dein Bedürfnis ist, auch ehrlich und ehrenwert. In meinen Augen ist es aber gleichzeitig nicht nur ein fragwürdiger Umgang mit Informationen aus dem FTM-Forum, sondern auch eine Form des Umgangs mit einem sich möglicherweise verabschiedenden Partner, die dich Gefahr laufen lässt, von einer Verbündeten zu deren Gegenteil zu werden. An deiner Stelle würde ich mir wahrscheinlich die Frage stellen, ob ich das will, und mich dagegen entscheiden. Aber das habe ich in einer vage vergleichbaren Situation schon einmal getan, und es ist mir damit nicht gut ergangen, deshalb ist der von dir gewählte Weg vielleicht der bessere, klarere, mit weniger (falscher?) Selbstverleugnung verknüpfte.

Das klingt jetzt alles viel klarer und schroffer als ich es meine, und ich kriege es leider gerade nicht besser formuliert und bitte dich dafür ausdrücklich um Verzeihung. Mir ist natürlich klar, dass in einer Situation wie der, in der du dich, switch, gerade wiederfindest, nichts klar und einfach ist. Nichts klar und einfach sein kann.

Deswegen sieh bitte, wenn du kannst, diesen Einwurf nicht als Kritik an dir und deinem Umgang mit der Situation, sondern nur als einen Kommentar zu der Situation an sich, der von einer Außenstehenden kommt, die letztlich die Betroffenen nicht kennt und deshalb in gewisser Weise auch gar keine Ahnung von dem hat, worüber sie schreibt.

Bearbeitungsgrund: Klarifizierung.

Der Beitrag wurde von Herzfilz bearbeitet: 08.Dec.2016 - 01:45
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switch
Beitrag 08.Dec.2016 - 02:06
Beitrag #13


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Liebe Herzfilz,

Danke für Deine offenen Worte!

Zum Verständnis:
mein Partner ist auch bei dem ftm-Forum angemeldet und kann ganz " legal" die Texte von Usern lesen.

Aber du hast natürlich Recht, dass meine einseitigen Negativberichte Vertrauen nicht gerade untermauern. Ich werde das lassen!

Vielleicht sollte ich doch lieber nicht mit zu dem Termin gehen? Ich kann eigentlich nichts dort machen und reinquatschen will ich ja (nicht) mehr.

Ich frage mich wieso das Leben auf einmal so kompliziert sein muss?

Gute Nacht 🌘
Switch
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McLeod
Beitrag 08.Dec.2016 - 07:51
Beitrag #14


mensch.
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Liebe Switch,

ich kann Dir nochmal eine persönliche, direkte Beratung ans Herz legen. Gerade die Frage "was will ich eigentlich, was kann ich und wo liegen meine ganz persönlichen Lösungsmöglichkeiten?" sind auf diesem Weg sehr gut und zügig zu finden. Da muss es nicht mal eine Trans-Angehörigen-Beratung sein. Frauenberatung, Lesbenberatung, auch telefonische Beratung sind hierfür geeignet.

In der Asynchronität und Mehrstimmigkeit des Forums ist so eine Klärung schwieriger...

Ich könnte jetzt ne Meinung abgeben, dass es ganz gut sein kann, ihn zu begleiten und nah dran zu sein an seinem Fragen, Denken, Fühlen. Gleichzeitig kann es auch sein, dass es Deinen Stress mit der Situation erhöht. Wer fängt Dich dann auf, bei wem kannst Du durchatmen, Dich aussprechen, einfach mal raus kommen und den Kopf mit anderen Dingen auf andere Gedanken bringen? Monothematische Zeiten tun, so jedenfalls meine persönliche Erfahrung, sind nicht so gut für die innere Balance. In schwierigen Zeiten braucht es auch Entlastung und Pause/mal etwas Abstand.

Was tut Dir gerade ein bißchen gut? Gibt es da was, das Dir in den Kopf kommt?

McLeod

PS: Herzfilz, Chapeau!!

