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> Migräne - Teil 5, Kommentare und Fragen zu S. 411-510
regenbogen
Beitrag 12.Dec.2009 - 20:33
Beitrag #1


a.D.
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Ab 11. Januar 2010 begleitet uns die Autorin Litt Leweir durch ihren Thriller "Migräne".
In diesem Thread könnt ihr eure Kommentare und Fragen zum fünften Teil (S. 411-510) posten.

ZITAT
Triggerwarnung:
Der Roman wird zur Hälfte aus der Sicht eines männlichen Protagonisten erzählt.
Er enthält neben vielen lesbischen auch einige deutliche heterosexuelle und schwule Sexszenen und Beschreibungen sexueller Gewalt.
Darauf kann auch hier im Thread Bezug genommen werden


Viel Spaß beim Lesen und Diskutieren! (IMG:style_emoticons/default/smile.gif)

Weitere Infos:
Einladung zur Leserunde
Die Homepage von Litt Leweir

(IMG:http://images-eu.amazon.com/images/P/3887697316.03.MZZZZZZZ.jpg) <--- "Migräne" bei Amazon

Der Beitrag wurde von regenbogen bearbeitet: 18.Dec.2009 - 14:36
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kawa
Beitrag 03.Feb.2010 - 10:57
Beitrag #2


Blau, weil Ströse.
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Ich schrieb im 4. Thread schon, dass ich mit den letzten beiden Teilen (nach unserer Leserundeneinteilung) inhaltlich die meisten Probleme hatte.

Ich möchte hier jetzt vor allem meine Fragen loswerden. (Sicherheitshalber alles gespoilert)

-->Sowohl Toni als auch Joshua haben ja mit "Geistern" zu tun. Wie kommt es, dass beide dieselben Gespenster sehen? Erleben sie das Schicksal des Gespenstes Fallot nach oder sind es jeweils "eigene" Fantasien? Immerhin vergewaltigen und misshandeln sie sie beide.
Wenn aber die Fallot ein Geist ist, welche Spuren muss Joshua nach ihrer Misshandlung so dringend wegrenovieren? Sein eigenes Blut? Und welche Leiche entsorgt er im Keller?
Und noch eine etwas naiv anmutende Frage: ist an der Geisterseherei denn nun die Migräne schuld?
<--

Ich muss gestehen, dass ich ziemlich verwirrt war am Ende und keine Lust hatte, zurückzublättern und nochmal so sorgfältig nachzulesen, dass ich es kapiere.

Auch der "Showdown" mit der Schäfer kam etwas überraschend. Den musste ich fürs bessere Verständnis zwei Mal lesen. Was die Motive der Schäfer für den zweifachen Mord waren, ist mir trotzdem entgangen.

Ich empfand die Auflösung des Ganzen als ein bisschen "unorganisch" oder "mit der Brechstange" herbeigeführt. Ich bin da vermutlich zu realistisch eingestellt, erwarte natürliche und keine übersinnlichen Erklärungen für Ereignisse, die sich zunächst so irdisch und bodenständig anlassen. Wenn mir ein Roman (oder Teile davon) nicht als phantastisch angekündigt werden, kann ich mich nur schlecht darauf einlassen, wenn es in eine solche Richtung geht. Denn im Nachhinein hebelte das für mich große Teile des Romans als "nicht konkret geschehen" aus.

Aber das Ende (Epilog) hat mich immerhin versöhnt. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

Mich würde sehr interessieren, wie es den anderen Leserinnen damit erging. (IMG:style_emoticons/default/smile.gif)
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Litt Leweir
Beitrag 03.Feb.2010 - 15:34
Beitrag #3


Suppenköchin
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Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse, wenn ich mich hier weitgehend raushalte.
Ich möchte deine gespoilerten Fragen nicht beantworten, liebe kawa, kann es auch nicht.

Nur so viel:
Was die Frage nach den geistern angeht: Im Gespräch im Krankenhaus versucht Joshua es zu erklären. Ob er recht hat mit seiner Erklärung? Ich überlasse es dir, es zu entscheiden.
Über die Motive für den zweifachen Mord unterhalten sich ja die Kommissarin, Joshua und der Steuerberater, so kommen sie ja überhaupt erst auf die Schäfer. Aber ob sie recht haben?



