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> Wie beeinflusst Corona Euer Leben (und die Liebe)?
McLeod
Beitrag 16.Jun.2020 - 21:16
Beitrag #41


mensch.
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ZITAT(Lucia Brown @ 12.Jun.2020 - 22:28) *
In der letzten Woche bekam ich eine Anfrage von einem Online-Magazin, für das ich ab und an mal schreibe, wie es mir denn ginge und ob ich Unterstützung benötige. Beim Lesen der E-Mail flossen die Tränen. Ich bin mir nicht so sicher, ob Ihr hier darüber informiert seid, wie es den Freiberufler*innen und Soloselbständigen in Deutschland gerade geht. Kurz gesagt besch … Nach drei Monaten sind nun inzwischen die Rücklagen aufgebraucht und es fließen noch immer keine Gelder. Wir müssen alle sehr kreativ sein, um zu überleben.


Oh, ich kann es mir leider sehr gut vorstellen und bin froh, nicht auch noch gerade vor allem auf selbständiger Arbeit zu leben, sondern mit einem sicheren Job ohne Kurzzeit und mit Homeoffice durch diese Zeit zu kommen.

Würdest Du hier im Forum in irgendeiner Form bescheid sagen, wenn Dir mit Geld geholfen wäre?
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Lucia Brown
Beitrag 17.Jun.2020 - 20:44
Beitrag #42


- keep it up you go girl -
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ZITAT(McLeod @ 16.Jun.2020 - 22:16) *
Würdest Du hier im Forum in irgendeiner Form bescheid sagen, wenn Dir mit Geld geholfen wäre?


McLeod, nein, da wäre ich nie darauf gekommen. Aber jetzt, wo du so herzlich diese Möglichkeit quasi eröffnet hast, könnte ich es mir schon vorstellen. Doch hurra! Ich habe inzwischen drei Einzelschülerinnen mehr als sonst und nächste Woche darf ich wieder mit meinen Kursen beginnen. Habe heute die Ausschreibungen verschickt und ein Hygienekonzept angehängt.

Ich kann mit Geld sehr gut achtsam umgehen und habe in der letzten Zeit auf Sparflamme gelebt. Doch falls es nicht mehr gehen sollte, dann sage ich Bescheid.

Vielen herzlichen Dank noch mal dafür, liebe McLeod. Bin gerührt.

Tante Lucia
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McLeod
Beitrag 26.Jun.2020 - 19:12
Beitrag #43


mensch.
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(IMG:style_emoticons/default/morgen.gif) ich les weiter mit, wenn auch gerade mit Päuskens zwischendrin. Danke für Deine offene Antwort, Tante Lucia.
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Herzfilz
Beitrag 10.Jul.2020 - 14:05
Beitrag #44


Naschkatze
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Als im Januar die ersten Nachrichten über Corona-Gegen-Maßnahmen aus China kamen, zog es mir den Magen zusammen. Ich bin eine alte Kriegerin an der Medizin-Geschichte-Front, (die eine oder andere mag sich an die mittelalterliche Handschrift erinnern, die ich analysieren durfte, die mit den Blumenranken und Drachen) und ich wusste sofort, dass da was Fieses auf uns zurollt. Etwas, dem wir nicht entgehen können, und das wir in seiner Art seit Menschengedenken nicht gesehen haben.

Ich muss gestehen, dass ich Februar noch zu einer letzten Party gegangen bin, und dass ich Ende Februar/Anfang März eine Mitbewohnerinnensuche veranstaltet habe, aber nur weil ich absolut musste, und bereits in vollem Bewusstsein dessen, was kommen würde.

Um diese Zeit habe ich den Notruf einer alten Freundin aufgefangen, die infolge einer fiesen Erkrankung zum Pflegefall geworden ist und deren rumänische Pflegerin, nachdem sie ein knappes halbes Jahr hier festsaß, verständlicherweise den ersten Bus nach Hause nehmen wollte. Ich fühlte mich ein bisschen, wie der Kapitän der Carpathia sich gefühlt haben muss, als ihm sein Funker mitteilte, dass die Titanic um Hilfe rief, irgendwo da draußen in der Nacht.