Der Beitrag wurde von McLeod bearbeitet: 08.Dec.2016 - 07:52
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pfefferkorn
Beitrag 08.Dec.2016 - 10:33
Beitrag #15


Gut durch
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das mit dem reinquatschen - ist halt so ´ne Sache...

und: ich finde es richtig deine ängste zu formulieren - Transition ist auch ein medizinthema und ich wundere mich manchmal, wie unkritisch in diesem zusammenhang auf Medizin geguckt wird -
und ich weiß aus transzusammenhängen, dass manch Person nicht wirklich klar ist, was das eine oder andere nach sich zieht, bzw dass vorstellungen suggeriert sind, die ops nicht halten können -
und: deinE Partner* macht sich auch schlau...... und ganz wichtig finde ich den hinweis.... auf die zeit.... die Versuchung ist groß, zeit zur eile zu treiben, und ein bisschen tiefer zu atmen kann helfen :-)
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switch
Beitrag 08.Dec.2016 - 18:14
Beitrag #16


Filterkaffeetrinkerin
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Ich danke Euch für Eure Tipps und Anregungen!

Es tut gut eure Meinungen zu lesen.
Es hilft mir dabei mich etwas zurückzunehmen, fühle mich aber auch verstanden wenn ich mich bei meinem Freund einbringen möchte.
Letzten Endes kann ich nur abwarten was passiert und dann entscheiden. Wenn nicht gar anstelle meiner entschieden wird.

Ich fühle mich bei der Sache mal wieder hilflos, ein wenig ausgeliefert. Wie damals, als "Sie" fremdgegangen ist. Seinerzeit habe ich euch auch um Rat gefragt und es tat mir gut, schließlich besonnen zu handeln und zu verzeihen.

Heute gibt es nicht zu verzeihen. Vielleicht ist das die Krux? Niemand ist schuld, keiner hat einen Fehler gemacht.
Dennoch, ich muss mich abfinden, Verständnis haben, mich zurücknehmen, da sein wenn ich gebraucht werde.....
Ich bin in eine Situation gekommen, die ich mir nicht ausgesucht habe und ich "darf" nicht mitbestimmen, sonst verliere ich alles.
Heute habe ich mit meiner Mutter telefoniert. Sie weiß es noch nicht. Sie ist über Weihnachten bei uns. Sie mag "meine Frau" sehr. Für mich ist es auch ein Problem wie sie wohl mit der Verwandling umgehen wird.
Erst habe ich einen "Bio"-Mann geheiratet, später Scheidung, dann mein Outing als Lesbe und nun wird ihre Schwiegertochter ein Mann.
Das soll erstmal alles verstanden werden!

LG
Switch


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leslie
Beitrag 08.Dec.2016 - 18:44
Beitrag #17


Miau
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Liebe Switch,

weder habe ich irgendwelche Ratschläge, noch kann ich Dir sonst irgendwie weiterhelfen leider.
Was ich Dir aber sagen muss, ist, dass ich Dich sehr bewundere, wie Du versuchst, diese unendlich schwierige Sitation zu meistern, und wie Du zu Deinem Freund zu stehen versuchst.
Du liebst "ihn" als Deine "Frau" - ich bin ganz ehrlich, ich wüsste nicht, wie ich mit einer solchen Situation umgehen würde - ich habe mich noch nie in einen Mann verliebt und kann mir das auch überhaupt nicht vorstellen. Hätte meine Frau mir offenbart, dass sie als Mann leben will - puuuuuh... ich weiß nicht, ob ich das gekonnt hätte.
Insofern bewundere ich Dich für Deinen Willen und Deinen Mut, Dich darauf einzulassen, ehrlich!
Ich schließe mich auf jeden Fall McLeod an, dass Du Dich da wirklich auch nochmal professionell beraten lässt.
Und ich wünsche Dir ganz viel Kraft für Deinen (bzw. auch für Euren) zukünftigen Weg!