Zur Erklärung hier einfach noch einmal zitiert, was ich im Thread zum ersten Teil schon einmal geschrieben habe:

ZITAT
In meinen Texten verschwimmen gerne mal die Grenzen zwischen "Realität" und Phantasie. Ob es Absicht ist? Es ist meine Art zu schreiben, schreiben ist für mich eine Art von träumen. Lesen auch. Weil mich solche Texte selbst auch faszinieren, habe ich wohl begonnen, es zu kultivieren. Schreiben ist ja nur zum Teil ein bewusster Prozess, es ist so ein bisschen eisbergmäßig, um bei den arktischen Bildern zu bleiben, nur ein kleiner Teil passiert bewusst. Manches wird mir dann vielleicht später bewusst, und ich lasse es bewusst stehen, führe es bewusst weiter... vieles bleibt auch mir verborgen. Was dann bei der Leserin ankommt ist wieder eine andere Sache...

In meinen Texten ist vieles wahr - so wünsche ich es mir jedenfalls - und wenig wirklich.
Mal davon abgesehen, dass schon in der Realität, Phanatasie und Wirklichkeit verschwimmen (wer vermag schon mit Bestimmtheit sagen, was wirklich ist und was nicht), ist Literatur grundsätzlich nicht "real".
Und mich interessieren vor allen die Innenwelten, die sind vielfachbödig und vielschichtig und vor allem alles andere als statisch, was grade noch galt, hat sich im nächsten Moment schon ins Gegenteil verkehrt. Da gibt es ganze Kellergewölbe, versteckte Kämmerchen und Falltüren, die regelmäßig die Plätze wechseln, da tun sich Abgründe auf und schließen sich gleich wieder...

Und wenn es dann auch noch um Kindheitstraumata - mein Spezialgebiet - geht, liegt sehr viel Plausibität in der Nichtplausibilität. Die Welt eines traumtisierten Kindes, das nicht begleitet wird, ist fürcherlich absurd, eine Absurdität, die oft weit ins Erwachsenenleben ragt. Und es ist eine meiner großen Sehnsüchte, das nicht nur auf der ebene des Intellekts fassbar, sondern vor allem spürbar, erfahrbar zu machen..."


Der Beitrag wurde von Litt Leweir bearbeitet: 03.Feb.2010 - 15:36
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Hortensie
Beitrag 03.Feb.2010 - 17:44
Beitrag #4


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Zustimmend zu kawa blickend:
Ich fand den Schluss auch etwa verwirrend.

Lesen muss ich ihn aber wohl nochmal, um mich etwas differenzierter äußern zu können.
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kawa
Beitrag 04.Feb.2010 - 01:21
Beitrag #5


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ZITAT(Litt Leweir @ 03.Feb.2010 - 15:34) *
Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse, wenn ich mich hier weitgehend raushalte.
Ich möchte deine gespoilerten Fragen nicht beantworten, liebe kawa, kann es auch nicht.

Das respektiere ich. (IMG:style_emoticons/default/smile.gif) Du musst schließlich auch damit leben, dass ich dir wichtigen Teilen deines Romans kritisch bis ablehnend gegenüberstehe. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

ZITAT(Litt Leweir @ 03.Feb.2010 - 15:34) *
Zur Erklärung hier einfach noch einmal zitiert, was ich im Thread zum ersten Teil schon einmal geschrieben habe:

(...)

Ich bestätige nochmals (wie schon im ersten Thread), dass ich diese Ausführungen sehr hilfreich für das Verständnis des Romans halte. Sie beantworten allerdings nicht meine konkreten Fragen. Aber das ist schon okay.

Ich hoffe nur, dass ich jetzt die Diskussion zum 5. (+ 4.) Teil nicht im Keim erstickt habe. (IMG:style_emoticons/default/unsure.gif)
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Litt Leweir
Beitrag 04.Feb.2010 - 13:02
Beitrag #6


Suppenköchin
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ZITAT(kawa @ 04.Feb.2010 - 01:21) *
......Du musst schließlich auch damit leben, dass ich dir wichtigen Teilen deines Romans kritisch bis ablehnend gegenüberstehe. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)


Mit so etwas muss jede Autorin leben, auch wenn sie ihre Texte nicht so gegen die Erwartung bürstet wie ich. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)
Ich kann jetzt auch nicht schreiben, dass ich die Kritik annehme und versuche, es das nächste Mal anders zu machen. Das werde ich nicht. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)
Zu verbessern gibt es immer etwas, aber für mich ist Migräne insgesamt gelungen, ich habe die Geschichte erzählt, wie ich sie erzählen wollte, für mich ist sie sehr stimmig. Und ich habe sie auf die für mich typische Art und Weise erzählt, zu der manche einen Zugang finden, andere nicht. Sie bietet eine Auflösung, aber eben nicht die glasklare auf dem Silbertablett präsentierte Lösung. Sie lässt Fragen offen und Vieldeutigkeit zu. Und sie erfordert eine grundlegende Bereitschaft, sich auf die Innenwelten der Protagonisten einzulassen. Und das ist nicht immer angenehm, das gebe ich zu. Rein intellektuell sind meine Texte jedenfalls nicht zugänglich (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) .