Tja. Ich bin auf meine persönliche Brücke gegangen und habe einen neuen Kurs berechnen lassen.

Da, wo er mich hingeführt hat, bin ich jetzt. Die überzeugte Städterin ist aufs Land gezogen, und ich genieße die Stille, die hier herrscht, wenn nicht gerade die Pflegezentrale, die mich aus Verzweiflung eingestellt hat, oder DHL vor der Tür stehen. Ich genieße es, aus der Tür gehen zu können und in fünf Minuten, wenn ich das will, am Ufer eines reißenden Flusses zu stehen. Oder wenn nicht gerade ein Rasenmäher auf dem Nachbargrundstück brüllt (Wir wohnen in einem ehemaligen Bunker mit 70 Zentimeter dicken Betonwänden, in die zu Wohnzwecken Fenster hineingeschnitten worden sind. Dieses Gebäude bebt, wenn draußen der Rasen gemäht wird). Mir war niemals klar, wieviel Rasen es gibt, und wie oft der anscheinend gemäht werden muss! Wenn ich die Wahl hätte, würde ich das wahrscheinlich trotzdem an Schafe delegieren, die sind wahrscheinlich leiser.

Und da wohne ich jetzt. Mein Vertrag als Übersetzerin vormoderner wissenschaftlicher lateinischer Texte ist nicht verlängert worden, und ich gehöre wahrscheinlich zu den wenigen glücklichen Personen, die sofort eine andere Stelle gefunden haben, als ihre vorherige infolge von Corona wegbrach. Es ist seltsam, für meine alte Freundin den Haushalt zu führen -das kann ich nicht besonders gut; mir fehlt die Organisiertheit dazu und irgendwie auch das Empfinden dafür, dass ein Haushalt rund laufen muss ... wenn der auf zwei Reifen spät nachts um die Kurve holpert, finde ich immer noch, dass er hinreichend läuft, solange ich es geschafft habe, sicherzustellen, dass weder wir noch die Katzen ungefüttert sind! - und sie körperlich zu pflegen, obwohl ich zu meiner Überraschung festgestellt habe, dass ich die Intimität mag, die entsteht, wenn ich sie zum Beispiel wasche, und sie dabei in meinem einem Arm liegt, während ich sie mit dem anderen abschrubble. Meine Freundin, die im Home-Office in der Stadt zurückgeblieben ist, eine Stunde Autofahrt von hier entfernt, flucht, der ist diese körperliche Nähe verständlicherweise unheimlich. Aber ich kann sie nicht verhindern. Alles andere, als sie in Kauf zu nehmen, wäre Vernachlässigung der Person, die zu versorgen ich hier bin, und ich würde mich strafbar machen, und das zurecht, vermiede ich sie.


Also, Corona hat mein Leben und auch mein Liebesleben massiv beeinflusst, oh yeah.

Habe ich die Katzen erwähnt? Ich weiß nicht, ob ich das mal so explizit gesagt habe, aber ich glaube bis heute, dass ich meine Adoleszenz nicht überlebt hätte, wenn ich nicht von einer Katze begleitet worden wäre, in deren smaragdrünem Starren ich mich jederzeit verlieren durfte. Diese spezifische Katze ist seit langem leider tot ... aber hier sind drei. Mit weichem Fell und Bernsteinaugen - und jede von ihnen, so lächerlich das klingen mag, auf ihre eigene Weise eine Brücke in die Anderswelt. Wenn eine von ihnen auf mir liegt und ich sie kraule und sie schnurrt, bin ich plötzlich auf eine primordiale, ganz tiefe Weise glücklich. Und die betreffende Katze allem Anschein nach auch.

Der Beitrag wurde von Herzfilz bearbeitet: 10.Jul.2020 - 14:42
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