Alles Liebe
Leslie
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tina_d
Beitrag 17.Dec.2016 - 23:33
Beitrag #18


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Liebe Switch,

obwohl, oder gerade, weil meine Partnerin und ich (MzF) ähnliche Sorgen/Probleme haben wie Ihr, stehen wir genau so ratlos vor der Gender-Problematik wie Du/Ihr und es steht mir nicht an, Ratschläge zu geben (Wir/ich konnte(n) bisher nicht mal unsere eigene Problematik erfolgreich lösen). Vielleicht helfen Euch ein paar Gedankensplitter aus meiner Welt:

Homosexualität und Transsexualität scheinen viele Ähnlichkeiten zu haben. Sie sind weder krank noch "heilbar". Wenn Dein Mann sich als Mann empfindet, dann ist das so. Punkt!
Entweder Ihr trennt Euch, oder Ihr lebt fortan in einer hetero-Beziehung. Alles andere wäre Lebenssadismus Deiner (Zwangs-)Frau gegenüber.
Gegenargument: Er macht Dich zur "Zwangs-Hete".
Liebst Du den Menschen oder dessen/deren Geschlecht? Ist Homosexualität für Dich eine Ideologie oder eine Zuneigung zu bestimmten Menschen? In wie weit ändert sich Mensch durch Transition?

Für mich persönlich ist eines völlig klar: Entweder akzeptiert meine Frau, dass sie zukünftig mit dem Menschen, den sie liebt, in einer lesbischen Beziehung lebt, oder sie wird die Beziehung auf´s Spiel setzen.
Ich werde nicht mehr als Mann leben und weiterhin Frauen lieben!

Ein emotionale Statement von Tina
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switch
Beitrag 18.Dec.2016 - 01:10
Beitrag #19


Filterkaffeetrinkerin
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Liebe tina_d,


du fragst, was Homosexualität für mich bedeutet.
Ja, was eigentlich? Eine Lebensart, ein Statement? Jedenfalls etwas, was ich jahrelang mit Sorgfalt bedacht war, vor meinem Umfeld geheim zu halten und den erlösenden "Befreiungsschlag" mit ca 35 Jahren bei meinem Outing erlebte.
So wollte ich leben, ich MUSSTE so leben!
Nun gut, es ist jetzt anders gekommen.
Mittlerweile denke ich, es wäre albern sich "deswegen" zu trennen. Womit ich ganz gut umgehen kann ist, wenn mein Mann eindeutig ist. Ab heute möchte er mit seinem neuen männlichen Vornamen angesprochen werden. Bis dato sagte er mir und anderen wenigen nahen Verwandten, dass die Kurzform seines alten, weiblichen Vornamens ok sei. Das stiftete aber mehr Verwirrung als das es hilfreich war.
Für mich und alle anderen heißt das: Verwendung des männlichen Pronomen und des männlichen Vornamen. Demnach kann ich für mich einordnen, dass ich jetzt mit einem Mann zusammen bin. Es ist nicht mehr "schlimm" für mich.

Was macht die Erkenntnis nun mit mir und meinem Lebensgefühl als Lesbe?
Es wird mir mehr und mehr egal habe ich das Gefühl. Andere Frauen interessierten mich in all den Jahren der Beziehung mit meinem Partner ja auch nicht. Ich bin monogam und auch dem Menschen treu den ich liebe. Ist doch eigentlich völlig schnuppe wie sich das nennt. Hetero, lesbisch...... Ich bin in einer glücklichen Beziehung mit einem geliebten Menschen, das ist das was wichtig für mich ist und ich stiefel den Weg gemeinsam an seiner Seite mit.

Was ich mich aber jetzt frage: ab wann darf ich denn hier im Forum nicht mehr schreiben? Ab der Personenstandsänderung meines Partners, oder schon vorher nicht mehr? 😨

LG
switch


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Françoise
Beitrag 18.Dec.2016 - 17:15
Beitrag #20


Satansbraten
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Liebe Swich.....erstmal einfach nur phew!!!
Was für eine Verwirrung in Dir herrschen muss....ich fühle mit Dir.

ZITAT(switch @ 18.Dec.2016 - 01:10) *
Mittlerweile denke ich, es wäre albern sich "deswegen" zu trennen.


Hier ist so viel die Rede davon, ob Du Dich trennen willst/würdest/solltest.
Ich frage mich, wie es denn um Dein Gegenüber steht?

Will er denn mit Dir zusammen bleiben?
Miit seinem Outing riskiert er ja die Trennung.
Der Weg hin zum Mann ist also im Zweifel wichtiger, als eure Beziehung?

Wie geht es Dir damit?
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