ZITAT
Ich hoffe nur, dass ich jetzt die Diskussion zum 5. (+ 4.) Teil nicht im Keim erstickt habe. (IMG:style_emoticons/default/unsure.gif)


Du hast sie doch erst eröffnet, oder? Wenn sie nicht weiter geht, liegt das sicher nicht an dir. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)
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kawa
Beitrag 04.Feb.2010 - 16:34
Beitrag #7


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ZITAT(Litt Leweir @ 04.Feb.2010 - 13:02) *
ZITAT(kawa @ 04.Feb.2010 - 01:21) *
......Du musst schließlich auch damit leben, dass ich dir wichtigen Teilen deines Romans kritisch bis ablehnend gegenüberstehe. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

Mit so etwas muss jede Autorin leben, auch wenn sie ihre Texte nicht so gegen die Erwartung bürstet wie ich. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

(IMG:style_emoticons/default/smile.gif)

ZITAT(Litt Leweir @ 04.Feb.2010 - 13:02) *
Ich kann jetzt auch nicht schreiben, dass ich die Kritik annehme und versuche, es das nächste Mal anders zu machen. Das werde ich nicht. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

Ob du's glaubst oder nicht, das imponiert mir! (IMG:style_emoticons/default/thumbsup.gif) (IMG:style_emoticons/default/flowers.gif)

ZITAT(Litt Leweir @ 04.Feb.2010 - 13:02) *
Zu verbessern gibt es immer etwas, aber für mich ist Migräne insgesamt gelungen, ich habe die Geschichte erzählt, wie ich sie erzählen wollte, für mich ist sie sehr stimmig. Und ich habe sie auf die für mich typische Art und Weise erzählt, zu der manche einen Zugang finden, andere nicht. Sie bietet eine Auflösung, aber eben nicht die glasklare auf dem Silbertablett präsentierte Lösung. Sie lässt Fragen offen und Vieldeutigkeit zu.

(IMG:style_emoticons/default/smile.gif) Ich finde es wichtig, dass eine Autorin hinter ihrem Text stehen kann, und dass das bei dir der Fall ist, merkt man auch an der souveränen Art, wie du über ihn diskutierst.

ZITAT(Litt Leweir @ 04.Feb.2010 - 13:02) *
Rein intellektuell sind meine Texte jedenfalls nicht zugänglich (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) .

Das habe ich gemerkt! (IMG:style_emoticons/default/biggrin.gif) Bei mir ist es halt so, dass ich Texte, die mir nicht direkt ins Herz oder unter die Haut gehen, intellektuell zu erschließen versuche. Damit bin ich schon öfter gescheitert. (IMG:style_emoticons/default/gruebel.gif)


ZITAT(Litt Leweir @ 04.Feb.2010 - 13:02) *
ZITAT
Ich hoffe nur, dass ich jetzt die Diskussion zum 5. (+ 4.) Teil nicht im Keim erstickt habe. (IMG:style_emoticons/default/unsure.gif)

Du hast sie doch erst eröffnet, oder? Wenn sie nicht weiter geht, liegt das sicher nicht an dir. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

Auch wieder wahr! (IMG:style_emoticons/default/smile.gif) Ich hatte nur den Eindruck, recht kategorisch und damit abschließend geschrieben zu haben. Aber vielleicht regt es die Diskussion ja eher an. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)
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mayfair1965
Beitrag 05.Feb.2010 - 23:41
Beitrag #8


Satansbraten
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Ok, wo wir jetzt schon beim Übernatürlichen sind: Mich hat das Buch ein klein wenig an "The Sixth Sense" erinnert. Sowohl was das Übernatürliche angeht, als auch die Tatsache, dass man das Buch - genau wie beim Film - beim zweiten Mal anders liest.

Wobei ich im Buch schon beim ersten Lesen erheblich früher als im Film (dort nämlich erst am Schluss) darauf gekommen bin, dass "M. Fallot" tot sein könnte.

Womit vermutlich auch bewiesen wäre, dass ich keine Probleme mit etwas fließenden Übergängen zwischen Realität und Phantasie oder eben Übernatürlichem habe (IMG:style_emoticons/default/rolleyes.gif)

Ich hoffe, ich habe diesmal genug gespoilert, obwohl ich immer noch der Meinung bin, dass man im letzten Teil eigentlich gar nicht spoilern müsste. Jedenfalls nicht nach den oben aufgestellten Regeln. (IMG:style_emoticons/default/pfeif.gif)
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kawa
Beitrag 06.Feb.2010 - 01:12
Beitrag #9


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ZITAT(mayfair1965 @ 05.Feb.2010 - 23:41) *
Ok, wo wir jetzt schon beim Übernatürlichen sind: Mich hat das Buch ein klein wenig an "The Sixth Sense" erinnert. Sowohl was das Übernatürliche angeht, als auch die Tatsache, dass man das Buch - genau wie beim Film - beim zweiten Mal anders liest.

Interessanter Vergleich! Was das zweite Sehen/Lesen angeht, stimme ich dir voll und ganz zu, obwohl ich weder den Film noch das Buch bisher ein zweites Mal gesehen/gelesen habe.

ZITAT(mayfair1965 @ 05.Feb.2010 - 23:41) *
Wobei ich im Buch schon beim ersten Lesen erheblich früher als im Film (dort nämlich erst am Schluss) darauf gekommen bin, dass "M. Fallot" tot sein könnte.

Wann denn und wodurch?

ZITAT(mayfair1965 @ 05.Feb.2010 - 23:41) *
Womit vermutlich auch bewiesen wäre, dass ich keine Probleme mit etwas fließenden Übergängen zwischen Realität und Phantasie oder eben Übernatürlichem habe (IMG:style_emoticons/default/rolleyes.gif)

Hatte ich bei "The Sixth Sense" auch nicht. Aber da wusste ich im Vorfeld, dass es um Übersinnliches gehen würde. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)

ZITAT(mayfair1965 @ 05.Feb.2010 - 23:41) *
Ich hoffe, ich habe diesmal genug gespoilert, obwohl ich immer noch der Meinung bin, dass man im letzten Teil eigentlich gar nicht spoilern müsste. Jedenfalls nicht nach den oben aufgestellten Regeln. (IMG:style_emoticons/default/pfeif.gif)

Gut gespoilert! (IMG:style_emoticons/default/thumbsup.gif) Müssen wir den Sinn des Spoilerns wirklich nochmal diskutieren? (IMG:style_emoticons/default/unsure.gif)
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Litt Leweir
Beitrag 06.Feb.2010 - 13:19
Beitrag #10


Suppenköchin
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ZITAT(kawa @ 06.Feb.2010 - 01:12) *
ZITAT(mayfair1965 @ 05.Feb.2010 - 23:41) *
Wobei ich im Buch schon beim ersten Lesen erheblich früher als im Film (dort nämlich erst am Schluss) darauf gekommen bin, dass "M. Fallot" tot sein könnte.

Wann denn und wodurch?


Das würde mich auch interessieren.

Nicht, weil es mich übberrascht, es gibt in der Tat sehr früh Hinweise darauf, dass diese Frau nicht so ganz von dieser Welt ist (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) .

Dass du an den Film erinnert bist, finde ich auch sehr spannend.

Ich habe nämlich in 2006 eine Geistergeschichte geschrieben, da hat die Lektorin den Filmtitel erwähnt. Beim Schreiben der Geschichte war mir der Film nicht bewusst, aber ich habe den Film mehrmals gesehen, kann gut sein, das ich davon etwas im Hinterkopf hatte. Als ich anfang 2007 dann mit Migräne begonnen habe, war mir der Film präsent.

Würde auf Rücken- oder im Klappentext Geistergeschichte stehen, würde das gnaze Ding nicht mehr funktionieren. Mal abgesehen davon, dass es für mich immer noch überwiegend ein Thriller" ist.

Ich denke auch, dass der Roman nicht zwangsläufig als Geistergeschichte gelesen werden muss, aber selbstverständlich kann.

Und nun doch noch zu kawas Frage, ob die Geisterseherei - wenn es für doch denn eine ist - etwas mit der Migräne zu tun hat: Das bleibt dir überlassen.

Beide habe Migräne. Was mit Migräne eingergeht ist eine große Überempfindlichkeit für Reize. Beide wurden in ihrer Kindheit schwer traumatisiert, wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise. was damit einhergehen kann (nicht muss), ist eine erhöhte Aufmerksamkeit, eine besondere Wachheit. Beide befinden sich in einer großen Krise, die Ereignisse wirken wie ein Katalysator für sie. (Deshalb kann auch mitten im zweiten Teil nicht plötzlich für beide alles gut sein, obwohl Toni nach ihrem Dachspaziergang durch das Gröbste durch ist).
Ob das dazu führt, dass beide Dinge wahrnehmen, die außerhalb der Wahrnehmung anderer liegen? Oder ob sich, verursacht durch die gemeinsame Erfahrung und die äußerden Ereignissen, zwischen den Innenwelten der beiden eine Verbindung auftut? Das kannst du sehen, wie du willst. Du kannst dich ja auf die Seite von Monika Haberstoh stellen, die das alles für Unsinn hält. Oder du kannst es in dem Kontext, in dem es geschieht, für nachvollziehbar halten. Du kannst den Weg von Monika Haberstroh gehen, die es zwar zum Schluss immer noch nicht versteht, aber akzeptiert, dass es Erfahrungen gibt, die für sie unfassbar sind, für andere aber real sein können:
Seite 498: "Ich glaube nicht an Geister, aber ich glaube dir, das ist mein Problem. Eins, dass ich heute nicht lösen werde, vielleicht nie..."

Du kannst aber auch Toni und Joshua und mit ihnen vielleicht auch die Autorin - auch das kommt tatsächlich vor - für völlig abgedreht halten (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) .

Ich weiß aber, dass dem Ganzen eine der abgedrehtesten und für viele Menschen zugleich realsten Erfahrungen zugrunde liegt: Die Erfahrung von Lebensgefahr in der Kindheit, die bewusst herbeigeführt und/oder ignoriert, geleugnet und totgeschwiegen wird.


Das alles gespoilert, weil es eigentlich viel zu viel Interpretation ist, aber ich habe einfach das starke Bedürfnis die beiden in Schutz zu nehmen, sie sind mir sehr ans Herz gewachsen... (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)
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kawa
Beitrag 06.Feb.2010 - 16:01
Beitrag #11


Blau, weil Ströse.
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ZITAT(Litt Leweir @ 06.Feb.2010 - 13:19) *
Was mit Migräne eingergeht ist eine große Überempfindlichkeit für Reize. Beide wurden in ihrer Kindheit schwer traumatisiert, wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise. was damit einhergehen kann (nicht muss), ist eine erhöhte Aufmerksamkeit, eine besondere Wachheit. Beide befinden sich in einer großen Krise, die Ereignisse wirken wie ein Katalysator für sie. (Deshalb kann auch mitten im zweiten Teil nicht plötzlich für beide alles gut sein, obwohl Toni nach ihrem Dachspaziergang durch das Gröbste durch ist).
Ob das dazu führt, dass beide Dinge wahrnehmen, die außerhalb der Wahrnehmung anderer liegen? Oder ob sich, verursacht durch die gemeinsame Erfahrung und die äußerden Ereignissen, zwischen den Innenwelten der beiden eine Verbindung auftut? Das kannst du sehen, wie du willst. Du kannst dich ja auf die Seite von Monika Haberstoh stellen, die das alles für Unsinn hält. Oder du kannst es in dem Kontext, in dem es geschieht, für nachvollziehbar halten. Du kannst den Weg von Monika Haberstroh gehen, die es zwar zum Schluss immer noch nicht versteht, aber akzeptiert, dass es Erfahrungen gibt, die für sie unfassbar sind, für andere aber real sein können:


(...)

Ich weiß aber, dass dem Ganzen eine der abgedrehtesten und für viele Menschen zugleich realsten Erfahrungen zugrunde liegt: Die Erfahrung von Lebensgefahr in der Kindheit, die bewusst herbeigeführt und/oder ignoriert, geleugnet und totgeschwiegen wird.

Vielen, vielen Dank, Litt, das hat mir wirklich sehr geholfen! (IMG:style_emoticons/default/smile.gif) (IMG:style_emoticons/default/flowers.gif)

ZITAT(Litt Leweir @ 06.Feb.2010 - 13:19) *
Du kannst aber auch Toni und Joshua und mit ihnen vielleicht auch die Autorin - auch das kommt tatsächlich vor - für völlig abgedreht halten (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) .

Tu ich nicht. (IMG:style_emoticons/default/no.gif) Aber ich denke anders und schließe mich dann wohl wirklich Monika Haberstroh an. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)
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mayfair1965
Beitrag 06.Feb.2010 - 16:56
Beitrag #12


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ZITAT(Litt Leweir @ 06.Feb.2010 - 13:19) *
ZITAT(kawa @ 06.Feb.2010 - 01:12) *
ZITAT(mayfair1965 @ 05.Feb.2010 - 23:41) *
Wobei ich im Buch schon beim ersten Lesen erheblich früher als im Film (dort nämlich erst am Schluss) darauf gekommen bin, dass "M. Fallot" tot sein könnte.

Wann denn und wodurch?


Das würde mich auch interessieren.

Nicht, weil es mich übberrascht, es gibt in der Tat sehr früh Hinweise darauf, dass diese Frau nicht so ganz von dieser Welt ist (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) .

Dass du an den Film erinnert bist, finde ich auch sehr spannend.




Stichwort: Ein Stück Kuchen und eine eingeschlossene Dame verschwinden. ^^ Außerdem kamen mir die Begegnungn zwischen Joshua und der Frau von Anfang an etwas -wie soll ich sagen- eigenartig vor. Zuerst dachte ich wohl eher an etwas übersteigerte Männerphantasien, aber da Toni ihr ja auch begegnet ist, musste wohl doch ein bißchen mehr dahinter stecken. Und sie hat (legt mich jetzt nicht fest an welchem Punkt im Buch) beide aufgefordert, herauszufinden was mit ihr passiert ist.
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kawa
Beitrag 06.Feb.2010 - 23:17
Beitrag #13


Blau, weil Ströse.
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ZITAT(mayfair1965 @ 06.Feb.2010 - 16:56) *
Stichwort: Ein Stück Kuchen und eine eingeschlossene Dame verschwinden.

Ah! (IMG:style_emoticons/default/idee.gif) Über beides bin ich auch gestolpert, habe aber nach natürlichen Erklärungen gesucht. (IMG:style_emoticons/default/biggrin.gif)
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Litt Leweir
Beitrag 09.Feb.2010 - 18:45
Beitrag #14


Suppenköchin
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Bin grade anderweitig sehr beschäftigt und fahre morgen nach München (siehe Love Bites Thread im Werbungsforum (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) ).

Melde mich aber auf jeden Fall am Wochenende mit ein paar Fragen.

LG
Litt
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Hortensie
Beitrag 18.Feb.2010 - 23:51
Beitrag #15


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So, differenzierter zu den einzelnen Geschichten, die aus meiner Sicht, durch den Krimi „drum herum“ einen Rahmen erhalten.

Ich empfinde die Beziehung zwischen „Toni“ und „Sol“ als sehr komplex. Sie ist in der Konstellation u.a. „durch Herzerkrankung in der Kindheit Traumatisierte“ (Toni) und „Kardiologin“ (Sol) schon sehr kompliziert angelegt.

Hinzu kommen viele Aspekte der Beziehung:

- Crossdressing (Sol)
- ein meistens „Nichtausleben“ der sexuellen Bedürfnisse bzw. ein „gehemmt sein“ bei Toni
- Kinder aus einer vorherigen Beziehung (Sol)
- letztlich ein „Coming – Out“ als Bisexuelle (Sol)

Ich finde hier ein breites Spannungsfeld, dass viel explosives in sich trägt, aber von der Autorin so schön dargestellt wird, dass einem beim lesen das Herz aufgeht und sich das Empfinden ausbreitet, so könnte es sein.

Aber, könnte es im „wahren“ Leben so sein?

Ich meine, Nein. Sicher, eine Beziehung „ohne Sex“ scheint lebbar zu sein, aber ist den dann noch eine Liebesbeziehung oder stellt es nicht eher eine Art freundschaftlicher Beziehung zwischen 2 Frauen dar, die sich eng verbunden sind?

Aus Toni´ s Sicht wird dies ja als Liebesbeziehung (und zwar durchgängig) als solche dargestellt.
Was ich schade finde, ist dass es der Text Toni gestattet, sich über die Beziehung der anderen beiden Frauen Gedanken zu machen, diese aber keinen „Blick“ auf die Beziehung von Toni und Sol werfen können (Zugegeben, dies in den Text zu formulieren, wäre kompliziert geworden. Hier fehlt mir auch selber ein praktischer Lösungsansatz).

Ich habe irgendwie bei der Beziehung zwischen Toni und Sol immer so einen Beigeschmack von „so könnte es sein …. und dann wäre so einfach“ mitgelesen.

Ganz anders habe ich die Beziehung zwischen Toni und Nika empfunden.
Ein positiver Hauch von : Ja, Liebe ist schwierig und es treten Missverständnisse und Komplikationen auf, aber… schimmerte hier immer durch.

Ich habe lange überlegt, ob es daran lag, dass beide noch leben und am Begin stehen, während die gewesene Beziehung reflektiert und betrauert und verdammt vermisst wird…aber ich glaube nicht.
Die eine Beziehung wirkte wie aus dem „es könnte…Bilderbuch“ --- und die andere, wie aus dem „es ist …. Leben“.

Ich hoffe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt zu haben und anderen durch diese Zusammenfassung nicht die Spannung am Buch genommen zu haben.
(IMG:style_emoticons/default/flowers.gif)
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Litt Leweir
Beitrag 19.Feb.2010 - 18:32
Beitrag #16


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Sorry, dass meine Fragen haben auf sich warten lassen. Leider lässt meine Multitaskingfähigkeit phasenweise sehr stark nach, so dass ich dann wirklich nur das Allernötigste geregelt bekomme. Dafür sind jetzt durch Hortensies Beitrag ein paar neue Fragen bzw. Anmerkungen hinzugekommen.

Danke erst mal an Hortensie, dass sie den Faden wieder aufgenommen hat.

Und danke hierfür:

ZITAT(Hortensie @ 18.Feb.2010 - 23:51) *
Ich finde hier ein breites Spannungsfeld, dass viel explosives in sich trägt, aber von der Autorin so schön dargestellt wird, dass einem beim lesen das Herz aufgeht und sich das Empfinden ausbreitet, so könnte es sein.


Sowas wünsche ich mir.

ZITAT
Aber, könnte es im „wahren“ Leben so sein?

Ich meine, Nein. Sicher, eine Beziehung „ohne Sex“ scheint lebbar zu sein, aber ist den dann noch eine Liebesbeziehung oder stellt es nicht eher eine Art freundschaftlicher Beziehung zwischen 2 Frauen dar, die sich eng verbunden sind?


Dem würde ich kraft meiner Lebenserfahrung heftig widersprechen (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) .

Aber ich weiß natürlich, dass das eine Definitionsfrage ist: Ist gelebtes Begehren der oder zumindest ein wichtiger Pfeiler einer Liebesbeziehung oder nur eine Möglichkeit gemeinsamen Erlebens von vielen, wenn auch ein sehr wichtiger, tiefgreifender, geht es doch an und unter die Haut. Daran scheiden sich die Geister, ich weiß. Ich wprde noch weiter fragen: Hat Begehren überhaupt etwas mit Liebe zu tun oder ist es nicht zunächst einmal das krasse Gegenteil davon und erhält es erst in der Liebesbeziehung (die auch nur eine Nacht lang bestehen kann) die besondere Qualität? Und gibt es nicht auch Weisen der physischen und emotionalen Nähe, die zwar nicht sexuell aber dennoch höchst intim sind? Ich finde ja und ich könnte sie in einer "normalen" Freundschaft nicht zulassen. Aber ich weiß, dass andere ihre Grenzen anders ziehen.

Aber das weist natürlich weit über den Text hinaus.

ZITAT
Aus Toni´ s Sicht wird dies ja als Liebesbeziehung (und zwar durchgängig) als solche dargestellt.
Was ich schade finde, ist dass es der Text Toni gestattet, sich über die Beziehung der anderen beiden Frauen Gedanken zu machen, diese aber keinen „Blick“ auf die Beziehung von Toni und Sol werfen können (Zugegeben, dies in den Text zu formulieren, wäre kompliziert geworden. Hier fehlt mir auch selber ein praktischer Lösungsansatz).


Es gibt viele Texte, in denen die Perspektive zwischen mehr als zwei Personen ständig wechselt, und das sehr gelungen, aber das wollte ich nicht, es wäre auch ein ganz anderer Text geworden. Zum einen finde ich es sehr reizvoll, die Perspektiven zu begrenzen, es bietet einige spannenden Möglichkeiten, zum anderen halte ich den Text auch so schon für kompliziert genug.

Aber vielleicht lässt sich ja aus der Art und Weise, wie die beiden Frauen (ich nehme mal an du meinst Sol und Monika) sich verhalten, was sie sagen, Rücksschlüsse daraus ziehen, wie sie die Beziehung zu Toni sehen?


ZITAT
...Ich habe irgendwie bei der Beziehung zwischen Toni und Sol immer so einen Beigeschmack von „so könnte es sein …. und dann wäre so einfach“ mitgelesen.... Die eine Beziehung wirkte wie aus dem „es könnte…Bilderbuch“ --- und die andere, wie aus dem „es ist …. Leben“.

(IMG:style_emoticons/default/gruebel.gif) Bilderbuch? Da die Beziehung aus Tonis Perspektive und aus der trauernden Rückschau betrachtet wird und wenig Einblick ins Kleinteilige gibt, könnte natürlich der Eindruck entstehen, dass sie konflikloser verlaufen ist, als der Beziehungsbeginn von Toni und Monika. Aber zumindest der Auszug von Sol scheint ja nicht ganz ohne Konflikte abgegangen zu sein... Leider finde ich grade die Textstelle nicht, vielleicht reiche ich sie noch nach...
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Litt Leweir
Beitrag 19.Feb.2010 - 19:06
Beitrag #17


Suppenköchin
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ZITAT(kawa @ 06.Feb.2010 - 16:01) *
ZITAT(Litt Leweir @ 06.Feb.2010 - 13:19) *
Du kannst aber auch Toni und Joshua und mit ihnen vielleicht auch die Autorin - auch das kommt tatsächlich vor - für völlig abgedreht halten (IMG:style_emoticons/default/wink.gif) .

Tu ich nicht. (IMG:style_emoticons/default/no.gif) Aber ich denke anders und schließe mich dann wohl wirklich Monika Haberstroh an. (IMG:style_emoticons/default/wink.gif)


Hierüber bin ich nun doch noch einmal gestolpert, im Zusammenhang auch mit dem was du zuvor geschrieben hast, hier meine neugierige Frage:
Ist es für dich wichtig, dass das, was in einem literarischen Text passiert, auch in Wirklichkeit so geschehen kann? auf ein anderes Medium übertragen: Kannst du mit Dalis fließenden Uhren nichts anfangen, weil es sowas nicht in Wirklichkeit gibt (ich bin eine absolute Kunstbanausin, pardon, wenn ich hier etwas Falsches schreibe)? Oder muss es es zumindest auf dem Rückendeckel steht, wenn ein Text den Pfad verlässt? Ich meine bei dir einen gewissen Ärger gespürt zu haben, dass "Migräne" dich unangekündigt in Gefilde führt, die du lieber nicht betreten möchtest? Du bist nicht die einzige, mich interessiert, woher das kommt.

Ich glaube zwar, dass es eine Menge gibt, was wir noch nicht verstehen. Trotzdem würde ich keine Wetten darauf abschließen, dass das was im "Migräne"-Mietshaus geschieht, auch in "Wirklichkeit" so passieren kann. Wahr ist für mich, das was hinter der Geschichte liegt.

Ich selbst finde es spannend, wenn mich eine Autorin abseits führt, ich werde gerne überrascht. Kunst und Literatur gibt uns die Möglicheit, uns gleichzeitig selbst zu spiegeln und neue Sichtweisen kennenzulernen oder das Vertraute in einem anderen Licht zu sehen, es so noch einmal neu und anders zu sehen. Das kann - muss aber nicht - uns verändern. Das ist das, was ich mir von Literatur (Fiction) wünsche. Mal abgesehen vom Genuss, den es bereiten kann, in eine spannende Geschichte abzutauchen, und dafür gehe ich auch immer wieder gerne auf ausgetretenen Pfaden.

Vielleicht stelle ich euch morgen noch ein paar Fragen in der Leserunde zu euren Lesegewohnheiten.

Der Beitrag wurde von Litt Leweir bearbeitet: 19.Feb.2010 - 19:09
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kawa
Beitrag 20.Feb.2010 - 17:40
Beitrag #18


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ZITAT(Litt Leweir @ 19.Feb.2010 - 19:06) *
Ist es für dich wichtig, dass das, was in einem literarischen Text passiert, auch in Wirklichkeit so geschehen kann?

Nein. Es muss sich für mich nur schlüssig anfühlen. Wenn z.B. Momo so gut zuhören kann, dass zwei zerstrittene Menschen sich wieder vertragen, ist das nicht real. Aber es wird im Roman so schlüssig erklärt, dass ich es kritiklos hinnehme.

ZITAT(Litt Leweir @ 19.Feb.2010 - 19:06) *
auf ein anderes Medium übertragen: Kannst du mit Dalis fließenden Uhren nichts anfangen, weil es sowas nicht in Wirklichkeit gibt?

Doch, kann ich.

ZITAT(Litt Leweir @ 19.Feb.2010 - 19:06) *
Oder muss es es zumindest auf dem Rückendeckel steht, wenn ein Text den Pfad verlässt? Ich meine bei dir einen gewissen Ärger gespürt zu haben, dass "Migräne" dich unangekündigt in Gefilde führt, die du lieber nicht betreten möchtest? Du bist nicht die einzige, mich interessiert, woher das kommt.

Ich würde es jetzt nicht 'Ärger' nennen, eher Enttäuschung, und das hat etwas mit der Erwartungshaltung zu tun. "Thriller" in Kombination mit der im Klappentext stehenden Inhaltsbeschreibung weckte bestimmte Erwartungen und schloss andere Dinge aus (Stichwort "Übersinnlichkeit"). Wobei mich die Übersinnlichkeit in Bezug auf Sol und Toni nicht störte, da sie eben ein Teil von Tonis Persönlichkeit ist, den ich so hinnehmen konnte. In Bezug auf M. Fallot überstieg die Übersinnlichkeit aber das Maß dessen, was ich an unangekündigten Gefilden in einem Roman akzeptieren kann bzw. verkrafte. Zumindest habe ich es nicht geschafft, mich darauf einzulassen.
Ich weiß nicht, wie es gewesen wäre, wenn ich keinerlei Vorinformationen zu dem Roman gehabt hätte und somit auch keine Erwartungen an ihn hätte entwickeln können.
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Litt Leweir
Beitrag 21.Feb.2010 - 09:21
Beitrag #19


Suppenköchin
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@kawa

Danke, das macht es mir klarer.
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kawa
Beitrag 21.Feb.2010 - 11:42
Beitrag #20


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